Wilhelm Westerkamp

Der Mensch als Gemeinwesen?

Diese Menschen stehen auch manchmal über bzw. außerhalb der Welt, so als wären sie nicht mehr am Leben beteiligt, welches unbestimmte Ängste bei dieser Art von Menschen auslöst, aber auch weniger starke, nämlich die Furcht, die eher pedantischer Natur ist. Denn die Individuen müssen zueinander stehen und nicht über die Welt hinausblicken wollen, weil sonst das Band zwischen ihnen reißt und sie können nicht mehr existieren, denn der Mensch gehört eben zur “Herde” und wäre sonst für “immer” verloren. Der Mensch braucht also die Begegnung mit anderen Menschen zwingend, denn nur unter Menschen spielen sich Ereignisse und Dramen ab, zu der es keine Alternative gibt.
Die Abhängigkeiten unter den Menschen ist also eine gesunde (außer den neurotischen bzw. den psychotischen), die einerseits den Menschen latent “unfrei” machen, aber in einer Weise, die das Individuum “gesund” bleiben lässt und die “Unfreiheit” durch die Abhängigkeiten untereinander dadurch nicht so zum Tragen kommt, resultieren durch diese Abhängigkeiten ja die lebensnotwendigen menschlichen Beziehungen durch die das Leben erst funktionieren kann.
So ist der Mensch auf der Welt einfach “Da”, auf dem er “Sein” kann und wäre man nicht “Da”, könnte man nicht mehr “Sein” und nicht mehr am Leben auf der Welt teilhaben. Deshalb löst ein weniger teilhaben können am Leben auf der Welt unbestimmte Ängste aus, weil dieser Menschenschlag sich vom Menschen aus irgendeinem Grund entfernt und diese Entfernung vom Menschen dann eine pathologische Struktur (vor allem in der Seele) bilden kann.
Das allein „Sein“ des Menschen existiert auf Dauer also niemals und kann deshalb nur in der Gemeinschaft mit anderen gelebt und geteilt werden.
Zu dem Ganzen gibt es noch die Hierarchie der Autoritäten, Menschen die einen Führungsanspruch geltend machen, die aber nicht unbedingt geliebt werden von der Gemeinschaft, weil sie Macht ausüben wollen, auf die, die unter ihnen stehen und die Unterlegenen sich somit in Gehorsam üben müssen, ob sie es wollen oder nicht.
Gebe es hypothetisch gesehen keine Menschen mehr, würde die Erde dennoch existieren, weil es sie faktisch wirklich gibt, so bevölkern die Menschen sie aber nur eine bestimmte Zeitlang, da sie ja sterblich sind und damit endlich. Aber ohne Menschen wäre die Erde ein öder Planet auf dem Nichts los ist und dauerhafte Langeweile vorherrscht. So ist diese Vorstellung zwar sehr bedrückend, so kann sie aber wiederum durch die Geburten von Millionen von Menschen widerlegt werden, wird die Erde also auf unbestimmte Zeit bevölkert bleiben, wenn auch nicht bis in alle Ewigkeit.

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