Siebenstein

Sinus-Mann

SiebenStein

 

Der Sinus-Mann

 

Ein Kurz-Roman ueber Okkultismus, rituellen Kindesmissbrauch,

UFOs und das damit verbunden scheinbar offensichtlich wahre

Verborgene ...

Die phantisievoll erdachte Geschichte ueber einen Menschen,

der auszog, um das Fuerchten zu lernen.

 

 

Claudius Stern ist Ingenieur und Mitentwickler einer Bohrinsel,

die zu Militaerzwecken verwendet werden sollte. Ein geheimnis-

volles Metall findet auf mysterioese Weise den Weg zu ihm. Und

das Boese in der Welt haucht ihn an ...


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.06.2018.

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Der Satan und seine Diener nehmen immer wieder die Gestalt

von Personen des Lichts an ( 2. Kor., K.11, V. 14).


Er sass am Strand. Das Meer lag ruhig vor ihm, gleich einem See.
Die Nachmittagssonne glitzerte auf den kleinen Wellen. Kaum ein
Windhauch war zu spüren. Es war Ebbe. "Warum nur," dachte
er laut vor sich hin, "warum nur." Sein rotes, gelocktes Haar zeigte
schon leicht graue Spuren. Er war jetzt Mitte vierzig. Maschinen-
bauingenieur. Hatte Karriere gemacht. Nun war die Firma, für
die er plante, in Konkurs geraten, und man hatte ihn, wie so viele,
entlassen. Er war von untersetzter Statur, einmetersiebzig gross. Er
fuhr sich über das Gesicht, bemerkte die Narbe an seiner linken
Wange, die er sich beim Kampfsporttraining zugezogen hatte, das
ihm den Ausgleich fuer den Altagsstress bot. Wie aus dem Nichts
auftauchend sah er plötzlich eine grössere Welle auf sich zurollen,
besschaute die kleine Gischt auf dem Wellenkamm. Irgendetwas
schwamm da mit ihr ihm entgegen. Es verschwand kurz, tauchte
wieder auf. Sein Blick der Aufmerksamkeit wechselte in gebannte
Spannung. Langsam trieb die Welle das Ding ihm exakt vor die
Füsse. "Treibgut," meinte er, doch das schillerte seltsam metallig
in der Sommersonne. Er wollte keine nassen Schuhe riskieren, und
wartete, bis die sanfte Brandung es ihm in die Hand spülte. Tatsäch-
lich fühlte es sich wie ganz dünnes Metall an. Wie konnte dieses
auf dem Wasser geschwommen sein? Er barg das seltsame Teil, das
aussah, wie ein Namenstürschild und erkannte darauf eine eigenar-
tige, scheinbar phosphoreszierende Schrift. "Claudius," hörte er
plötzlich eine weibliche Stimme hinter sich rufen, "Claudius, ach,
hier bist du; ich habe dich überall gesucht; was machst du hier?"
Er drehte sich ueberrascht um und sah Annabell, die in einiger Ent-
fernung auf ihn zulief. "Was willst du noch von mir," rief er ihr ent-
gegen und nahm die schöne Figur einer jungen Frau wahr, die von
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ihrem blonden Haar wie umspielt zu werden schien.
"Doktor Feuerbach hatte angerufen und versuchte, dich per Funk-
telephon zu erreichen." Sie stand jetzt vor ihm. "Was hast du da in der
Hand," fragte sie. "Nur ein Stück Treibgut," gab er kurz zurück,
"was wollte er?" "Das sagte er nicht. Du sollst ihn bitte zurückrufen,
es sei dringend. Hier ist dein Telefon," entgegnete sie bestimmt. Er
wusste, dass es nur wenige Orte gab, an denen sie ihn hatte suchen
müssen. Sie waren seit fünf Jahren Arbeitskollegen gewesen und
probierten es seit zwei Jahren als Lebenspaar. Vor vier Tagen trennte
sie sich von ihm. Sie waren einfach zu verschieden. "Ich muss noch
einige Sachen aus unserer Wohnung holen. Ruf Feuerbach bitte gleich
an. Ach und das hier noch." Sie übergab ihm eine Karte. "Die habe
ich wärend des Suchens beim Zusammenpacken gefunden. Dabei ist
mir einiges klarer geworden. Ein gewichtiger Grund mehr, dich zu
verlassen. Ich hatte sowieso schon etwas bemerkt, aber musste es
unbedingt ein Thorsten sein ? Vielleicht hilft ´s, wenn ihr eure Er-
nährung umstellt. Das kann die Hormone wieder in die natürlich
richtige Richtung lenken. Übrigens: Eine Hormonbeahandlung zur
Unterstützung des Eigengeschlechts ist ungefährlicher, als eine
Geschlechtsumwandlung; nur so als Tipp." Er schaute sie betroffen an.
Es war Thorstens Karte, die er ihm zum Dank nach einer ihrer heftigen
Liebesnächte geschrieben hatte, zu denen sie sich gelegentlich getrof-
fen hatten. Er nahm sie schweigend entgegen, wärend sie sich um-
drehte und ihn so schnell wieder verliess, wie sie gekommen war.
Claudius nahm das Gerät und waehlte Feuerbachs Nummer. "Hier
Feuerbach," meldete sich eine dunkle Stimme. "Guten Tag, Herr
Doktor Feuerbach, hier ist Claudius Stern. Sie hatten versucht mich zu
erreichen." "Ja ," entgegnete ihm die Stimme, "ich weiss, es klingt nach
ihrer Entlassung sonderbar. Ich kann diese auch nicht rueckgaenging
machen, aber bitte kommen sie umgehend noch einmal in mein Büro."
Feuerbach hatte aufgelegt. Claudius steckte sein Treibgut in die Innen-
tasche seiner Lederjacke, schritt die Dünen bis zur dahinter gelegenen
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Strasse hinauf, wo er sein Auto geparkt hatte. Als er im Auto sass,
erkannte er, dass die Schriftzeichen des seltsamen Metalls durch das
Leder hindurch strahlten. Er nahm es rasch aus der Tasche und verbarg
es im Handschuhfach seines Wagens. "Was zum Teufel ist das," rief er
halblaut in den Fahrzeugraum.
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Feuerbach war ein kleiner, dicker, eigenwilliger, zielstrebiger Unter-
nehmer und wartete bereits in der Empfangshalle seiner SINUS AG,
begrüsste Claudius Stern, geleitete ihn mit einer kurzen Handbewe-
gung ins nächst gelegene Buero und verschloss hektisch hinter ihnen
die Tür. "Stern, sie wissen um unsere Nordsee-Versuchs-Bohrinsel,
waren selbst an deren Entwicklung beteiligt," begann Feuerbach ohne
Umschweife das Gesprüch. Claudius war vom Auftreten seines sonst
ruhigen und besonnen ehemaligen Arbeitgebers völlig ueberrascht.
"Gewiss," antwortete Claudius. "Etwas ist dort in der Nähe mit
hellem Lichtstrahl und gewaltigem Bumms ins Meer geklatscht. Das
gesamte Seegebiet muss ringsherum auf einmal gebrodelt und ge-
schäumt und in den verschiedensten Farben geleuchtet haben."
"Wegen eines Meteoriteneinschlags rufen sie mich in ihr Buero?",
erwiderte Claudius. "Nein, das war kein Meteorit; das muss etwas
anderes gewesen sein. Der Funker der Plattformbesatzung übermit-
telte an unsere Festlandstation, dass die gesamte Besatzung in Panik
von Bord in die eiskalte See gesprungen sei, ohne auch nur eine
Rettungsausrüstung benutzt zu haben!" "Wie bitte," rief Claudius
in einem Gefuehl der Unfassbarkeit aus, "und was soll ich dabei jetzt
tun?" Ein grosser Tumult von der Strasse her riss die beiden aus ihrem
Gespräch. Sie begaben sich aufgeregt ans Fenster und sahen Claudius´
vor wenigen Augenblicken noch blauen Ford-Mustang von einem
Menschenpulk umringt und in verschiedenen Farben schillern. "Ach
du liebe Güte", schrie Claudius, rannte, gefolgt von Feuerbach, aus
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dem Büro durch die Empfangshalle auf die Strasse auf sein Auto zu.
Kaum dort angelangt, hoerte man die Sirene eines sich schnell nä-
hernden und dann anhaltenden Polizeifahrzeugs. Fassungslos besahen
die noch im Auto sitzenden beiden Polizeibediensteten zusamen mit
den herumstehenden Menschen, wie der Ford-Mustang sich vor aller,
wie auch vor Feuerbachs und Claudius, Augen in Nichts auflöste.
"Weg, einfach weg; das gibt ´s doch gar nicht", schrie Claudius entsetzt
vor der erstaunten Volksmenge. "Ist, nein, war das ihr Fahrzeug," wollte
die Polizistin jetzt wissen. "Ja," antwortete Claudius. "Was haben sie da-
mit gemacht," fragte ihr Polizeikollege mit aufgerissenen Augen. "Okey,"
rief die Polizistin in die Menge, "Mister Moöchtegern-Copperfield hat
seine unangemeldete Strassen-Show beendet.“ “Bitte gehen sie jetzt
weiter," ergaenzte der Polizist laut, und der Pulk begann, sich unter Ge-
murmel aufzuloesen. Die Polizeibediensteten nahmen Claudiusエ Perso-
nalien auf. "Das hat ein Nachspiel für sie; das dürfte ihnen klar sein,"
harrschte der Polizist Claudius an. "Das das Beamtengestz und die
angegebene gesamte Staats-Struktur eines besser nicht zu benen-
nenden, eventuell nur angeblich deutschen Staates eventuell in Frage
steht, dürfte hoffentlich ihnen klar sein. Auf dem World-Web-Forum
am 17. und 18. Januar 2019 in Zürich erklaerte Heinrich der XIII, Prinz
Reuss den Fortbestand des Staates Deutsches Reich und die BR-
Deutschland zum als auf dessen Staatsgebiet befindliches Wirtschafts-
verwaltungskonstrukt," erwiderte Claudius barsch. Claudius und Feuer-
bach schritten zurueck ins Buero. Claudius dachte an einen eventuel-
len Zusammenhang mit seinem Stück Treibgut, dass er sich beim Ver-
lassen seines Mustangs wieder in die Jackeninnentasche gesteckt
hatte, die er mit seiner Hand nachdenklich kontrollierte. Doch darü-
ber schwieg er. Feuerbach liess durch seine Sekretärin fuer Claudius
und sich Kaffee bringen. "Können sie das alles erklären," fragte
Feuerbach hilflos. "Na, klar, ich kann ja auch übers Wasser laufen
und Brote vermehren," antwortete Claudius zynisch. "Was ist das
eigentlich für ein Schriftzug auf ihrer Jacke, Stern ?", bemerkte
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Feuerbach. Claudius blickte wie bei einer Straftat ertappt auf das
Leder. "Das ist ein No-Name-Logo. Ich habe sie im Supermarkt
gekauft. "Ach, so. Nun, gut," fuhr Feuerbach fort, "die Ereignisse
überschlagen sich, wie zu merken ist. Nach dem Zwischenfall in der
Nordsee erhebt sich die Frage: Wie und warum der mit ihrem Mustang?"
"Und es erhebt sich die Frage, was sie eigentlich von mir im Zusam-
menhang wollten," entgegnete Claudius. "Stern, sie haben sich doch
privat noch vor einiger Zeit intensiv mit dem sogenannten Uebersinn-
lichen befasst, wie sie mir einmal in der Caféteria anvertrauten.
Irgend etwas scheint da vielleicht dran zu sein Stern, sie haben sich doch
privat noch vor einiger Zeit intensiv mit dem sogenannten Uebersinn-
lichen befasst, wie sie mir einmal in der Caféteria anvertrauten.
Irgend etwas scheint da vielleicht dran zu sein.
Die NASA liess vor ein paar Wochen durch ihren Space-Shuttle-
Program-Manager Wayne Hale in der Sendung "Dayside" auf 
Fox-News-Chanel die Existenz von "Orbs",  ausserirdische
Feuerbälle im Erdorbit, bestaetigen, die schon in Formationsfluegen 
von vielen Menschen weltweit gesichtet  und bei Weltkriegspiloten 
unter "Foo-Fighters" längst bekannt geworden sein sollen."  
"Ich habe davon Kenntnis", bestätigte Stern.
 "Es geht beim Thema Umweltschutz mit darum,
weltweite Gemeinsamkeit zur Errichtung einer Weltregierung herzuleiten und 
mit als schädlich erklaerten Bestandteilen der  zu atmenden Luft Handel treiben zu können. 
Zudem werden, wie  die schweizer Abgeordnete Simunetta Sommaruga während der UNO-Umweltkonferenz in Nairobi erwähnte, weltweit Chemikalien mittels Flugzeuge versprüht und Impfungen scheinbar auch zur Bevölkerungskontrolle missbraucht, wie es der Film Vaxxed von Dr. Thompson andeutet. Manche sehen da einen Zusammenhang. Wie denken sie darüber, Stern?"
"Entschuldigen sie
mich kurz, ich muss mal dringend ... sie wissen schon," sagte Claudius
etwas verlegen und ging mit schnellen Schritten in Richtung Toiletten,
wobei er sich an der Rezeption einen Kugelschreiber und ein Blatt
Papier geben liess. "Ihre Jacke ... ," deutete die Rezeptionisten an.
"Claudius spürte die zunehmende Wärme auf seiner Brust und sah
die Schriftzeichen in verschiedenen Farben sehr stark aufleuchten.
"Wirkt doch `cool´, oder?", lächelte er die Situation ueberspielend
ihr zu und verschwand in der Herrentoilette, zog schnell die Jacke aus,
legte das Treibgutteil auf ´s Waschbecken, erkannte, wie die Zeichen,
die sich auf der Jacke abgebildet hatten, immer heller leuchteten. Er
nahm den Zettel, notierte darauf die Buchstaben ähnlichen Zeichen,
steckte ihn in die Gesaässtasche seiner Hose. Es ergriff ihn Panik in
der Annahme, sein Hemd könnte konterminiert worden sein, und er
riss es sich buchstäblich vom Leib. Ein greller Blitz erstrahlte - die
Jacke war verschwunden. Claudius betastete seinen nackten Oberkör-
per. Er war heil. Er nahm sein Taschenmesser aus der Hosenvorder-
tasche und zerschnitt das Hemd und spülte die Fetzen in der Toilette
herunter, begann dann am Waschbecken seinen Oberkörper unter
Zuhilfenahme von Papiertüchern und Handseife zu waschen, ebenso
sein Messer und sich abzutrocknen. Er wartete ab, musterte sich im
Spiegel. Nichts passierte weiter. Er bueckte sich und richtete seine
Schuhe. Der Rechte drückte ihn etwas. Er schritt ins Vorier zurück.
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Die Rezeptionistin bestaunte seinen gut tainierten Oberkörper. "Sieht
doch noch `cooler´ aus, oder?", bemerkte Claudius mit einem sein
Schamgefühl eher untermalenden Versuch des Frohsinns. Feuerbach
trat aus dem Büro, hürte Claudius die Worte zur Rezeptionistin
sagen und sah ihn erstaunt an. "Stern, was ist mit ihnen? War wohl alles
ein bischen viel für sie, wie?," bemitleidete er Claudius. "Kommen sie,
ich fahr´ sie nach Hause." "Schon gut, ich schaffe das alleine," wehrte
Claudius verlegen ab. "Ich mach ´s wie mein Mustang und meine Jacke
und verschwinde jetzt. Wir telefonieren, sofern ich keine Himmelfahrt
vorher antrete."
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Claudius schaute auf seine Notiz. Die Zeichen hatte er noch nie zuvor
gesehen. Oder doch? Er gruebelte und nahm einen Schluck Kaffee aus
der Tasse. Er blickte zur Küchenuhr. Sie zeigte Zwanzig an. Er ging zu
seinem Computer ins Arbeitszimmer und fertigte mit dem Drucker-
Scanner eine Druck-Kopie. Auf dem Computer wollte er die Notiz nicht
speichern. Die Originalabschrift steckte er wieder in seine Gesäss-
tasche. Die Kopie verbarg er im Rahmen hinter einem selbstgemalten
Landschftsbild, hatte er doch, wie man sagt, eine künstlerische `Ader´.
Er lief zum Spiegel und kontrollierte erneut seinen freien Oberkörper.
Nichts auffälliges. "Warum hatte es den Ford-Mustang und erst dann
die Jacke erwischt? Warum mich nicht? Was wurde aus der Plattform,
den Männern und dem abgestürzten Ding in der Nordsee," überlegte er.
Das Telefon klingelte. Es war Thorsten. "Wollen wir uns zu einem Ritt in
deinem Mustang treffen," fragte er süffisant mit männlicher Stimme.
"Hallo, Thorsten. Lass mal gut sein. Heute ganz sicher nicht.
Und in Zukunft auch nicht. Es gibt auch keinen Mustang mehr. Der ist
weg, ebenso die Jacke, die du mir geschenkt hattest." "Was ist passiert?
Ich komme sofort vorbei." Claudius konnte nichts mehr entgegnen.
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Thorsten hatte aufgelegt und es war klar, dass er in wenigen Minuten
bei ihm die Türklingel betätigen würde. Es dauerte tatsächlich nur
eine viertel Stunde und Thorsten stand vor ihm im Treppenaufgang des
Mehrfamilienhauses am Rande der Stadt. Claudius öffnete und der
hoch gewachsene, geschmackvoll gekleidete Transvestit betrat hüfte-
schwingend die Wohnung. "Was ist dir zugestossen, Liebes? Wo ist
unser Mustängchen? Und warum hast du einen entblössten Oberk-
örper? Willst wohl gleich zur Sache kommen," fragte Thorsten wei-
bisch. "Nein," entgegnete Claudius entschieden. "Dir den ganzen Zu-
sammennhang zu erklären, ist jetzt nicht möglich. Du weisst, dass
das mit uns nur eine Affaire war. Ich habe dir gesagt, dass ich Anna-
bell liebe. Sie ist allerdings seit heute gaenzlich von mir fortgezogen.
Sie hatte deine Karte gefunden." "Na, also, dann steht unserem Glück
nichts mehr im Wege," triumphierte Thorsten. "Es ist schluss mit uns,
ich habe mich da wohl etwas naturwidrig verstiegen, verstehst du,
Thorsten, oder muss ich noch deutlicher werden?!" "Bei Tieren
kommt das auch vor, das ist natürlich," gab Thorsten rechtfertigend
zurück. "Nur: wir sind keine Tiere, Thorsten. Ausserdem: Deine
Augenpupillen verraten mir, dass du wieder irgend eine Droge `einge-
pfiffen´ haben musst. Ich dachte wir wären fertig mit diesem Thema."
"Du weisst selbst, wie schön so ein Drogen-Kick sein kann. Er erhöht
Aufmerksamkeit, man kann länger durchfeiern, er verbessert den
Orgasmus ...", antwortete Thosten und strich Claudiaus zart über die
Wange, " ... und zerstört den Körper, macht abhängig und blockt
die Vernunft", wehrte Claudius ihn ab. "Schatz, würde es so tragisch
sein, würden die Regierungen mehr dagegen unternehmen. Deren
Geheimdienste kontrollieren doch teils den Drogen-Markt mit", stellte
Thorsten beschwichtigend fest." "Sag mal, geht ´s noch? Du willst den
Drogenwahnsinn, die Beeinflussung der Jugend und den damit einher-
gehenden Menschen- und Waffenhandel mit solch dummer Argumen-
tation relativieren? Verschwinde", gab Claudius mit ernster Mine
zurueck. "Gut, wie du meinst, Herr Bohrinsel-Raketenabschuss-Basis-
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Konstruktuer. Du wirst es bereuen, sehr bereuen", sagte Thorsten
beleidigt und erbost beim Hinausgehen. "Wie kommst du auf diese
Idee?", rief Claudius ueberrascht. Thorsten knallte die Tuer hinter sich
ins Schloss. "Ein Tag der Veraenderungen", dachte Claudius, ging ins
Schlafzimmer und alle Viere von sich streckend warf er sich auf ´s Bett
und gewahrte, wie sein Atem sichtbar wurde, weil trotz der abendlichen
Sommerwärme und der nur leicht geöffneten Fenster ein eiskalter
Hauch durch sein Zimmer zu wehen begann und dabei die Vorhänge
heftig bewegte. Ihm lief ein gewaltiger Schauer über den Rücken. Es
war, als ob ihn etwas, jemand, berührt habe. "Ist da wer?", rief er
erschrocken halblaut in den Raum. Er zog die Bettdecke wie ein ver-
ängstigtes Kind über sich. Erschüpft von den Tagesereignissen
schlief er ein.
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Am nächsten Morgen vollzog er nach seiner Gewohnheit ein paar
Kampfsport-Trainingseinheiten, duschte und ging aus dem Haus,
um sich im nahe gelegenen Café ein gutes Frühstück zu gönnen.
Leichte Regenwolken zogen über dem Büsumer Stadtteil auf, der
hauptsächlich von gut situierten Bürgern bewohnt war. Claudius
überquerte die leicht befahrene Strasse. Auf der anderen Seite ange-
kommen, liefen ihm zwei adrett gekleidete jüngere Frauen entgegen,
eine gut aussehende Schwarz- und eine ebenso Rot-haarige. “Guten
Morgen,“ begann die Rothaarige das Gespräch, “wir haben uns heute
vorgenommen, unsere Mitmenschen darauf aufmerksam werden zu
lassen, dass jede Lehre, welche die Sterblichkeit der Menschenseele
dauerhaft als natürlich propagiert, zur Legitimierung des Leids bei-
trägt, was in der Bibel Bestütigung findet. Dürfen wir ihnen das
einmal kurz zeigen?“ "Ich verstehe euch ja, Mädels: Menschen, die
von der engen Mutterbindung geloest werden und zum Beispiel zu
früh unter Betreuung durch Lohnarbeiter geraten sind, sind meist
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traumatisiert, sagt die moderne Kinderforschung und benötigen Halt
zum Beispiel in einer Religion," bemerkte Claudius überheblich.
"Meine Mitstreiterin und ich kommen aus harmonischen Familien. Es
kann aber teils sein, dass in ihrer Sozialisation Benachteiligte leider
einen Selbstschutz der Arroganz aufbauen, die eine gewisse Ignoranz
mit sich bringt", antwortete die Schwarzhaarige einfühlsam. “Kennen
sie die `Protokolle der Weisen von Zion´, die sich parallel zum Bibel-
buch Johannes-Offenbarung erfüllen?“, fragte Claudius zurück. “Seit
dem Weggang der letzten Apostel Christi gibt es keine Offenbarung
oder Wunder des wahren Gottes mehr, und Jesus war der letzte wahre
Prophet, denn er selbst sagte zu Johannes dem Täufer, dass man
auf keinen anderen mehr warten brauche. Die Offenbarung an Johannes
ist die Letzte, die er nach seinem Rückgang zum Vater-Gott gab. Die
`Protokolle´ sind eine Fälschung, sagt man“, erwiderte die Schwarz-
haarige mit einem Lächeln. “So einfach stimmt das nicht, ihr Schön-
heiten. Die `Protokolle´ stammen zwar nicht vom wahren Gott, aber
befinden sich in der Umsetzung“, warf Claudius ein. “Wir möchten
kein Streitgespräch führen. Dürfen wir sie kurz auf diese Inertnet-
Seite aufmerksam werden lassen? Dort können sie kostenfrei Infor-
mationen zu einem Thema ihres Interesses abrufen", meinte die
Schwarzhaarige und hielt ihm das Display ihres `Smart-Phones´ entge-
gen. "Oh," entgegnete Claudius, "ihr seid auch schon im “world-wide-
web“ gefangen. Übrigens: Die gigantische Anzahl der Mobilfunk-
Geräte erwährmt die Erdatmosphäre wie ein riesiges Mikrowellen-
gerät und schadet dem Gehirnstoffwechsel.“ "Wie meinen sie das?",
entgegnete sie überrascht. "Schönheit, das `www´ des Intrenets steht
für `666´ gemäss des Buchstabenstellenwertes des Wes im jüdischen
Alphabet. Es symbolisiert die Zahl des bösen Wildtieres in der Jo-
hannesoffenbarung. Es muesste `world-wide-net´ heissen, wenn man
eine technische Vernetzung meinen wollte. Gemeint ist aber hier ein
Fangnetz wie das einer Spinne", belehrte Claudius. “Duerfen wir
Ihnen alternativ diese religiöse Broschüre zum Lesen überreichen,“
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lenkte die Rothaarige ein und hielt sie ihm entgegen. Claudius las kurz
die Titelseite und kritisierte: "Vielleicht noch soviel zu eurer Glaubens-
gemeinschaft: Manchmal sind gut gemeinte Strukturen und Verhaltens-
muster schädlich. Es mussten Millionen von Spendengeldern wegen
nachweisbar unsachgemässer Behandlung von Fällen des Kindes-
missbrauchs von eurer Führung bezahlt werden. Die Regelung von
zwei buchstäblichen Zeugen, die zum Nachweis eines Verbrechens
grundlegend sein soll, schwächt die schwache Position der Opfer noch
mehr, obschon gemaess der Bibel deutlich "zwei Zeugen" auch Inditien
sein können. Eine Ehe wurde unter dem Mose-Bund wegen Unmoral
oder Kapitalverbrechen, selbst bei einem Versuch, mittels Todesstrafe
geschieden. Ein Scheidebrief sollte eine Ausnahme sein. Somit könnte
der von Jesus gebrauchte Begriff der Hurerei als angeführter Schei-
dungsgrund für all diese Vergehen, auch fuer tödlich wirken koen-
nende seelische Grausamkeit, stehen, was sehr logisch wäre. Und: Die
wenigsten von euch wissen, dass Immobilien-Verkäufe von euch an
und Mitgliedschaften von euch bei Gemeinschaften vorgenommen
wurden, die ihr verteufelt. Das wird nicht in eurem offiziellen Presse-
Organ aufgezeigt. Die Spender haben keinen genauen Überblick ueber
die Verwendung von Spenden und wissen nichts über Beteiligungen
von Unterorganisationen eurer Hauptfirma." "Ich weiss, dass es auch bei
uns Fehler gab, gibt und geben wird, wie dies die Offenbarung an Jo-
hannes fuer die Endzeit verdeutlicht. Wir versuchen alles im Sinne der
Bibel zu regeln. Boese Menschen missbrauchen das Wahre, Schöne
und Gute Gottes, stellen es in Frage oder relativieren es. Wie sie
erkennen können, haben auch die Obrigkeiten der Welt ein symbolisches
Schwert, so, wie in der Bibel geschrieben steht, decken verborgene
Miss-Stände mit auf, und wir korrigieren diese selbstverständlich.
All das ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt unserer biblischen
Grundlehre," warf die Rothaarige aufgeregt ein, "wir sind von
Kinderhandel und "Pizza-Gate" weit entfernt. "Mag so sein", bedankte
er sich kurz per Körpersprache mit Anheben der in seiner Hand
befindlichen Zeitschrift, um
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das Gespräch zu beenden und lief weiter. Im Laufen blätterte er in
dem Heft, bis er an einer Apotheke vorbeischritt. Er blieb kurz stehen
und besah im Schaufenster das Symbol menschlicher Selbsterkenntnis
des von einer Schlange umwundenen Eskulap-Stabes, der dem auf dem
Titelblatt mit Warnhinweis aufgeführten, von einer Schlange umwun-
denen Eden-Baum der Erkenntnis glich und entsorgte die Broschüre
dann in einem Papierkorb, welcher dem Schaufenster gegenüber an
einem Laternenpfahl angebracht war. Dann schaute er kurz zurück
in Richtung der beiden Frauen. Sie erinnerten ihn plötzlich an die in
der Johannes-Offenbarung benannten zwei Zeugen, über die er kürz-
lich gelesen hatte. Er sah aus einiger Entfernung, wie sich eine Blonde
diesen zugesellte. "Na, ganz toll," meinte er bei sich, "Schwarz, Rot,
Gold, die Farben eines Wirtschafts-Verwaltungsgebietes als Sitz von
Krankheitserfindern und des Pharmakartells", wärend sein Blick wieder
an der Apotheke vorbeistreifte und er das kleine Café ansteuern wollte,
wobei er bemerkte, dass ihm ein dunkel gekleideter, kleiner Mann mit
einem Rabinerhut und grauem Vollbart entgegensteuerte, den er un-
verfänglich zum Spass ansprach: "Sehen sie die drei Frauen dort?"
“Sie wünschen", fragte der Mann überrascht und blieb vor ihm
stehen. "Sehen sie die drei Frauen dort", fragte Claudius schmunzelnd
nochmals. “Ja. was ist mit diesen?" "Die wirken nebeneinander wie die
BRDeutschland-Flagge," bemerkte Claudius und lachte. "Stimmt,"
schmunzelte jetzt auch der Mann, “die wirken mit ihren Taschen wie
die Mitglieder der Zeugen des Gottes, dessen Name ich nicht auspre-
chen soll." "Ah, sie gehören demnach den durch Philos Philosophie
geprägten jüdischen Glauben an?", stellte Claudius fest. "Ja, nein,
äh, ich meine ja, und die Frauen dort sind meines Wissens Mittglieder
einer Freimaurer-Sekte und haben davon gar keine Ahnung", lachte der
Mann abschätzig. "Diese Religionsgemeinschaft setzte sich anfänglich
aus Mitgliedern vieler Glaubensrichtungen zusammen, bis sie sich nach
genauen Nachforschungen von allen diesen frei sagte", ergänzte
Claudius. "Ja, ja, um dann die grosse Endzeit-Spekulation zu betreiben",
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lachte der Mann hämisch. "Stimmt," entgegnete Claudius, “weil die
sich erfüllende Bibelprophetie über die Endzeit logisch den Geist zu
Spekulationen anreizt." "Gehören sie auch irgendwie zu denen", fragte
der Mann jetzt skeptisch. "Nein, aber ich kenne deren Geschichte", er-
widerte Claudius. "Um diese Historie ging ´s mir aber gar nicht. Ich
wollte ihnen nur einen kleinen Spass antragen. Übrigens: Man soll
zwar den Namen Gottes nicht in unwürdiger Weise benutzen, aber
benutzen darf man ihn", belehrte Claudius. Der Mann sah ihn verwun-
dert an und meinte: "Wissen sie, junger Mann, uns wollten die Deut-
schen schon manches lehren, auch mit de´ Gewalt." "Es war nicht
böse gemeint, lieber Herr. Wie sie wissen litten solche von denen der
drei Frauen auch unter heftiger Verfolgung, weil sie Gott mehr ge-
horchten, als den Menschen. Es war grausam, was einst in und mit
Deutschland und der Welt in den 1940er Jahren zu geschehen veran-
lasst wurde. Hab´ ich aber nix mit zu tun." "So soll ´s auch bleiben.
Darum wollen wir ´s auch nie vergessen." "D´accord, guter Mann,
d´accord", bestätigte Claudius, "ich finde es dabei interessant, dass
die Geldstroeme hin zu Adolf und Eva teils auch über die `Wall-
Street´ geflossen sind. Verstehen, sie, was ich meine?" "Was soll das
alles, junger Mann? Ich gehe hier meines Weges und sie sprechen mich
einfach an, um mich zu provozieren. Sind sie antisemitisch? Jedenfalls
sind sie abstossend belehrend, überheblich und rechthaberisch.
Müssen s´ kommen in unsere Synagoge; da lernen s´ e´ bissel mehr
Demut", gab sich der Mann väterlich. "Sie haben Recht. Man kann
von ihnen etwas lernen. Es tut mir leid, wenn ich ihnen zu nahe getre-
ten bin." "Bist d´ Deutscher?", wollt er der Mann wissen. "Ja," bestä-
tigte Claudius. “Siehst aber aus wie ´n David. Das mit den BRD-
Flagge-Farben war lustig. Vielleicht bedeuten sie Nubier, Sioux, Huihe
und deuten eine anzustrebende Vermischung der blauaugigen,
blondhaarigen Ariererrasse an, die so rein war, wie der `Psychopathdolf´
selbst: Braunhaarig, braunaugig, behaebe und, wie man munkelt,
einviertel-jüdisch. Der liebte doch schwarzen, süssen Kakao, durch
den er sein
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Volk zog, statt durchs rote Meer", lachte der Mann und kehrte sich von
Claudius ab. “Möge der undreifaltige und gerechte Gott uns verge-
ben", gab er noch zum Besten beim Weitergehen."`Psychos´ gibt ´s
oft in Führungspositionen", rief Claudius, grinste und lief dem klei-
nen Cafe´ entgegen.
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Er nahm sich eine Tageszeitung von der Verkaufstheke des zu dieser
Zeit von wenigen Leuten besuchten Cafés, das allerlei Kuchen und
Gebäck in der Auslage zur Schau stellte. "Das Übliche", bestellte er
bei der auffallend dicken Verkäuferin. Hier hatte er oft mit Annabell
gefrühstueckt. Er nahm an einem Tisch in einer Ecke Platz und schlug
die Zeitung auf. Im Lokalteil prangte die Überschrift "Hobby-Magier
liess vor Stassenpublikum Auto verschwinden". Weiter wies der Artikel
aus, dass die Polizei wegen Gefährdung der Öffentlichkeit gegen
diesen ermittele. "Zeugenunterstützung fuer mich hat sich damit erle-
digt", murmelte er. Zwei grosse kahlrasierte Männer, deren dunkle
Anzuege ihre gut trainierten Staturen abzeichneten, betraten das Café.
Einen von ihnen zierte ein schmaler Oberlippenbart. Sie vermittelten
den Eindruck erfahrener Kampfsportler. Beiden haftete ein kleiner
Ohrhörer mit Mikrofon jeweils an eines ihrer Ohren an. Claudius sah
sie an der Theke etwas bestellen. Sie kamen an seinen Tisch. "Herr
Stern, sie haben sicher nichts dagegen, wenn wir uns zu ihnen setzen.
Vermeiden sie Aufsehen", bestimmte der Oberlippenbärtige in
hartem Unterton. "Doch! Und was interessiert mich Aufsehen", ent-
genete Claudius ebenso hart. Beide setzten sich einfach. Die Bedie-
nung reichte ihnen Kaffee. "Sie haben den Lokalteil gelesen, Stern ?",
verwiess der Ganzkahlrasierte mit einem Blick auf die Zeitung. "Wir
wollen von ihnen etwas Genaueres darueber wissen, zumal die
VIDEO-Strassenkammera aufzeichnete, wie sie nach dem Ereignis
mit blanken Oberkörper durch die Gegend gelaufen sind; sonderbar;
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finden sie nicht ?" "Freies Land, freier Oberkörper. Wir haben
Sommer", stellte Claudius fest. "Okey, Stern, machen wir ´s kurz.
Bestimmte Stellen brauchen Informationen wegen eines Ereignisses in
der Nordsee. Sie wissen, wovon wir reden. Es sind fast alle Besat-
zungsmitglieder einer Bohrversuchsplattform vorgestern ums Leben
gekommen. Wir denken, dass sie etwas damit zu tun haben könnten.
Sie waren doch einer der Chefkonstrukteure, stimmt ´s ?"
"Ja," bestätigte Claudius, "aber was soll ich mit diesem schrecklichen
Ereignis zu schaffen haben?" "So etwas lässt sich eventuell mit ein-
bauen. Sie haben schliesslich schon sehr früh von der bevorstehenden
Pleite der Berteiberfirma, für die sie arbeiteten, gewusst. Da könnte
man bei zu erwartendem Verlust eines hoch bezahlten Arbeitsplatzes
zwecks vorzeitigen Erhalts einer grosszügigen Abfindung auf dumme
Gedanken gekommen sein", meinte der Ganzkahlrasierte. "Am aller
wichtigsten hierbei aber erscheint uns, etwas ueber die damit im
Zusammenhang stehenden Phänomene zu ermitteln. Wir glauben,
dass da mehr im Spiel sein kann. Sie haben sich als Ingenieur eine
Zeit lang intensiv mit dem Übersinnlichen beschäftigt. Wir fanden
heraus, dass sie für Karrierezwecke vorübergehend Mitglied einer
Freimaurerloge waren." "Ja, habe ich, war ich," gab Claudius zu,
"na, und ?" "Wir holen uns gleichzeitig Informationen bezüglich
solcher Phänomene auch durch Kirchen- und Freimaurerkreise ein.
Wir werden bald noch mehr darüber wissen. Also: Wie haben sie
das hingekriegt, Stern?"
"Ihre Beschuldigung ist doch totaler Unsinn", wehrte Claudius in unter-
drückter Wut ab, um tatsächlich kein grösseres Aufsehen zu erzeu-
gen."Ihnen scheint die tausendfach erzeugte und benutzte und die Erd-
athmosphäre aufheizende Mikrowellentechnik nicht gut zu bekom-
men", provozierte Claudius und deutete mit seinem Finger Richtung
Knopf-Ohrhörer. "Das Verschwinden ihres Mustangs und ihrer Klei-
dung ist weiteres Faktum! Was wissen sie, Stern ?", konterte der Ober-
lippenbärtige ebenfalls zurückhaltend und kontrollierte dabei den
Sitz seines Klein-Hörers. "Ich denke, dass das hier der falsche Ort
16
zur Gesprächsweiterführung ist", antwortete Claudius. "Wir sind
ganz Ohr", entgegnete der Ganzkahlrasierte entspannt. "Was sie, meine
Herren, woher auch immer sie kommen moegen, vorab wissen sollten,
ist die Tatsache, dass solche Phänomene Bestandteil der gesamten
Menschhheitsgeschichte sind. Fragen sie die CIA oder das RISS des
russischen FSB, die damit bekannterweise experimentieren. Eines
müssen sie aber wissen: Es gibt einen Bestseller, welcher diese Phä-
nomene beschreibt und warnend zeigt, wie sie entstehen." "Sie reden
von der Bibel", warf der Oberlippenbärtige ein. "Genau! Ich muss
ihnen demnach nichts mehr erklären", gab Claudius bestimmmt
zurück. "Reden sie weiter", forderte ihn der Letztere energisch auf.
"Wozu", fragte Claudius. "Weil wir ihre Einschätzung hören wollen",
erklärte der Ganzglattrasierte. "Na, schön," fuhr Claudius gezwungen
fort, "es gibt da das Beispiel um den Israelitenkönig Saul. Er hatte es
sich mit dem allmächtigen Gott Jahwe verscherzt und erhielt von ihm
keine Antwort mehr. Bevor Jahwes Prophet Samuel starb, wollte er mit
Saul nichts mehr zu tun haben. Also konsultierte Saul in Missachtung
der Gebote Gottes eine Astrologin und Wahrsagerin, die Hexe von En-
Dor. Die beschwörte einen Geist herauf, von dem Saul annahm, es
sei die nach Samuels Tod weiterlebende Seele Samuels. Die Bibel sagt
aber nur, dass es ein Geist war, von dem dies Saul damals vermutet
hatte. Dieser Geist prophezeite den Tod Sauls in einer bevorstehenden
Schlacht, was dann auch eintraf. Die Juden des Altertums glaubten, im
Gegensatz zu den Ägyptern und Babyloniern, nie an ein Weiterleben
der Seele eines sterbenden Menschen nach dessen Tod. Die erste
Lüge Satans, eines von Jahwe abgefallenen Engels, war in Eden die,
dass der Mensch, der erste Adam, nach Übertretung des Gottesgebotes
werden könne, wie Gott, in Selbstbestimmmung von Gut und Böse und
einmal im Geistbereich ewig leben könnte. Gott aber sprach, dass an
dem Tag, an dem Adam und Eva dies vollzögen, sie als Seele sterblich
und zum Staub zurückehren würden, die Sterblichkeit als Erbfehler,
Erbsünde, hin zum Tod in all ihren Nachkommen wirken
17
würde. Tatsächlich alterten und starben sie und sind wir sterblich.
Wie von Jahwe prophezeit, kam der zweite Adam, Jesus, der Christus,
sollte diesen Erbfehler durch seine Treue vor Gott bis in den Tod wieder
beseitigen, damit gottesfürchtige Menschen ewiges Leben wieder
durch ihn bald erhalten könnten, sogar eine Auferstehung der Verstorbenen,
die Gott will, in naher Zukunft ermöglicht werden kann." "Was hat das
alles mit den Phänomenen zu tun? Kommen sie auf den Punkt. Wir
brauchen hier keinen Religionsunterricht", harrschte ihn der
Ganzkahlrasierte an und blickte sich kontollierend um. "Sie können
mich mal ...", gab Claudius heftig zurück. "Schon gut, schon gut,"
griff der Oberlippenbärtige beschwichtigend ein, "erklären sie weiter,
Stern, bitte." Claudius sammelte sich. "Die Bibel zeigt also den Kampf
zwischen Gott und Satan und zwischen dem Gefolge Gottes und dem
habsüchtigen Gefolge des Satans auf. Faktum ist, dass die Lehre der
angeblichen Seelenunsterblichkeit dazu beitrug, Soldaten für die ein-
zelnen autonomen Selbstverwaltungsversuchs-Systeme Satans aus den
Menschen zu rekrutieren, die zum Abschlachten und Sterben bereit
wurden. Der Tod sollte Normalität werden. Die Bibel erklärt deutlich,
dass die ganze Welt in der Hand dessen liegt, der böse ist. Daher liess
der einzigezeugte Sohn Jahwes, der unter dem allmächtigen Gott
amtet, seine Wahl zur Amtierung als irdischer König nicht zu, dies
umsomehr, weil selbst das auserwählte Volk Gottes, Alt-Israel, dass
ihn als den zweiten Adam hervorbringen sollte, abtrünnig geworden
war, ihn sogar hinrichtete und von Gott deshalb verstossen werden
sollte und dann verstossen wurde. Jesus kam allerdings zur Auferste-
hung, fuhr in den Himmel zurück, und sein Königreich soll bald
kommen, wie im Himmel, so auch auf der Erde. Anfänglich waren
Wundergaben durch Jesu Apostel möglich, wurden aber nach deren
Tod für das neue Israel, Christen, die Gottes Namen tragen und sich
des Blutes und damit auch des Krieges enthalten, weggetan, damit
keine Verwechslung mit den Machenschaften von Dämonen mehr
stattfinden könne. Es wird weiter verdeutlicht, dass Satan und seine
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Dämonen in Erdnähe geworfen wurden. Interessant dabei ist, dass
UFO-Phänomene immer mehr zunehmen." "Aha, alle Phänomene
stammen also vom bösen Satan und seinen für Menschen unsicht-
baren Aliens, die nur sichtbar werden, wenn sie sich, huhuhu, eines
scheinbar schwebenden Bettlakens bedienen", erwiderte lachend der
Ganzkahlrasierte. Sein Kollege lachte ebenfalls. Auch Claudius konnte
sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Hören, sie, Stern, jeder weiss, dass
es keinen Gott und damit keine Aliens gibt. Es existiert kein einziger
Beweis. Das sind alles Mythen und Märchen", bemerkte er weiter.
"Oh, welch Wissender", antwortete Claudius zynisch. "Seit der Preis-
Vergabe um die Versuche mit Uratmosphären ist es bekannt, dass
darin zwar Lebensgrundbausteine erzeugbar sind, aber eine kompli-
zierte Körperzellen-DNA in Form einer exakten Anordnung von aus-
schliesslich rechts-drehenden Aminosäuremolekülen in einer Dop-
pelhelix durch Zufall niemals zustande kommt. Die ist eine Schö-
pfung! Ich bin Ingenieur und weiss, dass Information zur Systemer-
zeugung und Strukturen als Informationsträger nie von selbst entste-
hen. Es bedarf dazu immer einer verstandesgemässen Konvention."
"Ja, ja, ja und im Paluxy-River-Bett fand man Fuss-Spuren von Sau-
riern, Riesen und Menschen und die C-14- Datierungsmethode kann
auch nur bis zurück zur nächst grösseren Erdatmosphärenstö-
rung angewendet werden, der Artenabstammungslinien fehlen die
wichtigsten Missing-Links, et cetera, et cetera, et cetera", ergänzte
der Ganzkahlrasierte lästernd. "Das ist alles," er hob leicht seine Tas-
se an, "kalter Kaffee! Wir drehen uns hierbei im Kornkreis, Stern. Zu-
gegeben, es gibt Nahtoderfahrungen. Menschen sahen sich schon
selbst ausserhalb ihres Körpers. Die Quantenphysik soll da eine
Rolle spielen, aber das ist mir zur Fallaufklärung ziemlich egal."
"Nur noch,"
erklaerte Claudius, "so viel dazu: Solche Phänome treten bei der Stim-
mulierung des rechten Schläfenlappens auf. Zudem: Der lebende
Körper bildet ein elektronisches Feld aus, das durch den Sterbepro-
zess abschwächt und im Tod erlischt. Ein Quantenteilchen daraus
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trägt also letztlich die Schwingung des Zerfalls und übermittelt
diese Information. Ergo wandelt sich Energie, wobei ein Individuum
verloren gehen kann." Der Ganzkahlrasierte fiel ihm barsch ins Wort:
"Kann ja sein, Klugschwätzer.“ "Die Bibel ist eine Sammlung alter
Mythen im Bibelgewandt. Es gibt keine erhaltene Ur-Bibel. Da ist der
Koran besser belegt", kritisierte jetzt der Oberlippenbärtige in neuer
Thematik. "Der Ur-Koran wurde von Uthman Ibn Afan verbrannt. Die
heutige Form zählt zu den Sterbeprozess legitimierenden Lehrbü-
chern. Die Bibel steht dem konträr gegenüber, beschreibt den Grund
der Sterblichkeit des Körpers, der ein inneres, damit wie dieser auch
z. Z. noch vergängliches Energiefeld, ein Ich aufbaut, welches sein
Selbst erkennen kann und wie der Sterbeprozess dieser Gesamteinheit
Seele auf der Erde aufhören soll und wird und beschreibt, wie die
damit verbundene Prophetie sich klar in Erfüllung befindet. Die im
Buche Daniel offenbarte Beendigung der Siebzig-Jahr-Gefangenschaft
Alt-Israels in Babylon endeten 537 v. u. Z., begannen also ab 607 v.
u. Z. zu zählen, und die damit verbundene Zeitspanne von sieben Zei-
ten endeten exakt 1914 u. Z. zur Zeit des ersten Weltkrieges, als der
Frieden von der Erde weggenommen wurde und man begann, Massen-
vernichtungswaffen zu entwickeln und einzusetzen. Diese Zeiten leiten
sich aus der Offenbarung an Johannes mit ab, in der 42 Monate mit
dreieinhalb Zeiten, ebenso mit 1260 Tagen gleichgesetzt werden.
Nimmt man die biblische Regel `ein Tag fuer ein Jahr´, erhält man
2520 Jahre, zählbar ab 607 v. u. Z., die in 1914 u. Z., am Beginn der
nun andauernden Endzeit, mündeten", dozierte Claudius.
"Wissen sie, was wir glauben? Wir glauben, dass sie zusammen mit ein
paar Leuten eine Sabotage erzeugt haben und in Besitz einer uns unbe-
kannten Technik sind. Dieses Wissen werden wir, wenn ´s sein muss,
aus ihnen herausprügeln, du verdammter Klugscheisser. Kennen sie
Waterboarding? Wenn nicht, dürfen sie ´s kennen lernen. Überlegen
sie ´s sich. Hier ist meine Mobilfunknummer. Sie haben vierundzwanzig
Stunden Zeit dazu, keine Sekunde mehr", drohte der Oberlippen-baertige
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leise, aber massiv mit finsterer Mine. Die zwei liessen ihre Getränke
unangetastet stehn, erhoben sich mit ernsten Blicken und verliessen das
Café. "He, halt," rief Claudius, sprang auf, stiess dabei fast den kleinen
Tisch um und rannte den beiden hinterher ins Freie, holte sie ein und
fuhr sie an: "Es ist mir egal, was sie glauben, oder was sie von mir halten. 
Wenn das alles Unfug sein soll, was ich ihnen darlegte, warum
haben sie dann angeblich Kirchen und Logenkreise mit in ihre Unter-
suchung einbezogen? Sie müssten eigentlich genau wissen, wem diese,
gemessen an deren in der Geschichte gezeigten Wirkungen, in Wahrheit
dienen. 
Das alljährliche, satanische Treffen der Weltelite zum Beispiel
im Bohemian-Grove spricht ebenfalls Bände! Hier, nehmen sie und
kleben sie sich ´s an ihre Glatze." Claudius drueckte verärgert dem
Ganzkahlrasierten die Moblifunknummerkarte zurück in die Hand.
"Ihre Aussagen, Stern, gleichen den Christen, die mit einer weltbekann-
ten Zeitschrift an jeder Ecke der Erde zu finden sind. Warum sind sie
eigentlich keiner von denen? Solche Leute würden nie eine Plattform
zur Erkundung des Meeresbodens zwecks Baues von Raketenabschuss-
rampen konstruieren. Ich sage ihnen warum: Ihnen geht ´s doch auch
nur um sich selbst und ums Geld, Stern. Sie mögen ein hervorragender
Ingenierur sein, aber im Grunde sind sie ein unmoralischer in sich
zerrissener und eigensinniger Charakter ohne echte Ehre, darum."
"Aber du bist besser, oder was, Glatze?", baute Claudius sich vor ihm
auf. "Nimm die Karte wieder an dich, Rotschopf", stubste ihn der
Ganzkahlrasierte Hüne an, "du wirst sie vielleicht brauchen. Wir
hören in vierundzwanzig Stunden von dir, Stern. Und noch etwas:
Büsum verlassen zu wollen, ist für sie zwecklos. Haben sie das ka-
piert, Stern?!" "Was ich brauche und was nich´, bestimme ich für
mich immer noch selbst. Ihr seid doch letztlich nur Gefolge eines
Clans einer Nation, deren einstiger Präsident angeblich einen Trans-
Gender zur Ehefrau hat und es eventuell unklar ist, ob er überhaupt
das Recht zur Präsidentschaft hatte", bemerkte Claudius scharf.
Claudius Stern, nahm dennoch besonnen die Karte zurück,
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drehte sich verärgert um und begab sich wieder ins Café, bezahlte die
Rechnung, auch die Kaffees der beiden Männer, deren Namen er nicht
kennenlernen durfte. Wärend er nach Hause lief, schien die langsam
einsetzende Mittagssonne leicht durch die Wolkendecke eines warmen
Sommertages, an dem er die Kälte von Mitarbeitern eines Geheim-
dienstes erfühlen musste.
-------
Als er die Wohnungstür öffnete, stellte er fest, dass sie nicht mehr
abgeschhlossen war. Vorsichtig trat er ein. "Bist du das, Claudius",
vernahm er Annabells fragende Stimme aus dem Wohnzimmer, was
seine Anspannung abschwächte. Sie suchte noch nach Sachen. "Ich
habe das eine Bild für mich eingepackt, an dem ich mitmalte", rief sie
ihm entgegen. Sie meinte genau das Bild, hinter dem er die Kopie der
Zeichen des Treibguts versteckt hatte. "In Ordnung," gab er ihr sein
Einverständnis, "aber tu´ mir bitte den Gefallen und bewahre es sicher
auf. Es ist auch schliesslich mein Bild!" "Mach ich, du süsser Kerl",
lästerte Annabell. Sie packte ihre Sachen zusammen und verliess die
Wohnung. Claudius war zufrieden, die Kopie in relativer Sicherheit zu
wissen, ohne Annabell darüber in Kenntnis zu sehen. Er setzte sich
auf die Couch und starrte zur Decke. Erinnerungen an eine von ihm als
schwer empfundene Zeit der Jugend stiegen auf, die er als Einzelkind
zwischen den sich oft streitenden Eltern durchlitt. Für Streitigkeiten
gab es materiell gesehen eigentlich gar keine Gründe. Sie waren wohl-
habend: Auto, Haus mit Garten, ausgiebige Urlaube, Parties mit Freun-
den. Das war ´s: Diese Parties seiner Eltern; diese ausschweifenden
Parties und die damit verbundenen Liebhaberwechsel seiner Mutter
und die Liebesaffairen seines Vaters. Offene Beziehung hatten sie das
genannt, das dabei entstandene gegenseitige Misstrauen und den Streit
inklusive. Er schaffte geradeso das Abitur. Das Maschinenbaustudium
wurde seine Passion, als er vom Elternhaus in seine erste Wohnung
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einzog, eher hineinfloh. Später kam der Umzug nach Buesum wegen
der Arbeitsstelle bei der SINUS AG, Feuerbach, Annabell, Thorsten,
den er wärend einer Ägyptenkulturausstellung kennengelernt hatte
und die beiden Maenner im Café. "Feuerbach, ich sollte Feuerbach
anrufen", dachte er laut. Da klingelte sein Telefon. Er nahm den
Hörer auf. "Hier ist Feuerbach. Guten Tag, Stern. Kann ich sie
treffen? Jetzt gleich ?" "Ich komme zu ihnen ins Büro." "Nein, das
geht nicht. Soeben waren gewisse Leute hier und haben alles auf den
Kopf gestellt. Ich komme zu ihnen, sagen wir in zwanzig Minuten."
"Einverstanden", bestätigte Claudius.
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Als Feuerbach bei Claudius eintraf, erschien der Inhaber und Chef der
SINUS AG sehr introvertiert. "Was haben die in ihrem Unternehmen
gesucht", fragte Claudius. "Irgend ein Ding, ein besonderes Stück
Metall mit einer Aufschrift." Claudius fuhr ein Nervenstrom durch alle
Glieder. Woher konnten die davon wissen, fragte er sich. "Welches
Metallstück mit welcher Aufschrift", befragte Claudius sich ahnungs-
los stellend seinen ehemaligen Chef. "Sie hatten eine Frau dabei, die
mit einem kleinen Pendel mit versuchte, das Ding zu finden. Stern, sie
waren einmal Mitglied einer dieser Logen und befassten sich doch auch
mit solchen Sachen, nicht war?" Ja, aber davon lasse ich mittlerweile
die Finger. Dabei ruft man Geister, die man kaum mehr los wird. Siehe
Goethes Faustus als autobiographische Beschreibung. Nichts schillert
dabei so klar, wie Goethes Faust", antwortete Claudius. "Wissen sie,
Stern, ich habe noch nie erlebt, wie eine Untersuchung mit solchen
aussergewöhnlichen Massnahmen unterstützt wird. Das ist Scharla-
tanerie, Stern, Scharlatanerie, oder, Stern?" "Nein, mein lieber Feuer-
bach," betonte Claudius, "das ist es nicht, jedenfalls nicht in den
obersten gewisser Gesellschaftskreisen. Feuerbach, wissen sie, wie
die NAZIS auf neue Technik stiessen? Teils durch spiritistische und
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astrologische Zirkel und unter Zuhilfenahme zum Beispiel des Me-
diums namens Siegrun und eines namens Cornelia Ortic´. Noch
heute laufen weltbekannte Leute zu Wahrsagern, Astrologen,
Schamanen, Theosophen, Theologen, Priestern. Im Grunde befragen
sie Dämonenanbeter, Satanisten, auch wenn sie diese dafür nicht
halten. Die Dämonen treiben ihr seltsames Spiel mit den Menschen,
und viele Menschen spielen es mit. Die ganze Popmusik- und Filmin-
dustrie ist durchsetzt von Kultzeichen. Satan ist der von Gott zu besei-
tigende Herrscher dieser Welt, sagte Jesus." "Sie sind doch total ver-
rückt. Es ist gut, dass ich sie entlassen habe, Stern," griff ihn Feuer-
bach hart an, "das sind doch vielfach hochstudierte Leute!" "Und las-
sen mit einer Pendelführerin ihre Firma durchstöbern, stimmt ´s?"
"Stern, gegen sie hat man ein Ermmittlungsverfahren eröffnet."
"Hab´ich gelesen." "Sind sie auch so ein Magier?" "Nein", wehrte sich
Claudius entschieden. "Was ist bloss los", resignierte Feuerbach mit
Blick zum Boden. "Gibt es Neuigkeiten über die Raketen- und Bohr-
plattform?", wechselte Claudius das Thema. "Die bisherigen Unter-
suchungen zeigen auf, dass der Meeresboden unter ihr wie phospho-
reszierend wirken soll. Der einzige Überlebende ist der Funker, der
sich scheinbar aufgrund seiner Funktätigkeit vom Ereignis des Was-
sereinschlags eines Irgendetwas´ nicht beeinflussen hat lassen."
"Glaube ich weniger", entgegnete Claudius, "Ich denke, es lag
eventuell an seiner Abschottung durch die ihn umgeben habenden
Funkfrequenzen im Funkerraum", spekulierte Claudius. Plötzlich
spürten beide diesen von Claudius schon am Abend zuvor im Bett
bemerkten kalten Windhauch durch die Wohnung ziehen. Die Vor-
hänge wehten heftig. Feuerbach schaute Claudius erschrocken und mit
erstarrten Augen an. "Was ist mit ihrer Klimaanlage", fragte Feuerbach.
"Ich habe keine," entgegnete Claudius. Da wurde es Claudius über-
raschend klar und er sagte durch die Aufregung frei zu Feuerbach
unbedacht heraus : "Die werden durch eine Sache, die sie als Eigentum
beanspruchen, angezogen, oder durch irgend eine Information, die sie
24
unmittelbar betrifft." "Was meinen sie, Stern ?" "Ich meine, etwas ist
hier, wovon sie sich angezogen fühlen!" "Wer? Von wem reden sie?"
"Feuerbach, das ist wie beim Voodoo. Dabei wird etwas von einem
Priester unter Kulthandlung geweiht oder besprochen und einem Opfer
geheim oder Interesse weckend untergeschoben, um es von Geistern
beeinflussbar werden zu lassen. Irgend etwas ist hier bei mir, was die
anspricht." "Jeder Talisman oder Rosenkranz ist geweiht; da denkt sich
doch niemend wirklich etwas dabei. Sie reden Unsinn. Bei ihnen sind
ja alle Sicherungen im Gehirn durchgeknallt, so ist das", fuhr es aus
Feuerbach heraus. "Und die Kälte und der Hauch sind auch Unsinn,
wie? Wo die hinkommen, entziehen sie der Umgebung oft Wärme."
Feuerbach blickte erneut erschrocken auf seinen sichtbar gewordenen
Atem. Er schritt durch die Wohnung und verliess diese fluchtartig.
-------
Claudius überlegte. Es fröstelte ihn. Er griff an seine Gesässtasche,
erspürte den Zettel, nahm ihn hervor und las nochmals die Aufschrift.
Der Wind im Zimmer verstärkte sich kurz und hörte schlagartig auf.
Claudius begann die Schrift von rechts nach links zu lesen, drehte sie
auf den Kopf, lass wieder von rechts nach links. Auf irgend eine Art
und Weise erkannte er einen möglichen Sinn. Er rannte an den Com-
puter und suchte unter Begriffen: Pentagramm, Hexagramm, Kreuz,
Halbmond, www und 666 als symbolische Zeichen mit weiterführen-
den Hinweis auf Aliens und des Bösen und auf alte Kulturen, auf das
alte Sumer und Babylon; er untersuchte die verschiedensten Möglich-
keiten. Plötzlich klingelte das Telefon. Er nahm den Hoerer ab. "Hallo,
mein Hengst, hier ist Thorsten." "Was möchtest du, Thorsten", antwor-
tete Claudius genervt. "Schätzchen, ich war heute im Büro deines Ex-
Chefs, mit meinem Pendelchen. Die süssen, bösen Buben einer Son-
dergruppe der Staatssicherung hatten mich engagiert. Ich werde richtig
begehrt. Du darfst stolz auf mich sein", versuchte Thorsten sich einzu-
25
schmeicheln. "Du warst also die von Feuerbach benannte Pendlerin",
bemerkte Claudius und fuhr verschlagen fort: "Jetzt weiss ich auch wie
darauf kommst, dass ich entfernt etwas mit Waffenrüstung zu haben
könnte." "Ja, mein Schatz," seuselte Thosten, "sag´ mal, wo hast du
das Ding, das du gefunden haben musst, versteckt. Ich weiss, dass du
es hast. Man hat es mir wärend einer Séance ins Ohr geflüstert."
"Hoer´ du mir gut zu, oder wer oder was von dir auch immer Besitz
ergriffen haben mag: Ich werde für euren Untergang sorgen, verstan-
den ?!" Claudius legte auf. Er eilte an den Computer zurück, suchte
weiter. Und fand! Wie er vermutete, glichen die Zeichen tatsächlich
sumerischen Buchstaben. "Treffer! Das alte Babel, Sumer, Babylon,
die Wiege der Kabbala, der Mystik und des Satanskultes als auch der
Dreifaltigkeiten, siehe da", gab er leise triumphierend von sich. Es
wurde merklich wärmer im Raum. Er verglich die Buchstaben, no-
tierte deren Zahlenwerte und Bedeutungen, fuhr den Computer
herunter, legte sein Mobilfunktelefon daneben. Er ahnte, dass er
überwacht werden wuerde. Er holte alles Bargeld aus der Schrank-
schatulle, packte ein paar Sachen in eine kleine Reisetasche und eilte
quer durch die Stadt in Richtung Annabells neuer Wohnung.
-------
Er klingelte mehrmals. Endlich öffnete sich die Tür. Annabell stand
verdutzt vor ihm. Er drückte sie zur Seite und drang in ihre Wohnung
vor. "Halt mal an, Claudius, hörst du", befahl Annabell. "Ist dir irgend
etwas besonderes in deiner Wohnung aufgefallen? Wo ist mein Bild?"
"Ich hatte es mir anders überlegt. Ich habe es kaputtgerissen und den
Rahmen komplett zertreten. Ich will von dir nichts mehr besitzen, du
Thorsten-Knutscher!" "Bist du sicher, von dem Bild alles vernichtet
zu haben?" "Ja," antwortete sie den Tränen nahe, "sogar so einen
komischen Zettel, der hinter dem Bild versteckt war, dass du es nur
weisst", sagte sie wütend. "Ich kuesse dich," rief Claudius beim
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Hinauseilen. Er rannte förmlich zwei Strassenecken weiter und nahm
in einem Café Platz, bestellte eine heisse Schokolade und die Tages-
zeitung, die ihm die Bedienung an den Tisch brachte. Er kramte die
Notizen aus seiner Tasche, schrieb Buchstaben unter Buchstaben, er-
gänzte daneben deren Bedeutungen, formulierte diese logisch zu
einem Satz und las die sechs Zeilen: "Vom Himmel gefallen ein Stern
in grosser Wut Ende naht gibt wem er will Unheils Saat." Claudius
Stern starrte auf das Papier und bemerkte plötzlich die beiden Män-
ner, die lautlos neben ihm standen. Er ballte seine Fäuste und war
zum Kampf bereit. "Lassen sie ´s besser", drohte die eindringliche
Stimme des Oberlippenbärtigen auf ihn herab und er wusste: Wider-
stand erschien im Moment zwecklos. "So weit wie sie, Stern, sind wir
auch schon", hielt ihm mit den Worten der Ganzkahlrasierte eine Schrift
entgegen. Claudius erkannte seine Kopie der Treibgutzeichen. "Annabell
ist eine Informantin von ihnen; hätte ich mir mit in Betracht ziehen sollen." 
"Wir überlassen bei wie von ihnen begleiteten Planungspro-
jekten nichts dem Zufall", sagte der Oberlippenbärtige. "Wo ist das
Original, Stern?" Die beiden setzten sich. "Wie haben sie herausgefun-
den, dass ich hier bin?", wollte Claudius wissen. "Thorsten trägt ein
zuverlässiges Pendelchen um den Hals. Wollen sie ihn sprechen?"
Der Ganzkahlrasierte deutete auf sein Gerät am Ohr."Pendelienchen
scheint aber nicht immer zu funktionieren, sonst hätte er nicht um-
sonst in der SINUS AG herumgependelt", grinste Claudius. "Das, was
wir suchen, muss dort gewesen sein", erwiderte der Oberlipperbätige.
"Thorstens Chef im Geistbereich hatte schon in Eden Eva angelogen.
Ich wäre mir bei solcher Art Information nicht ganz so sicher", hielt
ihm Claudius entgegen. "Bis jetzt hatte alles gestimmt. Also: Wo ist
das Original?", raunste der Ganzklattrasierte. "Fragen sie doch den
Thorsten, die weiss das," lachte Claudius, "scheinbar benutzt er seine
Fähigkeit, euch einfach zu steuern, um mich abzunerven, wie er ´s mir
versprochen hat, indem er euch nicht die ganze Wahrheit vermittelt.
Diener okkulter Symbole nehmen immer wieder die täuschende
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Gestalt von Personen des Lichts an und führen dabei die ganze Welt
an der Nase herum", schmunzelte Claudius. "Wären sie damals in der
Loge geblieben und hätten sich konform verhalten, wäre das mit
ihnen nicht soweit gekommen, Stern, das wissen sie. Ihr Freund Feuer-
bach liess sich diesbezüglich zu einem Versuch gar nicht erst ein,
nahm uns nicht für ernst. Solchen Unternehmern erteilen wir eine
Lektion. Sie haben die heutigen Nachrichten gelesen?" "Ja. Vorstand
der SINUS AG wegen Spionage- und Sapotageverdachts verhaftet.
Das meinen sie." "Exakt, Stern, und das Gleiche machen wir mit ihnen,
einschliesslich der angekündigten Spezialbehandlung, versteht sich,
sie Verschwörungstheoretiker", wiess der Ganzkahlrasierte Claudius
mit zynischem Griensen auf den Lokalteil-Artikel des Tages hin. "Zum
letzten Mal: Wo ist das Original?" "Glauben sie wirklich, ich würde
zwei Jüngern Albert Pikes, der drei Weltkriege als Vorbereitung einer
Zentral-Weltherrschaft für wünschenswert hielt und dem man ein
Denkmal gesetzt hat, etwas Wichtiges erzählen? Was ich ihnen gerne
mitteile ist, dass ich das Ding nicht mehr habe. Es hat sich im Toiletten-
raum der SINUS AG mit samt der Jacke aufgelöst", log Claudius
völlig ruhig, nahm überraschend schnell die Tasse heisser Schokolade,
schüttete sie mit seiner Linken dem Oberlippenbärtigen ins Gesicht,
der mit einem Schrei sich die Augen hielt, rammte mit der Rechten fast
gleichzeitig den Tisch mit voller Wucht in die Magengegend des Ganz-
kahlrasierten, der mit dem Tisch umfiel, rannte aus dem Café, um die
nächst Hausecke, sah dort einen Müll-Container, oeffnete ihn, sprang
hinein und schloss den Deckel und fing an, ja, er fing an, zu beten.
Kurz darauf vernahm er Schritte und zwei Männerstimmen: "So ein
Mist, er ist verschwunden." Die Geräuche der Beiden verstummten.
Claudius öffnete langsam das Dach seines stinkenden Verstecks, sah
sich um, kletterte hinaus und rannte. Er musste zu Thorsten und wusste,
wo der sich um diese Zeit gewöhnlich aufzuhalten pflegte. Das verrä-
terische Gependel sollte sein Ende finden.
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Das Fitness-Center lag in einem Büroviertel etwas ausserhalb der
Hafenstadt. Claudius näherte sich umsichtig dem Eingang, trat in die
Vorhalle und erblickte Thorsten, der unter der Grosshantel lag und ihn
nicht bemerkte. Mit ihm trainierten noch eine Frau und ein weiterer
Mann verteilt in der Sporthalle. Claudius sah Thorsten die mit wenig
Gewichten bestückte Hantel mit beiden Armen über dem Brustkorb
aus der Halterung anheben und erkannte den Knopf-Kopf-Hörer an
Thorstens Ohr. Claudius rannte auf Zehenspitzen so leise wie möglich
durch den Raum, sprang auf Thorstens Körper und drückte die Han-
telstange gegen dessen Kehlkopf fest herunter. Thorsten ächzte. Der
Mann und die Frau schauten fassungslos zu. Als Claudius Thorstens
Kehlkopf zerdrückt hatte, fielen dessen Arme leblos zur Seite. Das
kleine Pendel an dessen Hals schwang seitlich leise hin und her.
Claudius sprang von ihm auf, rannte an den beiden vor Fassungslo-
sigkeit erstarrten Sportlern vorbei aus dem Fitness-Center. Nicht weit
von ihm sah er eine schnell näher kommende schwarze Limousine
und vernahm das Fluggeräuch eines Hilkopters. Claudius wusste,
dass eine Wärmebildkamera ihn leicht erfassen konnte. Er lief ins
nächstgelegene Firmengebäude. Die Rezeption des Empfangs war
unbesetzt. Gegenüber lagen Toilettenzugänge. Er schloss sich in
einem Damentoilettenabteil ein, zog den rechten Schuh aus und holte
daraus das Stück Treibgut hervor, öffnete den Spülkastendeckel,
warf es hinein und verschloss den Kasten. Hastig zog er den Schuh
wieder an, lief durch die Empfangshalle, drehte den Kopf zur Seite
und grüsste nun einen Portier, ohne das der sein Gesicht erkennen
konnte und schritt nach draussen. Der Helikopter näherte sich.
Claudius rannte zum nächsten Gebäude und fragte dort die Em-
pfangsdame der Firma nach den Toiletten. "Dringend, sie versteh´n",
zeigte er ihr mit verzerrtem Gesichtsausdruck an. "Da hinten links",
erklärte die hübsche junge Frau hilfsbereit. Er verweilte kurze Zeit
an dem ihm zugewiesenen Ort, kam wieder hervor und bedankte sich
kurz bei der Rezeptionistin. "Immer wieder gerne", erwiderte sie ver-
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ständnisvoll, als er bereits die Strasse betrat. Die schwarze Limousine
raste auf ihn zu. Man hatte ihn erkannt. "Steh´n bleiben, Stern", schallte
es aus einem verdeckten Lautsprecher. Eine Maschinenpistole ragte
aus einem der Autofenster. Claudius blieb stehn.
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Er sass am Tisch eines kahlen Verhörraums. In der Ecke stand ein
grosser Wasserkanister. Über dem Behälter hing ein dünnes
Handtuch. Eine kurzhaarige, brünette, hagere Frau, Mitte Fuenfzig,
im weissen Kittel und mit dunkler Brille betrat mit steifen Gang den
Raum. Sie vermittelte den Eindruck einer Ärztin. "Sie sind ein
Mörder, und damit weniger wert als ein Nichts. Sie stehen mir für
Behandlungen frei zur Verfügung, Claudius Stern und haben ein
Geheimnis, dass ich ihnen heute entreissen werden. Ich zähle darin
weltweit zu den Besten", sprach sie ihn stolz und selbstsicher mit tiefen
Unterton an. "Nehmen sie doch dazu einfach ein weiteres Pendelchen",
antwortete Claudius bissig. "Der Herrscher dieser Welt schenkt allen
seinen Dienern die Freude der Mitarbeit gemäss deren Talente", lä-
chelte sie zynisch. "Sie meinen, er gewährt Sadisten und Psychopa-
then ein verbrieftes Recht, Titel und die Macht, grausame Handlungen
gegen die eigene Spezies durchzuführen und schenkt seinem Gefolge
dazu tödliche Restrisiken, benutzt sie, wie dressierte Hunde, die er
ständig nachzüchten laesst", provozierte Claudius. "Sie haben die
Chance, uns freiwillig zu sagen, wo das Ding ist. Wir konnten es im
Firmengebäude, vor dem sie festgenommen wurden, nicht finden.
Wo ist es?" Die Frau hob langsam das Handtuch vom Kanister.
Claudius zuckte und spürte die Handschellen, mit denen er am fest-
zementierten Tisch gefesselt war. "Es handelt sich um ein kleines Teil
eines UFOs der Aliens Satans, stimmt´s", fragte Claudius. "Wo ist es?!"
Sie schlug ihm das Tuch ins Gesicht. "Ich hätte mich auf der Strasse
erschiessen lassen sollen", bedauerte Claudius. "Das wäre leichter
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fuer sie gewesen, mein lieber Stern. Raus kommen sie hier sowieso
nicht mehr", schmunzelte die vermeintliche Ärztin. Claudius wusste,
dass sein Täuschungs-Toiletten-Manöver gelungen war. “Wäre ich
bereits wie ein Vieh mit einem unter der Haut angebrachten Sender
versehen, wäre das mir nicht gelungen“, dachte er, entschlossen,
jeder Qual die Stirn zu bieten.
-------
"Da schau her, Lisa; da hat doch jemand dieses blöde Ding hier in
den Spülkasten geworfen. Das hatte den Schwimmer blockiert."
Die beiden Handwerker besahen sich das metallene Stück mit den
seltsamen Zeichen. "Komisches Ding. Und das in einer Damentoilette."
"Wirf ´s einfach weg, Hans", forderte Lisa ihn auf. Er warf es in seine
Werkzeugkiste. Am nächsten Morgen hatten die beiden von ihrer Firma
den Auftrag zum Handwerkereinsatz in einer staatlichen Einrichtung,
die einer Strafvollzugsanstalt glich. Lisa und Hans durchliefen die
starken Kontrollen und fanden sich vor einer Zelle wieder. Der sie
begleitende Bedienstete öffnete die Zellentür und erteilte dem
Insassen den Befehl, herauszutreten. Der Insasse hatte die Kaputze
seines Anstalt-Sweatshirts weit über den Kopf gezogen und schritt
mit schleichendem Gang und schmerzvollen Stöhnen heraus. Der
Bedienstete legte ihn Handschellen an und verbrachte ihn in einen
Warteraum des Flures.
Vom Flur aus behielt er dann den göffneten Zelleneingang in Blick-
kontrolle. "Hast du den gesehen, Hans? Was haben die mit dem
gemacht?", gab Lisa bekümmert von sich. "Vielleicht ist der krank.
Merke dir eines Lisa, wir fragen hier besser nach nichts; wir sind hier,
um zu arbeiten, klar?!" Die beiden Handwerker erkannten den in der
Mitte nach unten angebrochenen Bettrahmen. "Das muss man gerade-
biegen und schweissen", bemerkte Lisa. "Du bist nicht nur eine hüb-
sche Auszubildende, sondern auch sehr klug", antwortete Hans, dem
Lisa zur Zeit zugeteilt war, väterlich. "Nur: Ich hab´ jetzt kein
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Schweissgerät vor Ort. Ich müsste zurück zum Auto, eines holen
und die ganze Kontrollprozedur nochmals durchstehen. Pass auf: Wir
nehmen ein Stück flaches Metall, verbohren und verschrauben es als
Halterung im Bruchbereich unterhalb am Rahmen und fertig." "Hast
du so ein Stück", fragte Lisa. "Nie alles gleich wegwerfen, Lisa; man
kann Kleinigkeiten immer mit verbrauchen. Gib mir bitte aus dem
Kasten das Teil, das wir gestern im Spülkasten gefunden hatten." Lisa
reichte es ihm hin. Hans montierte die Kleine Platte, die den Bett-
rahmen gut stabilisierte. Sie passte genau. "Kannst du mir verraten,
warum wir diese Reparatur durchführen, wo doch diese Behörde
hier bestimmt selbst Handwerker beschäftigt", wollte Lisa wissen.
"Vitamin `B´, Lisa. Bekanntschaften helfen immer weiter. Unser Chef,
Hartmut Hammer, ist Hobby-Jaeger, genauso wie einer der Abteilungs-
leiter dieser Behörde, Herbert Zirkel mit Namen." "Woher weisst du
das?" " Ich bin auch Jäger", brüstete sich Hans vor der jungen Frau
weiter. Lisa erstaunte. "Und wenn du schön brav bist, kann ich bei
unserem Chef ein gutes Wort bezüglich deiner Übernahme nach
deiner Ausbildung für dich einlegen", gab Hans ihr zu verstehen und
streichelte dabei ihr zart über den Kopf, wobei seine Zunge über
seine Lippen glitt. "Ich bin fünfzehn und Du bist verheiratet, Hans",
wehrte Lisa kurz ab. "War doch nicht so gemeint, meine schöne
Sonne", beschwichtigte er sie.
-------
Die Zellentür fiel hinter dem Zurückgeührten laut ins Schloss. Er
setzte sich. Sein gesamter Körper war von Hämatomen uebersät
und schmerzte fürchterlich. Ein kalter Hauch begann, heftig den Haft-
raum zu durchfluten. Claudius erschauerte und verharrte einen Augen-
blick, kontrollierte dann die Wände, den Spind. Es war keine Kamera
zu finden. Er beugte sich unter das Bett, sah die montierte, ihm be-
kannte Platte und erschrak. "Warum nur," dachte er. Auf einmal wurde
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es ihm bewusst. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht fing er an, laut gegen
die Türe zu pochen. Zwei Bedienstete öffneten. "Holen sie mir diese
Sadistin her, ich habe ihr etwas zu berichten", forderte Claudius sie auf.
Die Bediensteten schlossen ihn wieder ein. Einige Minuten später
stand die vermeintliche Ärztin auf dem Flur. "Was wollen sie mir
mitteilen", rief sie durch die Tür zu ihm hinein. "Ihr Name ist Astrid!
Astarte, Ashtoret, Eostre waere ja auch zu auffällig. Ihr Herr und Sie
spielen mit mir auf sadistische Weise das Spiel der Astarte." "Ich lasse
sie in einer Stunde wieder zur Behandlung holen, Stern, ist das in Ord-
nung für sie", fragte sie mit einer Eiseskälte und in einer Selbstver-
ständlichkeit, als ob sie ihm eine Vorsorgeuntersuchung anbieten
würde. "Ich gebe ihnen hiermit bekannt, dass ich meine schlimmen
Taten zu tiefst bereue und ich mich gewandelt habe, um dem wahren
Gott, seinem Christus und seinen Geboten von nun an treu zu sein. Und
ich weiss nun, dass es einen Weg geben wird, dass das, was sie wie in
einem gross angelegten, sinnlosen Spiel zur Beibehaltung ihrer Position
der Tyrannei suchen, allen Menschen bekannt wird. Haben sie ver-
standen, Astrid?" "Wir treffen uns zu ihrem Waterboarding, Claudius
Stern." "Astrid bedeutet auf armäisch ebenfalls Stern, Astrid. Ihr Herr
liebt die Doppeldeutigkeit und das verschlagene Doppelspiel, vergessen
sie das nicht, Astrid." "Ich heisse nicht Astrid, mein lieber Stern, ich heisse,
ich heisse," ihre Stimme wurde leise, "ich heisse Claudia."
-------
Die Zellentür wurde geöffnet und ein Wärter schob ihm ein Tablett
mit einem seltsam aussehenden Essen und einem Becher mit Getränk-
inhalt auf dem Fussboden in den Raum. "Ihr wollt mich wohl über die
Nahrung gefüfgig machen. Manipulation via Ernährung, oder wie,
oder was, wie man ´s mit der Menschheit scheinbar vorhat“, kombi-
nierte Claudius mit barschen Worten und forderte den Bediensteten
auf: “Nimm diesen Frass wieder mit, du Helfer des Teufels!“ “Ich
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führe nur Befehle aus, Herr Oberkonstruktuer des Bösen,“ erwiderte
der Wärter, nahm das Tablett wieder an sich und verschloss die Tuer.
“Hinter solchen Worten haben Handlanger wie Du sich schon immer
versteckt, du Mistkerl“, schrie Claudius in seiner Verzweiflung unbe-
herrscht hinterher.
-------
Sie hatten ihn zu fünft erneut in den Verhörraum geführt, an den
Tisch Halterungen montiert und ihn mit brutaler Gewalt darauf auf
den Rücken gelegt und an Händen und Füssen fixiert. Claudius
überkam furchtbare Angst, doch sein Verhalten blieb ruhig. Claudia
betrat den Raum. Noch ehe sie irgend etwas unternahm, schoss es aus
Claudius in seiner Verzweiflung hervor: "Claudia, ihr Vater, ihr Onkel
oder sonstwer hat sie misshandelt. Sie mussten ihr Lieblingstier töten,
und Zuneigung gab´s für sie nur, nach dem sie Misshandlungen über
sich hatten ergehen lassen müssen. Als sie circa zehn oder zwölf
Jahre alt waren, befahl man ihnen, ein Baby von seiner Mutter aus
einem Nebenraum wegzuholen und es in einem Zermonienraum auf
einen Altar zu legen. Der verkleidete Priester nahm ihre Hand und ein
Messer zusammen in seine Hände und trennte dem Kind das Herz
aus der Brust, zerteilte es, und sie mussten die Stückchen den dabei-
stehenden, vermummten Leuten des Clans zum Verzehr reichen, stimmt
das, Claudia? Stimmt doch, oder, Claudia?" Claudia hielt überrascht
kurz inne, liess sich aber nicht weiter beirren und fixierte seinen Kopf
mit einen Riemen. "Man hat sie konditioniert, Claudia. Sie versuchen,
ihre Handlungen jetzt durch scheinbares Recht und Professionalität
vor ihrem geschundenen Inneren zu rechtfertigen. Wie oft persoenlich-
keits-gespalten bist du, oder, besser, seid ihr?" Sie holte das vom
Vortag noch nasse Handtuch vom gefüllten Wasserkanister, der zu-
sammen mit einer grossen Nierenschale auf einem metallenen Neben-
Tisch stand."Ich habe ihnen meinen festen Entschluss gestern mitge-
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teilt, Claudia", versuchte Claudius der bevorstehenden Folter entge-
genzuwirken. Sie legte ihm mit leicht zitternden Händen das Tuch
uebers Gesicht. "Warum zitterst du, Claudia? Hast du bereits Kuru?
Sie bekommen nichts aus mir heraus, nichts, das muessten sie eigentlich
erahnen", rief Claudius unter dem Stoff hervor. “Warum benutzen sie
eigentlich keine Droge zur Erkundung der Wahrheit, das wäre doch
bequemer", fragte Claudius zitternd vor Angst. "Willst mich wohl der
Freude meiner Kunst berauben, du böser Bub“, erwiderte die Schein-
ärztin. "Sie haben nur eine einzige Chance", räumte Claudius ein. "Ja,
und die nutzen wir gerade", erwiderte Claudia mit veränderter, sehr tiefer
Stimme. Sie goss Wasser aus dem Kanister in einen grossen Becher.
"Haben sie gestern die junge Handwerkerin hier im Hause bemerkt,
Claudia? Die gehört erkennbar zur Grufti-Szene, wird vielleicht auch
einmal ein Kind zu Kultzwecken gebären. Vielleicht wird man es tö-
ten, oder, wie in ihrem Falle, missbrauchen." Claudia zog das Tuch straff
und liess langsam Wasser auf Claudius Kopf fliessen. Claudius schwand
die Atemluft. Er keuschte und versuchte, von den Fesseln gehindert,
sich aufzubäumen. Claudia zog fester an und goss nach, wärend sie
mit brutaler Stimme fragte: "Willst du mir heute die richtige Antwort
geben, Sternchen?" Sie nahm das Tuch ein wenig von seinem Gesicht.
Claudius rang hustend nach Luft und spuckte Wasser aus seinem
Mund. "Sie haben nur eine Chance," keuschte er, "die hier wird es
nicht sein. Und mein Tod nutzt ihnen auch nichts!" "Na, schön, Stern,
welche Moeglichkeit ziehen sie in Betracht", fragte Claudia in profes-
sionellem Tonfall. "Du wirst mir zärtlich auf den Mund küssen
müssen, Claudia", keuschte Claudius. "Was soll das", schrak Claudia
zurück. "Es ist deine einzige Chance, Claudia," erwiderte Claudius,
"selbst wenn du es nur aus Berufszweck vollziehst", antwortete er
ruhig. Sie stellte die Wasser-Schale ab, zog das Tuch von seinem
Gesicht und besah seinen hilflos daliegenden Körper, beugte sich
zu ihm und versuchte, ihre Lippen auf seinen Mund zu pressen. "Es
ist deine einzige Chance. Küss´ mich", forderte er sie leise auf. Sie
küsste ihn. "Ich verzeihe dir. Er, der Herr der Finsternis, hat uns zu
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Opfern und Tätern werden lassen. Wir haben ihm gehorcht, Claudia."
"Genug der Sentimentalitäten", fuhr sie verlegen von ihm hoch.
"Genug der seelischen Schmerzen, Claudia," sagte Claudius bedacht,
"ich habe genug davon." "Du hast deinen Kuss erhalten, Stern. Jetzt
sag´, wo das Ding ist, das wir suchen", versuchte sie die emotionale
Distanz wieder herzustellen. "Ich bin Claudius und du bist Claudia.
Ich bin im Grunde du, wie du ich bist, und du weisst es. Beeinflus-
sung durch die anderen, unsere von ihnen anerzogene Sehnsucht zur
Erfuellung ihrer egoistischen, perversen Wünsche, soll uns trennen.
Das Ding bedeutet nichts," stoehnte er, "es ist nur ein von ihnen ge-
machter Götze, dem wir nachlaufen sollen, um unter ihrer Macht zu
handeln. Wir sollen die natürliche Liebe verlieren. Bist du ein Kind
des schwarzen Ritus´ der sich windenden Schlange, Claudia?" Er
blickte sich um und sah die Träne an ihrem Auge und ein Karambit in
ihrer Hand. Und ein kalter Hauch durchströmte plötzlich den Raum.
Claudia hatte ein kleines Messer mit gebogener, scharfer Klinge unter
einem roten Tuch des Nebentisches hervorgezogen. Ein kurzer Auf-
schrei entglitt der Scheinärztin, und etwas wie eine metallene Schale
schepperte zu Boden. Da sprang plötzlich die Türe auf und der
Ganzkahlrasierte rannte mit dem Oberlippenbärtigen in den Raum.
"Jetzt beschau dir doch diese dusselige Ziege; rammt sich den Dolch
ins Herz und versaut nicht nur den Fussboden, sondern auch noch das
Verhör", raunste mitleidlos der Oberlippenbärtige. "Was haben sie
zu ihr gesagt, Stern?" "Sie haben es doch sicher mitgehört", mut-
masste Claudius. "Höret, hörte, was der Herr Alleswisser alles so
meint", schnautzte ironisch der Ganzkahlkoepfige. Sie richteten
Claudius auf. Er bemerkte die noch leichten Zuckungen der sich in
Verzweiflung gerichtet Habenden. Neben ihr lag in ihrem Blut die
Schale; ein Bild, das aussah, als ob man Opferblut ausgegossen habe.
Sie verbrachten Claudius mit einem Fusstritt in seine Zelle.
Er stürzte schwer zu Boden und stiess mit dem Kopf gegen den mit
dem Strandgut versehenen Bettrahmen. Er blieb davor liegen, starrte
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es an, liess seinen Kopf auf den verschränkten Armen sinken und
blieb erschöpft liegen, wärend ihm Tränen aus den Augen rannen.
Jemand pollterte heftig an der Zelltür. Claudius schreckte aus dem
Tiefschlaf des Kummers. "Sternchen, hören sie mich?," rief eine helle
Frauenstimme durch die Tür zu ihm hindurch, "mein Name ist Astrid
Abramovic´. In einer Stunde haben sie Waterbording. Ich werde sie zu
mir holen lassen, Stern, haben sie gehört?" Stern erhob nur seinen
Kopf und rief so laut er in seiner Erschöpfung konnte: "Abramovic´,
abtrünnige Tochter Abrahams, höre du selbst: Ich weiss, dass da
jemand, der die Welt in Atem hält, auch dich für sich zu opfern bereit
ist, Gottesschönheit. So merzt sich gegenseitig aus, was dazu bestimmt
ist oder solange es dazu bestimmt sein will. Ich freue mich auf dich,
Astrid." "Bis dahin, Sternchen", gab sie ihm unbeeindruckt zur Antwort.
-------
Der schwarze VAN fuhr auf einer einsamen Landstrasse durch die
Dunkelheit. "Stern, sie bereiten uns riesige Probleme", sprach vom
Fahrersitz der Ganzkahlrasierte Claudius über die Schulter an. "Sie
haben zwei unserer fähigsten Mitarbeiterinnen auf dem Gewissen,"
ergänzte der neben Claudius im hintern Teil sitzende Oberlippen-
bärtige, "wir bringen sie zur Absturzstelle. Wir werden sie dort ver-
senken. Eventuell beruhigt das gewisse geistige Gemüter." "Ich habe
niemanden auf dem Gewissen. Ich habe die Wahrheit, oder nur eine
Wahrheit gesagt, die sich zu einer Gesamtwahrheit ergänzen lässt",
erwiderte Claudius, der in Handschellen an spezieller Vorrichtung
am Türrahmen gefesselt war. "Was ist schon Wahrheit", meinte der
Oberlippenbärtige mehr desinteressiert. "Wahrheit ist, dass jener, von
dem dieser Satz stammt, keine Schuld damals an dem fand, den er ver-
urteilen sollte, womit er Wahrheit sprach und sie dennoch in Frage
stellte." "Ja, ja, schon gut," warf der Ganzkahlrasierte abwehrend ein,
"sie bringen uns alle noch um den Verstand." "Ich frage mich, meine
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Herren, warum eigentlich der Herr Glatze immer noch das Spiel mit-
spielt, obschon er doch längst weiss, wo das Stück Metall, das sie
suchen, verborgen ist." "Wir lassen uns von dir nicht gegenseitig aus-
spielen, Stern. Halt´ besser jetzt dein miesses Maul," erwiderte der
Oberlippenbaertige, "am Liebsten wäre mir ja, dich auszuweiden,
deine Organe zu entnehmen und sie zu verkaufen. Ich hätte gerne
gesehen, wie bei deinem sogenannten Gehirntod dein lebendiger Rest-
körper sich bizarr ins Lazarus-Phänomen verspannt." "Wie sieht ´s
mit der Verwendung meines Blutes aus", fragte Claudius sarkastisch.
"Blutkonserven werden von unserem Klientel als zu risikoreich
abgelehnt", entgegnete der Ganzkahlrasierte. "Die haben wohl die
ARD-Dokumentation `Böses Blut-Transfusionsrisiken, Kehrtwende
in der Intensivmedizin´ angesehen", gab Claudius zurück. "Wenn du
so weiterlaberst, wirst du gleich deines sehen", drohte der Oberlip-
penbärtige weiter. "Bist wohl ein Prophet", erwiderte Claudius
unbeirrt und warf weiter ein: "Substanzen aus abgetriebenen, zer-
matschten Föten kommen eurem Klientel aber als Kosmetika gelegen,
oder wie, oder was? Ich denke, dass ich Leute, wie euch, richtig ein-
schätze. Kein noch so überzeugend klingendes Angebot zum Ein-
lenken von euch an mich wäre auch nur im Entferntesten zuver-
lässig. Selbst wenn man mich mit den abgeschnittenen Fingern
meiner angenommen vorhandenen Tochter zu erpressen gedächte,
würde ich nicht kleinbeigeben. Nichts würde garantieren, dass sie
am Leben gelassen werden würde, wenn ich einlenken würde.
Könnt ihr euch aufeinander wirklich verlassen", fragte Claudius
listig weiter. "Diese Art hinterhältige Rhetorik ist allgemein bekannt
und bei uns völlig unwirksam. Halt also dein Maul", raunste der
Oberlippenbärtige. "Na, ja, wer weiss im Geheimdienst schon genau
vom Auftrag eines Kollegen," gab Claudius zu bedenken, "komm schon,
sag was dazu, Voll-Glatze. Warum sagst du nichts?" "Was wisst ihr
beiden eventuell, was ich nicht weiss", fragte nun dennoch der
Oberlippenbärtige. "Frag Glatze. Aus mir kriegt ihr nichts heraus,
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wie sich verdeutlicht hat", entgegnete Claudius. "Na, gut, ihr Zwei,
ich lass mich von euch nicht zum Narren halten. Eure Reaktionen ver-
raten mir, dass hier etwas nicht stimmt." "Das ist nicht ganz richtig.
Du hast nur den Eindruck, dass etwas nicht stimmt. Das ist die Wahr-
heit einer Wirkung, also eine Wirklichkeit, aber eventuell eine Abwe-
senheit eines wahren Umstandes", erklaerte Claudius hinterhältig
weiter. "Ich will jetzt wissen, wo dieses verdammte Ding ist", schrie
der Oberlippenbärtige durch das Fahrzeug. "Das will ich auch", ver-
suchte der Ganzkahlrasierte beruhigend zuzustimmen. "Mir reicht ´s.
Stoppe sofort den Wagen, sofort", forderte der Oberlippenbärtige.
"Du spinnst wohl," wehrte der Ganzkahlrasierte ab, "wir müssen
rechtzeitig zum Abflugtermin vor Ort sein!" "Halte den Wagen an",
raunste der Oberlippenbärtige und zog seine Pistole unter dem
schwarzen Anzugs-Jacket hervor. "Na, gut", erwiderte der Ganz-
kahlrasierte und verlagsamte die Fahrt, wärend er in den Rück-
spiegel schaute und einen Ziel-Laserstrahl einer in Richtung Innen-
raum eingerichtet instalierten Schussautomatik auf seinen Kollegen
einstellte, der diesen Lichtstrahl auch sofort bemerkte und von hinten
auf den Fahrer schoss. In das Krachen seines Schusses drang der
Schussknall der Automatik. Beide sanken in ihre Sitze. Der VAN
rutschte bei der nächsten Kurve in den Acker und überschlug sich.
Claudius presste sich dicht an den Rahmen, schlug mit Leib und Kopf
heftig daran auf. Blut rann ihm vom Schädel, und er spürte einen
stechenden Schmerz im rechten Bein, der aber wieder nachliess.
Der Dachhimmel bildete jetzt den Boden. Seine Begleiter lagen
seltsam verschränkt im Wageninneren. Er streifte sich mit den
Füssen Schuhe und Strümpfe ab, betastete die Leiche seines Nach-
barn nach dem Handschellenschlüssel, bemerkte ihn in der Aus-
sentasche des Jackets, fühlte unter Schmerz langsam hinein, zog ihn
sachte mit den Zehen heraus. Was nun? So gelenkig, um ihn zum
Munde führen zu können, war er auch wieder nicht. Plötzlich ver-
nahm er ein Motorengeräuch. Das Auto hielt. Er hörte zwei Män-
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nerstimmen. "Hallo, hier ist die Polizei, ist da jemand", fragte eine
davon und schon leuchtete der Strahl einer Taschenlampe in das
Gesicht von Claudius.
-------
"Sie sind also entführt worden, und warum, wissen sie nicht", be-
fragte der Kommissar der Büsumer Polizei den Verletzten am Bett
des Krankenhauses, in das man Claudius vorsorglich gebracht hatte,
obschon seine Verletzungen, auch die am Kopf, nicht schwerwie-
gend waren. "So ist es, Herr Kommissar. Mehr kann ich Ihnen nach
bestem Gewissen nicht sagen. Die beiden Herren gerieten wegen
Uneinigkeit über den Entführungsverlauf in Streit und kamen
dann ihrem Wunsche nach, sich gegenseitig zu eliminieren, was ihnen
auch gelang." "Um welche Uneinigkeit handelte es sich?" "Der eine
wollte kurz die Fahrt unterbrechen, der andere nicht. Ich denke, dass
beide durch ihre Tat psychisch überfordert waren. Was mich stutzig
werden liess, war die technische Raffiness der mörderischen VAN-
Innenausstattung. Aber solch Equipment kann sich heute jeder irgend-
wie besorgen." "Da muss ich leider zustimmen, Stern." "Sagen sie mir,
bitte: Was ist mit Meinem Ex-Chef Herrn Doktor Gerhard Feuerbach
von der SINUS AG geschehen, der nach Pressemeldung in Polizeige-
wahrsam gekommen sein soll", fragte Claudius bekümmert. "Nach
längerer Untersuchung und Verhör kam er frei. Seither ist er spurlos
verschwunden. Wir such ihn. Ich denke, dass da ein Zusammenhang
bestehen könnte." "Mag so sein. Ich bin darüber schier sprachlos",
meinte Claudius verschlagen sagen zu müssen. "Und manchmal
scheinen gewisse Ermittlungsstrukturen voneinander nicht viel zu
wissen." "Wie meinen sie das, Stern?" "Ganz allgemein dahergesagt,
Herr Kommissar, ganz allgemein dahergesagt." "Wir sehen uns sicher
bald wieder. Ich verabschiede mich auf ´s Erste." "Ach, Herr Kommissar,
würden sie mir bitte ihren Amtsausweis vorzeigen", bat Claudius.
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„Ich habe einen Dienstausweis", entgegnete der vermeintliche
Kommissar. „Dann handeln sie wahrscheinlich gemäss internationa-
lem Seehandelsrecht in Unterstützung durch eine vom Volkswillen
getragene Verwaltungsinstitution eines Siedlungslandes." "Stern, ich
bin nicht nur Kriminologe, sondern auch Mediziner und Psychiater.
Es kann sein, dass man sie wegen ihrer Ansicht für geistig verstört
einzuschätzen gewillt werden könnte", mahnte der Kommissar. "Na,
das wäre dann nicht das erste Mal, dass man die Medizin und die ihr
angegliederte Psychiatrie quasi politisch missbrauchen würde", gab
Claudius barsch zurück. Der Kommissar verliess das Krankenzimmer.
Claudius verlangte umgehend auf Eigenverantwortung die Entlassung
aus dem Krankenhaus und begab sich auf den Weg zu einem Kostüm-
verleiher. Er brauchte Grufti-Szenen-Kleidung.
-------
Als er den Verleih betrat, kam ihm eine auffallend schrill bekleidete
Bedienung entgegen. "Was wünschen sie?" Sie waren allein im Laden.
"Ich möchte das Kostüm und die Requisiten ähnlich des Sehers
Nostradamus aus dem Film über die Prophetie im Zusammenhang
mit dem Tunier Heinrich des II von England." "Komm mit Schönling",
führte die Extravagante Claudius in ihre Kostümwelt. "Was suchen
sie genau?" "Etwas für die Grufti-Szene." "Da habe ich etwas sehr
ausgefallenes. Wie kommen sie auf Nostradamus?" "Der passt doch zur
Szene, gleicht er doch den Magiern aus dem Morgenland, die einem
Stern folgten, den nur sie sehen konnten. Der hat die doch so angeleitet,
dass es dem Jesuskind beinahe das Leben gekostet hätte." "Oh, ein
Wissender, hört, hört", erwiederte die Extravagante bewundernd.
"Ich weiss, dass viele vom Schow-Geschäft sich mit Mystik beschäf-
tigen. Ich denke, dass sie selbst damit zu tun haben, wo sie doch mit
Sicherheit auch das Theater bedienen." "Gut kombiniert, mein Lieber.
Ich liebe die Sterne." "Sie meinen Dämonen", bemerkte Claudius in
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fester Tonlage. "Na, na, rede nich´ so grob über unsere Freunde. Ich
empfehle dir dieses Kostüm hier. Es hat allerdings einen gehobenen
Preis." "Wie alles Gute im Leben", meinte Claudius. "Ich bin Stern-
zeichen Schütze, mit Aszendent Jungfrau. Vielleicht ergänzen wir
uns. Was bist du?" "Ich bin Nonmonitaerier, habe weder Geld noch
Kreditkarte. Was ich anbieten kann, ist nur mein Ehrenwort, dass ich
sicher freihand bezahlen werde." Claudius schlug mit der Handkannte
gekonnt zu, fing die Bedienung auf und legte sie sanft auf den Boden,
nahm das Kostüm, lief zum Verkaufstresen, öffnete die alte Kasse,
entnahm die Geldscheine und enteilte aus dem kleinen Verleih, über-
querte die Strasse. Er war ein Mörder und Räuber auf der Flucht.
Dumpfe, laute Musik dröhnte aus der Gothic-Discothek. Über dem
Eingang hing das Symbol des Gehörnten, gleich dem, wie man es von
den Konzerten in Wacken kennt. Er suchte in der Dunkelheit eine
schwarze Sonne, jene Auszubildende, deren Gesicht und das darauf
befindliche Tattoo er noch in Erinnerung hatte. Sein schwarzer Umhang
und die daran befestigte Silberkette mit Kreuz, Penta- und Hexagramm,
dem Halbmond, dem Ying-Yang-Zeichen, Winkelmass und das Dreieck
mit dem `allsehenden Auge´ aus dem Kostümverleih wirkten marti-
alisch. Er wollte und würde sie finden! Er durchstreifte mit dem ge-
füllten Totenkopf-Bierkrug das gespenstische Menschengetümmel
und besah die Gesichter von Hexern und von Hexen und von solchen,
die scheinbar und eventuell solche werden wollten. "Bist du neu hier",
sprach ihn eine eben solche von der Seite an. Er drehte sich um und
blickte direkt auf Lisas rechte Gesichthälfte. Er schaute sie ungläubig
und überrascht mit aufgerissenen Augen und offenem Mund an. "Ja, ja,
sicherlich." Er gewann wieder Fassung. "Ich bin auf der Suche nach
einem weiblichen Medium, welches noch nicht genau weiss dass es
eines ist. Ich weiss nur, dass es wahrscheinlich keinen Tueröffner zum
Geisterbereich, wie religiöse Riten und starke Drogen, benutzt und
das eine Sonne ihre ganze linke Wange ziert. "Das ist ja fast nicht zu
glauben. Bei mir ist das so. Siehst du", antwortete sie fragend und
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drehte ihm ihr ganzes Gesicht zu. "Wahrhaftig! Würdest du bitte die
Grosszügigkeit haben und mir einen Augenblick zu deiner Befragung
schenken, holde Schönheit", forderte er sie fast mittelalterlich süffi-
sant auf. "Ja, warum nicht." "Gut, gehen wir kurz nach draussen." Sie
liefen zur in der Nähe befindlichen Litfass-Säule, die im Schein
einer Strassenlaterne stand. "Ich heisse Ivan", stellte sich Claudius vor.
"Klingt fasst schrecklich. Ich bin Lisa", antwortete sie belustigt wahr-
heitsgemäss, wobei sie ihn musterte. "Lisa, ich suche die Sonne, die
mir im Traum erschien. Sie befand sich in einer Gefangenenzelle mit
einem älteren Mann. Es ging irgendwie um ein Bett. Es ging nicht
um Sexualität. Der Traum lässt mir keine Ruhe. Weist du etwas
darüber?" Lisa wurde fassungslos. "Das ist ja, das ist ja schon un-
heimlich! Das muss wohl mit dem alles verbindenden morphogene-
tischen Feld zu tun haben, so dass wir übernatürlich in Verbindung
stehen. Ich war da letztens mit meinem Ausbilder in einer, ich will mal
sagen, Haftanstalt. Sie ist aber eher etwas wie eine Polizei-Behörde,
etwas zwischen beidem." "Lisa, es gibt wahrscheinlich zwei dieser
Felder, eines des Guten und eines des Bösen, die sich teils überlap-
pen koennen. Wo genau ist der Ort, an dem du gewesen bist, bitte",
fragte Claudius gespannt. "Irgendwo hier in Büsum, warte, es war am
Kaiweg, Kaiweg 51, ja, Kaiweg 51." "Das ergibt Quersumme 6."
"Wie verstehst du das?" "Nicht wichtig. Lisa, ich habe dich getäuscht.
Ich hatte keinen Traum und du bist auch kein Medium. Merke: Halte
dich fern von schwarzer und der scheinheiligen, sogenannten weissen
Magie, Tarot, Alphabet-Tafel, Trance und der Hypnose und von religi-
ösen Weihungen. Die ARD-Dokumentation "Höllenleben, der
Kampf der Opfer, Ritueller Missbrauch in Deutschland" stellt eine
Spitze eines gewaltigen Eisberges dar. Finger weg von der Pyramide
des Eisbergs, sonst frisst dich der schwarze Eisbär, der als hell glän-
zend Erscheinde, gnadenlos, Schätzchen", ermahnte er sie mit ein-
dringlichem Blick. "Hoerst du die Musik aus der Discothek? Einige
Musikmacher haben ihr eine Grundfrequenz von 440 Herz verpasst,
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die agressiver stimmuliert, als die Zellheilfrequenz von 432 Herz, die
mit vielen in der Bibel benannten Zahlen in Zusammenhang gesetzt
werden kann. Ihre Heils-Prophetie erfuellt sich. Werde wachsamer!"
Er liess sie steh´n. Er wusste, dass er nicht mehr viel Zeit hatte, bis
man ihn wegen des Mordes an Thorsten weiter auf die Schliche kom-
men würde, was ohnehin seltsam überfällig erschien. Er musste
jetzt schnell handeln und lief Richtung Kaiweg. Er versuchte, eine
eventuelle Verfolgung zu bemerken, doch dergleichen war nichts fest-
zustellen. Nach einer halben Stunde stand er vor der Einfahrt eines
aus dem achtzehnten Jahrhundert stammenden und in der lauen Som-
mernacht im Laternenlicht unheimlich und mystisch wirkenden Back-
steinbaus eines Gross-Speichers einer alten Hafenstadt, der ganz allein
und wie verlassen im Kaiweg stand.
Plötzlich war es um ihn herum taghell. Mächtige Scheinwerfer
strahlten vom obersten Wandbereich des Speichers direkt auf die
Strasse und damit auf ihn herab. Geblendet erkannte er das von
einem Siegerkranz umrandete Symbol der roten Raute an der Spitze
des Eingangportals, das eines von zwei Säulen getragenen Daches
glich. Eine dunkle Gestalt mit schwarzem Hut trat allein auf ihn zu.
Es war der
Kommissar. "Wenn der Stern im dunklen Gewand im Finsteren nicht
gut strahlen kann, dann müssen wir eben mal das Licht leuchten
lassen, Herr Claudius." Claudius Stern schaute sich in alle Richtungen
um. "Flucht ist sinnlos, Stern. Egal, wo sie hingehen, wir werden es
immer wissen." Da wusste Claudius, dass sie ihm wärend seiner Ge-
fangenschaft und damit verbundenen Zeiten von Bewusstlosigkeit, die
er nicht erinnern konnte, einen Reiskorn grossen Sender unter die Haut
implantiert hatten, wovon irgend eine Körper-Strieme Zeugnis gewe-
sen sein muss. "Als sie sich auf den Weg hierher begaben, ahnten wir
bereits folgerichtig, dass das Ding hier sein müsste und dass es nur in
ihrer Zelle sein konnte. Wolltest es dir wohl wieder aneignen, um dich
freizupressen, stimmt ´s?", grinste der Kommissar überheblich. "Was
nun", fragte Claudius mit hilflos wirkendem Gesichtsausdruck. "Das
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Übliche, was sonst. Deine Organe lassen sich sicher noch gut ver-
werten. Du bist ein selbstgerechter Mörder, Herr Plattformkonstruk-
teur." "Deinesgleichen veranlassen zu Vermarktungszwecken Ent-
führungen von Kindern aus absichtlich geschaffenen Kriesenge-
bieten, und in der Wirklichkeit verwandelt ihr die Erde aus Gewinn-
sucht in ein Schlachthaus, Mann in Schwarz. Eure Systeme sind
Verwaltungssysteme leidvollen Sterbens. Eure Lehren sollen den durch
den Sündenfall in Eden eingesetzt habenden Sterbeprozess dauerhaft
legitimieren. Manche sterbliche Seele darf bald wiederkommen, aber
eben nicht jede." "Ich weiss, Stern, ich weiss. Ach, immer diese undif-
ferenzierten und abgetroschenen Pauschalaussagen; sie sind langweilig.
Stern, jeder, der ein Auto fährt, nimmt billigend Restrisiken gegenü-
ber anderen mit in Kauf. Ich sehe: Du trägst viele Zeichen. Jeder
Stern erlischt eines Tages. Ist es nicht so, Claudius?" “Du trägst alle
diese Zeichen unter einem verderblichen, unscheinbaren Einheits-Hut.
Ihr wollt eine Zentral-Welt-Herrschaft unter Dämonen formen, indem
ihr durch sie scheinbar die biblische Prophetie brutal in Erfüllung
gehen lassen wollt. Doch euer Baalskult ist längst durchschaut. Er
wird, wie prophezeit, scheitern. Und du, du bist wahrscheinlich kein
Kommissar", erwiederte Claudius fast kindisch in aufkommender
Todesangst, rang nach Selbstkontrolle und ergänzte: "Die von euch
vorgenommenen abstraktesten Abstraktionen eurer Realität wegen
deren schlechter Auswirkung zur Zukunftsgestaltung ist wie Kaffee-
satzleserei." "Zur Zeit sind wir noch die Behüter und Baumeister des
Rechts unserer Welt, dem Meister unseres Lichts der Verändrungen
mit Opferbereitschaft gehorsam", grinste der Kommissar. "Ihr seid
wahnsinnig. Selbst Eure Kinder demonstrieren schon weltweit auf den
Strassen gegen euren Wahnsinn", schrie Claudius laut.
In seinem letzten Augenblick sah Claudius Stern, wie Annabell auf den
vermeintlichen Kommissar hin in die Helligkeit der Scheinwerfer trat
und ihn küsste. Er spürte diesen kalten Hauch. Und ein schall-
gedämpfter Schuss drang durch die Nacht.
45

... Und sie wurden zu einem Ort versammelt, der auf Hebräisch
Harmagedon genannt wird (Offenb., K. 14, V. 14 u. 16) ...


Der Sinus-Mann

Ein Kurz-Roman ueber Okkultismus, rituellen Kindesmissbrauch,

UFOs und das damit verbunden scheinbar offensichtlich wahre

Verborgene ...

 

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