Heinz-Walter Hoetter

Dem Schicksal überlassen

Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.
Konfuzius

***

Durch mehrere Atombombentestversuche auf der Erde wurde eine mächtige, aber äußerst friedliebende Raum fahrende Rasse auf die Menschheit aufmerksam. Diese fremden Lebewesen fühlten sich irgendwie bedroht, weil sie befürchteten, dass eine neue, waffentechnisch hochentwickelte Zivilisation möglicherweise früher oder später für sie gefährlich werden könnte.

 

Aber das war nicht alles, wovor sie Angst hatten.

 

Sie wollten auf gar keinen Fall Krieg führen, um anderes Leben töten zu müssen.

Ihre Waffen dienten nämlich nur der eigenen Verteidigung und sollten sie ausschließlich vor unvernünftigen Aggressoren schützen. Noch nie in ihrer langen Geschichte hatten sie auch nur einen ihrer Artgenossen durch Anwendung von Gewalt getötet. Absolute Friedfertigkeit und größten Respekt vor allem Lebendigen war ihr höchstes Gesetz, ihr höchstes Ideal.

Kriege untereinander kannten sie nicht. So was war ihnen von jeher fremd.

 

Daher wollten sie unbedingt in Erfahrung bringen, mit welcher neuen Rasse sie es hier zu tun hatten, die derart gewaltige Atombombenexplosionen auf ihrem Planeten durchführen ließ und wozu das gut sein sollte.

Also schickten sie eines ihrer besten Raumkreuzer mit den fähigsten Spähern los. Sie sollten vorerst vom Mond aus unauffällig die Menschen beobachten und alles registrieren, was sie auf der Erde so anstellten.

Nach einem Jahr auf dem MOND und des ausgiebigen Observierens der menschlichen Rasse auf TERRA werteten sie alle Beobachtungen sorgfältig aus und kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass von der Erde und ihren zweibeinigen, aufrecht gehenden Bewohnern keine echte Gefahr für sie ausgehen kann.

Folgendes stand im Bericht an den HOHEN RAT ihres eigenen Planeten.

 

HOHER RAT!

 

Ein Erdenjahr lang haben unsere Späher vom Mond aus das Treiben der Menschheit auf dem Planeten Erde beobachtet.

Ja, diese Lebewesen verfügen über schlimme Massenvernichtungswaffen. Das ist richtig! Doch seltsamerweise setzen sie diese Waffen gegen sich selbst ein und bringen sich zu Millionen und Abermillionen damit um. Sie zerstören nicht nur ihre Städte, sondern vernichten auch ganze Landstriche, die hinterher nicht selten unbewohnbar für sie werden.

Wir verstehen das nicht!

Ein paar von uns haben eine Zeit lang unerkannt unter den Menschen auf der Erde gelebt.

Es war einfach grausam.

Wir konnten es bald nicht mehr ertragen und mussten das Experiment abbrechen. Mord und Totschlag, Lug und Betrug sind unter ihnen an der Tagesordnung. Sie töten unablässig und schlachten sich gegenseitig bestialisch wie im Wahn ab. Sie foltern und misshandeln sich, als ob sie unter einer schizophrenen Geisteskrankheit leiden würden. Dabei sind Hunger und Elend ihr größtes Problem.

 

Und nicht nur das!

 

Unsere Späher haben durch intensive Messungen mit Schrecken festgestellt, dass diese seltsam aussehende Rasse die Hunderte von Millionen Jahre alte, natürlich gewachsene Bios- und Ökosphäre des Planeten durch ihr absolut egoistisches Umweltverhalten zu großen Teilen schon irreparabel geschädigt hat.


Aber trotzdem geben sie keine Ruhe und machen mit ihrer krankhaften Selbstzerstörung permanent weiter. Es ist schier unfassbar!

Diesem äußerst negativen Bericht von der menschlichen Zivilisation auf TERRA müssen wir nichts mehr hinzufügen. Es erübrigen sich alle weiteren Ausführungen dazu. Details können sie im Anhang nachlesen. Ich würde es aber keinem empfehlen.

 

Wir kamen daher zum folgenen  Ergebnis:

Die Menschheit auf dem Planeten Erde zerstört sich selbst. Sie wird auf Dauer in dieser zivilisatorisch, aggressiven Form nicht überleben. Deshalb stellen die Menschen für uns keine echte Gefahr dar.

Überlassen wir sie ihrem natürlichen Schicksal!

Ich kann dem HOHEN RAT daher versichern, dass wir auch in Zukunft in gesichertem Frieden weiterleben können ohne unsere Waffen einsetzen zu müssen. Wir sollten dafür dankbar sein.

 

Es lebe der Frieden!

Es lebe der HOHE RAT!

 

 

Ende

 

©Heinz-Walter Hoetter

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