Felicia Rüdig

Henrichshütte Hattingen

Hattingen heißt eine Stadt am südlichen Rand des Ruhrgebietes. Sie gehört zum Ennepe-Ruhr-Kreis. Die örtliche Henrichshütte Museum für Eisen und Stahl ist ein Industriedenkmal, das zum LWL-Industriemuseum Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur gehört.

Die Henrichshütte wurde im Jahre 1854 von Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode, einem Adeligen aus der Pfalz, gegründet. In den folgenden Jahren unterschiedlichen Besitzern gehörend, lieferte die Hütte ein breites Spektrum von Produkten aus Eisen und Stahl – von der Schiffsschraube bis zum Raketenbauteil, vom Autoblech bis zum Panzergehäuse.

In den Spitzenzeiten arbeiteten über 10.000 Menschen in dem Betrieb. Gegen den Widerstand der Arbeitnehmer und Bevölkerung wurde der letzte Hochofen dann 1987 ausgeblasen. 2004 wurde mit der Schmiede der letzte Heißbetrieb stillgelegt.

Das LWL-Industriemu[k1] seum wurde im Jahre 1979 vom Landschaftsverband Westfalen – Lippe gegründet. Es ist heute an 8 Standorten vertreten. Es ist nach eigenen Angaben das erste und größte Industriemuseum in Deutschland. Schon im Jahre 1989 übernahm der LWL die wesentlichen Bauten mit dem dazugehörigen Inventar. Der Hochofen in Hattingen ist er älteste noch erhaltene Hochofen im Revier und zugleich nach eigenen Angaben das größte Ausstellungsstück im LWL-Industriemuseum. Das Museum gehört auch zur Route der Industriekultur.

Bei einem Rundgang durch das Außengelände sind beispielsweise die Gebläsehalle, das Labor, die Gießhalle, der Hochofen, der Schrottplatz und die Möllerung zu sehen. Familiengerecht soll der Besucher so kennenlernen, wie Eisen und Stahl entstehen. Insbesondere die Museumspädagogik wendet sich an Kinder, für die es besondere Angebote gibt.

Es gibt aber nicht nur die Dauerausstellung. Vom 17. Juni bis 9. September 2018 ist beispielsweise die Wechselausstellung „ILVA Eiserne Spuren in der Toskana“ im Eingangsbereich und in der Gebläsehalle zu sehen. Fotographen wie Sabine Korth, Annette Hudemann und Matthia Crocetti zeigen hier Fotographien, die sich mit der Eisen- und Stahlbranche, aber auch der „Eisenzeit“-Geschichte in der italienischen Region beschäftigen.

Interessant dabei: Die ersten Ansätze der Ausstellung reichen bis in das Jahr 2010 zurück, dem Jahr also, in dem die Kulturhauptstadt Europas im Ruhrgebiet zu Gast war. Der Hattinger Museumsleiter Robert Laube lernte damals Korth in Italien kennen. Es sollte dann noch bis zum Jahre 2015 dauern, bis die Idee für die heutige Ausstellung entstand und umgesetzt wurde.

 

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