Heinz-Walter Hoetter

Die Ampelmännchen

Immer wenn ich an eine Straßenkreuzung komme, sehe ich diese beiden auffälligen Figuren, mal den einen, dann mal wieder den anderen. Noch nie habe ich beide gleichzeitig zusammen gesehen. Sie zeigen sich nur einzeln, diese farbigen Burschen. Der grüne geht, der rote steht und beide machen nichtsdestotrotz einen zackigen und sehr bestimmten Eindruck auf mich.

Es kommt schon mal vor, dass sie sogar ganz verschwunden sind. Dann hat man ihnen quasi den Saft weggenommen. Ohne Strom nichts los. Auch bei denen.

Aber in der Regel sind sie da, diese dienstbeflissenen Typen, die zuverlässig wie ein Uhrwerk ihre stumme Tätigkeit verrichten. Natürlich sind sie gewissermaßen meine Freunde, weil sie durch ihre bloße symbolhafte Anwesenheit auf die gerade geltende Verkehrslage hinweisen. Manchmal ist mir dabei nicht ganz klar, ob sie einerseits mein Leben beschützen und andererseits nur den Verkehr an der Kreuzung regeln wollen. Das frage ich mich schon mal hin und wieder. Wird beides wohl richtig sein, denke ich und schaue zu ihrem Glashäuschen rüber.

Trotz ihrer Zuverlässigkeit traue ich ihnen nicht hundertprozentig über den Weg. Ob grün oder rot. Ich schaue deshalb lieber noch mal selbst nach allen Seiten, bevor ich mich ihrer stummen Aufforderung beuge, die fast wie eine unheimlich anmutende Gedankenübertragung funktioniert.

 

Da ist es, das grüne Männchen!

Ich beeile mich, die stark befahrene Kreuzung an dieser Stelle schnell und zügig zu überqueren.

Auf der anderen Straßenseite angekommen, beachte ich die beiden fünktionstüchtigen „Ampelmännchen“ nicht mehr und gehe meines Weges.

 

©Heinz-Walter Hoetter

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