Heinz-Walter Hoetter

Ragnarök

Hier, in diesem weiten Land hoch droben im Norden, wo der Wind Licht und Dunkelheit umarmt, wo mit dem Rauschen des Sturmes noch die Stimmen der Götter zu uns dringen und von einem Lied künden, das uns, den heldenhaften Germanen, eine neue Zukunft verheißt.

 

Alle Völker dieser Welt wandern ihrer Heimat entgegen. Wir ziehen voran nach Walhalla und ein alter Mann wird am Ende der Zeit das Lied von der beginnenden Dunkelheit auf der Erde des Menschen singen.

 

Der Kampf der Götter und Riesen wird die Welt vernichten. Es wird Feuer vom Himmel regnen und die Erde wird unter den mächtigen Schlägen herabfallender Glutbälle erbeben. Berge stürzen ein, ganze Kontinente werden von den Wassern der Meere verschlungen und in die Tiefe der Ozeane versinken.

 

Dann kommt das große Feuer, das die Welt in Brand setzt. Kein Mensch wird das kommende Unheil überleben und die Erde wird zu einem toten Planeten. Gigantische Flammen und schwarzer Rauch schießen hinaus in das Universum und verdunkeln die Sonne und blenden den Mond.

 

Dann wird endlich Ruhe einkehren. Die Stille wird Äonen andauern. Dann, durch den Ausgleich von Ordnung und Chaos, kehrt das Gleichgewicht zurück und eine neue Welt wird entstehen – erschaffen von den Göttern.

 

Und bald werden auch die Menschen wieder da sein, um ihr Schicksal erneut zu durchleben.

 

Alles fängt wieder von vorne an. Alles beginnt von Neuem. Bis ans Ende von Raum und Zeit.

 

 

©Heinz-Walter Hoetter

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