Georges Ettlin

Raben

Am zartesten sind Raben, wenn man sie Spätabends fängt. Die Lauten von den Raben sind recht zäh.
Das Gefieder löst sich leichter, wenn man sie vorsichtig  ins gesalzene, kochende Wasser legt,
so wie der gute Koch das mit frischen Hummern tut. Während lebende Hummer sich im kochenden Wasser rot färben,
kann man gegenteilig beobachten, dass Raben nach einer Stunde eher blass werden, obwohl deren Fleisch kurz nach dem Rupfen
uns doch recht rötlich erscheint. Der Rabe wird so lange gekocht, bis das Fleisch von den
Knöchelchen fällt. Viel Knoblauch und Oregano neutraliesiert den etwas eigenartigen Eigengeschmack des Raben.

Da Raben gut--sozialisierte, intelligente Vögel sind, sollte man das leckere Gericht nicht direkt am Fenster geniessen,
da die Rabenverwandten und die Rabenfreunde der Raben sich oft gegen das Fensterglas stürzen, um den Rabenonkel, die Rabentante,
 das Rabenkind oder die Rabenmutter aus deinem Speiseteller zu retten.
Besonders genüsslich ist das Rabenmahl, wenn man seine  eigenen "Rabenverwandten" zum
Nachtmahl einlädt und behauptet, das Essen bestände aus frisch gekochtem Huhn.

***

c/G.E.

Ich habe noch nie einen Raben gekocht.
Ich liebe Raben, denke aber in humoristischer Weise
über das aus dem Mittelalter stammende, sprichwörtliche Vorurteil gegenüber Raben nach.
Georges Ettlin, Anmerkung zur Geschichte

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