Marlene Remen

SONNTAGSGESCHICHTEN 33

VON   VORBOTEN   UND   UNAUSWEICHLICHEM


Heut in der Früh, es war gerade erst kurz nach 8 Uhr, ich saß beim Frühstück.
Und wieder kamen sie mit lautem Geschnatter angeflogen, diesmal waren es
aber schon Einige mehr. Vor drei Wochen hatte ich eine gesehen, die Morgens
und Abends über das Haus flogen. Dies hatte mich doch sehr gewundert, denn
so früh im Jahr kamen sie doch sonst nicht. Die Rede ist von Enten, könnten
aber auch Wildgänse sein, du kannst die Uhr danach stellen, es ist immer die
gleiche Zeit, wenn sie kommen. Die haben bestimmt die Zeit in sich, aber was,
frage ich mich, bringt sie dazu, schon jetzt wieder einzufliegen ?

Im September, ja, auch noch Anfang Oktober, da ist dies ja normal, aber in
diesem Jahr ist überhaupt nichts normal. Bäume und Sträucher sehen auch
schon wie im Herbst aus, bunt belaubt und so viele Blätter sind auch schon
abgefallen. Dies hat aber ja wohl die Hitze zustande gebracht und nicht die Jahres-
zeit. In den letzten Tagen hat es ja ab und an etwas geregnet, aber die Natur erholt
sich sehr langsam von den Strapazen dieser Hitze. Und noch ist der Sommer nicht
zuende, wenn auch die Temperaturen gemäßigter sind, so kann es bleiben.
Nur regnen müßte es noch mehr, die Flüsse und Bäche haben sehr niedrigen
Wasserstand und es sind soviele Fische verenden überall, eine Katastrophe auf
Jahre hinaus.


Das vergangene Wochende war für meine Familie und mich ein sehr Trauriges.
Mein Sohn mußte am Freitagabend in eine Klinik gebracht werden, er hatte sehr
hohes Fieber, zwischen 41 und 42 Grad und drohte ins tiefe Koma zu fallen.
Auf der Intensivstation der Klinik hat man es aber mit sehr starker Antibiotika,
Sauerstoff und Flüssigkeitzuruhr schnell wieder in den Griff bekommen.
Die letzen Jahre hat er auf Antibiotika nicht mehr angesprochen und es war für das
Personal im Pflegehaus sehr schwer, einen Infekt zu bekämpfen. Zum Glück hat sich
die Befürchtung des Stationsarztes der Intensiv nicht bewahrheitet, es bestand der
Verdacht auf eine Lungenentzündung. Dieses  hohe Fieber wurde aber durch eine
Blaseninfektion hervorgerufen, er hat ja einen Katheder, der durch die Bauchdecke
geht. Auch so können Bakterien sich verbreiten.

Nun ist er seit heute Morgen wieder im Pflegehaus, in seiner vertrauten Umgebung
und den vertrauten Stimmen. War heute Nachmittag mit meiner Tochter dort, es
sah schon wieder recht normal, nicht gut aber, aus.
Wie lange aber wird dies noch gut gehen, wenn man von gut gehen reden kann.
Jeder neuer Fieberschub ist für ihn gefährlich und bringt neue Quälereien mit sich.
Niemanden, glaubt mir, niemandem möchte man solch ein Schicksalt wünschen,
warum mußte meinem Sohn das geschehen ?
Diese Frage wird mich bis an mein Lebensende quälen und eine Antwort werde ich
wohl nie bekommen.

Wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag und Tschüüüüß, bis zum Nächsten ??



 

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Weil ich das Verschwenderische des Lebens begriffen habe, die Extreme erkannte und über den Weg von einem zum anderen nachzudenken anfing, weil ich verstand wie elend es ist, wußte ich auch, wie schön es ist und weil ich erkannte, wie ernst es auch ist wußte ich auch wie fröhlich es ist.

Und weil ich begriff wie lang und wie kurz der Weg zwischen beiden ist, nahm ich ihn auch wahr und so ist mir heute jeder Schritt es wert eingehalten zu werden, weil hinter jedem Ereignis sich ein anderes verbirgt und sichtbar wird.

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