Anna Elisabeth Hahne

Ausgangspunkt

„Papa, wie groß ist Deine Welt?“

Der Vater ist verunsichert über die spontane Frage und überlegt, was er dem Jungen antworten soll.

Der Sohn kaum abwartend: „Schau mal“, und guckt seinen Vater erwartungsvoll an. Er streckt seine Arme zur Seite und führt die Hände über seinen Kopf zusammen. „Siehst Du, so groß ist meine Welt.“

„Ja“, sagt der Vater. Daraufhin streckt er seine Arme seitwärts aus, führt die Handflächen über seinen Kopf zusammen: „So groß ist meine Welt.“

Daraufhin antwortet der Fünfjährige:

„Wenn alle Menschen einen Halbkreis über ihren Kopf machen, dann leben wir doch in einer Welt. Richtig?“

Der Vater stutzt, und sagt:

„Ja, so könnte man das sagen. Jeder Mensch lebt in seiner Welt, egal, ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener. Entscheidend ist, dass alle Menschen gut miteinander umgehen.“

„Meine Welt ist klein. Aber, verstehst Du meine Welt?“

„Ich versuch es zumindest", entgegnet der Vater.

„Das ist doch ganz einfach. Komm leg Dich neben mich ins Gras.“

Beide legen sich dicht nebeneinander, Kopf an Kopf.

„Siehst Du wie groß meine Welt ist?, fragt der Junge, während beide gemeinsam von Grashalmen ausgehend in den Himmel schauen.

„Ja“, sagt der Vater. Deine Welt ist riesig.“

„Siehst Du, die ist genau so riesig wie Deine Welt. Stimmt`s? Es kommt immer auf den Ausgangspunkt an.“

„Ja, mein Jens, wie recht Du hast. Und übrigens, ich bin froh, dass Du bei mir bist.“

„Und Du bei mir“, ergänzt der Knabe, und kitzelt seinem Vater, mit einem ausgerupften Grashalm, an der Nase.

 

 

Anna Elisabth Hahne

 

 

 

 

 


 

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