Olaf Lüken

Wir lieben auch das, was wir verfluchen

Königin Elisabeth I. besaß 1570 bereits Seidenstrümpfe. Die kapitalistische Leistung besteht aber nicht darin, Königinnen mit noch mehr Seidenstrümpfen zu versorgen, sondern dass sie auch für Fabrikarbeiterinnen erschwinglich sind (Schumpeter 2008,S. 67). Leben wir nicht viel besser als frühere Könige ? Schlösser waren damals zwar prächtig, aber es fehlte ihnen an Toiletten, und die Räume waren schlecht beheizt. Reisen war ebenso ungemütlich: Als die österreichische Prinzessin Marie-Antoinette 1770 nach Frankreich verheiratet wurde, war ihre Brautkutsche 24 Tage unterwegs, um von Wien nach Paris zu gelangen. Heute benötigt der Nachtzug für die gleiche Strecke zwölf Stunden und ist besser gefedert als jedes königliche Gefährt, vom Flugzeug ganz zu schweigen. Dennoch: Zwar kann jede Frau Seidenstrümpfe tragen, aber der Abstand zwischen Königin und Putzfrau ist nicht kleiner geworden, auch wenn heute jeder Westeuropäer ungefähr 20mal reicher als seine Ur-Ur-Großeltern ist. Diesen Wohlstand verdanken wir der Industrialisierung, der im englischen Manchester begann. Übrigens: Der moderne Kapitalismus benötigte in seinen Anfängen fast gar kein Kapital. Die ersten Maschinen wurden nicht durch die großen Banken in London finanziert, wie man vielleicht erwartet hätte. Stattdessen borgte sich der typische Fabrikant das nötige Geld in der Familie und bei Freunden. Der Sozialist Robert Owen zum Beispiel startete seine Fabrik in Manchester mit 100 Pfund, die er sich im Bekanntenkreis geliehen hatte (Hobshawn, S. 52)

(C) Olaf Lüken (Aus meinem Buch "Schöne neue Geldwelt" 2017)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.07.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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