Erik Müller

Naturzerstörung

Ich schaue mir im Fernsehen die Ergebnisse der Bundestagswahlen an.

8.9% der Wähler haben sich das Hauptziel gesetzt, unseren Planeten zu retten und zwar nicht vor Flüchtlingen. Im Hintergrund läuft Culcha Candelas "Schöne neue Welt" und im Anschluss danach "Nur noch kurz die Welt retten" von Tim Bendzko. Beide Lieder beschreiben unsere aktuelle Welt ganz gut; auf der einen Seite unsere Pläne und auf der anderen die triste Realität.

Das traurige dabei ist, die Lieder sind von Grund auf verschieden. Die Pläne, die wir uns alle setzen, setzt keiner um. Weil es leider doch entspannter ist, mit seinem neuem Porsche Cayenne die 150 Meter zum Bäcker zu fahren, als einfach zu laufen.

Beide Lieder sind zu Ende und es kommen Nachrichten. Donald Trump steigt aus dem Pariser Klimaabkommen aus und der amerikanische Milliardär Bloomberg übernimmt die 4,5 Millionen Dollar aus eigener Tasche.

Irgendwie traurig, die Welt geht unter und der mächtigste Mann der Welt glaubt nicht mal dran.

Alle wollen immer die Welt retten und sind auch für den Naturschutz, aber leider nur so lange, bis sie selbst negative Aspekte davon tragen. 320.000 Coffee-to-go-Becher landen pro Stunde in deutschen Mülleimern, aus purer Faulheit, anstatt sich den Kaffee morgens selbst zu kochen. Verzichten würden darauf die wenigsten und wieso? Weil es ja eh nichts bringt, wenn man nur alleine darauf verzichtet. Was ist denn bitteschön der eine Becher am Tag? Dieses Beispiel kann man auf fast alle Aspekte ausweiten. Warum sollte man den nicht mal eben nach Mallorca fliegen? Die anderen machen das doch auch! Warum sollte man Bio-Produkte kaufen? Es bringt doch sowieso nichts. Und ja in der Tat es bringt nichts, aber nur weil jeder so denkt. Würde der Teil der Menschheit, der es theoretisch kann, von heute auf morgen aufhören, Auto zu fahren und auf das Fahrrad umsteigen und würden gleichzeitig die Rinderfarmen in Amerika aufgelöst werden, dann würde die Welt dem Klimaschutz zumindest einen Schritt weiterkommen.

Es gibt einen empfohlenen CO2-Wert, den die deutsche Bevölkerung pro Jahr ausstoßen darf. Dieser Wert wurde im März schon überboten. Zwei Tonnen CO2 dürfte jeder Mensch auf der Erde pro Jahr verbrauchen, um die Welt so zu erhalten, wie sie gerade ist. Der in Deutschland existierende Durchschnittswert eines Erwachsenen liegt aber bei 11 Tonnen pro Jahr. Das ist mehr als fünf mal so viel wie empfohlen. Das Problem dabei ist, schon um sich selbst zu ernähren - Autos oder Urlaube nicht mitgerechnet -, kommt man schon auf 1,4 Tonnen pro Jahr. Wenn man die 2-Tonnen-Grenze nicht überschreiten will, muss man ein sehr eingeschränktes und fast nicht "lebenswertes" Leben führen.

Mir fallen die Worte meiner Mutter wieder ein: "Fang doch vorher an!", "Plane doch vor, dann hast du am Ende keinen Stress!".

Hätte die Welt doch mal auf meine Mutter gehört, dann wäre alles viel einfacher gewesen.

Wir sind im Grunde die Generation, die - auf gut Deutsch gesagt - am Arsch ist. Wir müssen jetzt die Fehler ausbügeln, die andere gemacht haben. Uns fällt am Ende die Welt auf den Kopf. Experten sprechen von einer "Head-down-Generation", zu Deutsch Kopf-runter-Generation.  Dies ist zwar eigentlich auf die permanente Nutzung der modernen "Mobilen Kommunikation" bezogen, aber vielleicht sollte man es in Anbetracht unserer jetzigen Lage auch lieber mit "Kopf-kaputt-Generation" übersetzen.

Die Politik sollte endlich davon abkommen Fragen, wie "Gehört der Islam zu Deutschland?", zu stellen - Horst Seehofer lässt grüßen -, sondern Fragen stellen, wie: "Was wird aus unserem Planeten?".

"Halb so wild! Zum Glück hab'n wir 'ne zweite Welt im Keller!", um doch nochmal Culcha Candela zu zitieren, eine der wenigen Zeilen in dem Lied, die nicht wahr sind und die einzigen Zeilen, die wirklich gut wären, wenn sie wahr wären.

Ich schalte den Fernseher aus und lege mich in mein Bett; was ein anstrengender Tag! Die fünf Stunden Flug haben mich doch sehr mitgenommen, aber dafür war das Wochenende in Spanien doch schön. Da haben sich die 2,2 Tonnen CO2 alleine für den Flug doch mal gelohnt.

Ich? Ich bin der Durchschnittsdeutsche, der zwar sagt, er ist Naturschützer, der im Grunde aber - wieder auf gut Deutsch gesagt - einen "Fick" auf die Umwelt gibt.

Aber vielleicht sollte man einfach mal waren Naturschutz und das Nichtfliegen zum Trend machen, mit Vegetarismus hat's doch auch schon geklappt! Dann würden die Menschen vielleicht doch die Augen öffnen und bemerken, was sie für einen Müll verursacht haben.

Ich schlafe ein und vergesse alles und träume von dem nächsten Spanienurlaub, so wie es alle nach dem Hören dieses Textes auch machen werden. Alles vergessen und sich wieder den schönen Themen der Welt widmen.

Gute Nacht, Welt! Geh schön unter!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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