Hans Koslowsky

Die Fliege

Da ich Nachts nicht so gut schlafen kann versuche ich immer am Nachmittag

ein oder zwei Augen zuzumachen.

Aber leider ist das nicht immer möglich, da Fliegen oft das Zimmer mit mir

teilen.

So geschehen auch gestern Nachmittag.

Ein Ritual von mir ist es mich ins Bett zu legen, eine Zigarette zu rauchen und dabei ein Buch zu lesen, bis mir die Augen zufallen.

Schon in dieser Phase bekam ich keine Ruhe.

Eine kecke Fliege ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Sie sauste um meinen Kopf herum, setzte sich auf meine Nase und auf meine Lippen.

Da ich so etwas schon geahnt hatte liegt auf meinem Nachtisch eine Fliegenklatsche.

Das Buch in der einen Hand, dir Zigarette auf den Achsenbecher gelegt, griff ich zu dem Fliegenvernichter.

Normalerweise stören mich keine Spinnen oder Flattermänner, die vom Licht angezogen werden.

Meistens fange ich diese Tierchen mit einem Stück Papier und setze sie an die frische Luft.

Mein Motto ist dabei: Ärgerst Du mich nicht, ärgere ich dich auch nicht.

Anders ist bei Fliegen.

Nichts finde ich schlimmer als wenn kleine Füßchen an mir herumkrabbeln.

Also mit dem Gerät in der Hand wartete ich auf die Fliege.

Hm, irgendwo musste sie doch sein. Vielleicht ist sie sie aber auch schlauer als ich und sitzt in einer

Ecke, beobachtet mich und grinst sich eins.

Nein, war sie nicht.

Da ich morgens zu faul war meine Kaffeetasse vom Nachtisch zu holen musste die Fliege schauen, ob es da für sie noch etwas zu holen gab.

Man sagt immer diese Tierchen können nicht denken. Ich behaupte mal, dass das nicht so stimmt.

Naja, denken natürlich nicht, aber intuitiv handeln schon.

Da ich meinen Kaffeebecher nicht kaputt machen wollte, lies ich die Fliege grummelnd gewähren.

Aber auch ich kann mal Glück haben, wenn auch nur in kleinen, unwichtigen Dingen.

Sie setzte sich auf meine Bettdecke und beobachtete mich.

Da ich nicht die Anatomie einer Fliege kenne, behaupte ich mal,dass sie mich mit kleinen, schwarzen

Augen beobachtete.

Ganz langsam hob ich meinem Arm, um das zu tun was man tun muss um seine Ruhe zu haben.

Meine Arm sauste herab und die Fliege machte sich auf und davon.

Natürlich wurde ich bei dieser Action nicht müder, sondern wacher. Es konnte doch nicht so schwer sein eine kleine Fliege (vermutlich noch in der pubertären Phase) den Garaus zu machen.

Ich musste also mit Tricks arbeiten. Ein Trick ist dabei, die Fliege während ihrer Flucht von vorne zu erwischen. Macht man das andersherum hat man oft keine Chance.

Also wartete ich geduldig bis sich das Tierchen wieder auf meine Bettdecke setzte. Wir beide sahen uns in die Augen und ich war zu allem bereit.

Gaaaanz langsam hob ich meinen Arm um dann um so schneller zuzuschlagen. Ein Schlag, ein Treffer.

Endlich konnte ich meinen Mittagsschlaf weiter fortsetzen, oder war da noch eine Fliege, die Rache nehmen will???

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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