Angie Pfeiffer

Erdbeermund - Das erste Mal

Wir hatten gut gegessen. Die Wahl des Restaurants war ganz vorzüglich, auch wenn ich im ersten Moment gezweifelt hatte. Ich wäre von allein nie auf die Idee gekommen, hier zu essen.  „Du kannst mir vertrauen. Es sieht ein bisschen heruntergekommen aus, aber das Essen ist fantastisch“, hatte Andy mich mit einem Augenzwinkern beruhigt. So war es dann auch.
„Puh, ich kriege keinen Bissen mehr hinunter“, japste ich schließlich. „Obwohl ich gern noch ein Dessert genommen hätte. Aber das können wir auch bei mir haben. Ich habe nämlich eine fantastische Champagnercreme im Kühlschrank. Alternativ wäre auch noch eine gute Flasche Wein vorhanden. Mein Vorschlag: Wir machen jetzt einen Verdauungsspaziergang zu mir nach Hause, all zu weit ist es ja nicht. Und dann überlegen wir uns die Sache. “ Wieder das Augenzwinkern. „Ich kann selbstverständlich nachher mit dem Taxi nach Hause fahren. Übrigens kann ich dann gleich die Unterlagen für den Termin morgen mitnehmen, falls du etwas später ins Büro kommst.“  Jetzt war es an mir zu lächeln. „So stelle ich mir eine perfekte Zusammenarbeit vor.“

Wir saßen in meinem Wohnzimmer und unterhielten uns richtig gut. Die zweite Flasche Wein war geöffnet, eigentlich sollte ich locker sein, doch irgendwie fühlte ich mich eigenartig. Mein Gegenüber schaute mich auf eine ganz besondere Weise an, zärtlich, atemberaubend zärtlich. Dieser Blick brachte eine Saite zum Klingen, von der ich bisher nichts geahnt hatte. Das verwirrte mich abgrundtief und machte mich zudem ziemlich nervös.  ‚Das kann nicht sein’, dachte ich. Wie lange kannten wir uns schon? Wie oft hatten wir zusammen an den verschiedensten Meetings teilgenommen, wie oft Gespräche Face to Face geführt. Gut, wir mochten uns und ich schätzte die Art, mit der Andy immer genau Position bezog. Man wusste, womit man es zu tun hatte. Aber ich war die Vorgesetzte! Der verwirrende Blick aus zärtlichen brauen Augen mit einem ganz besonderen Glanz, das ging gar nicht. Wie sollten wir in Zukunft miteinander arbeiten? Ich schüttelte leicht den Kopf.
‚Was soll das’, rief ich mich zur Ordnung. Schließlich war noch nichts passiert. Wahrscheinlich bildete ich mir da etwas ein. Verlegen schenkte ich Wein nach, setzte mich betont entspannt hin, legte den Arm auf die Sofalehne. Irrte ich mich, oder war Andy näher gerückt? Warme Hände nahm meine eiskalten Finger, führten sie zum Mund. Ein sanfter Hauch, dann ein zärtlicher Kuss, der mich erschauern ließ. „Ist dir kalt?“
 Ich schüttelte den Kopf, wollte, konnte nicht antworten, konnte nichts über die plötzlich aufsteigende Begierde sagen.

Arme umfingen mich. Wieder dieser Blick, dann die Worte, leise, dahingehaucht.
„Ich will dich schon seit einer Ewigkeit. Es gab so viele Augenblicke, in denen ich kaum atmen konnte, weil ich dich so nah bei mir gespürt habe. Und kannst du dich an die letzte Weihnachtsfeier erinnern? Da hattest du so ein schwarzes Dings an. Das war ziemlich durchsichtig. Ich konnte ganz deutlich deine Brüste sehen. Deine Brustwarzen sind ganz steif geworden, als ich sie einmal – zugegebener Maßen – nicht unabsichtlich streifte. Danach habe ich mich allerdings zurückgehalten. Ich war sicher, dass jeder mir ansehen konnte, was ich empfand. Oder als wir die letzte Präsentation ausgearbeitet haben. Die ganze Zeit hatte ich den Duft deines Parfums in der Nase. Ich saß nah neben dir, konnte nicht mehr klar denken, weil ich mir immerzu ausmalen musste wie es wäre, dich zu küssen. Und jetzt ...“  Ehe ich mich versah, hatte Andy sich zu mir gebeugt und berührte meine Lippen. Erst sacht, bedächtig, dann leidenschaftlich, feucht und fordernd. Hände tasteten, noch vorsichtig, fast unsicher, öffneten die Knöpfe meiner Bluse. Ich stöhnte verhalten, half dabei, die störenden Kleidungsstücke loszuwerden.
Dann spürte ich wieder Andys weichen Mund. Sanfte Hände spreizten meine Schenkel. Ich gab dem Druck nur zu gern nach, stöhnte wieder, wand mich unter Andys Zungenspiel. Alles um mich herum wurde unscharf, einzig die zärtliche Berührung zählte, war Mittelpunkt des Universums. Es gab keine Bedenken mehr, keine Beschränkung, alles fühlte sich richtig an. Als ich die Augen öffnete, sah ich in Andys liebevolles Gesicht.
„Das war dein erstes Mal mit einer Frau, nicht wahr?“, lächelte sie.

Ich erwiderte das Lächeln. „Ja, und es war wunderbar. Aber jetzt musst du mir ein wenig helfen.“


Zaghaft berührte ich ihre kleine, perfekte Brust.
Und war schon wieder atemlos ...

© by Angie

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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