Heinz-Walter Hoetter

Wiedersehen mit ODIN

Die rote Scheibe der untergehenden Sonne versank langsam am fernen, Wolken durchzogenen Horizont, die mit ihren letzten schwach wärmenden Lichtstrahlen die ruhig da liegende See und die flache, weit ausgedehnte Küstenlandschaft goldgelben überflutete. Am verblassenden Gestirn vorbeiziehende Wolken erzeugten dabei abwechselnd ein grandioses Schauspiel schnell dahin huschender Licht- und Schattenfelder. Man hatte dabei den seltsamen Eindruck, als liefen all diese faszinierenden Naturerscheinungen, von unsichtbaren Göttern angetrieben, gleichzeitig gemeinsam um die Wette.

 

Der junge Nick Brennan saß am Ende des hölzernen Steges, der einige Meter weit auf das ruhige Meer hinausführte und den schönen Namen "Regenbogenbrücke“ trug. Sein Blick war auf die kleinen Wellen gerichtet, die in regelmäßiger Folge sanft gegen die wuchtigen mit Algen und Moosen überzogenen Holzpfosten plätscherten.

 

Wie erhaben und voller Weisheit ist doch die Ewigkeit des Augenblicks“, sinnierte er so vor sich hin, als er das stetige Auf und Ab der quirligen Wellenbewegungen zu seinen Füßen hingebungsvoll betrachtete.

 

Hinter seinem Rücken ebbte die lebhafte Geräuschkulisse des ausklingenden Tages langsam ab, um schließlich die der kommenden Nacht Platz zu machen.

 

Plötzlich bildete sich zu Nick Brennans Füßen ein kleiner Strudel, aus dem ein prachtvoller *Fisch emporschoss, der von seinem eigenen Schwung weit aus dem Wasser getragen wurde, um mit einem heftigen Platschen im nächsten Augenblick wieder darin zu verschwinden. Wie eine Fontäne spritzten Wassertropfen nach allen Seiten und benetzten die Haut des jungen Mannes, der durch die kühlende Wirkung des Wassers schlagartig aus seiner tiefen gedanklichen Verlorenheit zurück ins Hier und Jetzt gerufen wurde.

 

Der junge Mann, mit den langen blonden Haaren und dem braun gebrannten Gesicht, schaute den abklingenden, sich nach allen Seiten gleichmäßig ausbreitenden Wellenringen noch einige Augenblicke nach, die der Fisch hinterlassen hatte und warf, bevor er ganz aufstand, der langsam versinkenden blutroten Sonne einen letzten Blick zu. Dann drehte er sich um und ging mit festen Schritten den Steg zum Festland zurück.

 

Mittlerweile hatte sich in der beginnenden Dämmerung überall die Beleuchtung eingeschaltet und sie deutete an, dass das Nachtleben in der vor ihm liegenden Stadt MIDGARD bald beginnen würde, in deren Mitte auf einem hohen Felsen eine mächtige Burg thronte. Die Luft war warm und vom Meer her wehte ein frischer Wind, der mit einem angenehm würzigen Geruch angereichert war.

 

Der schmale Strandweg führte ihn direkt an den Rand der Promenade, wo Nick Brennan auf einen alten Mann traf, der gebratene Fische anbot, die über einem alten Holzkohleofen saftig dahin schmorten. Der junge Mann blieb stehen, holte ein paar Münzen aus der rechten Hosentasche, bestellte einen Bratfisch mit Weißbrot und setzte sich an einen der beiden Tische, die in der Nähe des Grills standen. Während er aß, blickte ihn der Alte zwischendurch immer wieder aus den Augenwinkeln an.

 

Ich habe dich hier noch nie gesehen. Bist du neu hier?“ fragte er Brennan plötzlich neugierig.

 

Na ja, ich bin erst vor kurzer Zeit hier eingetroffen. Ich hab’ mir eigentlich noch keine Gedanken darüber gemacht, seit wann ich hier bin. Ich bin einfach zu beschäftigt mit anderen Dingen“, antwortete der junge Gast, während der Alte darauf hin verständnisvoll mit dem Kopf nickte. Er schwieg eine Weile und beschäftigte sich mit dem Holzkohlefeuer, das er jetzt mit einer langen Eisenstange schürte.

 

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich dich eine Zeitlang beobachtet, als du dort draußen auf dem Holzsteg warst, den man bei uns „Regenbogenbrücke“ nennt. Du warst ganz plötzlich da und hast anfangs ziemlich mitgenommen ausgeschaut. Mir kamst du halbtot vor. Aber jetzt scheint es dir ja wieder besser zu gehen. – Ich darf dich doch duzen, oder?“

 

Ich habe nichts dagegen.“

 

Der Alte nickte und schaute Brennan noch freundlicher an.

 

Mhm, wie ich sehe, bist du ein ehrlicher Kerl. Ich bin übrigens Odin. Ich lebe gerne am Meer, denn es ist für mich der schönste Ort auf dieser Welt. Wasser bedeutet Leben, und das Meer ist ein Universum des Lebens. Die frische Luft ist einfach herrlich, stärkt die Gesundheit und von meiner Fischbraterei, die ich nebenbei betreibe, kann ich ganz gut leben. Was will ich mehr?“

 

Das freut mich für dich, Odin. Wer zufrieden ist, der ist auch glücklich und umgekehrt“, antwortete der junge Mann und aß genüsslich an seinem Fisch weiter.

 

Trotzdem hatte die ganze Situation etwas Unwirkliches, etwas Magisches an sich. Jedenfalls empfand es der junge Brennan so. Die Holzkohle knistere unter dem gusseisernen Grillrost und das trübe Licht der alten Gaslaternen der einsam daliegenden Promenade leuchteten die nähere Umgebung nur diffus aus. Alles lag in einem geheimnisvollen Halbschatten. Überall liefen seltsam aussehende Gestalten herum, manche waren alleine unterwegs, andere in großen Gruppen.

 

Als Nick Brennan mit dem Essen fertig war, fiel es ihm schwer, sich von dem Tisch wieder zu erheben. Irgendwas erschien ihm anders geworden zu sein. Nur konnte er nicht sagen, wer oder was dafür verantwortlich war. Seine Gedanken wanderten von ihm weg, und wieder wurde er von dem seltsam anmutenden Gefühl beschlichen, als hätte er eine andere Welt betreten. Er zögerte deshalb einen Moment, rieb sich mit beiden Händen ein paar Mal durchs Gesicht, als wollte er damit einen Traum verjagen und riss sich schließlich mit aller Gewalt zusammen. Dann erhob er sich und stellte sich in die Nähe des dampfenden und knisternden Grills, wo der alte Odin stand und gerade die Bratfische wendete.

 

Der Alte schaute wieder zu ihm rüber und hob dabei seine rechte Hand, als wolle er sich von seinem späten Gast verabschieden. Er lächelte etwas schief.

 

Du bist so lebendig, mein Junge, dass es mich ein wenig schmerzt. Ich hoffe, dass für dich die Sonne noch oft aufgehen wird, ganz egal welche, und wo du auch immer sein wirst da draußen in den unendlichen Weiten des Universums. Und eines Tages kommst du bestimmt hierher zurück an diesen schönen Ort, der ‚Asgard’ heißt. Weist du, den schicksalhaften Lauf der Dinge kann niemand von uns aufhalten.“

 

Nick Brennan dachte darüber nach, woher der alte Mann überhaupt wusste, dass er ‚Asgard’ verlassen würde? Er hatte darüber kein Wort verloren. Oder stand es ihm vielleicht deutlich im Gesicht geschrieben?

 

Vielen Dank, Odin! Der Fisch hat sehr gut geschmeckt. Aber ich muss jetzt gehen. Vielleicht sehen wir uns ja doch irgendwann einmal wieder. Ich hoffe, dass du dann noch da bist. Und wenn nicht, dann werde ich mich deiner erinnern. Das verspreche ich dir. Ich wünsch’ dir jedenfalls alles Gute. Lebe wohl, mein Freund!“

 

Der alte Odin nickte mit dem Kopf. Sein Blick schweifte bedeutungsvoll in die Ferne.

 

Nick Brennan ging auf den Alten zu und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. Der verblassende Feuerschein der roten Holzkohlenglut flackerte unruhig in ihren Gesichtern und Nick konnte sich nicht des Eindrucks erwehren, dass dem alten Mann ein paar Tränen über seine hohlen, aber majestätisch wirkenden Wangen kullerten. Er tat jedoch so, als hätte er sie nicht gesehen.

 

Dann drehte sich der junge Mann energisch um und schritt gedankenverloren über eine breite Steintreppe rauf zu einer mit Eichen bewachsenen Anhöhe, wo er zwischen ihnen in der Dunkelheit der Nacht verschwand.

 

Brennan hatte noch eine weite Reise vor sich. Er musste zurück in seine Welt.


***


Der Gleiter erreichte die Startrampe und blieb schließlich mit leichten Schaukelbewegungen stehen. Brennan stieg aus. Ein Techniker des Bodenpersonals übernahm das radlose Antischwerkraftgefährt und fuhr es zurück in einen Hangar, der weit am Rande des Raumflughafens stand. Der junge Raumfahrer trat auf die Transporter-Plattform, die ihn zur Eingangsschleuse seines Raumschiffes bringen würde. Dort angekommen, bestieg er einen Fahrstuhl zum Cockpit des interstellaren Kugelraumers RAPTOR STELLAR und wies den Bordcomputer schon auf dem Weg dorthin an, die notwendigen Startvorbereitungen zu treffen. Keine zwanzig Minuten später war es dann soweit. Der Computer gab grünes Licht für den Start des gewaltigen Raumschiffes.

 

T minus vier“, plärrte es aus dem integrierten Helmlautsprecher des Raumanzuges. „Alle Systeme OK! Start der primären Antriebseinheit in T minus drei Sekunden. Antimateriekonverter läuft auf Maximalleistung.“

 

Nick Brennan bestätigte. Er konnte bereits das Grummeln der mächtigen Antimaterie-Triebwerke und das Vibrieren der inneren Strukturen des Kugelraumers spüren, der noch von gewaltigen Startklammern am Boden festgehalten wurde.

 

Das Vibrieren hatte sich mittlerweile zu einem regelrechten Donnern verstärkt. Brennan bemerkte, wie um das Cockpit herum plötzlich blaue Energiezungen zu tänzeln begannen, die sich an manchen Stellen zu elektrischen Entladungen in Form von züngelnden Blitzen herausformten. Irgendwas stimmte hier nicht. Sein Gefühl sagte ihm, dass er den Countdown abrechen sollte. Aber er konnte den Start des Sternenschiffes in dieser Phase eigentlich nicht mehr aufhalten.

 

T minus eins“, hörte der junge Raumfahrer noch, während die Geräuschkulisse zu einem wahren Orkan anschwoll. Alle Instrumente zeigten noch „grün“, die aber plötzlich um einige Nuancen dunkler wurden und in ein leichtes Rot übergingen. Die heiße Phase des Starts war eingetreten und in wenigen Sekundenbruchteilen würde sich der Kugelraumer nach dem Lösen der Startklammern in den dunklen Nachthimmel erheben.

 

Schweißperlen liefen Nick Brennan über die Stirn, als er auf einmal ein seltsames knirschendes Geräusch vernahm, dass nichts Gutes erahnen ließ. Seine dunkelsten Befürchtungen bestätigten sich. Die Bordinstrumente spielten plötzlich verrückt und auf dem Steuerpult blinkten wie stumme Schreie immer mehr Warnlichter. Der junge Raumfahrer Nick Brennan geriet in Panik. Hinter dem abgedunkeltem Visier seines Helmes konnte man jetzt ein weit aufgerissenes Augenpaar erkennen, das hilflos dem kommenden Schrecken der sich abspielenden Ereignisse ausgeliefert war.

 

Dann geschah es.

 

Die Strukturen des Raumschiffes lösten sich plötzlich wie Butter in der heißen Sonne auf. Ein Energiewirbel außerhalb der Hülle verdichtete sich zu einem gleißend hellen Strudel, der um den explodierenden Kugelraumer herumwirbelte, um ihn Augenblicke später gnadenlos in Stücke zu reißen.

 

Wenige Sekunden danach erfüllten dumpfe Detonationen den großangelegten Raumschiffhafen und die RAPTOR STELLAR verglühte parallel dazu in einem gewaltigen urzeitlich aussehenden gelbroten Feuerball, als hätten die Götter ausgerechnet an diesem Ort des Universums den Schlund der Hölle geöffnet. Das Inferno war unglaublich und schien überhaupt kein Ende zu nehmen.

***

Im Cockpit der RAPTOR STELLAR herrschte das reinste Chaos. In nur wenigen Sekundenbruchteilen hatte sich kurz nach der verheerenden Detonation die autarke, explosionsgeschützte Steuerkanzel vom auseinander berstenden Kugelraumer getrennt und flog jetzt, angetrieben von einem kleinen Raketenantrieb, mit irrsinniger Geschwindigkeit über das offene Meer. Als der Notantrieb seine Energie verbraucht hatte, verlangsamte sich der Flug der Steuerkanzel und wenige Augenblicke später öffneten sich zwei riesige Fallschirme, an deren langen Seilen die Brand geschwärzte Kanzel langsam der ruhig daliegend See entgegen schwebte.

 

Die Steuerkanzel schlug hart auf die Wasseroberfläche auf. Ein besonders heftiger Stoß ließ den jungen Raumfahrer jetzt in seinem Pilotensitz hin und her schleudern, obwohl er fest angeschnallt war. Er blieb sekundenlang benommen liegen, dann löste er die Sicherheitsgurte, richtete sich auf und versuchte, in der geräumigen Kapsel auf die Füße zu kommen. Kraftlos fiel er auf den harten Metallboden der Steuerkanzel.

 

Schließlich gelang es ihm, sich ein Stück an der seitlichen Wand hochzuziehen und den Sicherheitsmechanismus der Notluftschleuse zu betätigen. Ein heftiger Ruck ließ seine Hand vom Griff der Schleuse abrutschen. Ein stechender Schmerz durchzuckte seinen Arm, als er mit seinem Ellenbogen auf dem harten Metallboden der Steuerkanzel aufschlug. Ungeachtet dessen arbeitete sich Brennan wieder hoch und erreichte den rot markierten Griff ein zweites Mal, den er jetzt mit beiden Händen fest umschlossen hielt. Dann zog er ihn kräftig nach unten.

 

Er hatte schon von vorne herein gewusst, was ihn erwartete, aber die herein stürzenden Wassermassen waren erdrückend. Das Wasser versuchte, ihn mit aller Gewalt von der kleinen Luftschleuse wegzudrücken, und Brennan kämpfte deshalb verzweifelt gegen die kalten Fluten an. Schließlich war der Innenraum der Steuerkanzel vollständig mit Wasser gefüllt und es gelang ihm, sich mit ein paar kräftigen Stößen seiner Füße durch die Schleuse aus der Kanzel hinauszukatapultieren, die langsam im Meer versank. Erst an der Wasseroberfläche sah Brennan, wie groß die autarke Steuerkanzel in Wirklichkeit war, die beim Absinken einen Strudel erzeugte, der ihn erfasste und umher wirbelte.

 

Der junge Raumfahrer kämpfte mit aller Macht gegen den wachsenden Sog an, doch es schien ein hoffnungsloser Kampf zu sein. Sein verletzter Ellenbogen fühlte sich taub an und behinderte ihn noch zusätzlich beim Schwimmen, da er ihn nicht vollständig unter Kontrolle hatte. Brennan atmete Wasser ein. Seine Lungen begannen bereits zu schmerzen, doch er wehrte sich gegen den nassen Tod ohne Unterlass. Dann wurde er unter Wasser gedrückt.

 

Das rettende Licht über ihm wurde trüber und trüber, bis es ganz verschwand. Immer tiefer wurde er hinabgezogen.

 

Nach einer ewig vorkommenden Zeitspanne gelang es Nick Brennan irgendwie aus dem Strudel zu entkommen. Weit unter sich sah er den klobigen Schatten der Steuerkanzel der RAPTOR STELLAR in der Dunkelheit der Tiefsee verschwinden.

 

Ein langer Strom aufsteigender Luftblassen riss ihn nach oben an die Wasseroberfläche, wo Brennan keuchend nach Luft schnappte. Nach einigen Minuten hatte er sich soweit erholt, dass er damit begann, sich umzuschauen.

 

Weit am Horizont sah er die bekannte Küstenlinie von ‚Asgard’. Er hatte wohl Glück im Unglück gehabt, obwohl er nicht wusste, wie er schon wieder hier hin gekommen war. Wie weit mochte das Land wohl entfernt sein? Auf jeden Fall waren es mindestens fünf, höchsten aber zehn Kilometer. Trotz seines tauben Armes war er sich sicher, dass er diese Entfernung auch in seinem erschöpften, verletzten Zustand ohne weiteres überwinden könne. Nein, er war sogar davon überzeugt, dass er es schaffen würde. Er war ein Kämpfer, der nicht so schnell aufgab.

 

Wahrscheinlich wird das aber gar nicht notwendig sein, dachte er, denn in einiger Entfernung dümpelte ein kleiner Kutter auf den flachen Wellenkämmen hin und her. Der leichte Wind trug das leise tuckernde Geräusch des Bootes zu ihm hinüber. Offenbar hatte man ihn schon gesichtet, denn der Kutter nahm plötzlich direkten Kurs auf ihn. Ein Mann schien an Deck des schaukelnden Bootes zu stehen, der ihm mit erhobenem rechten Arm zuwinkte.

 

Um seine Kräfte zu sparen, ließ Nick Brennan sich auf den Rücken gleiten und von den sanften Wellen tragen. Erst jetzt begann er, den Geschmack des Meerwassers auf seinen Lippen wahrzunehmen. Etwas war nicht in Ordnung. Es dauerte eine ganze Weile, bis er schlagartig begriff, was hier nicht stimmte. Dies war nicht das Wasser der Erde, denn das Wasser der Erde war salzig und dieses nicht.

 

Als der kleine Kutter bei ihm war, warf ihm ein alter Mann mit Stoppelbart einen Rettungsring zu, an dem sich ein langes Seil befand. Brennan hielt sich daran mit beiden Händen fest und der Alte zog ihn damit aus dem Wasser. Als Brennan erschöpft und nass triefend rücklings auf dem schmalen Deck des kleinen Schiffes lag, konnte er zum ersten Mal in das Gesicht des Mannes blicken, das er gleich wieder erkannte. Es war das Gesicht des Alten vom Fischgrill in ‚Asgard’.

 

Willkommen an Bord der EDDA, mein Junge. Ich bin’s, der alte Odin. Ich glaube, wir sind uns schon mal vor einiger Zeit in ‚Asgard’ begegnet, nicht wahr? Warum kommst du bloß immer wieder hier hin zurück? Das ist jetzt schon das zweite Mal. Es wird langsam Zeit, dass ich dich hier von Asgard endlich wegbringe. Mutige Männer wie du kommen nach Walhalla. Deshalb wird es dir sicherlich auch nichts ausmachen, wenn ich dir auf unserem gemeinsamen Weg dorthin etwas über die Welt von *Asgard erzählen werde und was es mit *Walhalla auf sich hat. Lass’ dich also überraschen, mein Freund.“

 

Langsam und mit tuckerndem Motor schipperte das kleine Boot aufs offene Meer hinaus, wo es bald in einer dichten Nebelwand verschwand, die plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht war.

 

ENDE

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 


*Fische

 

Das Symbol der Fische umreißt die Tiefe der menschlichen Seele. Sie sind positiv als Speise und damit als Ausdruck seelischer Energie zu werten, aber auch Gefahr androhend als große Lebewesen, die wir nicht bezwingen können, weil sie aus den unergründlichen Tiefen (des Bewusstseins!) plötzlich auf uns zustoßen.
 

*Asgard

Asgard war in der nordischen Mythologie Wohnsitz der Götter, die Welt der Asen. Asen lautet die altnordische Bezeichnung für die Götter, die ein menschenähnliches Alltagsleben führten. Der Zugang zu Asgard, der meist als Himmel vorgestellt wurde, war nur über die Brücke Bifröst (Regenbogen) möglich. Asgard war in zwölf Reiche eingeteilt, in denen jeder Hauptgott seinen eigenen Palast aus Gold oder Silber besaß.


Der wichtigste Palast in Asgard war die Walhalla, der Wohnsitz Odins, des höchsten Gottes. Nach der Erschaffung der Menschen wiesen die Götter ihnen einen Platz zum Leben zu. Die Erde war in der germanischen Vorstellung eine flache Scheibe, die von einem mächtigen Ozean umflossen wurde. Am jenseitigen Ufer dieses Ozeans wiesen die Götter ein Land, genannt Jötunheim, den Riesen zu. In der Mitte der Weltscheibe bauten sie eine Festung für die Menschheit, genannt Midgard, die gegen die Riesen durch eine Palisade geschützt war. Schließlich bauten die Götter ihren eigenen Platz, genannt Asgard, eine Burg auf einem Felsen in der Mitte von Midgard. Im Schicksalsglauben der nordischen Welt ist das Wissen eingeschlossen, dass die Welt vom Beginn an zum Untergang verurteilt ist. Schon während der Weltschöpfung wurde die Saat der Zerstörung ausgestreut. Dieser Weltuntergang wurde zusammengefasst in der Vorstellung von Ragnarök, dem Untergang der Götter.


HWH

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.07.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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