Peter Biastoch

Ein Rahmen im Garten

Ich stellte einen Bilderrahmen in unseren Garten auf. Wohl bemerkt, nur einen Bilderrahmen. Einen leeren Rahmen, ohne Bild und ohne Rückwand. Wir leben auf dem Dorf und haben noch viel Grün um uns herum.

Egal, von welcher Position aus ich nun durch dieses Viereck schaue, ich sehe die dahinter befindliche Landschaft. Es macht auch nicht viel aus, diesen Rahmen an eine andere Stelle, im Garten, zu bringen. Immer zeigt sich mir dahinter das Grün der Wiesen, Büsche und Bäume, oder den leise plätschernden Dorfbach. Kurz, die Schöpfung Gottes.

Nichts, kein Foto, kein Gemälde, kann diesen vollkommenen Eindruck wiedergeben. Es würden immer nur Momentaufnahmen, oder einzelne Eindrücke sein – nie das große Ganze, denn jeder, der durch das Viereck dieses Rahmens schaut, ist sich der Tatsache bewusst, dass es links, rechts, oben, unten, vorn und hinten weiter geht. Ja, der Rahmen begrenzt lediglich unseren Blick, schränkt ihn ein!

Und es gibt noch eine weitere Richtung, die bei jedem Gemälde, jedem Foto, eingeschränkt dargestellt wird. Es ist der Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft. Denn die Natur, die wir durch diesen einfachen Rahmen bewundern können, ist in ständiger Veränderung begriffen. Alles bewegt sich, wächst, folgt den Gesetzen der Natur und ihren Kreisläufen.

Dass wir Menschen malen, oder fotografieren, und uns diese Bilder in die Wohnung hängen, ist lediglich ein Eingeständnis. Das Eingeständnis unserer Unfähigkeit, selbst auch nur eines der abgebildeten Schönheiten zu erschaffen und am Dasein zu erhalten. Trotzdem - nein, gerade desswegen - werde ich weiter meine Fotos machen.

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