Ingo R. Hesse

Zitallergie ...Oder:Was meine Oma schon wusste...

Zitallergie ...Oder:Was meine Oma schon wusste, wird durch „Ebner-Eschenbach“ nicht besser!

 

Ja ich weiß! Manchmal passt ein Zitat. Einfach so. Weil man damit unterstreichen kann, dass die soeben gewonnene Erkenntnis oder das langjährige Lebens-Motto schon von Berühmtheiten so oder so ähnlich gesehen wurde.

 

Aber wenn man wie ich seit Jahren in Internet-Foren unterwegs ist, kann man leicht von Zitallergie befallen werden. Ich leide schon seit einigen Jahren an einer (noch) gemäßigten Form dieser durchs Internet verbreiteten Störung des Wohlbefindens. Als direkte Folge der immer stärker grassierenden Zitat- und Kluge-Sprüche-Seuche, die scheinbar auf dem besten Wege ist, das bisher bewährte Selbstdenken völlig ins Privatleben zurück zu drängen.

 

Wie schon erwähnt, hier und da mal ein Zitat eingeflochten, ..das kann durchaus lesbar und anregend sein. Aber täglich von immer den gleichen, abgedroschenen, tausendfach sinnfrei oder sinnlos in den Äther gedroschenen Phrasen längst Verstorbener Vergangenheits-Promis überkübelt zu werden, das ist kaum auszuhalten. Für mich jedenfalls.

 

Dazu kommt, dass durch die gebetsmühlenartige Wiederholung von Schwachsinn, scheinbar auch die widersinnigste Dummheit mit der Zeit mit Wahrheit aufgefüllt wird.

 

Ich versuche das am Beispiel der mir in den letzten 12 Jahren gefühlte 14.308 Mal begegneten Weisheit, zu verdeutlichen:

 

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!“ Aus „Der kleine Prinz“ von einem gewissen Antoine de Saint-Exupéry.

 

Jede betrogene Ehefrau, die mit kleinen Kindern und den Schulden ihres Gatten sitzen blieb, jeder entsorgte Ehemann, der zwar zahlen aber seine Kinder nicht sehen darf, jede abgewiesene Verliebte, jeder unglücklich Liebende, wird mir bestätigen,

 

...dass dieser Satz der größte Schwachsinn ist, den die Literatur jemals hervor gebracht hat!

 

Und doch wird er nachgeplappert, abgekupfert und weiter verbreitet als habe Moses ihn damals auf Steintafeln den Berg Sinai herunter geschleppt.

 

Um es mal neudeutsch zu formulieren:

 

Ja, geeehts noch?“

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