Stefan Jacobi

Von A bis Y (Teil 6)

 

Gestern

Arme bewegten sich langsam und geschmeidig zwischen Bettdecke und Matratze. Haare drückten sich weiter ins Kissen hinein. Bezaubernde Beine
streckten sich. Ein Mund öffnete sich, um einen lauten Gähner herauszulassen. Der nächste Tag brach heran und Leonora lag in ihrem riesigen Bett.
Sie hatte genug Platz, um sich drehen und wenden zu können. Es war Punkt 10 Uhr und draußen glänzte die Sonne. Doch Leonora war nicht ganz von der Sonne überzeugt, weswegen sie kurz daran zweifelte überhaupt Schwimmen zu gehen. "Ich möchte mich eigentlich nicht erkälten", sagte sie leise vor sich hin, mit dem Wissen, dass es keiner hören würde. Nachdem sie jedoch ein zweites Mal darüber nachdachte, war sie nun doch der Meinung, gleich loszuziehen. Ins Schwimmbad sollte es gehen. Ein Ort an dem sie schon etliche Male mit Begleitung dagewesen war. Ein Ort an dem viel zusammenkommt. Manche lieben sich. Manche ärgern sich. Es gibt die ruhigen Genießer und die, die mit gefühlt 100 km/h eine Wasserrutsche herunter düsen müssen. Sie nahm ihre Tasche aus dem Schrank und fing an sie zu packen. "Handtuch..., Handtuch..., ah ja." Sie beugte sich vor zu der Schublade, in der sich haufenweise Handtücher befanden. "So was brauch ich noch?"
Sie packte ihren roten Bikini in die Tasche und nahm ihr Buch "Zwei an einem Tag" unter dem Bett hervor. Sie musste kurz nachdenken und schlug dabei 
die erste Seite des Buches auf. Auf der allerersten Seite hatte sie in ihrer Handschrift die Worte "Sag es laut" niedergeschrieben. Sie verharrte kurz, und klappte das Buch langsam und nachdenklich zu. Auch das Buch verschwand in ihrer Tasche. Jetzt musste sie nur noch ihr Portemonnaie suchen, aber auch das ging relativ schnell. Es lag an dem Standartplatz. Im Wohnzimmer auf dem Tisch. Nun hatte Leonora alles zusammen, um endlich Schwimmen zu gehen. Sie freute sich schon und lächelte kurz vor Vorfreude. Sie machte sich auf dem Weg zur Haustür. Als sie diese öffnete durchflossen sie Unmengen an Gedanken über den gestrigen Abend. Sie öffnete die Tür als sie sich wieder kräftig genug fühlte und schaute hoffnungsvoll durch die Tür. Doch es war bloß der ganz normale Ausblick zu sehen. Blauer Himmel, grüner Rasen und die paar Autos an den Straßen. Sie brauchte ein wenig, um den für manche sehr erfreulichen, aber für sie eher ernüchternden, Ausblick zu verkraften. Bevor sie einen Fuß in diesen Ausblick setzte, wollte sie auf einmal unbedingt einen Brief mit zum Schwimmen nehmen. Sie ging also wieder die Treppen hinauf zu ihrem Schlafzimmer. Öffnete die Schublade mit den Briefen und griff nach dem von Nemiel. Als sie dies Tat, erblickte sie jedoch zum ersten Mal einen weiteren, hellgrünen, Briefumschlag. Dieser, merkte sie sofort, ist auch von Nemiel.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.05.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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