Heinz-Walter Hoetter

Die Traumreise des Thassilius de Alejan

Faszinierend was wir alles aus unseren Träumen erfahren können. Träume stoßen die Fenster unserer Seele auf und öffnen das Tor zu anderen Welten. Die wundersamen Reisen, die wir im Schlaf unternehmen, bringen uns in ferne, unbekannte Dimensionen, wo wir Dinge erleben, die abenteuerlicher nicht mehr sein können.“

***

Den jungen Thassilius de Alejan hatte man in einen künstlichen Schlaf versetzt. Er lag jetzt auf der Intensivstation eines großen Krankenhauses und sein Allgemeinzustand wurde von den Ärzten als stabil bezeichnet. Er war sogar auf dem Weg der Besserung.

Jetzt aber, in seinen tiefsten Träumen, reiste sein freies Ich-Bewusstsein in ferne, unbekannte Welten, weit weg von jenem Ort, wo sein Körper im Tiefschlaf ruhte.

***

Es war schon fast Mittag. Die kleine Stadt Romikon lag ruhig und friedlich auf der Anhöhe. Allerdings war so gut wie kein Bewohner zu sehen. Mauer, Tore, Plätze und Häuser schienen dumpf träge vor sich hin zu dösen.

 

Am Rande eines menschenleeren Platzes, im mild kühlen Schatten eines großen Baumes mit dichtem Blattbewuchs, saß auf einem zweirädrigen, hölzernen Karren ein Junge, der Thassilius de Alejan hieß.

 

Er schien sich zu langweilen.

 

Sein Blick wanderte immer wieder zwischen dem Gewirr der bewegungslosen Blätter und den dicht verzweigten Ästen hinauf zur flimmernden Sonne, die gnadenlos heiß vom Himmel brannte. Ein schwaches Seufzen kam bisweilen über die trockenen Lippen des Knaben, der ansonsten nichts sagte, weder zu sich selbst, noch zu dem Esel, der ohnehin nichts lieber tat, als ruhig dazustehen und geduldig zu warten.

 

Hier, unter dem grünen Dach des Baumes, war es zwar kühler als in der prallen Sonne, aber trotzdem liefen Thassilius über die gebräunte Stirnhaut kleine Schweißperlen, die glitzernd und funkelnd unter seinem dichten schwarzen Lockenkopf hervortraten.

 

Die mittägliche Hitze lastete unerträglich auf Mensch und Tier. Der Junge beneidete die Bewohner von Romikon, die sich in die kühleren Räume ihrer weiß getünchten Häuser zurück gezogen hatten.

 

Drüben, auf der gegenüber liegenden Seite des weitläufig angelegten Platzes, gleich hinter einem leise dahin plätschernden Steinbrunnen, erhob sich ein mit kolossalen Säulen bestückter Tempel, der eine riesige weiße Marmorkuppel auf dem Dach hatte, die in der flachen Landschaft weithin sichtbar war.

 

Von Zeit zu Zeit kehrte der Blick des Jungen zu einem ganz bestimmten Gebäude zurück, das direkt neben dem Tempel stand. Dort, wo sich der Eingang befand, war sein Vater hineingegangen. Das war aber jetzt schon eine ganze Weile her.

 

Warte hier auf mich!“ hatte er noch zu Thassilius gesagt, „es wird nicht lange dauern, bis ich zurück komme.“ Doch seitdem waren etliche Stunden vergangen, die quälend dahinkrochen.


Der Junge war eigentlich nur mitgekommen, um auf den Esel und den Karren aufzupassen. Es kümmerte ihn nicht, warum sein Vater ausgerechnet in dieses Haus gegangen war und was er dort zu erledigen hatte.

 

Thassilius musste allerdings mit einiger Bitterkeit zur Kenntnis nehmen, dass sein Vater in letzter Zeit immer wortkarger geworden war. Oft reagierte er gereizt, antwortete nur widerwillig auf seine Fragen und wenn er es dennoch tat, klangen seine Worte mürrisch und abweisend. Das alles betrübte Thassilius sehr, aber er konnte nichts dagegen tun. Man muss eben lernen, die Dinge zu akzeptieren wie sie nun einmal sind.

 

Eine Tür wurde plötzlich geöffnet und wieder zugeschlagen. Das heftige Geräusch hallte über die Stille des Platzes. Der Junge erschrak etwas, fuhr benommen aus seinen dösenden Gedanken auf und sah hinüber zu seinem Vater, der jetzt mit hastigen Schritten direkt auf ihn zukam. Sein Blick haftete am Boden, die Lippen des Mundes bewegten sich ständig auf und ab, als schien er etwas vor sich hin zusprechen. Erst als er näher kam, bemerkte Thassilius, dass sein Gesicht eingefallen war und blass ausschaute. Ohne ein Wort zu sagen kletterte er schließlich auf den Wagen, setzte sich neben den Jungen und gab dem erschrockenen Esel mit der langen Peitsche einen heftigen Schlag auf den Hintern. Das Tier machte einen heftigen Sprung nach vorne, wodurch sich der Karren ruckartig in Bewegung setzte.

 

Fahren wir nach Hause?“ fragte der Junge schüchtern und blickte seinen Vater von der Seite flüchtig an. Der nickte nur wortlos kurz mit dem Kopf, ohne ihn dabei anzusehen.

***

Die Stadt Romikon hatte nur einen einzigen Zugang, der auch gleichzeitig der einzige Ausgang war. Sie war rundherum von einer mächtigen, sehr hohen Stadtmauer umgeben, auf denen sich kleine Wachtürme befanden. Wegen der brütenden Hitze waren sie aber nicht besetzt.

 

Direkt hinter der schützenden Mauer, in Richtung Norden, erstreckte sich eine weite, hügelige Landschaft, die am fernen Horizont von einem blauen Meer begrenzt wurde. Überall gab es grüne, saftige Wiesen, goldgelbe Getreidefelder und dunkle Wälder, deren Bäume dicht an dicht zusammenstanden und weit in den Himmel hineinragten. In der gegenüber liegenden Himmelsrichtung gab es einen breiten Strom, der in einem weit geschwungenen Bogen gemächlich an der kleinen Stadt vorbeifloss.

 

Bis zur Küste waren es aber noch mehr als fünf oder sechs Meilen. Nachdem Vater und Sohn das hohe, bogenförmige Stadttor passiert hatten, folgten sie der Straße gen Norden, die zu dem einzigen Hafen am Meer führte. Dort wollten sie allerdings nicht hin, sondern zu einem Anwesen, das etwas abseits der Küstenstraße lag.

 

Nach etwa drei Meile zweigten sie auf einen Feldweg ab, der durch zwei tiefe Fahrspuren markant gekennzeichnet war. An seinen Rändern standen sommertrockene Gräser, am leicht abfallenden Hang dahinter Dornenbüsche, wilde Rosen, Ginster und zahlreiche dichte Büsche.

 

Schon bald erreichten sie eine kleine Anhöhe. Von hier oben aus konnte man bereits in der Ferne den Hof sehen, der etwas mehr als eine halbe Meile voraus mitten in einem schützenden Wäldchen lag. Weiter hinten, schon fast wieder am Horizont, gab es sogar einige kleine Weinberge, die aber nicht zum Besitz der Familie gehörten.

 

Die eigenen Felder waren nicht sehr groß. Trotzdem ging es der Familie nicht schlecht, da sie noch nebenbei eine einträgliche Schafzucht betrieben.

 

Kirion Quintus de Alejan, wie sein Vater mit vollem Namen hieß, starrte während der ganzen Fahrt immer nur nach vorne. Thassilius, der ihn hin und wieder aus den Augenwinkeln beobachtete, bemerkte es wohl, doch noch mehr beunruhigte ihn, dass sein Vater bisher kein einziges Wort mit ihm geredet hatte. Irgend etwas Schlimmes musste geschehen sein, dachte sich der Junge, aber er kam nicht dahinter, was es war.

 

Bald erreichten sie den dichten Wald, der das Anwesen gegen die scharfen Küstenwinde schützte. Der Esel, der jetzt plötzlich zu traben anfing, kannte die einzelnen Stationen und den stets gleichen Ablauf von unzähligen anderen Fahrten. Ohne daher auf das Kommando zu warten, beschrieb er jetzt auf dem staubigen Platz vor dem Gut einen großen Bogen und hielt direkt vor dem Eingang zum Wohnhaus. Er stand vollkommen still, nur seine großen Ohren lauschten nach allen Seiten und nahmen jedes Geräusch im näheren Umfeld wahr.

 

Kirion Quintus de Alejan legte die lange Peitsche nach hinten auf die Ladefläche und stieg umständlich vom Wagen. Sein Sohn Thassilius folgte ihm.

 

Bring’ den Esel in den Stall und gib’ ihm etwas Futter!“ sagte sein Vater zu ihm, während er schon zum Eingang des Hauses ging.

 

Drinnen im Haus musste man wohl das Kommen des Wagens mitgekriegt haben, denn Genoveva, die Mutter, erschien in der Tür. Thassilius sah, wie sie den Vater mit großen, erwartungsvoll fragenden Augen anblickte.

 

Er blieb nur wenige Schritte vor ihr stehen, zuckte resigniert die Schultern und schüttelte den Kopf langsam hin und her. Thassilius bemerkte noch, wie die Mutter erschrocken beide Hände vor den Mund hielt und laut zu weinen anfing. Schließlich gingen beide ins Haus.

 

Der Junge schaute seinen Eltern besorgt hinterher, solange, bis die Tür endlich mit einem unsanften Geräusch ins eiserne Schloss fiel.

 

Thassilius riss sich zusammen. Dann führte er den Esel mit dem Karren zur hinteren Ecke des Hofes, spannte aus und brachte ihn in den Stall, der eigentlich viel zu groß für ein einzelnes Zugtier war. Man hätte vielleicht mehr als fünf oder sechs von diesen Viechern darin unterstellen können. Erst als er das Tier gut versorgt hatte, ging er wieder nach draußen und schlenderte langsam über den Hof hinüber zum Eingang.

 

Der Magen des Jungen machte sich jetzt bemerkbar. Mutter wird das Essen bestimmt schon fertig haben, dachte sich Thassilius, öffnete die Eingangstür und verschwand im Haus. Als er das Esszimmer betrat, starrten ihn alle übrigen Familienmitglieder an, als hätte ein Geist den Raum betreten.

 

***

 

Es war schon später Nachmittag, als Thassilius nach einem kurzen Schläfchen zurück zum Stall ging um nach dem Esel zu sehen. Der stand noch immer wie angewurzelt in seiner Ecke und döste mit leicht gesenktem Kopf regungslos vor sich hin. Offenbar ging es ihm gut. Gerade hatte der Junge den Eselstall wieder verlassen, als ihm draußen vor der windigen Brettertür auf dem Hof Apollo, der Knecht, entgegenkam.

 

Na, wie war es in Romikon?“, fragte der, und Thassilius war plötzlich froh darüber, dass mit ihm überhaupt jemand sprach.

 

Es war einfach nur langweilig. Ich saß die ganze Zeit herum und musste auf den Esel und den Wagen aufpassen.“

 

Ehrlich? Ich dachte immer, dass in Romikon keine Langeweile aufkommen kann. In der Stadt wimmelt es doch nur so von geschäftigen Einwohnern“, erwiderte Apollo sichtlich erstaunt.

 

Doch. Es war so, wie ich sagte. Wegen der Hitze sind die meisten Leute einfach zu Hause geblieben und haben die Kühle des Schattens genossen. Ich dagegen musste mich auf Geheiß meines Vaters draußen aufhalten. Wenn da nicht dieser große Baum mit seinem schattenspendenden Blätterdach gewesen wäre, ich hätte mir bestimmt einen schlimmen Sonnenbrand zugezogen.“

 

Apollo runzelte nachdenklich die Stirn und schaute Thassilius mitleidig an. Dann fragte er ihn mit vorwurfsvoller Stimme: „Warum hast du dich nicht in Sichtweite eures abgestellten Gespannes etwas umgesehen? Neben der großen Säulenhalle des Tempels und überall am Rande des Marktplatzes gibt es eine Menge interessanter Geschäfte, wie ich weiß.“

 

Ach was. Mein Vater wollte es so. Er sagt mir immer, was ich zu tun habe. Daran muss ich mich einfach halten, wenn ich keinen Ärger mit ihm bekommen will“, antwortete Thassilius leicht resigniert.

 

Ach, dein Vater. Ich kannte ihn noch aus einer Zeit, da war er ein völlig anderer gewesen.“

 

Apollo strich sich über seinen dunklen Stoppelbart und redete weiter. „Aber er hat offenbar zur Zeit einige Probleme, die ihm zu schaffen machen. Hast du ihn denn nicht schon mal danach gefragt, von welchen Sorgen er geplagt wird?“

 

Der Junge wollte der Frage eigentlich ausweichen und dem Knecht seines Vaters keine Antwort geben. Doch Apollo war ein guter und ehrlicher Mann, der es nicht verdient hatte, dass man ihn einfach so ignoriert.

 

Also, wenn du mich schon fragst, dann kann ich nur sagen, dass mein Vater in letzter Zeit nur sehr wenig mit mir geredet hat. Trotzdem habe ich nicht die geringste Ahnung, was ihn bedrückt. Er sagt ja auch nur das Notwendigste. Wie soll ich da herausbekommen, was ihn plagt? Vielleicht bin ich ja das Problem. Wer weiß das schon so genau?“

 

Apollo sah den Jungen nachdenklich an. Gerade wollte er etwas sagen, als der jüngere Bruder von Thassilius schreiend und mit hoch erhobener rechter Hand über den Hof gelaufen kam. Der Zeigefinger blutete und ein dicker Holzsplitter steckte ganz oben im Fleisch der Fingerkuppe

 

Lass’ mal sehen, Jamal!“ sagte der alte Apollo, ging in die Hocke und begutachtete den blutenden Finger.

 

Sieht schlimmer aus, als es ist. Das werden wir gleich haben“, sagte er zu dem verängstigten Bub, der unruhig und mit weit aufgerissenen Augen auf seinen ausgestreckten Zeigefinger starrte, jederzeit dazu bereit, laut loszubrüllen. Aber es kam nicht soweit. Fast ohne Schmerzen zu verursachen hatte Apollo den Splitter mit einem leichten, schnellen Ruck heraus gezogen.

 

Na, siehst du, das war’s dann auch schon. Du hast bestimmt noch nicht einmal etwas davon bemerkt – oder?“, sagte der Knecht zu Jamal und zeigte ihm lächelnd triumphierend den blutrot verfärbten Übeltäter.

 

Thassilius jüngerer Bruder betrachtete das winzige Stückchen Holz von allen Seiten wie ein Weltwunder. Dann nahm er den Splitter vorsichtig in seine linke Hand und lief strahlend davon, um ihn seinen Eltern zu zeigen.

 

Apollo blickte Jamal noch eine Zeit lang kopfschüttelnd hinterher, dann überquerte er den staubigen Hof und ging hinüber zur Scheune. Thassilius folgte ihm wortlos.

 

Die Scheune war nach zwei Seiten offen. Ganz hinten befand sich ein kleiner überdachter Schuppenplatz mit allerlei Geräten. Hier lagerten rostige Teile, wie alte Holzräder, Reste von kleineren Eisenketten, ein abgebrochener Pflug und an der Wand befand sich ein Stapel alter Dachziegel, von denen einige am Boden zertrümmert herumlagen. Hier herrschte eine Menge Unordnung.

 

Schau dir das an, Junge! Mit diesen Ziegeln soll ich das kaputte Dach des Eselstalles reparieren. Da leg’ ich doch gleich lieber Strohmatten und Moos drauf. Was meinst du?“

 

Thassilius kratzte sich verlegen am Kopf. Er wollte dem Knecht nicht vorschreiben, was er zu tun hatte. Also hielt er lieber den Mund.

 

Apollo holte eine Schubkarre herbei und füllte sie langsam mit Ziegeln auf. Der Junge setzte sich auf den Rest des Stapels und schaute ihm dabei zu.

 

Während Apollo so vor sich hin arbeitete, fragte er Thassilius plötzlich danach, für wie alt er ihn eigentlich halten würde.

 

Mhm. – Ich hab’ mal gehört, wie Mutter sagte, dass du schon ein ziemlich alter Knochen gewesen sein sollst, als mein Vater dich als Knecht zu uns holte. Da waren beide noch sehr jung und noch nicht einmal verheiratet. Ich habe mir trotzdem noch nie Gedanken darüber gemacht, was Mutter damit gemeint haben könnte. Warum sollte ich auch? Mich interessiert dein Alter nicht“, antwortete der Junge etwas trotzig.

 

Also gut! Auch wenn es dich vielleicht nicht interessiert, sage ich’s dir trotzdem. – Ich bin um sehr viele Jahre älter als dein Vater. Hättest du das gedacht?“

 

Was? Das glaube ich nicht! Ich war immer der Meinung, ihr beide seid mindestens gleichaltrig, obwohl, das muss ich ehrlich zugeben, du jünger ausschaust als er“, rief Thassilius mit lauter Stimme erstaunt. „Aber ich glaube, du lügst mich nur an, Apollo. Deine Scherze kenne ich.“

 

Stimmt dennoch“, erwiderte der Knecht mit ernster Mine und hängte gleich noch eine Frage dran.

 

Und hast du dir schon jemals Gedanken darüber gemacht, woher ich eigentlich komme?“

 

Nein!“ antwortete ihm Thassilius wie aus der Pistole geschossen. „Ich verstehe die ganze Fragerei nicht. Was willst du eigentlich damit bezwecken, Apollo?“

 

Na gut, mein Junge. Ich will dir jetzt mal eine kleine Geschichte erzählen. Sie klingt ziemlich unwahrscheinlich, aber nichts an ihr ist erfunden. Sie stimmt bis in letzte Detail. Außerdem bist du mit deinen fünfzehn Jahren ja schon alt genug, um der Wahrheit ‚ins Auge’ sehen zu können. – Hör also gut zu!“

 

Apollo schloss einen Moment lang die Augen, gerade so, als wolle er sämtliche Erinnerungen aus dem tiefsten Grund seines Gedächtnisse hervorheben. Erst dann redete er mit rauchiger Stimme weiter.

 

Ich stamme weder hier aus dieser Gegend, noch komme ich aus einem anderen Land. Dein Vater mag dir vielleicht etwas anderes von mir erzählt haben, weil er von Anfang an der Ansicht war, dass es nicht immer gut ist, mit der Wahrheit hausieren zu gehen. Rückblickend muss ich ihm sogar Recht geben. Nun, ich stamme nicht von eurem Planeten, den seine Bewohner ORAION nennen. Ich komme vielmehr von der ERDE, bin Raumfahrer und Kolonist gewesen und diente als Arzt auf einem großen intergalaktischen Sternenschiff. Wir suchten ständig nach neuen, bewohnbaren Welten für die Menschheit. So kam, was früher oder später kommen musste. Irgendwann entdeckten wir auch euren Planeten, den unsere Langstreckenscanner 2,5 Millionen Lichtjahre weit weg von der Erde im Andromeda-Nebel ausfindig machen konnten.

Mit Hilfe unserer Hypersprungtechnologie erreichten zwei große Sternenschiffe bald euer Sonnensystem. Leider kooperierten die Bewohner ORAIONS nicht mit uns und wir führten deshalb einen gnadenlosen Krieg gegen sie. Wir besiegten sie bald, weil wir ihnen waffentechnisch haushoch überlegen waren. Viele Oraioaner verloren ihr Leben, denn sie wollten nicht aufgeben und kämpften bis zum Tod weiter. Als die ungleiche Schlacht endlich vorüber war, gerieten viele deiner Vorfahren in Gefangenschaft. Die gewaltigen Sternenschiffe flogen schließlich wieder zurück zur ERDE und ließen uns Kolonisten mit allem zurück, was wir für den primären Aufbau einer neuen Zivilisation brauchten. Zuerst kamen wir gut voran. Doch dann breitete sich unter uns ganz plötzlich eine schreckliche Seuche aus. Es muss eine Art Sumpffieber gewesen sein, das die meisten von uns binnen weniger Tage qualvoll sterben ließ. Keines unserer Medikamente half. Wir hatten zwar den Krieg gegen die Oraioaner gewonnen, doch die Zahl der gesunden Kolonisten sank innerhalb kürzester Zeit auf weniger als einhundert Männer und Frauen, von insgesamt mehr als 8000. Ich bin einer der wenigen Überlebenden von damals, wie du siehst. Mein Organismus muss wohl eine gewisse Resistenz gegenüber dem fremden Krankheitserreger entwickelt haben. Ich kann bis heute nicht sagen, wie das passiert ist. Obwohl wir den Oraioanern während des Krieges großes Leid zufügten, übten sie später dennoch keine Rache an uns, sondern verschonten die wenigen Kolonisten, die das tödliche Sumpffieber nicht dahingerafft hatte. Wir wurden aber alle versklavst und dein alter Großvater erwarb mich auf dem Markt in der Stadt Romikon. Da war ich aber bereits schon 48 Jahre alt. Er schätzte wohl meine Kenntnisse als Arzt, ließ mich dennoch überwiegend als Knecht auf seinem Gut arbeiten. Dein eigener Vater war damals noch ein kleiner Junge und gerade mal sieben Jahre alt. Seitdem sind mehr fünfzig Jahre vergangen, wenn man die irdische Zeitrechnung zugrunde legt. Irgendwann stellte sich heraus, dass diejenigen Menschen, die gegen das aggressive Virus Antikörper entwickelt hatten, anscheinend auf dem Planeten ORAION sehr viel langsamer alterten, als auf der ERDE. Der unbekannte Erreger verlangsamte offenbar die gesamte Zellteilung und erhöhte damit unsere Lebenserwartung um ein Vielfaches. Ich habe mich seit meiner Ankunft auf ORAION äußerlich kaum verändert. Verschiedene genetische Untersuchungen, die ich heimlich an mir selber durchführte, bestätigten meine Vermutungen. Alle späteren Tests verliefen erfolgreich und führten immer wieder zu den gleichen verblüffenden Endresultaten. Wir altern wesentlich langsamer auf ORAION und verändern uns kaum. Das ist die ganze Geschichte, mein Junge. So hat sich alles zugetragen.“

 

Der fünfzehnjährige Thassilius hatte Apollo die ganze Zeit über mit starrem Blick angesehen, gerade so, als glaubte er dem Knecht seines Vaters kein einziges Wort von dem, was er ihm da erzählt hatte. Sein Inneres sträubte sich nämlich einfach dagegen. Die Geschichte war offenbar nichts weiter, als eine haarsträubende Räuberpistole, dachte sich Thassilius.

 

Der Junge überlegte einen Moment, tat schließlich so, als hätte er das Erzählte verstanden und sagte dann: „Ach so ist das also. Jetzt wird mir auch einiges klar, warum ich in deiner Gegenwart immer so ein komisches Gefühl hatte. Du bist ein Mensch und ich ein Oraioaner. Du kamst mir schon immer irgendwie fremdartig vor. Mich wundert das jetzt nicht mehr. – Und du, Apollo? Wie ist das mit dir ?“

 

Wenn du so empfindest, wird es auch so sein“, gab der Knecht schnell zur Antwort. „Ich habe mich an euch gewöhnt, denn zwischen uns Menschen und den Bewohnern von ORAION gibt es eine Menge verblüffender Ähnlichkeiten, wie du sicherlich schon selbst feststellen konntest. Wir unterscheiden uns eigentlich nur durch unseren inneren organischen Aufbau. Rein äußerlich ist es nicht immer sehr leicht, auf Anhieb zwischen einem Menschen und einem Oraioaner zu unterscheiden. Wir gleichen uns fast bis aufs Haar.“

 

Mhm...“ Thassilius kratzte sich am Kinn und nahm das Gesagte von Apollo erstaunlich gelassen zur Kenntnis. Dann folgte betretenes Schweigen, obwohl der Junge noch viele Fragen gehabt hätte. Die überlieferten Helden- und Sagenerzählungen, die ihm schon sein Großvater immer erzählt hatte, stimmten demnach also doch und waren keine erfundenen Märchen gewesen.

 

Apollo bemerkte plötzlich eine Veränderung im Verhalten des Jungen. Er schien müde geworden zu sein. Deshalb entschloss er sich dazu, das Gespräch zu beenden.

 

Wir reden morgen weiter, mein Junge. Ich denke mal, dass der Abend dieses Tages für dich anders sein wird, als alle anderen Abende zusammen, die du hier jemals auf dem Gut deines Vaters erlebt hast. Aber früher oder später hättest du es sowieso erfahren, dass auf eurem Planeten nicht nur Oraioaner herumlaufen, sondern auch Menschen vom Planeten ERDE. Außerdem muss ich jetzt wirklich Schluss machen und nach der Arbeit sehen.“

 

Apollo verließ Thassilius und ging hinüber in den Stall. Er wollte dem Esel noch vor Einbruch der Nacht etwas Futter bringen. Der Junge aber ging zurück ins Haus, wo sich der Rest der Familie im Hauptwohnraum bereits um den Esstisch versammelt hatte. Thassilius setzte sich still und leise auf einen Stuhl und ließ sich von der jungen Magd das Abendessen bringen. Während sie noch einen kleinen Tonkrug mit Wasser auf den Tisch stellte, beobachtete Thassilius das junge Mädchen unauffällig von der Seite. Auch sie wird wohl ein menschliches Wesen sein, dachte er so für sich, nahm ein dickes Stück Brot mit Wurst vom klobigen Holzteller und fing an zu essen.

 

 

Etliche Stunden später.

 

Draußen war es mittlerweile schon stockfinster geworden, als der Junge endlich sein mit Stroh ausgelegtes Bett aufsuchte und sich unter einer warmen Decke aus dunklem Schaffell zufrieden schlafen legte.

 

Kaum hatte er müde die Augen geschlossen, veränderte sich mit einem Mal die Umgebung des Raumes.

 

Plötzlich befand sich Thassilius vor zwei stattlichen Gebäuden auf einem weiten Platz, den er nur zu gut kannte. Das kann nur der Platz vor dem großen Tempel mit seinen wuchtigen Säulen sein, wo er am frühen Vormittag auf dem Wagen unter dem Schatten spendenden Baum auf seinen Vater gewartet hatte, dachte er sich.

 

Erst jetzt bemerkte der Junge, dass die beiden Torflügel des Tempels weit offen standen. Das Innere war dadurch frei zugänglich geworden. Thassilius ging auf den Eingang zu, trat ein und befand sich nur wenige Augenblicke später in einer weiträumigen Halle, die rundum von einer großen Zahl weißer Marmorsäulen getragen wurde. An den bunt verzierten Wänden standen ringsherum eine verschwenderische Menge Statuen unterschiedlichster Größen, die wie Götter aussahen. Jede Statue hatte wohl eine ganz bestimmte Aufgabe oder Funktion. Dann stockte ihm plötzlich vor Staunen der Atem. Genau in der Hallenmitte des wunderschönen Tempels stand ein riesiges kugelförmiges Gebilde aus goldfarbenem Metall, das mit einem mannshohen Eingang versehen war, aus dem helles Licht hervor strahlte.

 

Der Junge trat ungläubig darauf zu und blickte neugierig mit gebotener Vorsicht in den offenen Zugang der leuchtenden Kugel. In diesem Moment zuckte ein saphirblaues Licht daraus hervor, das Thassilius umhüllte wie eine zweite Haut. Dann schritt er wie magisch angezogen ins Innere der seltsamen Goldkugel. Das Licht schien dabei immer heller zu werden, bis es schließlich so gleißend geworden war, dass es den Jungen zu verbrennen drohte. Er schrie vor Schmerzen. Sein wehrloser Körper wurde von einem heftig wirbelnden Strudel aus reiner Energie angesogen und verschwand immer tiefer darin.


 

Dann, ganz plötzlich und unvorbereitet, raste ein Planet auf ihn zu, der wie die ERDE aussah. Nur wenige Sekunden später verlor der Junge vollends das Bewusstsein.

 

***

 

Als er wieder aufwachte, stöhnte er und versuchte, die Erinnerungen an sein Erlebtes festzuhalten. Es gelang ihm nicht. Das Einzige, woran er sich noch erinnern konnte, war das grellweiße Licht und die schrecklichen Schmerzen, die seinen Körper zu zerreißen drohten.

 

Er kommt wieder zu sich“, hörte der Junge jemanden sagen. Um ihn herum erschienen seltsame Dinge, schälten sich quälend aus einem unsichtbaren Nebel, der sich aber bald wieder auflöste, um sogleich durch einen neuen ersetzt zu werden. Thassilius schlug die Augen auf. Dann sah er mit trüb verschwommenen Blick seinen Vater, der sich zu ihm hinunter gebeugt hatte.

 

Thassilius hatte das Gefühl, seine Eingeweide würden durch den Fleischwolf gedreht, sobald er sich bewegte.

 

Mein Sohn, wie geht es dir?“ fragte ihn sein Vater besorgt, der ihn gutmütig anlächelte.

 

Der Schmerz hat ein wenig nachgelassen. Aber jede Bewegung tut weh. – Was ist mit mir passiert? Wie bin ich hier hingekommen?“

 

Bleib einfach ruhig liegen, Thassilius! Ich werde dir alles erklären. Du hast mir einen großen Schrecken eingejagt. Ich dachte schon, du würdest sterben.“

 

Was meinst du damit, Dad? Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Hatte ich einen Unfall?“

 

Es ist etwas Schreckliches passiert, mein Sohn“, sagte sein Vater zu ihm und sprach schließlich mit leicht erstickter Stimme weiter.

 

Ich war nur kurz weg, um Zigaretten zu kaufen, als ein bisher noch unbekannter Mann mein neues Auto stehlen wollte. Du hast in dem Wagen auf mich gewartet. Er stand etwas abseits auf einem Parkplatz unter einem schattigen Baum. Ich habe ihn absichtlich dort geparkt, weil es draußen sehr heiß war. Als der Kerl dich auf dem Beifahrersitz erblickte, schrie er dich an, dass du den Wagen verlassen sollst. Wahrscheinlich ging ihm nicht alles schnell genug, denn ganz plötzlich stach er auf einmal mit einem Messer auf dich ein. Zum Glück bist du geistesgegenwärtig aus dem Fahrzeug gesprungen, was Schlimmeres verhindert hat. Trotzdem hat er dich ein paar Mal sehr übel erwischt und dir tiefe Fleischwunden im Rücken und in der Bauchgegend zugefügt. Ich konnte den gefährlichen Messerstecher im letzten Moment in die Flucht schlagen und die Polizei benachrichtigen. Der Mistkerl floh schließlich in ein nah gelegenes Waldgebiet, wo er sich bis wahrscheinlich noch immer versteckt hält. Ich kann nur hoffen, dass ihn die Polizei finden wird, um diesen gefährlichen Verbrecher endlich festnehmen zu können.“

 

Sein Vater machte ein kleine Pause und sah Thassilius mit traurigem Blick an, fast so, als wolle er sich bei ihm entschuldigen.

 

Warum habe ich dich bloß allein im Auto zurücklassen. Ich mache mir wirklich ernsthafte Vorwürfe deswegen. Als ich am Auto zurück war, warst du plötzlich von einer Menge Leute umringt, und ich konnte nicht sehen, was dieser Kerl genau mit dir gemacht hat. Doch dann habe ich das viele Blut gesehen. Der schnell herbei gerufene Notarzt und seine Rettungssanitäter brachten dich dann unverzüglich mit Blaulicht und Sirene ins Krankenhaus. Ich bin gleich hinter ihnen her gefahren und habe die ganze Zeit über im Wartezimmer vor dem Operationssaal gewartet. Ich war heilfroh darüber, als mir der Chefchirurg nach der Notoperation erklärte, dass keine lebenswichtigen Organe in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Allerdings hast du sehr viel Blut verloren. Du hattest wirklich großes Glück, mein Junge. Der Arzt sagte zu mir, dass du schon bald wieder auf die Beine kommen würdest. Als ich Mutter von der Sache erzählte, wäre sie beinahe in Ohnmacht gefallen und hat bitterlich geweint. Sie ist jetzt mit deinem kleinen Bruder auf dem Weg zu uns in die Klinik. Sie werden wohl bald hier sein.“

 

Gerade wollte Thassilius etwas sagen, als plötzlich die Tür des Krankenzimmers aufging und ein Mann im weißen Kittel den Raum betrat. Freundlich stellte er sich vor.

 

Ich bin Chefchirurg Dr. Apollo und möchte mich danach erkundigen, wie es unserem tapferen Patienten so geht. Wie ich sehe, ist er in bester Verfassung. Ist ja auch kein Wunder. Der Junge hat eine äußerst robuste Natur. Ich glaube nicht, dass er länger als vier Wochen bei uns bleiben muss. Derlei Wunden heilen schnell bei Kinder, die man später auch gut zuhause versorgen kann.“

 

Der Arzt sah sich schließlich die angelegten Verbände an und war mit dem Ergebnis seiner Arbeit offensichtlich mehr als zufrieden. Er wünschte Thassilius alles Gute und führte mit seinem Vater noch ein kurzes Gespräch, bevor er das Krankenzimmer wieder verließ.

 

Thassilius hatte die ganze Zeit das Gesicht des Doktors mit einiger Verwunderung beobachtet. Irgendwie beschlich ihn das seltsame Gefühl, diesen Mann schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Nur wo und wann das gewesen sein könnte, daran erinnerte sich der Junge einfach nicht mehr. Er konnte sich noch so sehr anstrengen, es war vergebens. Nach einer Weile gab er das grübelnde Nachdenken auf, weil es einfach keinen Sinn machte.

Auf einmal wurde Thassilius von einem Geräusch abgelenkt.

 

Jemand klopfte draußen an gegen die Tür. Als sie schließlich langsam geöffnet wurde, trat seine Mutter Genoveva mit seinem jüngeren Bruder Jamal an der Hand ins Zimmer. Jamal lief gleich mit weit ausgestreckten Armen auf Thassilius Krankenbett zu. Oben auf der Kuppe des Zeigefingers seiner rechten Hand klebte auffällig ein dickes Pflaster.

 

Was hast du denn mit deinem Finger gemacht, Kleiner?“ fragte Thassilius mit ernstem Blick.

 

Ach nichts“, gab ihm sein Bruder keck zu Antwort. „In meinem Kindergarten war gestern ein Clown mit einem Esel aus einem kleinen Wanderzirkus zu Besuch da gewesen. Jeder durfte mal auf dem Tier reiten. Beim Aufsteigen bin ich leider abgerutscht und ins Gras gefallen. Dabei muss ich mir wohl einen blöden Splitter von so einem herumliegenden Holzspielzeug zugezogen haben. Zuerst habe ich gar nichts gespürt, aber dann hat sich die Wunde etwas entzündet. Als Mutter vorhin in Dr. Apollos Büro nach deiner Zimmernummer fragte, hat er zufällig meinen vereiterten Finger gesehen und gleich mit so einer komischen schwarzen Salbe behandelt. Zum Schluss hat er noch ein Pflaster oben drauf geklebt. Das war alles...“

 

So, so, das war alles. Dich kann man auch keinen Moment lang aus den Augen lassen und schon passiert dir was“, sagte Thassilius mit grinsendem Gesicht, zog seinen kleinen Bruder Jamal zu sich heran ans Bett und drückte ihn ganz fest.

 

Vater und Mutter standen am Krankenbett und lächelten ebenfalls.


 

Alles würde wieder gut werden.

 

ENDE

 

© Heinz-Walter Hoetter

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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