Heinz-Walter Hoetter

Der letzte Schritt des Allan Palmers

Er saß in einem modernen Großstadtbüro, ganz allein an seinem Schreibtisch und schaute hinaus durchs offene Fenster geradewegs in die Sonne.

 

Der Name dieses Mannes war Allan Palmer.

Da saß er nun in seinem weichen Bürosessel und träumte von einer schönen neuen Welt, die er aber nie haben würde.

 

So dachte er schon seit langer Zeit, denn er war ja nur ein kleiner Angestellter, dessen Lohn gerade mal so reichte. Doch Allan Palmer träumte weiter, bis sich irgendwann das Büro zu drehen begann.

Er erinnerte sich daran, was geschehen war.

 

Seine junge Frau war ihm davon gelaufen und hatte den Jungen mitgenommen. Seinen geliebten und einzigen Sohn. Doch er war wie immer in die Arbeit gegangen, denn nur so konnte er den Tag einigermaßen bewältigen, ohne die Nerven zu verlieren.

 

Die Arbeit lenkte ihn ab. Stundenlanges Akten prüfen, Briefe schreiben

und Termine arrangieren. Das war Allan Palmers eintönige Welt.

 

Tag für Tag die gleiche Tretmühle. Doch was sollte er tun? Es blieb ihm ja nichts anderes übrig. Das Leben musste weitergehen.

 

Die Frage war nur: „Wie?“

 

Allan Palmers private Schulden waren hoch. Das Konto so gut wie leer.

Seine Ehe kaputt. Sein einziger Sohn hatte keinen Vater mehr.

 

Er konnte es langsam einfach nicht mehr ertragen, dieses Leben.

Er war mittlerweile 35 Jahre alt und dachte darüber nach, was wohl noch so alles an üblen Widrigkeiten des Daseins auf ihn zukommen würde.

 

Nicht mehr viel, dachte Allan Palmer oder würde sich für ihn bald alles ändern?

 

Wie gerne wäre er durch die Welt gereist, die Haare im Wind, sitzend auf einer Harley Davidson, fahrend auf der Route 66.

Plötzlich klingelte das Telefon auf seinem Schreibtisch. Allan Palmer hob den Hörer nicht ab. Er saß jetzt tief eingesunken in seinem weichen Bürosessel und schaute immer noch hinaus durchs offene Fenster, hinüber zum fernen Horizont.

 

Er summte auf einmal ein Kinderlied leise vor sich hin. Plötzlich zogen dunkle Regenwolken auf, die sich vor die Sonne schoben.

 

Das Summen des Mannes verstummte.

 

Allan Palmer stand auf einmal am offenen Fenster seines Büros und guckte in die Sonne, die jetzt allerdings immer mehr hinter dicken Wolken verschwand. Es fing an zu regnen. Doch er träumte immer noch von seiner schönen neuen Welt, wo seine Gedanken hingeflogen waren. Wie oft hatte er in der zurück liegenden Zeit von dieser anderen Welt geträumt. Ja, unzählige Male, wie er wusste.

 

Doch nun stand er hier auf dem breiten Fensterbrett, ganz vorne an der Kante.

 

Der Regen prasselte aufs Dach. Allan Palmer schaute nach unten in die gähnende Tiefe. Schließlich machte er diesen einen Schritt nach vorne.

 

Die Zeit streckte sich zur Ewigkeit.

 

Dann sah er ein helles Licht auf sich zukommen, aus dem eine flimmernde Gestalt hervor trat, ihn sanft umarmte, um Allan Palmer in jene wunderschöne Welt mitzunehmen, die ihn mit einer tiefen, unendlichen Liebe empfing.

 

ENDE

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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