Hans Fritz

Sommerimpression 2018


Nach ein paar Tagen vorherbstlicher Kühle endete gestern, am 31. August, der meteorologische Sommer des Jahres 2018.

Im Vergleich mit dem ‘Jahrhundertsommer’ 2003 war der jetzige Sommer deutlich trockener; auch das Niederschlagsdefizit war grösser. Das gilt zumindest für die Schweiz und weite Teile Deutschlands.

Während einzelner Jahre vom Mittelalter bis zur Neuzeit gab es immer wieder auffällige Trockenperioden, Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten. Als ‘Kleine Eiszeit’ wird mitunter die Zeitspanne von 1400-1900 bezeichnet. Ab circa 1900 zeichnet sich ein linearer Temperaturanstieg ab. Zunehmende Industrialisierung und Motorisierung sind zusätzliche Faktoren des so genannten Treibhauseffekts.

Sommerliche Trockenphasen wie die von 2003 und 2018 könnten zur Regel werden. Während solcher Dürreperioden ereignen sich immer wieder Unwetter als lokale Ereignisse. Da werden kleine Wassergräben zu reissenden Bächen, ausgetrockneter Boden wird weggeschwemmt und Bauwerk überflutet.

Eine Erhöhung der Wassertemperatur von Flüssen und Seen auf über 26 °C ist fatal für Wassertiere.

Während langer Hitzeperioden können eine starke Sonneneinstrahlung und sehr geringe bis ganz ausbleibende Niederschläge zu z.T. irreversiblen ‘Dürreschäden’ an Gehölzen führen. Das äussert sich vor allem in vorzeitigem Laubfall und verminderter Fruchtbildung. Trockenrisse in den Stämmen entwerten Nutzholz.

Hat ein Baum einmal eine solche Hitzeperiode überstanden, kann das Überleben in den folgenden Vegetationsperioden dennoch gefährdet, d.h. die Widerstandskraft gegen Wetterereignisse und Insektenbefall nachhaltig geschwächt sein. Als besonders anfällig gelten Fichte, Tanne, Japanische Lärche, Birke, Buche, Hainbuche und Linde. Schwarzkiefer, Europäische Lärche, Ulme, Spitzahorn, Robinie und Roteiche mögen weniger empfindlich reagieren.

Als ‘relativ’ resistent erweist sich, wenigstens mancherorts, die Weinrebe mit ihren tiefreichenden, meterlangen Wurzeln.

Es muss allerdings nicht generell ein Zusammenhang mit der Form der Wurzel bestehen (Pfahlwurzel usw.). Oft ist die Bodenbeschaffenheit von grösserer Bedeutung.

Im Hinblick auf die mögliche Fortsetzung einer Periode von Hitzesommern sind Forstverwaltungen gefordert etablierte, aber wenig ‘dürreresistente’ Baumbestände notfalls durch besser angepasste zu ersetzen. Nach Expertenmeinung kämen da u.a. Speierling, Elsbeere und bestimmte Ahornarten infrage.

Welche Bäume und Sträucher wären für den Anbau in einem Milieu ähnlich dem ‘Steppenklima’, wie es in Südostspanien vorherrscht, auch geeignet?

Die aus Südosteuropa kommende Mispel toleriert extreme sommerliche Witterungsbedingungen. Der früher häufig angepflanzte Baum wurde von anderen Obstarten verdrängt und wird heute als Ziergehölz gehandelt.

Der aus China stammende Ginkgo wird seit 1730 in Europa angepflanzt. Ältere, tief wurzelnde Exemplare des wahrscheinlich schon im Devon verbreiteten ‘lebenden Fossils’ haben sich als widerstandsfähig und winterhart erwiesen.

Der in Australien heimische Eukalyptus gedeiht sehr gut in Italien und Portugal, ist aber in Mitteleuropa nicht winterhart. Ein Nachteil des Myrtengewächses besteht in der leichten Brennbarkeit dank des etherischen Öls der Blätter.

Tamarisken werden heute im Pflanzenversand als Ziergehölze angeboten. Als ursprüngliche Besiedler arider Gebiete vertragen sie Trockenheit und Hitze recht gut und gelten als frostbeständig.

Gross sind die Ernteschäden, die der  Sommer verursacht hat. Die Medien präsentierten Bilder von verdorrten Maisfeldern mit meist sehr geringem Ertrag. Als Alternative zum Mais bietet sich die ebenfalls glutenfreie und gegenüber Trockenheit wesentlich tolerantere Hirse an. Die Hirse gehörte vom Altertum bis ins Mittelalter auch in Mitteleuropa zu den am meisten angebauten Getreidearten. Heute befinden sich die Hauptanbaugebiete ausser in Afrika in China und Russland.

 

ERGÄNZUNG

Als ein Jahrtausendereignis ist der Sommer des Jahres 1540 in die Annalen eingegangen. Laut Chroniken begann die Trockenperiode im Januar. Während 11 Monaten fiel kaum Regen. Der Bodensee war stark geschrumpft, Flüsse und Bäche zu Rinnsalen geworden oder ausgetrocknet. Rhein und Elbe konnten mancherorts fast trockenen Fusses überquert werden. Die Ernte verdorrte und der Laubfall setzte im August ein. Verbreitet gab es Wald- und Buschbrände. Die Katastrophe war ein klimatologischer Ausreisser, könnte sich aber durchaus irgendwann wiederholen. Es sei noch erwähnt, dass die Weinreben, die die Dürrekatastrophe überlebt hatten, einen ‘Jahrtausendwein’ lieferten, von dem jahrzehntelang gut gesicherte Proben aufbewahrt wurden.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.09.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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