Hans Fritz

Sottweiliana

Droben auf der Pfalzgrafenhöhe, bei den drei Fichten, steht eine steinerne Tafel, der folgender Text eingemeisselt ist:

Im Gedenken an einen Bürger unserer Stadt, der im Sinne des Gesetzes mit schwerer Schuld beladen, sich selbst gerichtet hat. Im Namen der Menschlichkeit sei ihm vergeben. AP und CS.

Über die Geschichte, die dahintersteckt und in der fiktiven Kreisstadt Sottweiler spielt, soll hier berichtet werden.

 

VORSPIEL IM THEATER

Eigentlich schätzt Adelbert Prischker, Beauftragter für Natur- und Landschaftsschutz der Region Sottweiler, nicht so sehr die Oper, wo, nach seiner Auffassung, eine Sopranistin eine geschlagene halbe Stunde lang in den allerhöchsten Koloraturen singt «Addio amico mio, addio.»

Da schenken ihm die Nachbarn, die Dolemanns, eine Karte, weil sie wegen eines Trauerfalls in der Familie auf den ‘abonnierten’ Theaterbesuch verzichten müssen. Die zweite Karte bekommt Isabel, eine Amerikanerin aus Zürich, Frau Dolemanns zu Besuch weilende Nichte.

Im Stadttheater wird Richard Strauss’ Lyrische Komödie Arabella aufgeführt. Für die Rolle der Gräfin konnte die berühmte Mezzosopranistin Charlotte Schlörbaum verpflichtet werden.

Beim Durchblättern des Programms mit seinen eindrucksvollen Bildern ist Adelbert aufgefallen, dass die Schlörbaum grosse Ähnlichkeit mit seiner Tante Emilie hat, bei der er sich vor ein paar Wochen einquartiert hat.

Nach Momenten verzweifelten Suchens gelingt es Adelbert schliesslich seinen Platz in der verplüschten Loge zu finden. Beim dritten und letzten Läuten erscheint endlich die mutmassliche Nichte. Kurzes Nicken beiderseits ersetzt den gesprochenen Gruss, als das Orchester bereits einsetzt. Adelbert gönnt sich einen verstohlenen Blick auf Isabel. Sie ist schön, einfach traumhaft schön, denkt er und hat einige Mühe das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen.

Reich, mit sehr viel Farbe ist das Bühnenbild ausgestattet. Die Kostüme lassen dem konservativ gesinnten Theaterbesucher, der sich gerne in Zeiten gefühlter Romantik versetzten lässt, nichts zu wünschen übrig. Bereits nach dem ersten Akt ernten die Darsteller auf der Bühne und die Musiker im Graben tosenden Applaus.

In der Pause machen sich Adelbert und Isabel beim Prosecco am kleinen runden Tisch bekannt. In der gut besuchten Theaterbar findet dann ein ereignisreicher Tag seinen würdigen Abschluss.

Die Hochzeit geht vier Monate später über die Bühne.

 

DER GESTAUCHTE TURM

Alfons Zetschwiller war ein begnadeter Schriftsteller und Lyriker. Unversehens reich geworden, erwarb er von der Stadtverwaltung den Kotto draussen in der Pampa, die gemeinhin die Sottweilerheide genannt wird. Das einem gestauchten Turm gleichende Bauwerk ist ein Kegelstumpf, dem ein mit mächtigen Balken abgestützter Halbzylinder aufsitzt. Das flache Runddach mit seiner putzigen Spitze überragt das Mauerwerk um ein paar Meter.

Der Erbauer des Kotto und vermutliche Erstbesitzer ist unbekannt. Franz Eugen, der durch Abfindungen zu einem riesigen Vermögen gekommene Bruder des letzten Herzogs, könnte es gewesen sein. Oder auch nicht. Den Herrn Zetschwiller interessierte das wenig bis gar nicht.

Mitunter gehen auch an einem berühmten Literaten Altersbeschwerden nicht unbemerkt vorbei. So musste Herr Zetschwiller in ein Pflegeheim umziehen. Da er über keine Erben verfügte, kam nach seinem Tod die Stadt Sottweiler in den Besitz des Kotto.

Fast acht Jahre lang blieb der Bau unbewohnt. Bis die Verwaltung die neu geschaffene Stelle für Natur- und Landschaftsschutz irgendwo unterbringen musste und die engere Wahl auf den Kotto fiel.

Nun kommt Adelbert Prischker ins Spiel, der als gelernter Landschaftsarchitekt und designierter Natur- und Landschaftsschutzmann nicht, wie ursprünglich vorgesehen, mit einem ausgedienten Weinkeller vorliebnehmen muss, sondern den Kotto als Arbeitsort zugewiesen bekommt. Für wenig Geld lassen sich vier helle Räume für sachgemässes Arbeiten herrichten. Wer verfügt schon über eine so grosszügig ausgestattete und verkehrstechnisch gut erreichbare Arbeitsstätte! Ein Neider meinte, der Prischker hätte unverdienterweise das Paradies gepachtet.

Die Arbeit macht Adelbert, salopp gesagt, richtig Spass. Über allem Arbeitseifer hat er oft wenig Zeit für seine kleine Familie, Frau Isabel und Sohn Ken.

 

ADINA

Die blutjunge Ökologin Adina Schlörbaum befindet sich inmitten einer Studie über die Belastung von Kleinbiotopen mit Schadstoffen.

Adina begutachtet gerade ein Schutzgehölz, als plötzlich und ganz unerwartet eine Gewitterfront aufzieht. Sie schaut sich nach einem möglichen Schutz vor Blitz und Starkregen um, als ihr Blick auf den Kotto fällt. Schaut ja fast aus wie der hässliche Brückenkopf drunten in der Stadt, denkt sie.

Minuten später steht sie vorm barocken Tor. Sie betätigt den Klingelzug und bald erscheint Adelbert. «Sie können von Glück sagen, dass Sie auf den Kotto, so heisst dieses Monstrum hier, gestossen sind. Kommen Sie erst mal rein», begrüsst ’Türmer’ Adelbert seinen unerwarteten Gast. «Bei diesem Wetter ist es draussen in der Tat nicht so angenehm», spricht Adina. «Mein Name ist übrigens Schlörbaum, Adina Schlörbaum». «Angenehm, Prischker, Adelbert. Sagen Sie, Adina, sind Sie mit der berühmten Sängerin Charlotte Schlörbaum verwandt?» «Ja, sie ist meine Mutter. Vor zwei Jahren hat sie sich von ihren grossen Rollen verabschiedet und gibt jetzt, neben ihren gelegentlichen Auftritten als mittlere oder kleine Partie, Gesangsunterricht.» «Haben Sie auch mit Musik zu tun?» «Ja, so nebenbei. Hauptamtlich bin ich Ökologin, genau genommen Landschaftsökologin. In meiner frühen Schulzeit nahm ich Klavierunterricht, den ich aber bald aufgab».

«Ich kann Ihnen Tee und etwas Kleingebäck anbieten», sagt Adelbert. «Oh ja, das wäre gut», sagt Adina. «Ich hatte heute Morgen nur einen kleinen Imbiss im Café Striezelbeck in der Marktgasse. Der Wirt schaute mich ein paar Mal so komisch an und ich war froh, als ich die Gästeecke wieder verlassen hatte. Wie kamen Sie zu ihrem ebenso interessanten wie anspruchsvollen Beruf, Herr Prischker?» «Ich startete vor Jahren als Landschaftsarchitekt. Als die Stelle des Natur- und Landschaftsschützers hier in Sottweiler ausgeschrieben wurde, schrieb ich die Kommission an und bekam die Zusage. Schliesslich war ich der einzige Bewerber. Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf, Adina? Wie war Ihr Werdegang?»

«Meine Verwandtschaft ist etwas kompliziert», erklärt die junge Frau. «Der Vater meiner Mutter, dessen Name ich nicht kenne, war Sanitäter bei einer Militäreinheit, die in der Nähe von München stationiert war. Er genoss die Bekanntschaft meiner Grossmutter, einer Hausgehilfin, ein paar Wochen lang und kehrte dann reumütig zu seiner Familie ins westfälische Münsterland zurück. Er liess meine schwangere Grossmutter sitzen. Sie hatte nie mehr etwas von ihm gehört. Nun, meine Mutter, also die uneheliche Tochter einer Hausgehilfin, war denn da und bekam deren Namen, Schlörbaum, den Namen, den auch ich geerbt habe. Meine Mutter war mit dem Pianisten und Chorleiter Heiner Kellemann liiert, der bei einem schrecklichen Unfall, dessen Ursache nie geklärt werden konnte, ums Leben kam. Über meinen möglichen Grossvater habe ich dann später erfahren, dass seiner legitimen Ehe ein Sohn namens Adelbert entstammen soll.» «Ich heisse Adelbert -» «Oh Gott, ja», seufzt Adina auf. «Darf ich Sie nach ihrem Alter fragen, Herr Prischker?» «Ich bin 53 – und ihre Mutter?« «Meine Mutter ist 48 –« «So könnte es doch sein – nein, halt das sind Hirngespinste. Doch der Name Adelbert ist in unserer Zeit recht selten und der Altersunterschied, na ja –. Und die frappante Ähnlichkeit ihrer Mutter mit meiner Tante Emilie – « «Solche Ähnlichkeiten sollen manchmal auch unter nicht direkt miteinander Verwandten vorkommen», meint Adina.

 

IM 'SCHWARZEN RITTER'

Das Nobelrestaurant Zum Schwarzen Ritter ist ein beliebter Treffpunkt von Leuten mit üppigem Bankkonto. Die wenigsten kommen allerdings aus Sottweiler, sondern aus den umliegenden Gemeinden.

Adelbert, Isabel und Sohn Ken haben Tante Emilie, Charlotte und Tochter Adina zu einem Galadiner in nämlichem Restaurant eingeladen. Allein schon Charlottes Robe lässt die bereits anwesenden Gäste aufblicken, bewundernd oder neidisch.

Als die kleine Gesellschaft die Vorspeise, Fischklösschen in Meerrettichschaum, aufgetischt bekommt, kann es Charlotte nicht lassen über ihre Berufung zur Sängerin zu berichten. «Mein erstes Engagement war eine mittlere Rolle in einer Operette, die vom Publikum ausgepfiffen wurde. ‘Sonntags abends in Kentucky, da waren wir so lucky’. Wer wollte denn damals solchen Quatsch hören. Ich war so frustriert, dass ich meinen Beruf fast aufgegeben hätte. Da bekam ich ein Angebot vom Stadttheater. Die Rolle der Carmen in Bizets gleichnamiger Oper wurde mir anvertraut. Es wurde ein Riesenerfolg».

Die Skala des Menühauptgangs reicht von Rührei mit Bratkartoffeln bis Schweinshaxe Kotto, der ausgeschenkten Getränke vom stillen Mineralwasser bis zum Pinot noir.

«Ich finde dieses Restaurant klasse», schwärmt Emilie und die anderen stimmen zu. «Und ich bin froh einmal eine gute Wahl getroffen zu haben», sagt Adelbert. «Zuerst wollte ich uns im Striezelbeck platzieren, aber da bekämen gerade mal einen Imbiss.» «Der Besitzer des Cafés, ein Herr Kuttendörfler, ist ja auch etwas seltsam», meint Ken. «Ja, das kann ich bestätigen», pflichtet Adina bei. Jetzt ergreift Isabel das Wort. «Meine Freundin Franziska machte eine Zeit lang in einem Halbtagsjob dem Kuttendörfler die Buchhaltung. Als sich der Chef für ein paar Stunden abgemeldet hatte, stöberte die Fränzi in alten Unterlagen und fand eine Art von Personalakte mit Angaben zu einer Person namens Karl Ludwig Prischker, geboren in Pungenberg am 18. Juli 1943.» «Ja, ich glaube da haben wir’s», sagt Charlotte mit gehobener Stimme, als würde sie ein Rezitativ einer heiteren Oper vortragen. Die übrigen Gäste schauen gebannt zum Tisch herüber. Zischelnde Äusserungen wie «Ist das nicht -?» «Doch, das ist –« machen die Runde. Mit einem «Adina hat jetzt einen Freund, Lukas, er arbeitet bei einer Firma, die Brennstoffzellen als künftigen Antrieb für Autos erprobt», platzt Charlotte nun heraus. Adelbert bemerkt, dass das Adina peinlich berührt und sagt, um das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken: «Emilie, du wolltest doch etwas bekannt geben –« «Ich, ja ja. Vielleicht überrascht euch gar nicht mehr, was ich jetzt geradeheraus sage: der Ludwig Kuttendörfler ist mein Bruder –« «Wie, was?» sagen Isabel und Adina wie aus einem Mund. Den anderen, selbst Charlotte, verschlägt es zunächst die Sprache. «Das ist ja ein dicker Hund», bemerkt schliesslich Ken dazu. Adelbert findet kaum Worte und sagt nur nach einem Moment des Nachdenkens: «Emilie, wie konntest du mir das so lange verschweigen?» Die Angesprochene entgegnet: «Ich wollte euch, dich, Adelbert und auch Charlotte, nicht mit jenem Herrn in Verbindung bringen. Ja, er war einmal ein Prischker. Vermutlich ist er euer beider Vater. Wir hatten vor zehn Jahren den letzten Kontakt - jetzt entschuldigt mich, ich kann nicht weiter.»

Das Dessert wird angefahren, eine Kirschtorte. An der Platte haftet ein kleines Schild: Café Striezelbeck.

Der Rest des Diners ist Schweigen. Mit dem Zücken seiner goldenen Kreditkarte setzt Adelbert den Schlussstrich unter das so fröhlich begonnene Familientreffen.

 

DAS GESTÄNDNIS

Adelbert und Charlotte beschliessen das Café Striezelbeck aufzusuchen und den Inhaber um ein klärendes Gespräch zu bitten.

Die vermutlichen Halbgeschwister haben das Café gerade betreten und schon schlürft ihnen Kuttendörfler entgegen. Er wirkt zerstreut, vom Alter gezeichnet und ist fast ungehalten, als die beiden vermutlichen Gäste nichts bestellen möchten. «Herr Kuttendörfler, wir, das heisst Frau Charlotte Schlörbaum und ich, Adelbert Prischker, haben da so eine Vermutung –«, beginnt Adelbert das Gespräch. «Ja, eine blosse Vermutung, aber wir möchten trotzdem gerne mit Ihnen darüber sprechen», sagt Charlotte. «Nach einer bestimmten Information trugen Sie einmal einen anderen Namen, Prischker?» «Ach, das haben Sie wohl von dieser Klatschbase Franziska Meierhals, oder von meiner Schwester Emilie, falls die noch leben sollte. Na gut, ich erzähle Ihnen kurz meine Geschichte, die mich immer wieder einholt. Ich kann nichts dagegen tun. Ich wuchs als Heimkind auf, hatte das Glück eine Schule besuchen zu dürfen und machte schliesslich das Abitur, begann ein Medizinstudium, das ich nach vier Semestern schmiss. Ich wurde Fachverkäufer in einem Geschäft für Sanitätsartikel, heiratete eine Gesine Semmler. Ja, ich hiess damals Karl Ludwig Prischker. Wir bekamen einen Sohn – Adelbert. Die Ehe lief nicht gut und wir trennten uns einvernehmlich, wie man heute sagen würde. Adelbert kam bis zum Erreichen der Volljährigkeit in die Obhut meiner früh verwitweten Schwester Emilie. Ich absolvierte pflichtgemäss meinen Militärdienst. Ich lernte eine Haushaltshilfe kennen und aus der Bekanntschaft ging eine Tochter hervor, Charlotte, soviel ich weiss. Beruflich hatte ich nach Beendigung der Wehrpflicht kein Glück. Ich machte dies und das. Schliesslich wurde ich Pfleger im Alters- und Pflegeheim Abendruh, hier in Sottweiler. Todkranke wurden mir anvertraut, Menschen, die jede Beziehung zur Aussenwelt und zu ihrer nächsten Umgebung verloren hatten und, soweit sie das noch wahrnehmen konnten, nur noch auf den Tod warteten. Ich konnte das Leid nicht mehr ertragen, also half ich da ein wenig nach. Nicht mit Injektionen oder körperlicher Gewalt, das möchte ich klarstellen. Es waren zwei Männer und eine Frau. Sie hatten keine Verfügung oder so etwas hinterlassen. Angehörige gab es nicht. Die medizinische Leitung wurde misstrauisch und überschüttete mich so mit Fragen – ja, erst waren es Fragen, dann waren es Vorwürfe und versteckte Anschuldigungen, sodass ich aus so genannten gesundheitlichen Gründen kündigte. Ich tauchte für zwei Jahre bei guten Bekannten in Belgien, nahe der deutschen Grenze, unter. Ich half den Leuten beim Bau eines Gartenhauses. Als Gegenleistung bekam ich falsche Papiere. Aus Karl Ludwig Prischker wurde Ludwig Kuttendörfler. Ich konnte mich lange nicht an den komischen Namen gewöhnen. Zurück in Sottweiler wurde ich so eine Art Hilfsbäcker hier im Striezelbeck. Als der damalige Chef, der von der Leitung eines Cafés und von Geschäftsführung nicht die geringste Ahnung hatte, einen absoluten gesundheitlichen Zusammenbruch erlitt, vermachte er mir den Laden. Heute stehe ich vorm Bankrott. Meine vier Mitarbeiter muss ich wohl nach Hause schicken. Aber nun bin ich mir über den Zweck eures Besuchs völlig im Klaren. Adelbert, Charlotte. Ich habe mich, als euer leiblicher Vater, nie um euch gekümmert. Euch um Verzeihung bitten, wäre zu viel verlangt. Ich bin froh, dass ich euch noch begegnen durfte». Er umarmt beide. «Jetzt empfehle ich euch meine Kirschtorte zu probieren», sagt er, als sich die drei wieder gefasst haben.

Vor dem Café warten Ken und Adina. Schweigend begeben sich dann die vier auf den Nachhauseweg.

 

REPRISE UND AUSKLANG

Nach vielen Jahren wird im Stadttheater wieder Arabella aufgeführt. Die Hauptpartie hat eine junge, von Charlotte ausgebildete Sängerin übernommen. Charlotte selbst ist sich nicht zu schade, die kleine Partie der Kartenaufschlägerin zu spielen. Die Rolle gelingt ihr glänzend und sie bekommt eine wohlwollende Kritik in der Tageszeitung. Eine Randbemerkung, die von vielen Theaterbesuchern geteilt werden dürfte ist, dass die Kostüme wohl eher aus dem Container einer Altkleidersammlung als aus dem Theaterfundus stammten.

Am gleichen Abend hat Ludwig Kuttendörfler seine Bank droben auf der Pfalzgrafenhöhe bei den drei Fichten aufgesucht. Seit seinem Militärdienst vor Jahrzehnten hat er keine Waffe mehr angerührt. Nun nimmt er seine Pistole aus dem Lederbeutel. Ein paar Rehe, die auf der nahen Waldwiese äsen, werden durch einen Schuss aufgeschreckt.

Am nächsten Morgen finden zwei Joggerinnen den toten Ludwig auf der Bank sitzend, leicht zur Seite geneigt. Eine Pistole liegt vor der Bank. Kriminalisten kommen zu dem Schluss, dass es sich hier höchstwahrscheinlich um einen Suizid handelt.

_____________

Adelbert und Charlotte pflegen eine enge Freundschaft und besuchen sich gegenseitig so oft wie möglich. Isabel gegenüber betont Adelbert immer wieder, dass es natürlicherweise überhaupt keinen Grund zur Eifersucht gebe.

Als sich Adelbert ins Privatleben zurückzieht, übernimmt Adina seine Stelle im Kotto, der endlich unter Denkmalschutz gestellt worden ist.

Ken, der ebenso kompetente wie vielbeschäftigte Jurist, meint beim Familientreffen im Schwarzen Ritter, der Ludwig Kuttendörfler sei zwar mit dem geltenden Gesetz in Konflikt geraten, moralisch gesehen aber auch im Nachhinein nicht unbedingt zu verurteilen.

Das Café Striezelbeck ist als Bistro Arabella auferstanden. Isabel und Charlotte haben es sozusagen auf Vorderfrau gebracht und viel Geld und Zeit investiert. Isabel amtet als Geschäftsführerin, Fränzi wieder als Buchhalterin.

Jeden ersten und dritten Mittwochabend im Monat unterhält Ken die Gäste mit seinem Saxophon, manchmal begleitet von Mutter Isabel auf einem verstimmten Klavier. «Schräge Klänge gehören nun einmal zu einem echten Bistro», erklärt sie einem enttäuschten Musikpädagogen.

Jeden zweiten Samstagabend begeistert Charlotte mit ihrem Song ‘Oh moon of Sottwilero’, begleitet von Brennstoffzellentechniker Lukas auf der Gitarre.

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Hans Fritz).
Der Beitrag wurde von Hans Fritz auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Spuren am Horizont: Kleine Geschichten vom Meer von Hermann Schuh



Aus einem verlängerten Segelurlaub wurden 13 Jahre eines intensiven Lebens auf See und den unausbleiblichen Abenteuern auf den Weiten der Meere. Die „Kleinen Geschichten vom Meer“ sind keine Reiseberichte im üblichen Sinn, sie sind mit dem Wunsch geschrieben, ein paar Spuren am Horizont zu hinterlassen und so des Lesers Fernweh ein wenig zu lindern.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fantasy" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Hans Fritz

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Dreitagemutter von Hans Fritz (Lebensgeschichten & Schicksale)
10. Kanonatuta oder Flitzpiepe von Margit Farwig (Fantasy)
Vorsicht Wellness-Bad von Engelbert Blabsreiter (Humor)