Angie Pfeiffer

Erdbeermund - Verheißung

Sie saßen auf der Terrasse eines kleinen Fischlokals, direkt am Meer. Hier war es angenehm kühl und dämmrig.

Genüsslich nahm sie einen Schluck aus ihrem ein wenig beschlagenen Weißweinglas. 
Der laue Wind streichelte ihre heiße Haut, ließ sie schaudern.  
Seine grauen Augen taten ein Übriges, ließen ihren Puls in die Höhe schnellen. Auf seinen Lippen fand sie unausgesprochene Verheißung.
Er zerteilte sorgfältig die Seezunge, die butterglänzend auf seinem Teller lag, befreite das Fleisch von Gräten. Dann fing er ihren Blick auf, nahm ihre Hand, umschloss sie. Genießerisch führte er sie an seine Lippen, knabberte, saugte sanft an ihren Fingern.
Sie dachte an die leidenschaftliche Umarmung des Morgens. Sein Mund auf ihrer nachtwarmen Haut. Erinnerungen an unerträgliche Lust, lustvolle Vereinigung, verströmende Nässe. Ihre Brustwarzen wurden hart, drückten sich gegen den dünnen Stoff ihres Tops.
Er lächelte wissend und ein wenig selbstzufrieden, hob sein Weinglas, prostete ihr zu. „Heute Nacht“, raunte er.

Auch sie hob das Glas, berührte sanft das seine. „Heute Nacht.“

Sie zerteilte ihre Seezunge wie zuvor er, sorgfältig und langsam. Dann schob sie ihm ein Häppchen des köstlichen weißen Fleisches in den Mund.

Er kaute genüsslich, nahm wieder ihre Hand, lächelte.
„Ich glaube ich kann nicht bis zum Abend warten, my Dear.“

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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