Paul Rudolf Uhl

HARLEKIN

Man könnte meinen, zur Aufzählung der Narren müßte auch der Harlekin gehören.

 

Im Lexikon (Knaurs) fand ich aber  unter diesem Stichwort:

„ursprünglich der Teufel im frz. Mysterienspiel des Mittelalters,  später dann auch Narrengestalt der deutschen und italienischen Bühnen“. Andere Lexika wissen nur: „Hanswurst oder Narr“, das trifft es aber nicht!

 

Der Teufel in Gestalt des Narren, das ist ja ganz besonders gefährlich, weil man den Spaßmacher nicht als gefährlich einschätzt, nicht ernst nimmt, weil ja alles nur Gaudi ist...Und irgendwie ist noch heute die „Gaudi“ - sei es die des Satirikers oder des Kabarettisten - ein Spiel mit dem Feuer  im Grenzbereich zwischen spaßig und teuflisch, denn Satire ist boshaft! Kabarett ist ebenfalls böswillig und seine Boshaftigkeit bemerkt man erst nach längerem Nachdenken, wenn der Vortragende schon beim übernächsten Satz ist...

 

Wer bei Max Frisch nachliest, erkennt in seinen Filmentwurf „Harlekin“* ² , dass dieser das Böse personifiziert. Frisch´s  Harlekin der (in Wirklichkeit der Teufel ist) besitzt Macht, beherrscht Magie und Zauberei. Er läßt die Hauptfigur des Stückes durch Täuschung letztendlich Selbsttötung begehen: der „Held“, der durch die ihm vom Harlekin zugefallene Macht größenwahnsinnig und  skrupellos wird, will durch seine Unterschrift auf dem magischen Papier das ihm Liebste auf der Welt töten - das - wie er glaubt, sein Mädchen ist, das ihn verlassen hat). Da er aber in Wahrheit  nur sich selbst liebt,  richtet  er  sich  selbst...

 

Harlekin möchte ich keinesfalls sein!

 

: Max Frisch, Tagebuch 1946 - 1949, Suhrkamp Taschenbuch, Auflage 1985

 

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