Heinz-Walter Hoetter

Das Schicksal des Literaturagenten

Manfred Kallenberg war ein Mann von 45 Jahren und Literaturagent, der außerdem ein sehr ordentlicher Mensch war und darüber hinaus stets einen Blick für das Wesentliche hatte.

Leider war er bisher nicht besonders erfolgreich in seinem Beruf gewesen und dachte schon die ganze Zeit darüber nach, etwas anderes zu machen.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen war Herr Kallenberg eigentlich ein schweigsamer Mensch, der lieber zuhörte, wenn andere viel redeten. Dafür las er gerne und tat dies bei jeder Gelegenheit.

Eines Tages lernte Herr Kallenberg auf einer Buchmesse rein zufällig einen etwa dreißig Jahre alten Mann kennen, der neben seinem Beruf schriftstellerisch tätig war und gerade einen Roman fertig gestellt hatte.

Der Literaturagent ließ sich den Debütroman des unbekannten Autors zeigen, las ihn durch, hielt ihn für gut und versprach dem unbekannten Schriftsteller, alsbald für ihn einen Verlag zu suchen. Er fand auch einen, doch der Roman wurde kein Erfolg und blieb ein Ladenhüter.

Etwa zwei Jahre später kam der gleiche Autor noch einmal auf Kallenberg zu und legte ihm einen weiteren Roman vor, den er beim gleichen Verlag veröffentlichen lassen wollte.

Der Literaturagent, der zu dieser Zeit kurz vor einem Berufswechsel stand, zeigte sich anfangs skeptisch, ließ sich aber dennoch ein letztes Mal dazu überreden, das neue Manuskript dem Verlag vorzulegen, der den Roman später auch tatsächlich veröffentlichte. Keiner konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass dieses literarische Werk des jungen Autors schon bald ein großer Erfolg werden würde. Bis heute wurde dieser Roman in vielen Sprachen gedruckt und weit mehr als eine Million Mal weltweit verkauft, wodurch sein Urheber nicht nur reich, sondern auch weltberühmt wurde. Weitere sog. „Bestseller“ folgten vom gleichen Autor, die ihn zum vielfachen Millionär machten.

Seit der Zeit ging es mit dem Literaturagenten Manfred Kallenberg ebenfalls finanziell steil bergauf. Geldsorgen, mit denen er sich früher herum schlagen musste, plagten ihn jetzt nicht mehr.

Aber das Schicksal im Leben eines Menschen kann grausam sein.

Jetzt, wo es Herrn Kallenberg beruflich und finanziell sehr gut ging, bekam er plötzlich Krebs, der sich rasch und ungehindert überall in seinem Körper ausbreitete.

Die behandelnden Ärzte gaben ihm deshalb nur noch weniger als ein halbes Jahr Lebenszeit, doch Manfred Kallenberg verstarb bereits schon nach etwa einem Monat an seinem aggressiven Krebsleiden, trotz der guten medizinischen Behandlung bzw. Versorgung, die man ihm hat zukommen lassen.

Er wurde später in seiner geliebten Heimatstadt beerdigt.

Diese  kleine Geschichte ist wahr. Ich habe nur den Namen des mir bekannten Literaturagenten geändert.


 

ENDE

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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