Peter Kröger

Die Nacht



Dass alles mit allem zusammenhängt, ist eine Lüge, sage ich angewidert zu Schröder, und zwar eine sogenannte faustdicke, jeder macht sich heutzutage damit wichtig, Zusammenhänge zu behaupten, wo nicht der Hauch eines Zusammenhangs zu erkennen ist, jeder Dahergelaufene und jeder Besserwisser beharrt auf angeblich nachgewiesenen Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen den Dingen, wobei Dinge Postulate sind, denen wir einen Namen geben, kaum mehr, glaube ja nicht, dass etwas Spezielles dahintersteckt. Allein weil es uns unmöglich ist, zusammenhanglos zu denken, kleistern wir uns irgendetwas zurecht, ist es nicht ekelhaft, Schröder, sage ich, das Nachtlager herrichtend. Das Schöne, Wahre ist das Einzelne, aber unsere Unfähigkeit, außerhalb von Zusammenhängen Erkenntnisse zu erlangen, zu wissen, ja sogar zu fühlen, fordert und fördert den Moloch Gesellschaft und zwingt uns ins Leben hinein, auf das ich, du kennst meine Ansicht, gut und gern verzichten könnte, gäbe es eine Garantie, dass alles endete, aber ich sage dir, es geht weiter und weiter, das Denken und Nichtdenken, das Leben, du, ich, was wir dafür halten, die Lügen. Schlaf nur, Schröder, sage ich, schlaf, dem Einzelnen folgt das Einzelne, ich weiß es, und Schröder zieht den Reißverschluss am Schlafsack bis über das Kinn und sagt Karl, bitte, es ist gut und noch einmal Karl, und ich sage ja.

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