Margitta Lange

Sommer

Meine Gedanken schweifen weit zurück.
Die Sommermonate meiner Kindheit, pures Glück!
Unser Spielplatz war die Straße.
Ließen die bunt bemalten Holzkreisel, 
angetrieben mittels einer Peitsche
(Holzstab, daran ein Bindfaden) die Straße rauf und runter tanzen.
Spielten mit bunten Tonmurmeln später mit Glasmurmeln, die in den
prächtigsten Farbenund Mustern glänzten und schillerten.
Wer damals eine solche Rarität besaß wurde bestaunt und beneidet.
Murmel-Wettkämpfe wurden ausgetragen. Der Sieger erhielt ein Objekt
(Murmel/Klicker) seiner Begierde.
Tauschgeschäfte waren beliebt. Man bot 5,6,7,8,9 oder 10 Tonmurmel
für eine große Glasmurmel. Was war man stolz, wenn der Handel gelang. 
Das Hüpfspiel - Himmel und Hölle- war auch ein herrlicher Zeitvertreib.
Mit Kreide wurde das Spiel auf die Straße gemalt. Nun konnte das Hüpfen
beginnen. Man sprang von Kästchen zu Kästchen, immer bedacht nicht die
Linien zu berühren. Schwieriger wurde es, wenn man ein Steinchen mit ins
Spiel brachte, der während man auf einem Bein stand, mit dem anderen Fuß
in`s nächste  Kästchen zu kicken war. 
Gern erinnere ich mich an die -Ballprobe -. Der Ball musste mit dem Kopf,
hinter dem Rücken herum, mit dem Ellbogen, Knie oder durch ein angewinkeltes
Bein, mit der Faust oder einem anderen Körperteil die Hauswand treffen.
Diesem Spiel wurde nach einiger Zeit ein jähes Ende gesetzt.
Die Wohnungsinhaber beschwerten sich lautstark über das ständige gegen die
Wand prallen des Balles. Sie vertrieben uns (kann es heute verstehen). Wir
suchten uns eine neue Hauswand, bis wieder die Vertreibung erfolgte.
Mit Leidenschaft spielten wir: Mutter, Vater, Kind. Die Rollenverteilung nahm
viel Zeit in Anspruch, bis man sich geeinigt hatte, wer was ist. Die Zimmer stellten wir 
durch das Auslegen von Ästen dar. Natürlich wurden unsere Stübchen (Zimmer) 
auch gereinigt. Zweige mit viel Laub dienten als Besen.
Den Hula-Hoop- Reifen versuchten wir um die Hüfte kreisen zu lassen, was nicht
oft gelang. Seilspringen, Versteck spielen, Puppen basteln aus Holz-Wäscheklammern, diese bekamen ein aufgemaltes Gesicht und aus Stoffresten ein Röckchen, damit
vertrieben wir uns die Zeit. Mit der Strickliesel fertigten wir Topflappen oder kleine Taschen für die Taschentücher, damals aus Stoff, die mit Mäusezähnchen umhäkelt, ein hübsches Aussehen erhielten. Unserer Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.
 
Ich hatte das große Glück in einem Vorort von Dresden zu wohnen, der vom
Bombenhagel verschont blieb und es erlaubte unbeschwert und frei aufzuwachsen - 
"HELLERAU", Ort meiner glücklichen Kindheit!







 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Margitta Lange).
Der Beitrag wurde von Margitta Lange auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Alarm im Hühnerstall "3" von Brigitte Wenzel



Während sich „Lena“ im ersten Teil von „Alarm im Hühnerstall“ hauptsächlich mit der Frage beschäftigt: WANN-WO-WIE findet man Mr. oder Mrs. Right, lässt sie sich im zweiten Teil von Alarm im Hühnerstall von den alltäglichen Situationen leiten. Im dritten Teil lässt sie sich dann zu allem Wahnsinn auch noch auf Fußball ein – oje.

„Alarm im Hühnerstall“ ist nur für diejenigen unter uns geeignet, die das Leben mit Humor nehmen.

Für alle anderen gilt: Lass es sein, oder frag deinen Arzt oder Apotheker!!!!

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Erinnerungen" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Margitta Lange

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Ich lüge nicht! Der Brückentroll von Margitta Lange (Fantasy)
Alles nur Zufall...? von Mirjam Horat (Erinnerungen)
Das Schaf (Karlis Aufsatz aus meinem ersten Buch von Margit Kvarda (Humor)