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Der Frauenversteher

JOLANDA UND RODERICK - EIN ERNEUTES SCHEITERN SCHEINT (IRGENDWIE) MÖGLICH!

(Szenen einer Doppel-Ehe)



Sie kennen keinen Feme-Handschuh? Nur einen Fehde-Handschuh? LESEN Sie:



Mir wirft man den Feme-Handschuh hin. Schon wieder. Genauer gesprochen, man schlägt ihn mir um die Ohren, an die 400 x. Warum? Na ja, weil ich die  Geheimnisse gern aufdecke. Die zwischen den Geschlechtern. Die ‘Informer’ werden immer diffamiert, gedisst, geshitstormt und denunziert. Es sind stets  Nestbeschmutzer, Genderwhistleblower und Geschlechter-Verräter. Wenn ein  Geheimnis von M>W von einem M ausgeplaudert wird, wird ihm nicht selten  Prügel von allen M angedroht. Wenn W>M von einer W sehr mutig übernommene Geheimnisse in aufnahmebereite Ohren flüstert, dann wird sie strikt und  heftigst gemieden. Zwar zu allerlei Events, Partys und Soirées eingeladen, aber strikt gemieden. Da sind Frauen sehr konsequent. Unbequem konsequent.

Hier ist EIN Argument (von insgesamt 2 Millionen 480.427 Argumenten), welches belegt, welch gravierende Unterschiede es zwischen Mann und Frau tatsächlich gibt. Warum diese beiden Geschlechter wenig miteinander anfangen können, sich aber dennoch brauchen. Dringend sogar. Sonst würde ja die Menschheit aussterben. Noch gibt´s genug von uns. Daher tangiert uns die eine oder auch  andere Scheidung wenig bis kaum. Auch bei Brangelina haben wir nur gezuckt. Einige haben sich, bei beiden Geschlechtern, die Lippen geleckt. Unbewusst.

Jolanda, 58, ein eher defensiver Charakter, nett, umgänglich und stets positiv denkend, liest Titus Malus´ „Eine dezidierte Auflistung aller 17 Millionen und  647.114 bislang bekannter Parallel-Universen im All, mit exakter Beschreibung aller bekannter, dorthin führender Wurmlöcher“, 1244 Seiten, Trostlos-Verlag  Schöllkrippen, 5,95 EUR, mit Vorwort der Generaldirektorin des CERN, Meyrin (Schweiz), Fabiola Gianotti, knapp 4 Zeilen lang (mit Bild). Sehr konzentriert. Sie kann das. Konzentriert lesen. So, wie Roderick nur seine Bauanleitungen liest. Fast schon studiert.

Etwas weiter entfernt sitzt dieser bereits angesprochene Roderick, 63, und bastelt am 17.550-teiligen Bausatz der  „MS Admiral Knuckelsack“ aus dem Jahr 1966. Er ist etwas dicklich, mit Kaiser Wilhelm-Bart und schlechten Zähnen. „Roddy“, wie ihn Jolanda zärtlich nennt, ist erst seit gut zwei Monaten ihr Ehemann. Dennoch geht der zweite Honeymoon dem Ende zu. Wie? Der zweite? Richtig. Jolanda und Roddy lernten sich zum Ende der damaligen DDR kennen. Sie kam aus Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, er aus Castrop-Rauxel (Ruhrgebiet). Und 1991 heirateten die beiden, im Prunk-Saal zu Schöllkrippen-Süd. Im sogenannten "Goldenen Saal". Getraut vom damaligen Bürgermeister Chlodwig Schneiderhahn. 2014 ging die Ehe in die Brüche. Chlodwig  Schneiderhahn sprach, schon 88jährig, sein "ausdrückliches Bedauern" in einem Telegramm an die in Scheidung befindlichen Eheleute aus. Ob man dieser von Gottes Hand geführten und vor Seinen höchstpersönlichen Augen geschlossenen ehelichen Gemeinschaft nicht noch eine Chance zu geben gewillt sei? Nein, man war, vor allem von Jolandas Seite her, nicht gewillt. Darob hörte man nie wieder von C. Schneiderhahn. Weder Jolanda noch Roderick.

Jolanda meinte damals, es seien „unüberbrückbare Differenzen“ gewesen, die zur Trennung führten. Es ist die übliche Information aller Reichen, Schönen und Berühmten, wenn die Presse so wissbegierig nach der Scheidung auf sie eindrischt. Dahinter steckt nicht selten ein dreister sexueller Wunsch, der vom Partner nicht erfüllt wird oder werden kann. Ehrlich, daran hakt es fast immer. Oder aber: Sie ist Mormonin und er Jehovas Zeuge. Und manchmal auch aus diesem Grund: Sie lebt vegan, er aber schlachtet selbst. Oder: Er liebt Hunde, sie aber lediglich Katzen. Möglich auch: Sie hatte mal was mit einem ehemaligen Mitglied der RAF, er ist Abgeordneter im Landtag für die AfD. Ab und an hatte ein Paar auch damit zu kämpfen: Er ist homosexuell und sie ist lesbisch. Aber das kommt relativ selten vor. Wirklich. Oft sind´s aber unerfüllte Sexwünsche. Glauben Sie´s nur.

Wie kann ein Mann sicherstellen, dass seine Lebensgefährtin nie wieder diese  Frage stellt: „Was denkst du gerade?“ Er sagt versonnen: „Oh Babe, ich denke immerzu und mit tausend Freuden an Analsex!“ Sie wird nie wieder fragen. Wie komme ich jetzt darauf? Nun, wie auch immer...  

2018, im späten Februar, die zweite Ehe. Zur Sicherheit nicht im Prunk-Saal zu Schöllkrippen. Man wollte sicher gehen und ehelichte in einer Kapelle, im schönen Bitterfeld. Eine Pastorin traute: Frau Cora Anlauff. Ein neuer Anlauf. Wieder mit mächtig Hummeln im Bauch. Bei beiden. So langsam neigt sich die Honeymoon-Phase dem Ende zu, dies ist statistisch belegt. Doch doch. Alles gesagt, wirklich alles ausgesprochen, alles ausprobiert und wirklich (fast) alles miteinander erlebt.... Vieles wird bei permanenter Wiederholung dröge. Sehr vieles. Ausgenommen Sex, Bier und Fußball-LIVE-Übertragungen.

Peinliches (Flatulenz-Gewitter beim übergewichtigen Roddy nach dem Taco- Exzess) und Wunderbares (Händchen halten am Grand Canyon), Gewaltiges (Roddys 94 Minuten Erektion vom 26. Februar 2018, ab genau 19 Uhr 45) und Mysteriöses (irrisierende, äußerst merkwürdige, tanzende Licht-Punkte, am  "Blautopf" bei Blaubeuren, Baden-Württemberg, am 6.5.2009, gegen 20:36 Uhr bei wunderbaren 24 ° Celsius, ein mäßiges, laues Lüftchen wehte).

Es gab viele Nackenküsschen und Lippen-Ohren-Zupfen, es wurde zärtlicher Nonsens in heiße Ohren geflüstert, es wurden neue Stellungen ausprobiert (erst im zweiten Anlauf!), ja und es wurde sogar zusammen gekocht, erstmalig, und zusammen Karaoke gesungen, in einer chinesischen Bar namens „Kotau“, nach etwa 12 Gläsern Mao Tai-Schnaps - Jo und Roddy hatten extra den Text des beliebten Liedes Bu ru chi hang auswendig gelernt - und schmetterten es dann vor gut 77 begeisterten Chinesen, allesamt volltrunken. Nicht einer hatte einen Kontrabass bei sich. Nicht einer. Aber noch heute prangt das Bild der verklärt grinsenden Jolanda und des Magenta gesichtigen Roderick an der Special-Promi-VIP-Wand des „Kotau“ in Schöllkrippen-West. An jenem denkwürdigen Abend (Roddy hatte seiner "Jolie", nie konnte er seine heimliche Liebe Angelina völlig aus dem Herzen verbannen, aber nur in seiner Fantasie war "Jo" seine "Jolie", damals ganz lieb die Haare zurückgehalten, als sie sich in der Männer-Toilette des Kotau mehrfach übergab) war diese Liebe so groß, so mächtig, so gewaltig, dass beide dachten, dieses Glück könne niemals zu Ende gehen. Nie!

Seit März 2018 hatte Roddy bereits 9 x die von Frauen so heiß geliebten Worte „Ich liebe dich!“ geflüstert, gerufen und gesäuselt. Meist kurz vor oder gleich nach einem vollzogenen Geschlechtsakt. Jolanda hatte sich nicht mehr als ein knappes „Hab dich sehr lieb, Roddy“ abringen können.

Ist dies die Vorsicht des Weibes angesichts eines leicht aufgewärmten Glücks mit ein und demselben Kerl? Ist es die Umsicht und wissende Ahnung der Frau, dass es mit jedem Mann irgendwann (wieder) schwierig wird? Werden muss? Ergo mit JENEM ebenso? Es ist dieses beunruhigende Gefühl im Magen einer liebenden Frau, das zur strikten Vorsicht mahnt. Auch in den glücklichsten Phasen. Warum dieses Wissen um das Streben eines Mannes nach dem Untergang? Niedergang? Abgang? Steckt das in den Genen? Warum scheitern Männer in ihren Beziehungen?

Weil sie grundsätzlich mit der Zeit etwas abfallen? Was Zuneigung, Mühe und Kavaliers-Attitüde betrifft? In dem Maße, da der Bier-Konsum und vor allem der Bauch zunimmt, nimmt auch gleichzeitig die Zuneigung rapide ab, sagte einst Bealind  Zorn. Wenn er also aufhört, die von Jolanda so geschätzten Ceratostylis rubra-Orchideen mit diesen kräftig orangen Blüten am Valentinstag zu überreichen, wenn er nicht mehr den Bauch einzieht, so er auf der Seite liegt und sie sich von hinten an ihn drückt und  ihren Arm um ihn schlingt, wenn er das tägliche Joggen auf 2 x die Woche  reduziert und dann, abrupt, ganz einstellt, wenn der blöde Kerl plötzlich vor ihr die Zehennägel schneidet und den verschorften Huf so belässt, obschon jetzt die Freibad-Saison beginnt, wenn er nachts beim Furzen nicht mehr mit der Bettdecke fächelt, um den Gestank nicht ins Plumeau dringen zu lassen, dann, ja dann scheint es nicht mehr weit bis zu jenen erneuten „unüberbrückbaren Differenzen“. Gebt  Euch Mühe, ihr Mistkerle, denn sonst sind sie eines Tages weg. Der Zettel am Kühlschrank sagt es so deutlich: „Lieber X, geh in dich und nicht weiter außer dir (Denn vier neue Löcher im Gürtel sind für dich ja nicht mal der Ansatz eines  Warnzeichens; und dafür hast du Simpel dir sogar eine teure Schuster-Ahle gekauft, die du Trübnickel auch noch vor mir zu verstecken suchtest... Denkst du denn, ich merke das nicht? Zwischen deinen ungeliebten Krawatten... Das soll ein gutes Versteck sein? Tumbi!)! Ich verlasse dich hier und heute. Etwas Käsefondue findest du noch im Kühlschrank. Und jetzt ruf deine Mutter an, du Heulsuse! >Bitte rufen Sie nicht uns an, wir melden uns bei Ihnen!< Ciaoilein! - Deine gewesene Göttergattin! PS: Die Hodenpeitsche habe ich mitgenommen. Nur, um dich zu ärgern, Dummbeutel! Und auch den silber-roten Schlüsselanhänger vom 1. FC Köln mit dem kleinen Hennes, dem IV., dran. Futschikato... Ha! Ich weiß, dass du jetzt die Fäuste ballst, Dämlack!!"



Wahrscheinlich der erste und einzige Brief an X, in dem es ein Semikolon gibt! Für X bleibt, auch nach diesem langen Brief, der Einsatz eines Semikolons ein echtes Änigma. Warum gibt es diese Dinger überhaupt? Muss man das haben? Genau das gleiche bei diesem verflixten accent circonflexe oder wie das heißt. Warum sollte man ein Dach über einem Vokal schweben lassen? Warum nur?? Ergibt das Sinn? Oder Bananen-Plastik-Aufbewahrungs-Dosen - in Form einer Banane... Was zum Teufel soll das bloß? Aber ich schweife ab. Sorry.

Worauf ich hinaus will. Eben sieht Jo ihren Roddy nahezu zärtlich an und sagt dann, sehr lieb, mit einem seelenvollen, wundervollen Timbre: „Ich mag dich!“



Roddy denkt, er hat nicht richtig gehört. Wie bitte? Sie mag mich? Nach all der Zeit, nach all diesen Jahren? Sie mag mich? Werde einer aus den Mädels schlau! Er  sagt, reichlich angefressen: „Jens-Peter mag seinen Zwerghamster. Und Irene mag ihre Stereo-Anlage. Ich hab gehört, dass Jochen sein Auto sehr mag. Und ich glaube, Karin mag ihre Fingerhut-Sammlung. Klein-Frieder mag sicherlich sein Fahrrad. Ich mag Schiffsbausätze. Und du magst keine Hunde! Also, was soll das mit dem Mögen, Jolanda, hm? Was heißt das? Ich liebe dich! Und ich erwarte geliebt zu werden. Ohne Kompromisse. Mit „Ich mag dich“ komme ich nicht zurecht. Das ist mir zu wenig. Lieb mich bitte, gefälligst, unverzüglich. Ich fordere Liebe ein! Wir sind erst seit wenigen Wochen verheiratet. Da hat doch wohl ein Mann das Recht darauf, heiß begehrt und, vor allem, auch geliebt zu werden, ja?. Hat er das? Ja, hat er...“ Schnauft laut, während er lustvoll schmollt. Und konzentriert hasst. Grummel...



Sie steht auf, legt das mächtige Buch beiseite und kommt zu ihm. Sie küsst ihn auf die Nasenspitze und murmelt: „Du dummer, dummer Kerl du...“ Das sagt sie fast zärtlich. Und er brummelt nur: „Da kenn sich einer aus... Wenn ich nur einmal eine Chance hätte, auch nur im Ansatz zu begreifen, was da so alles in deinem Brägen vor sich geht... Nur einmal. Und nur im Ansatz...“ (SEUFZT)

Sie sagt: „Wenn du eine Ahnung hättest, wäre es nicht halb so spannend. Die ganze Geschichte, meine ich. Zwischen Mann und Frau. Und was wäre all das ohne Spannung? Farblos, dröge, langweilig. Ist Spannung nicht so viel besser? Dummerle! Sei´s zufrieden, Tapperl. Wir alle haben es in den Genen, verstörend auf die Männer zu wirken. Wir WOLLEN geheimnisvoll, seltsam, merkwürdig, bizarr und bisweilen völlig unvernünftig wirken. Ja, das wollen wir. Weil wir dadurch interessant sind und bleiben. Wie ein Mondfisch Eier legt, so haben wir von der Natur her die Aufgabe mitbekommen, euch Männer zu verwirren. Und es gibt nichts Anrührenderes, nichts Köstlicheres als eure belämmerten Gesichter nach einer für euch total verwirrenden Aussage. Warum wählen wir nie den Tisch in einem Restaurant, den ihr uns mit einer ausholenden Armbewegung so nett anbietet? Warum lassen wir kein gutes Haar an eurer neuen Kollegin, die noch so toll und kompetent sein mag und von der ihr mit sprühender Lippe Witziges zu erzählen wisst? Warum telefonieren wir lautstark während des Finalspiels einer Fußball-Weltmeisterschaft mit unserer besten Freundin, gute 45 Minuten lang? Warum?

Du hast keine Antwort? Nun, ich weiß sie zwar, aber du erfährst sie nicht. Denn es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir unsere Ambivalenz, unser Chaos in Kopf und Bauch, unsere Unentschlossenheit in gewissen Dingen, und, vor  allem, unsere nahezu penetrante Wankelmütigkeit in allen emotionalen und zwischenmenschlichen Bereichen, stets unerklärt und ungeklärt lassen. Und dies nur, um euch Kerle zum Nachdenken zu zwingen... Denn dann schleicht sich auch in deinen tumben Schädel, nach Fußball, Sex und Bier schon mal dein Mädel. Warum ist es so? Warum hat es das jetzt gesagt? Warum macht es das? Warum ist es so kompliziert?

Das Mädel. Dein Mädchen.

Ich weiß, du hast es lieb. Und ich? Ich mag dich, Wamperlfriederl. Ja, ich mag dich. Und das kommt fast einer Liebeserklärung gleich. Aber das kapierst du nicht. Warum nicht? Weil du ein dummer großer Junge bist. Der Schiffe nach einem Plan akribisch zusammenbaut. Und wenn du fertig bist, wirst du traurig. Warum? Weil der Weg ja das Ziel ist. Und am Ziel wird dir klar, dass jetzt eine große Leere kommt. Was jetzt? TV? Alle Kanäle durchzappen? Sicherlich kein Buch lesen. Geschweige denn Pläne für einen Theater-, Museums- oder Opern-Besuch machen. Auch nicht weiterführende, tiefsinnige Gespräche mit vielseitig interessierrten, anspruchsvoll-geistvoll-wertvollen Zeitgenossen führen - nämlich mit mir, zum Dreitage-Bart! Mit mir! Ich bin doch DA! Du aber schaust 10 Kerlen nach, die einem Ball hinterher hecheln. Und säufst Bier dabei. Kratzt dich am Sack in deiner Trainhingshose, frisst Tacos und freust dich deiner einfältigen Natur und deines eintönigen Lebens. Nur, wenn mal rein gar nichts anderes läuft, schaust du dir Frauenfußball an. Das lässt tief blicken. Mir gegenüber hast du mal die Ansicht geäußert, dass selbst Wasserball spannender als Frauenfußball sei. Oh diese Überheblichkeit...

Eine Sprache lernen? Abendschule? Yoga-Lehrgang? Ein Instrument erlernen? Warum kommt ihr tumben Burschen nicht auf solche Ideen? Es muss immer so profan und konformistisch sein. Bier, Fußball und Kumpel-Gespräche in Nackt-Bars machen euch froh und glücklich. Auch Internet-Pornos und Autos. Ebenso Boxen, Formel 1-Rennen und Big-Boobs-Wet-T-Shirts-Contests. Warum? Dieser Frage gehen wir Frauen bereits seit ewigen Zeiten nach. Und wir finden absolut keine Antwort. Und IHR fragt EUCH, warum zum Teufel wir mitunter ‘schwierig’ sind? Du hast zum Ende unserer 1. Ehe gemeint, ich hätte, und ich zitiere leider wörtlich, „an 300 Tagen des letzten Jahres deine Tage gehabt“. Mal ganz und völlig abgesehen davon, dass mir dies schon aus physischen Gründen nicht mehr möglich war, damals, ist das eine so typische maskuline Aussage, dass ich mich weigere, darauf etwas anderes zu entgegnen als „Ich verlasse dich!“ Pronto. Zack Zack.

Und ich habe meine Koffer gepackt. Am selbigen Tag. Erinnerst du dich, Dusseltier?"

Und Roderick erinnerte sich. Ungern zwar, aber er erinnerte sich. An all dem Gesagten war durchaus etwas dran. Aber gerade jetzt und in diesem Moment gierte er nach einem LIVE-Fußball-Spiel, nach 4 oder 5 kalten Flaschen Bier - und einem netten Abend mit seinen Buddys Nick und Jens-Peter, in der Tittengrotte (Schöllkrippen-Mitte). Doch, eine Annäherung zwischen Mann und Weib ist möglich. Aber unwahrscheinlich. Versinnbildlicht dargestellt: Die Erschaffung Adams von Michelangelo Buonarroti in der Sixtinischen Kapelle. Hier berühren sich die Finger Gottes und Adams FAST, aber eben nicht ganz. Man ist sich sehr nahe. Doch man sieht sich nur intensiv an. Eine Berührung (hier: Im übertragenen  Sinne!) findet nicht statt. Wer eine Frau überzeugen will, muss sie im tiefsten Inneren, in der Seele berühren. Mir Bier- und Zigaretten-Atem plus Currywurst-Odem, nach durchzechter Nacht, stinkend und furzend, wird ihm das nicht so recht gelingen. Er berührt lediglich ihren Nervus Olfactorius (den Riechnerv), und das im peinlichsten Wortsinn. Ein strenger Hecht geht von ihm aus. Und nur wenige Frauen finden das attraktiv. Sie denkt: Uff, der Kerl stinkt wie ein nasser Biber. Der darf heute mal auf der Couch nächtigen... Pungent stench... Uijegerl.



Hier verlassen wir das junge Paar Jolanda und Roderick. Haben die beiden eine Chance? Eine reelle Chance? Wahrscheinlich nicht. Alles Entstandene endet. Was auch immer fleucht, kreucht und dumm herumsteht, es muss letztlich zu Staub und Asche zerfallen. Der Weg aller Wesenheiten und von Menschen in Jahrtausenden Erschaffenem... Vernichtung und Tod ist das Ziel! Tand, Tand, von Menschenhand.



Und da wundern sich die Männer noch? Vor allem, da ich es ja jetzt so klar und überdeutlich veranschaulicht habe? Wie jetzt, es lesen... nur noch...  Frauen...? Die Männer haben sich längst ein Bier geholt und sitzen vor der Glotze? Fußball?? (Wer spielt denn?) Schock!



Da kann man wohl nichts machen. Dann bleibt es also beim Status quo. Auch egal. Ich hab eh keine Freundin. Obschon Hoyt Byffort mal gesungen hatte: „I got a girlfriend, that´s better than not having a girlfriend“. Werde ich noch mal eine haben? Wer weiß. Werde ich sie dann in der Seele berühren?? Wer weiß....  Habe ich noch kaltes Bier im Kühlschrank? Ich sollte meine Freunde anrufen. Vielleicht wird ein Spiel übertragen. Das könnten wir uns zusammen ansehen. Und wilde Bier-Stakkato-Fürze ins Sofa bollern und uns dabei scheckig lachen. Muss das ALLES so? Ja, das muss so. Unabänderlich. Das ist ein ewiger Kreislauf der gegenseitigen Enttäuschungen. Zwischendurch ein kleines Liebes-Intermezzo. Tröstlich. Oder? Wie denken Sie darüber, Frau X? Darf ich Sie zu Bier, Fußball-Übertragung im Pay-TV-Sender und Ravioli einladen? Bei mir zuhause? Nein?? I NEED LOVE!

Und ich bin doch ein Frauen-Versteher! Warum versteht MICH denn dann keine? Hallo?? Ist wer da draußen? Am liebsten weiblich. Nein? Fuck!!




The sad and bitter end

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.06.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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