Heinz-Walter Hoetter

Die Rettung

Der Motor eines einmotorigen Leichtflugzeuges setzte plötzlich und ohne jeden erkennbaren Grund über dem offenen Meer aus. Die Maschine verlor schnell an Höhe und krachte schon bald in der Nähe einer kleinen Insel ins flache Küstenwasser.

Von den vier Passagieren an Bord überlebte nur ein junger Mann, der ganz hinten im abgerissenen Heck des Flugzeuges saß und wie durch ein Wunder fast unverletzt geblieben war. Alle anderen Insassen, so auch der Pilot, starben bei dem Absturz.

Da der junge Mann einen gut durchtrainierten Körper besaß, schwamm er mutig zu einer kleinen Insel am fernen Horizont hinüber, die er zufällig entdeckt hatte und konnte sich auf diese Art und Weise schließlich vor dem sicheren Tod retten.

Auf der abgelegenen Insel gab es viele Palmen und sogar einen schon längst erloschenen Vulkan mit einem wunderschönen See im alten Vulkantrichter, dessen Wasser sauber und genießbar war.

Jeden Tag stieg der junge Mann auf den Berg und hielt Ausschau nach einem Schiff am fernen Horizont. Etliche Tage verbrachte er dort oben, doch kein einziges Schiff kam vorbei, um ihn zu retten.

Dann baute er sich eine kleine Hütte aus Holz neben dem See und unternahm von hier aus Erkundungsausflüge rund um die Insel. Dabei suchte er immer wieder nach etwas Essbarem, um nicht zu verhungern.

Irgendwann zog mitten in der Nacht ganz plötzlich ein schweres Gewitter auf. Grelle Blitze zuckten vom Donner erfüllten Himmel herab und setzten ausgerechnet die Holzhütte des jungen Mannes in Brand, der sich zum Glück schon vorher in eine nah gelegene Felsspalte vor dem schlimmen Unwetter in Sicherheit gebracht hatte, wo er schließlich vor Erschöpfung einschlief. Außerdem wähnte er sich bereits verloren, weil ihn hier auf dem kleinen Eiland, Meilen weit weg vom Absturzort, wohl bestimmt keiner vermuten würde.

Das schwere Gewitter endete aber genauso schnell, wie es gekommen war.

Am nächsten Morgen wurde er durch das laute Geräusch eines Motorbootes wach, das sich der kleinen Insel näherte. Schnell rannte der junge Mann runter zum Strand und machte mit lautem Geschrei und wilden Gesten auf sich aufmerksam.


Bald waren seine Retter bei ihm und holten ihn zu sich an Bord. Alle freuten sich darüber, dass er den schlimmen Absturz des Flugzeuges so gut wie unbeschadet überlebt hatte.

Als der junge Mann danach fragte, wie sie ihn gefunden hätten, antwortete einer der Männer, der sich als Kapitän vorstellte:


"Wir haben glücklicherweise den Notruf des Piloten empfangen. Er gab uns noch die letzte Position durch. Wir wussten also, wo das Flugzeug abgestürzt war. Als wir es schließlich entdeckten, fanden wir allerdings nur drei Leichen in der Maschine. Wir wollten schon wieder abdrehen, doch dann sahen wir durch Zufall am fernen Horizont eine schwarze Rauchwolke von der Insel aufsteigen. Wir wollten natürlich den Grund dafür in Erfahrung bringen, denn es konnte ja nicht ausgeschlossen werden, dass der letzte Passagier noch lebte und sich wohl möglich auf die Insel hat retten können. Wie auch immer. Auf jeden Fall mussten wir uns davon überzeugen, ob jemand von den Passagieren noch am leben war. Und so kam es, dass wir dich schließlich gefunden haben. Du hattest wirklich großes Glück, mein Junge. Wie wir nun wissen, geriet deine selbst gebaute Holzhütte durch einen heftigen Blitzschlag in Brand. Gott sei Dank hat der Regen kurz darauf aufgehört und das Feuer nicht ganz gelöscht. Wir entdeckten den aufsteigenden Rauch und ahnten schon, dass einer der verünglückten Passagiere den Absturz der Maschine irgendwie überlebt hatte. Wäre das Feuer nicht gewesen, mein Junge, hätten wir dich nie gefunden. Aber jetzt wird alles wieder gut“, sagte der Kapitän und nahm den glücklichen jungen Mann mit in seine Kajüte, wo er ihn in eine warme Wolldecke einwickelte und einen heißen Tee zum Trinken gab.


 


ENDE


(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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