Heinz-Walter Hoetter

Wo ist das verlorene Paradies?

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der wird schnell feststellen, dass unsere Gesellschaft langsam und schleichend zerfällt. Viele Menschen spüren es instinktiv, dass sie sich in einem Endstadium bzw. kurz vor dem Kollaps befindet. Wer sich mit der Geschichte auskennt wird darüber nicht verwundert sein. Ein Historiker z. B. kann viele Beispiele aufzeigen, wo Kulturen im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung einen Höhepunkt erreichten und dann untergingen.

Unsere westlichen Gesellschaften (aber auch viele nicht westliche), die sich immer noch für die besten halten, suggerieren ihren Bürgern Schreckensbilder wachsender Gefahren durch Krankheit, Armut, Unglück und Gewalt. Wir scheinen in jedem Augenblick unseres Lebens sozusagen „gefährdet“ zu sein.

Und in der Tat. Angst scheint die Klammer zu sein, welche auch unsere marode BRD-Gesellschaft zusammenhält. Doch sie ist politisch gewollt.

Es läuft ein gigantisches Programm ab, die Bewusstseinsebene der Menschen in diesem Land gleich- und fremd zu schalten, so dass wirkliches Eigeninteresse nicht mehr definiert werden kann. Das führt dazu, dass viele Menschen labil werden und zur Fremdbestimmung nicht mehr NEIN sagen können.

Bei George Orwell können wir nachlesen, dass solcherart veränderte Menschen, die permanent der von außen gesteuerten Bewusstseinsveränderung ausgesetzt sind, sich sogar mit dem Manipulateuren identifizieren. Ja, er liebt sie geradezu. Der manipulierte Mensch setzt sich letztendlich mit seinem Peiniger gleich und erkennt ihn obendrein noch als Freund und Vorbild. Die Manipulateure haben jetzt ihr Ziel erreicht. Sie werden von ihren Opfern bewundert, die dadurch zu Tätern in der gesellschaftlichen Hierarchie nach unten werden.

In unserer Gesellschaft ist der einzelne Mensch einer fortwährenden Gehirnwäsche ausgesetzt, der sich Individualisten, wie ich und viele andere mit mir, ganz bewusst entziehen.

Ich habe erkannt, dass der Mensch in seiner evolutionär vorgesehenen Form gestört oder sogar mit voller Absicht zerstört wird. Staaten, wie z. B. die vom internationalen Geldkartell gesteuerte BRD und ihre schwachsinnigen Helotenpolitiker, werden zu reißenden Bestien. Ihre Menschenopfer sind das Fundament, worauf sie ihre skrupellose Macht bauen. Doch wer begreift das schon oder nimmt das real wahr? Ganz bewusst bestimmt nur wenige.

Um ihre Macht nicht zu verlieren erhöhen sie permanent den staatlichen und wirtschaftlichen Druck auf die Menschen, was letztendlich dazu führt, dass sich Aussichtslosigkeit, Sinnlosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit und Energielosigkeit immer mehr unter den Bürgern verbreitet. Der Mensch ist aber ein Naturwesen. In künstlich erschaffenen Systemen geht er auf Dauer zugrunde. Auch die Selbstmorde nehmen zu, weil die Menschen so ein „Leben“ nicht mehr aushalten können. Wir leben nur eine kurze Zeit hier auf der Erde. Doch wozu? Um den Profit der Unternehmen und Banken zu steigern? Um den eigenen Wohlstand ins Unendliche zu vermehren? Das kann doch das Ziel nicht sein! Versinkt der Mensch im Materialismus, geht seine Spiritualität verloren. Er wird ein seelenloses Wesen ohne Gefühl und Mitleid.

Wenn die Hoffnung aber stirbt, tritt die Selbstzerstörung an ihren Platz. Diesen zerstörerischen gesellschaftlichen Zustand haben wir heute in der kaputten BRD, die ihre Bürger immer mehr drangsaliert (sinnlose Gesetzesflut, steigende Arbeitslosigkeit, Krankheiten aller Art, Drogensucht, Bevormundung durch staatliche Willkür, Justizterror, Erschaffen einer Scheinwirklichkeit, Streuung von Falschinformationen, schleichender Demokratieabbau, Informationsüberflutung, sukzessive Einschränkung bürgerlicher Freiheiten, Armutsverwaltung durch Hartz IV usw. , usw.).

Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, müssen wir damit anfangen, ein neues Bewusstsein, ein neues Denken zu schaffen, das Mutter Natur wieder in den Mittelpunkt aller Bewusstseinsinhalte rückt. Mutter Natur hat eine viel längere evolutionäre Erfahrung als der sog. „moderne Mensch“, der in seinen zerfallenen Gesellschaften von Krankheit und Siechtum geplagt wird, weil er sich von Mutter Natur „entfernt“ hat. Unsere ursprüngliche Identität liegt ausschließlich bei ihr und in ihr. Sie ist das eigentliche Paradies, das wir suchen sollten, solange noch Zeit dazu ist, bevor wir alle dem Untergang unumkehrbar geweiht sind und die Erde zu einem gigantischen Friedhof für die Menschheit wird.

***

Das persische "Pairidaeza" (Paradies) war ein Zaubergarten, in dem der Lebensbaum mit der Frucht der Unsterblichkeit wuchs. Das hebräische Wort "pardes" bedeutet "Garten" und hat denselben Wortstamm. Pairidaeza war auch die göttliche Jungfrau, die das göttliche Kind zur Welt brachte - die persische Variante der ägyptischen Isis (Horuskind) oder unserer vertrauten Jungfrau Maria. Eine doppelte Vision vom Paradies als blühendem Garten und dem blühenden Garten als dem weiblichen Körper zieht sich durch die Symbolwelt aller Religionen.

Psychologisches Vorbild des Paradieses war die erste Lebenserfahrung liebevoller Geborgenheit bei der Mutter, die das Kind unmittelbar nach der Geburt wärmt und nährt - das Land wo Milch und Honig fließt.

Ein ältester Kikuyu-Häuptling erinnert sich an den mütterlichen Körper:

Zuerst war sie immer da; ich erinnere mich an das angenehme Gefühl ihres Körpers, als sie mich auf dem Rücken trug, und an den Geruch ihrer Haut in der Sonnenhitze. Alles kam von ihr. Wenn ich hungrig oder durstig war, schwenkte sie mich nach vorne vor ihre vollen Brüste. Noch jetzt fühle ich, wenn ich heute die Augen schließe, dankbar das Behagen, das mich erfüllte, wenn ich meinen Kopf in ihrer weichen Fülle barg und die süße Milch trank. Nachts, wenn die Sonne nicht mehr wärmte, traten ihre Arme, ihr Körper an ihre Stelle, und als ich älter wurde und mich für andere Dinge zu interessieren begann, konnte ich diese ohne angst von ihrem Rücken aus betrachten. Wenn ich schläfrig wurde, brauchte ich nur die Augen zu schließen.

Die westlich-patriarchale Kultur machte dieses Paradies - das Geburtsrecht eines jeden Kindes - zum verlorenen Paradies. Keine andere Kultur hat so viele Entschuldigungen erfunden, eine Mutter von ihrem Kind fernzuhalten wie die der westlichen.

W. Wickler erklärte dazu, dass ein menschliches Baby, wie ein Affenbaby, von Natur aus ein "Mutterhocker" sei, der in der ersten Lebenszeit ununterbrochen am Körper der Mutter getragen werden sollte, so wie das noch heute bei den Naturvölkern der Fall ist. Darauf ist das ganze Verhalten des Neugeborenen abgestimmt. Dass wir die Säuglinge in Bettchen ablegen ist unbiologisch. Anzeichen dafür sind das abnorm häufige Schreien des Verlassenseins, das man von Kindern der Naturvölker kaum je hört.

So stellen wir also fest, dass der Paradiesgarten, aus dem die Menschheit "fiel", zu Anfang ein genitales Symbol war: Garten, Tor, Höhle, heiliger Berg. Das deutet schon das Wort Eden an, das im Hebräischen "Ort der Freude" heißt.

Im Mittelalter war die gebräuchliche Metapher für das Paradies der Garten der Lüste, ein Begriff, der weniger charakteristisch ist für den christlichen Himmel als für jenes andere Paradies, das Feenland oder Avalon, in dem Sexualität erlaubt und beliebt ist.

Was haben die drei monotheistischen Religionen daraus gemacht (z. B. die Christen)?

Die Christen übernahmen das Wort Paradies als Synonym für ihren eigenen Himmel und bestanden darauf, dass das heidnische Paradies eigentlich die Hölle sei, die mit ihrem trügerischen Schein der Schönheit Sünder verlocke.

Aus Rebellion gegen diese Theorie brachten die Barden offen ihre Vorliebe für die Hölle zum Ausdruck. So sagt zum Beispiel Aucassin:

Denn ins Paradies geht niemand ein als die, welche ich Euch nennen will: es kommen die alten Priester hinein und die alten Lahmen und Einäugigen, welche Tag und Nacht vor den Altären und Krypten hocken und mit alten Lappen bekleidet sind und alten zerrissenen Mönchskutten. Die gehen ins Paradies ein und mit denen will ich nichts zu schaffen haben. aber in die Hölle will ich gehen, dort hin kommen die schönen, höfischen Damen, welche zu ihren Eheherrn zwei oder auch drei Freunde haben. Und dort gibt es Gold und Silber und köstliche Stoffe, und Harfenspieler und Sänger und die Könige dieser Welt. Mit diesen will ich hausen, wenn ich Nicolette, meine Herzliebe Freundin bei mir habe!

Andere Balladen und Romanzen des frühen Mittelalters verwarfen das christliche Paradies wegen seines Mangels an weiblicher Gesellschaft.

Die gute Nachricht: Es gibt überall auf der Welt Völker und ethnische Gruppen, die niemals das Paradies verlassen haben: Die auch als matriarchale Gesellschaften bezeichneten Gemeinschaften wurden vom Patriarchat nicht daraus vertrieben.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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