Heinz-Walter Hoetter

Die Geschichte des Raumfahrers Berry Logan

Berry Logan wachte auf und wusste nicht, wo er eigentlich war. Benommen und desorientiert versuchte er seinen Verstand zu kontrollieren.

 

Flammen knisterten um ihn herum. Krachend stürzten brennende Trümmerteile an ihm vorbei und beißender Qualm stieg ihm in die Nase. Der Raumfahrer musste husten. Tränen traten ihm dabei in die Augen. Von irgendwoher mischten sich gellende Schreie in das laute Getöse zusammenbrechender Schiffsaufbauten, gefolgt von dumpfen Donnerschlägen, als würden Kanonen schießen.

 

Berry saß auf etwas, das aussah wie ein Drehstuhl mit Schalensitz aus silbrig glänzendem Leichtmetall. Nur die Sitz- und die Rückenfläche waren weich gepolstert. Breite Sicherheitsgurte hingen lose herunter.

 

Seine nach vorne ausgestreckten Arme ruhten schlaff auf einer wuchtigen Konsole, die weitestgehend unbeschädigt geblieben war. Überall flackerten kleine gelbe und rote Lämpchen, schwarzer Rauch drang aus den zerstörten Belüftungsschächten oben an der Decke. Einige Wandbildschirme flackerten und versuchten das empfangene Bild wieder aufzubauen oder zu stabilisieren, andere wiederum zeigten nur ein tiefes Schwarz.

 

Wie in Trance schaute Berry aus blutunterlaufenen Augen nach allen Seiten. Der obere Teil seines Overalls hing ihm zerfetzt vom Körper und dort, wo die Haut durchschimmerte, war sie mit hässlichen, braunroten Brandflecken bedeckt, die höllisch schmerzten.

 

Langsam kam die Erinnerung zurück. Er befand sich offenbar auf der Brücke seines Raumschiffes, genauer gesagt, im separaten Steuerraum.

 

Ein Teil des Kuppeldaches der riesigen Steuerkanzel schien beim heftigen Aufprall auf den harten Planetenboden weggerissen worden zu sein, denn durch den aufsteigenden Rauch konnte er den Himmel sehen, und der Himmel war grau-schwarz. Gleißend helle Blitze zuckten aus dunklen Wolken, gefolgt von heftigen, metallisch klingendem Donnergetöse, das kein Ende zu nehmen schien. Ungefähr einhundert Meter hinter seinem abgestürzten Raumschiff sah er verschwommen einen bewaldeten Hügel, der vom lodernden Feuerschein beleuchtet wurde. Die Bäume standen weit auseinander. Sie trugen ovale Blätter, die aussahen wie übergroße Papierfächer. Ein heftiger Wind ließ sie ständig hin und her wedeln, als würden sie ihm zuwinken.

 

Berry Logan stand nur mit Mühe auf und hustete, als ihn eine stinkende Rauchwolke einhüllte. Er rappelte sich unbeholfen hoch, rutschte dabei ungewollt vom drehbaren Steuersitz und blickte noch immer ganz benommen umher. Dann entdeckte er zu seinem Glück ganz in seiner Nähe einen offenen Ausgang, auf den er jetzt torkelnd und stolpernd zustrebte.

 

Irgendwann war er endlich draußen. Aber hier waren noch mehr Flammen. Bäume und Büsche brannten lichterloh. Die ganze Umgebung war mit dichtem Rauch angefüllt – und schreiende, kämpfende Gestalten, die reihenweise fielen und elendig starben, sahen aus wie schemenhafte Gebilde, die hin und her liefen. Offenbar plünderten irgendwelche Wesen sein havariertes Raumschiff und schlugen sich dabei gegenseitig tot.

 

Ich muss hier weg, war sein erster Gedanke, bevor Rauch und Flammen mir den Weg abschneiden. Er tastete nach seiner Laserpistole und stellte mit Genugtuung fest, dass sie immer noch griffbereit in ihrer Halterung rechts unterhalb seines breiten Metallgürtels hing. Aber im Augenblick hatte er nicht genügend Kraft, sich auch noch nach dem Absturz der „Angelfire“ in den Kampf zu stürzen. Er musste sich erst ein wenig erholen und eine sichere Deckung suchen.

 

Hustend und mit unsicheren Schritten erreichte er schließlich aus dem Inferno um ihn herum eine kleine, ruhige Lichtung mit einem etwa zwei Meter tiefen, leicht abfallenden Graben, der sich im Laufe der Zeit mit etwas Wasser angefüllt hatte. Berry rutschte in den Graben hinein und landete aufrecht sitzend in einer stinkenden, schleimigen Brühe aus grünen Moosen und rötlich schimmernden Algen.

 

Glücklicherweise war sein Raumanzug nur oben aufgerissen, die Allzweckhose und die robusten Stiefel waren noch intakt, sodass kein Wasser eindringen konnte. Erst nach einer Weile kroch er auf allen Vieren zurück bis an den Rand des leicht abfallenden Grabens und spähte hinüber zu seinem abgestürzten Raumschiff, das von einer dicken Rauchwolke eingehüllt keine einhundert Meter direkt vor ihm lag.

 

Im nächsten Moment erblickte Berry eine zweibeinige, haarige Gestalt, die laut brüllend vor Schmerzen mit einem langen Speer im Brustkorb torkelnd auf ihn zu wankte, schließlich nach einer ganzen Körperdrehung auf den Rücken stürzte und röchelnd in dieser Position liegen blieb. Der Anblick verwirrte und schockierte den Raumfahrer. Der Gefallene sah aus wie eine Kreuzung aus einem Menschen und einem viel zu klein geratenen Grizzlybären. Das Fell war von einem hellen Braun. Die Züge des Gesichtes glichen unverkennbar denen eines Menschen, nur die Ohren waren spitz und sehr stark behaart.

 

Ein weiteres Pelz bedecktes Wesen trat aus den Rauchschwaden hervor und zog den Speer aus den toten Körper seines Opfers. Es hatte eine lederartige Rüstung an und trug eine typische Kriegsbemalung im Gesicht, bestehend aus intensiv gefärbten, schwarzen und weißen Streifen, die quer über die hohe, haarlose Stirn verliefen.

 

Das Opfer und sein Mörder sahen sich zwar nicht ähnlich, aber auch die Kreatur in der Rüstung schien sich vom Vier- zum Zweibeiner entwickelt zu haben. Die ganze Szenerie machte auf Berry einen unwirklichen Eindruck und er glaubte sich in einem phantastischen Alptraum versetzt, der ihn heimsuchte.

 

Berry duckte sich instinktiv nach unten, aber eine herüberwehende Schwade beißenden Qualmes zwang ihm zum Husten. Sofort griff er nach seiner Laserpistole, zog sie vorsichtig aus der Halterung heraus und entsicherte sie.

 

Wieder wurde er von einer Rauchwolke eingehüllt, sodass er abermals husten musste und seine Augen brannten und tränten. Das wachsame Pelzwesen schaute plötzlich in seine Richtung, hielt die Nase schnuppernd hoch und schien alarmiert zu sein. Mit erhobenem Speer kam es langsam mit schleichenden Schritten auf den Rand der grasbewachsenen Böschung zu. Es vermutete dort sicherlich einen Feind.

 

Der Wind drehte sich plötzlich und die dicken Rauchschwaden wurden auseinandergerissen. Für einen kurzen Moment blickte der Raumfahrer mit zusammengekniffenen Augen in Richtung des näher kommenden Pelzwesens, das plötzlich keine zehn Meter vor ihm wie angewurzelt stehen blieb. Es hatte ihn offensichtlich gewittert oder sonst wie bemerkt, denn es nahm plötzlich eine typische Verteidigungshaltung ein, die aggressiv und kämpferisch aussah, aber auch von einem gewissen Erschrecken geprägt war.

 

Berry wurde klar, dass das Wesen ihn entdeckt hatte, also ging er zum Angriff über, stand auf und verließ die Deckung. Er fühlte sich mit seiner absolut tödlich wirkenden Laserwaffe in der Hand sicher und geschützt, aber auch sonst war er der Pelzkreatur von seiner Größe her mehr als überlegen, die er auf höchstens einen Meter fünfzig schätzte. Er dagegen maß an die ein Meter neunzig und brachte fast zwei Zentner auf die Waage.

 

Der Pelz beharrte Krieger hatte sich die ganze Zeit nicht von der Stelle bewegt. Er starrte wie gebannt nach vorne und wartete ab. Doch als er den Raumfahrer erblickte, der wie ein bulliger Riese aus dem nebelhaften Qualm trat, erschrak das fremde Wesen so sehr, dass es auf Anhieb zurück sprang, den langen Speer instinktiv anhob und zum Wurf ansetzte. Aber es geschah nichts.

 

Seine Augen waren weit geöffnet. Offenbar schien das martialisch aussehende Pelzwesen ziemlich große Angst vor Berry zu haben, denn ganz unvermittelt fing es an zu schreien. Zuerst begann es grimmig zu knurren, dann wechselte der Ton urplötzlich und wurde höher und schriller. Es hörte sich an, als wollte es damit die anderen Krieger warnen oder auf sich aufmerksam machen.

 

Der Raumfahrer riss die Laserwaffe hoch und schoss. Ein greller Lichtblitz verließ zischend das schlanke Rohr der Laserpistole und schlug genau in den ledernen Brustpanzer des Wesens ein, das plötzlich lichterloh Feuer fing, denn der gebündelte Hochenergiestrahl hatte nicht nur den harten Brustpanzer mühelos durchschlagen und den darunter liegenden Brustkorb zerfetzt, sondern obendrein auch noch das trockene Fell der Kreatur in Brand gesetzt. Große Mengen purpurfarbigen Blutes schoß stoßartig in pulsierenden Strömen aus der offenen Wunde.

 

Berry schoss daher ein zweites Mal, um das Leiden des Pelzwesens zu beenden, das jetzt seinen Speer kraftlos fallen ließ, aber offenbar unter einem schweren Schock stand. Es hielt sich immer noch hoch aufgerichtet und brannte lichterloh wie eine angezündete Strohpuppe. Doch dann presste es schlagartig beide Hände auf die klaffende Brustwunde und stürzte kopfüber nach vorne der Länge nach auf den harten Boden. Trotzdem schrie es immer noch wie von Sinnen, krümmte sich im Todeskampf wie ein zertretener Regenwurm, bis es abrupt still wurde, keinen Laut mehr von sich gab und zuckend am ganzen Körper starb.

 

Der Raumfahrer behielt seine Laserwaffe schussbereit in der Hand, ließ sich auf Händen und Füßen nieder und kroch durch den dichten Rauch zurück zum Graben. Von hier aus hatte er eine bessere Deckung, die er nutzen wollte. Im allgemeinen Durcheinander und dem lauten Kampfgetöse ringsherum, so dachte Berry, sind die fürchterlichen Angst- und Todesschreie des von ihm getöteten Pelzwesens sicherlich nicht gehört worden. Er hoffte darauf, dass keiner der anderen Kreaturen auf ihn aufmerksam geworden war. Aber anscheinend hatten einige dieser fremdartigen Wesen doch etwas mitbekommen.

 

Die plündernden Gegner ließen nämlich plötzlich voneinander ab, versammelten sich bald darauf um den auf dem Boden liegenden toten Krieger und starrten ihn ungläubig an. Dann riefen sie den übrigen Artgenossen noch etwas zu, die den Kampf jetzt ebenfalls einstellten. Eine unheimliche Stille breitete sich an der Absturzstelle des Raumschiffes aus, das im Hintergrund brannte wie eine riesige Ölfackel.

 

Die pelzigen Kreaturen fingen fast gleichzeitig alle damit an, die Nase zu heben, um hastig zu schnuppern, wendeten ihren Kopf ruckartig nach jeder nur denkbaren Seite, bis einer von ihnen plötzlich mit seiner erhobenen Steinaxt aufgeregt in die Richtung des Grabens deutete, wo sich Berry Logan versteckt hielt.

 

Das aufgeregte Pelzwesen mit der Steinaxt in der Hand lief unerschrocken auf die schützende Deckung des Raumfahrers zu und bald war es nah genug heran, um für ihn wirklich gefährlich zu werden. Dieser richtete sich abermals kurz auf, zielte sekundenschnell mit der Strahlenwaffe und drückte ab. Wieder zischte eine kleine, helle Lichtkugel mit rasender Geschwindigkeit aus seiner Laserpistole und traf die Kreatur mitten ins Gesicht, das durch die immense Hitzeentwicklung augenblicklich bis zur Unkenntlichkeit verdampfte und den Rest des Schädels wegriss.

 

Noch im vollen Lauf befindlich sackte das zweibeinige, bärenartige Wesen augenblicklich zusammen. Wie eine Gummipuppe rutschte sein lebloser Körper noch ein kurzes Stück weiter und erreichte fast den Rand des Grabens, wo Berry sich jetzt in seiner vollen Größe aufgebaut hatte. Seine gefährliche Waffe hatte er bedrohlich auf die übrigen Krieger gerichtet. Der Energiewerfer würde jetzt beim Auslösen des nächsten Schusses automatisch in den Impulsmodus wechseln und praktisch im Dauerfeuer eine kleine Armee von Angreifern in Schach halten können.

 

Zwar konnten die anderen ihre Speere und Streitäxte nach ihm werfen, aber das musste er riskieren. Von Pfeilen, Bogen oder Schwertern hatte er bisher nichts bemerkt. Offenbar kannten diese Kreaturen nur Speere und Äxte, die zudem sehr primitiv aussahen.

 

Langsam ging er mit vorgehaltener Laserpistole mutig und entschlossen auf die versammelten Pelzwesen zu, die jetzt ängstlich vor ihm zurückwichen und sich schließlich vor ihm demutsvoll auf die Knie warfen. Ihr Verhalten drückte Ehrfurcht, Angst und Anbetung aus.

 

Das hatte der Raumfahrer nicht erwartet.

 

Während Berry Logan überlegte, was er in dieser seltsamen Situation tun solle, näherte sich auf einmal eine mit Muschelketten und bunten Armreifen geschmückte Gestalt aus dem Hintergrund. In der rechten Hand trug sie eine Art Zepter, in der anderen eine kleine Streitaxt, die anscheinend nur zeremoniellen Zwecken diente. Dieses Pelzwesen schien wohl so eine Art Priester oder Schamane zu sein. Es schritt langsam und gemessenen Schrittes zwischen den Knieenden hindurch, die sich, tief nach vorne geneigt, rückwärts von ihm wegbewegten, um in demütiger Unterwürfigkeit eine kleine Gasse zu bilden.

 

Dann blieb es etwa drei oder vier Meter von Berry stehen, legte in aller Ruhe seine Gegenstände sorgfältig auf den Boden ab, streckte die Arme in die Höhe, schloss die Augen und erhob seine Stimme in einer Art Anrufen oder Gebet.

 

Der verdutzte Raumfahrer verstand zwar die Sprache nicht, aber es schienen besänftigende Worte zu sein, denn das Wesen beendete seine Vorstellung von einer Sekunde auf die andere mit einem freundlichen Lächeln und machte ein paar einladende Gebärden, die dem Mann mit der Waffe in der Hand galten.

 

Berry Logan folgte dem Priester, bis er plötzlich mit ihm zusammen vor einem seltsam aussehenden Holzgebäude stand.

 

Wieder winkte ihm das weise und gutmütig aussehende Pelzwesen zu und deutete mit der ausgestreckten Hand auf eine hölzerne Eingangstür, die es mit ein paar Handgriffen vorsichtig öffnete, um gleich darauf im Innern des Hauses zu verschwinden. Der Raumfahrer folgte dem Priester oder Schamanen in das Gebäude. Es bestand aus einem einzigen großen Raum mit niedriger Decke, von der bunte Lederstreifen herunterhingen. Überall waren kleine Holzfiguren aufgestellt worden, die seltsame Gesichter hatten. Manche sahen böse aus, andere wiederum grinsten oder standen mit erhobenen Armen da. In einer Wandnische mit einem kleinem Fenster lagen Felle ausgebreitet. Ringsherum brannten mehrere Fackeln, um den Raum zu erhellen.

 

Während sich die Pelzwesen draußen drängten, deutete der Priester auf einen Platz in der Wandnische hin, der offenbar für Berry Logan bestimmt war. Eine Weile später brachte ein Diener eine Schüssel mit Suppe in den Raum, die sehr appetitlich roch, wenngleich auch anders als alle Suppen, die Berry in seinem bisherigen Leben gegessen hatte. Er nahm das hölzerne Besteck vom Tablett und kostete. Die Suppe war zwar sehr fett, aber dennoch wohlschmeckend und mit zahlreichen Kräutern gewürzt. Das kleingeschnittene Fleisch schmeckte nach Wild, das offenbar aus den umliegenden Wäldern stammte. Trotzdem dachte der Raumfahrer einen Moment lang darüber nach, ob es wohl möglich von einem der toten Pelzwesen sein könnte, die sich beim Plündern seines gestrandeten Raumschiffes gegenseitig getötet hatten. Doch Berry war einfach zu hungrig, um sich durch diesen Gedanken das Essen verderben zu lassen und aß die Schüssel leer.

 

Der Priester beobachtete derweil jede seiner Bewegungen mit neugierigen Blicken und verfolgte genau, was Berry tat. Irgendwie erwartete er von ihm, dass er jetzt, nachdem er gegessen hatte, die Initiative ergreifen würde. Aber Logan hatte nicht die geringste Ahnung, worauf seine Erwartungen zielten. Er konnte nur hoffen, dass er nichts tat, was die Ehrfurcht des Priesters und seines Volkes in Feindseligkeit verwandeln könnte. Der Gedanke einer möglichen Feindschaft erschreckte ihn. Denn dann müsste er sich vielleicht gegen die Pelzwesen mit den verbliebenen Waffen im Raumschiff gegen sie verteidigen. Ein Blutbad unter ihnen wäre unausweichlich, um sein eigenes Leben zu retten. Das aber wollte er unter gar keinen Umständen so weit kommen lassen.

 

Der Raumfahrer stand auf, ging langsam zu dem kleinen Fenster hinüber und blickte hinaus. Der starke Regen hatte das sich ausbreitende Feuer auf seinem Raumschiff fast gelöscht. Es qualmte nur noch.

 

Etwas später waren die Gewitterwolken abgezogen. Am fernen Horizont zog das fahle Grau eines neuen Tages herauf. Berry fragte sich, wo er zum Teufel war. Aber auf diese Frage wusste er keine Antwort. Den bewaldeten Hügel mit seinen seltsam geformten Bäumen und Blättern, die er von seiner beschädigten Steuerkanzel aus gesehen hatte, erweckte in ihm den üblen Eindruck, dass er irgendwo am Rande der Milchstraße auf einem erdähnlichen Planeten mit seinem Raumschiff „Angelfire“ abgestürzt war. Die letzten noch in seinen Erinnerungen befindlichen Koordinaten ließen jedenfalls darauf schließen.

Wie auch immer, der Sauerstoffgehalt der Luft war jedenfalls ausreichend bis gut und die Luft roch nach ätherischen Ölen.

 

Plötzlich ging die Tür auf. Ein weibliches Pelzwesen betrat schüchtern und in demutsvoller Haltung den Kopf gesenkt den heiligen Raum des Priesters. Offenbar hatte er das Pelzwesenweibchen rufen lassen.

 

Sie trug ein langes Gewand, das mit geometrischen Ornamenten bestückt war. Das Oberteil war offen. Die junge Frau war ungefähr einen Meter fünfzig groß, hatte gut geformte volle Brüste unter ihrem Pelz, mit kleinen haarlosen Stellen um die dunkelbraunen Brustwarzen herum, die steil nach vorne standen. An den Handgelenken trug sie eine Kette mit goldfarbenen Steinen auf denen kleine Symbole eingeritzt waren. Sie ging barfuß. Sie wagte nicht, Berry direkt anzusehen.

 

Dieser winkte jedoch das weibliche Pelzwesen zu sich und sagte zu ihr: „Ich bin Berry Logan, Raumfahrer seiner Majestät des Königs der Vereinigten Sternensysteme von Sol. Mein Sternenschiff „Angelfire“ wurde kurz nach Verlassen des Hyperraumes von einem vagabundierenden Asteroiden getroffen und erlitt schwere Beschädigungen an der Steuerkanzel. Ohne die Möglichkeit mein Raumschiff navigieren zu können, wurde ich von der Schwerkraft eures Planeten angezogen und stürzte ab. Wenn die Schutzschirme nicht gehalten hätten, wäre ich jetzt schon längst tot. Ich hatte aber Glück im Unglück. Trotzdem möchte ich gerne wissen, auf welchem Planeten und in welchem Quadranten ich mich befinde, damit ich Hilfe anfordern kann.“

 

Während Berry sprach, blickte ihn das weibliche Pelzwesen verständnislos an. Auf einmal öffnete sich ihr Mund zu einem zaghaften Lächeln. Ihre Zähne sahen aus wie die eines Raubtieres. Sie hätten mit Sicherheit ein großes Stück aus ihm herausreißen können. Die dünne Zunge war rau und von Lachs ähnlicher Farbe. Trotz ihrer fremdartigen Erscheinung war dieses Pelzweibchen ausgesprochen schön und besaß eine außerordentlich gute Figur. Außerdem roch sie verführerisch nach einem ungewöhnlichen Parfüm, das eine betörende Wirkung auf Berry ausübte.

 

Die junge Frau versuchte auf einmal seinen Namen nachzusprechen.

 

B..., Berryyy Looogaaan“, brachte sie heraus, und das war das beste Ergebnis ihrer Bemühungen.

 

Dann sagte sie: „Rina“, und deutete mit dem Zeigefinger auf sich.

"Mein Name ist Berry Logen. Und du bist Rina, nicht wahr?“

Der Priester schaute verwundert drein, als er den Raumfahrer in langen Sätzen durchgehend so reden hörte. Für ihn war er offenbar der fleischgewordene Gott und Erlöser, auf den er und sein Volk schon so lange gewartet hatten.


 

Ein Wesen das fliesend sprechen konnte, das fast doppelt so groß war wie sie, welches mit einem mächtigen Raumschiff gekommen war und wie durch ein Wunder den Absturz aus den einsamen Höhen weit über den Wolken überlebt hatte, ja, das musste schon etwas ganz besonderes sein. Ein Wink des Schicksals. Und dann diese fürchterliche Blitzwaffe, die sogar auf sehr große Distanzen töten konnte. Nur Himmelsgötter trugen derartige Waffen bei sich, die so mächtig und wirkungsvoll waren.

 

Du bist Rina“, sagte Berry noch einmal, zeigte mit dem Zeigefinger auf sie und lachte dabei. Glücklicherweise hatten die Pelzwesen mit den Menschen die Gabe gemeinsam, sich per Handzeichen und mit wenigen Worten verständigen zu können. Überhaupt kamen sie ihm überraschender Weise ziemlich menschlich vor, fast so, als wären sie eine gelungene Kreuzung aus Mensch und wildlebenden Bären, nur kleiner.

 

Ist das richtig? Du heißt R-i-n-a?“

Nach seinen letzten Worten nickte sie ein paar Mal mit dem Kopf.

Berry entschied sich dafür, Rina als seine Lehrerin zu nehmen. Sie war eine intelligente Pelzwesenfrau, die noch obendrein viel Sinn für Humor hatte, wenn er mal mit ihr scherzte. Er war im Laufe der Zeit mit ihr so zufrieden, dass er einmal nahe daran war, sie einfach zu küssen. Doch er hielt sich zurück und unterdrückte solche Impulse. Trotzdem hatte sie was gemerkt und genoss sein stilles Verlangen. Die Pelzwesenfrauen leckten gerne mit der Zunge an den Lippen ihrer Männer, was eben wie küssen aussah und bis in die Zehnspitzen kitzelte.

 

Obwohl Berry Logan auf dem besten Wege war, dieses außerordentlich schöne und seltsame Geschöpf lieb zu gewinnen, hielt er seinen Drang unter Kontrolle, mit ihr zärtlich zu werden. Nichtsdestotrotz war sie für ihn eine kleine Insel in einem fernen, unbekannten Ort im Universum. Und wenn sie mal nicht bei ihm war, fühlte er sich einsam und verlassen, ja unsicher. Er ließ sich das allerdings nicht anmerken.

 

Berry erlernte bald ihre Sprache. Tagsüber spazierte er im Dorf herum und erkundete die umliegende Gegend. Ständig war Rina bei ihm. Sie wich nicht von seiner Seite.

 

Die Pelzwesen nannten sich selbst die Ajonjax und lebten in kleinen und großen Dörfern überall verteilt auf ihrem Planeten. Die Ajonjax kannten weder Pfeil noch Bogen, und ihr erdähnlicher Planet hatte keinen Namen. Dem Raumfahrer war das unverständlich. Ihnen war auch Metall unbekannt, weil es anscheinend in ihrer unmittelbaren Umgebung keine Eisenerzvorkommen gab.

 

Auf seinen Wanderungen mit Rina hatte Berry in der Nähe der Wälder an einigen Wasserstellen Bäume gefunden, auf denen sehr elastische Äste und Zweige wuchsen. Deshalb ließ er welche abhauen, besorgte sich später im Dorf der Pelzwesen einige Därme, Federn für die Pfeile und ein paar andere Dinge mehr, die zum Bau eines Bogens mit Pfeilen notwendig waren.

 

Als der erste Bogen fertig und einsatzbereit vorgeführt wurde, waren die Ajonjax ziemlich verblüfft von seiner gefährlichen Wirkung. Die Vorzüge des Bogens leuchtete Ihnen sehr schnell ein. Sie lernten schon bald damit umzugehen und fertigten nach einiger Zeit ihre Bögen samt Pfeile selbst an. Als sie mit den Zielübungen begannen, schossen sie auf alles, was sich draußen im Wald und in der weiten Ebene an großen und kleinen Tieren bewegte. Es schien ihnen offenbar besonderen Spaß zu machen mit Pfeil und Bogen zu jagen.

 

Die Zeit verging.

 

Berry beherrschte bald die Sprache der Ajonjax flüssig und perfekt, denn sie war im Prinzip ziemlich einfach aufgebaut und leicht zu erlernen.

 

In schlaflosen Nächten ging der Raumfahrer oft nach draußen. Die Sterne zeigten ihm eine unvertraute Konstellation, und der Mond war viel größer, als der Mond der Erde.

 

Rina war oft bei ihm, auch in den kalten Nächten, wenn er sich einsam und wehmütig die Sterne anschaute. Sie zeigte außerdem große Neugierde für sein früheres Leben, bevor er mit seinem Raumschiff abgestürzt war. Andersherum erzählte sie ihm etwas von einem Gott ihres Volkes, der irgendwo am fernen Horizont in den großen Bergen wohnen würde, erklärte sie. Sie sprach auch davon, dass es dort einen seltsam aussehenden Tempel gibt, der von zweibeinigen Wesen mit glänzender Haut bewacht werde. Sie stünden schon seit undenklichen Zeiten neben einem verschlossenen Eingang und rührten sich nie von der Stelle.

 

Ich bin einmal dort gewesen und habe große Angst gehabt“, sagte Rina plötzlich und fuhr fort: „Jeder aus dem Volk der Ajonjax muss einmal in seinem Leben dorthin. Der Ort ist unser einziges Heiligtum, denn wir glauben, dass in dem Tempel der allmächtige Gott Zaruntaru wohnt, der uns Pelzwesen erschaffen hat. Manchmal dringen seltsame Geräusche aus dem Innern des Tempels. Dann fürchten wir uns vor diesem Ort und verlassen ihn wieder so schnell wir können. Die Begegnung mit Zaruntaru ist wie eine Mutprobe, die jeder von uns bestehen muss. Jeder sollte Angst vor Zaruntaru haben, denn Angst fördert den Respekt und macht uns demütig.“

 

Berry war darüber sehr überrascht. Auf diesem Planeten ohne Namen gab es offenbar ein Geheimnis, das er so schnell wie möglich lüften wollte. Jetzt aber, in der kalten, stürmischen Jahreszeit, drängte es ihn nicht unbedingt danach, was der Tempel in den Bergen am fernen Horizont zu verheimlichen hatte. Er wollte erst einmal abwarten, bis es wärmer würde.

 

***

 

Der Frühling kam mit Tauwetter und noch mehr Regen. Die weite Ebene vor dem gewaltigen Gebirge verschlammte zusehends. Berry musste seinen Aufbruch wieder und wieder verschieben.

 

Das Klima wurde langsam trockener.

 

Endlich nahte der Tag der Abreise und er stellte ein kleines Team zusammen, das aus etwa dreißig Kriegern und zwei flinken Spähern bestand. Er selbst hatte im zerstörten Raumschiffkörper noch eine ganze Menge Waffen gefunden, darunter auch ein funktionstüchtiges Lasergewehr mit Zielfernrohr und etliche Handgranaten, die eine enorme Sprengkraft besaßen. Die „Angelfire“ war zwar durch das Feuer schwer beschädigt worden und daher nicht mehr flugfähig, aber es gab noch eine ganze Menge Dinge an Bord seines mächtigen Schiffes, was den verheerenden Absturz unbeschadet überstanden hatte. Zommkeen barg davon soviel er nur konnte, dann ließ er jedes einzelne Teil von seinen Pelzwesen-Soldaten in ein zentral gelegenes Lager bringen und stellte drei bis vier Wachen davor. Zum Schluss riegelte er die Eingangstür ab und nahm den Schlüssel selbst an sich.

 

Nach einer Weile wurde das Wetter noch besser, die dunklen Regenwolken verschwanden und bald schien nur noch die Sonne. Endlich konnte es losgehen.

 

Berry Logan marschierte mit seinen Leuten zum Dorf hinaus und ging direkt auf die Berge am fernen Horizont zu. Auch Rina war dabei. Tagsüber kamen sie gut weiter. Am ersten Abend hielten sie an einem sauberen Bach mit einer kleinen Wasserstelle an und legten sich zur Ruhe.

 

Zwei Tage später nahm das dunkle Gebirge vor ihnen eine grüne Farbe an. Überall wuchsen niedrige Pflanzen. Die Ausläufer der Berge waren mit Moose und Farnen aller Art bedeckt. Sogar bunte Blumenfelder machten sie aus. An einigen Stellen wuchsen hier und da Bäume, die bis zu dreißig Meter hoch waren.

 

Am fünften Tag ihres Marsches erreichten sie ein tiefes Tal. Welkes Laub, der Staub von Jahrtausenden, totes Holz von kleineren Ästen, der Kot von irgendwelchen unbekannten Tieren und ihren herum liegenden Skeletten, alles war in den steinigen Klüften zu Humus geworden.

 

Berry spähte mit einem Fernglas in das trübe Halbdunkel des Tales hinein. Die Vegetation war an manchen Stellen so dicht, dass fast kein Sonnenstrahl den feuchten Boden erreichte. Von den hohen Berghängen rann Wasser, das sich in kleinen und großen Sümpfen sammelte. Die kleine Karawane würde sicherlich darin stecken bleiben und so suchte Berry nach einer anderen Möglichkeit, den gefährlichen Ort zu umgehen. Die Späher fanden einen kleinen, steinigen Pfad neben einem Wasserlauf, der oberhalb der modrigen Sümpfe am Fuße der Berge ins feuchte, von Fäulnis und von bleichen, huschenden Lebewesen bewohnte Tal hineinführte.

 

Den ganzen Nachmittag stiegen sie mühsam neben dem kleinen Wasserlauf aufwärts. Eine halbe Stunde vor dem Dunkelwerden erreichten sie ein Plateau und Berry ordnete an, die Nacht hier zu verbringen.

 

Am nächsten Morgen waren sie alle übernächtigt. Die meisten von ihnen hatten schlecht geschlafen. Missmutig nahmen die Soldaten und die beiden Späher ihre Traglasten auf. Logan und seine Leute tranken das Wasser aus dem kleinen Fluss, das an Sauberkeit nicht zu überbieten war. Es schmeckte wie das Wasser auf der Erde, köstlich und angenehm kühl.

 

Am siebten Tag erreichten sie eine weitere Ebene, die voller Geröll war. Berry schätzte, dass sie über zweitausend Meter hoch sein mussten.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde es hier oben rasch kalt. Herumliegende Zweige, kleine Äste und Bruchstücke von abgestorbenen Bäumen wurden gesammelt und auf dem nackten Boden zu einem Haufen aufgeschichtet. Als das wärmende Feuer brannte, schwand gerade das Abendrot vom Himmel. Wolken zogen auf und hüllten sie in nebelhafte Schwaden ein. Fröstelnd drängte sich die kleine Expedition um das lodernde Feuer.

 

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, dass die Idee von mir so gut war“, sagte Berry zu Rina. Zwar gibt es hier oben immer weniger Vegetation, wir können deshalb schneller vorankommen. Aber die Nässe und die Dauerkälte werden uns bestimmt krank machen“, sagte er zu der Pelzwesenfrau.

 

Morgen, Herr, werden wir den Tempel erreichen. Dann wirst du die Weisheit unseres Gottes Zaruntaru kennen lernen. Du wirst sehen, dass alle Strapazen der zurückliegenden Tage und Nächte vom Aufenthalt in dem Tempel aufgewogen wird“, antworte Rina.

 

Ja, wir werden sehen“, sagte Berry und kroch zwischen seine Felle.

 

***

 

Als der Morgen graute, waren diesmal alle gut ausgeschlafen. Nach etwa zwei Kilometer Fußmarsch erreichte die kleine Karawane eine ausgedehnte Ebene, die ringsherum von hohen Bergen mit weißen Schneegipfeln begrenzt wurde. Am Ende der Ebene stand ein gigantisches Gebäude, mit hohen Säulen und drei unterschiedlich großen, weiß leuchtenden Kuppeln, die aussahen wie die typischen Kuppeln eines Sternenobservatoriums.

 

Rina stand neben ihm, nahe genug, dass das seidenweiche Fell ihrer Haut Berry berührte. Er empfand das als angenehm, denn das Fell der Pelzwesenfrau war angenehm warm und geschmeidig.

 

Zaruntaru hat uns verschont. Wir sind da und alle sind noch am Leben. Aber er wird schon seine Gründe dafür haben“, sagte sie mit unbekümmerter Stimme.

 

Berry antwortete ihr gereizt: „Kannst du dir nicht vorstellen, dass unser Erfolg auch ein Verdienst meiner technischen Fähigkeiten und Möglichkeiten sind, die ich aus meinem Raumschiff mitgebracht habe?“

 

Die Pelzwesenfrau erschrak und blickte zu ihm auf. Ihre Augen waren riesengroß geworden und spiegelten das Blau des Himmels.

 

Bitte vergib mir, Herr“, sagte sie. „Unser Volk schuldet dir viel. Vielleicht hätten wir ohne dich das Ziel nicht erreicht, das schon so vielen von uns zur Todesfalle wurde. Dennoch bist du nicht Zaruntaru. Er ist mächtiger als du.“

 

Größe bedeutet nicht unbedingt Überlegenheit“, antwortete Berry Logan, der eigentlich nur wollte, dass man seine Leistungen auch würdigte. Denn zweifellos hatte er eine große organisatorische Arbeit vollbracht und mit Hilfe seiner Navigationsinstrumente und den mitgeführten Waffen entscheidend zum Erfolg der Expedition beigetragen.

 

Gehen wir!“ rief er den anderen zu. „Bald werden wir den Tempel erreicht haben und können uns wohlverdient von den Strapazen erholen.“

 

Als es bereits dunkelte, stand die kleine Kolonne endlich vor dem riesigen Tempelgebäude. Sie machten wieder ein Feuer und nach dem Essen schliefen sie einer nach dem anderen ein. Einer der Späher übernahm die erste Wache.

 

***

 

Am nächsten Morgen schien die Sonne. Vor dem Tempel standen rechteckige, manchmal zweistöckige Häuser aus einem Material, das Berry nicht kannte. Er durchsuchte eine Anzahl der Bauwerke, aber alle waren unbewohnt. In manchen hatten sich Tiere eingenistet. Er fand seltsam geformte Figuren aus Metall und irgendeinem anderen Stoff, der an Plastik erinnerte. Aber alle zeigten sie Menschendarstellungen. Berry war erstaunt darüber. Die Bewohner der Häuser mussten darüber hinaus Künstler gewesen sein. Aber wer waren sie? Woher kamen sie ursprünglich? Waren es Raumfahrer von der Erde gewesen, die hier aus irgendwelchen Gründen auf dem Planet gelandet waren und diesen Tempel aufgebaut hatten? Wo waren ihre Toten? Nirgendwo fand sich ein menschlicher Knochen oder ein Friedhof, wo für gewöhnlich die Menschen ihre Verstorbenen bestatteten, auch wenn sie noch so weit entfernt von ihrem Heimatplaneten waren.

 

Berry ließ Rina kommen und fragte: „Was ist hier geschehen? Wo sind die Bewohner der Häuser geblieben? Was ist aus ihnen geworden?“

 

Ich weiß nicht Herr. Als ich vor sechs oder sieben Jahre zuletzt hier war, sah es auch nicht anders aus wie jetzt. Aber von meinen Vorfahren konnte ich hören, dass hier einmal Wesen gelebt haben, die aussahen wie du. Es müssen Tausende von ihnen gewesen sein, die aber aus irgendwelchen uns unerfindlichen Gründen plötzlich nicht mehr da waren. Vielleicht haben sie unseren Planeten wieder verlassen oder sind umgekommen. Andererseits heißt es in unseren Erzählungen und Überlieferungen, dass wir von diesen Wesen abstammen, ja sogar von ihnen erschaffen worden sind. Ich weiß allerdings nicht, was das zu bedeuten hat. Mehr kann ich nicht dazu sagen“, führte Rina aus.

 

Zeig mir den Eingang des Tempels mit den zwei Statuen davor, von denen du gesprochen hast. Ich will sie sehen. Vielleicht kann ich das Tor zum Innern des Tempelgebäudes öffnen und heraus finden, was sich dahinter verbirgt“, sagte Berry zu Rina. Insgeheim dachte er auch daran, das Tor, falls es sich nicht auf normale Weise öffnen ließ, mit Sprengstoff in die Luft zu jagen um ins Innere des Tempels zu gelangen.

 

Rina zeigte ihm den Weg. Ein paar von den Pelzwesen-Soldaten folgten den beiden. Die anderen blieben zurück und räumten das Lager auf.

 

Berry Logans Herz schlug schneller als er auf das geschlossene Tor des Tempels zuging. Es war ein gewaltiger Eingang aus massiven Stahlbeton vor denen auf jeder Seite zwei mannshohe Skulpturen standen, die vom Aussehen her humanoiden Robotern ähnelten. Sie waren mittlerweile von Flechten und Moosen bewachsen und man konnte ihre Gesichter nur erahnen, die aber deutlich menschliche Züge besaßen.

 

Berry hatte eine Idee und untersuchte die Skulpturen ausgiebig von allen Seiten. Schließlich fand er an der Hinterseite einige Vertiefungen mit mehreren kleinen Hebeln. Sie ließen sich zuerst nicht bewegen, aber nach mehrmaligen Versuchen konnte er sie nach unten drücken und die Skulptur kippte nach vorne weg. Durch ihr herab fallendes Gewicht öffnete sich einer der beiden Türflügel und der Tempel stand offen. Die andere Seite ließ sich auf die gleiche Art und Weise in Bewegung setzen.

 

Berry, Rina und die zwei Soldaten durchschritten vorsichtig den hohen Torbogen. Der Raumfahrer schaltete den Scheinwerfer seines Lasergewehres ein und starrte nach vorne in den hellen Lichtkegel. Sie betraten einen langen Gang mit vielen Räumen, die wie Schaufenster mit Glasscheiben verschlossen waren und Artefakte einer versunkenen Kultur enthielten. Scheinbar war der Tempel, zumindest in diesem Bereich, so eine Art archäologisches Museum, das mit viel Sorgfalt und Verständnis eingerichtet worden war. Schließlich kamen sie zu einer Kammer, die nur einen runden Tisch mit einem Durchmesser von etwa zwei Meter enthielt. Auf dem Tisch lag eine dünne Metallplatte aus Messing. Unter einer dicken Staubschicht waren schwarze Schriftzeichen eingearbeitet, die Berry nicht einwandfrei lesen konnte. Einer der Pelzwesen-Soldaten wischte daher den Staub von der Messingplatte und legte so die Schriftzeichen nach und nach frei. Der Lichtstrahl der Laserwaffe verdunkelte sich durch den aufgewirbelten Staub.

 

Berrys Herz schlug höher als er näher an den Tisch herantrat und die Fülle von Schriftzeichen sah. Er verspürte ein seltsam ziehendes Gefühl im Magen. Er beugte sich über die schwarze Schrift. Die kleine Kammer war so still, dass er das Blut in seinen Organen hören konnte.

 

Die einzelnen Buchstaben sahen aus, als ob sie sich aus dem lateinischen Alphabet entwickelt haben könnten. Berry kannte diese Sprache nicht und konnte daher den Text auf der Messingtafel auch nicht entziffern.

 

Die kleine Gruppe verließ die Kammer und ging weiter. Berry richtete den Lichtstrahl seines Lasergewehres auf den nächsten Korridor. Plötzlich standen sie auf einer alten Straße mit geborstenem, unebenem Straßenbelag aus einer teerartigen Masse. Die kurze Straße endete an einer Mauer, die sich, als sie näher kamen, geräuschlos öffnete.

 

Berry ging als erster in den dahinter liegenden Raum, der wie das Innere einer riesigen Kugel geformt war. Die Innenwandung war mit einer silbrigen, reflektierenden Substanz überzogen, und in der Mitte, ohne sichtbare Befestigung, schwebte eine schwarze Kugel, die offenbar ihre Gestalt ändern konnte, denn sie wurde immer flacher und sah bald aus wie eine Scheibe. Plötzlich vibrierte der Boden. Tief unter der Tempelanlage begann etwas hochzufahren, um Energie zu erzeugen. Im gleichen Moment fing die Scheibe an zu pulsieren. Sie veränderte ihre Farbe und erhellte den Raum mit hellgrünem Licht.

 

Einer der Pelzwesen-Soldaten wollte die Scheibe mit seinen Händen berühren und war im nächsten Moment darin verschwunden. Berry hörte noch seinen Schrei, dann war alles wieder still.

 

Der Raumfahrer trat jetzt einen Schritt zurück, aber die helle Scheibe drehte sich in seine Richtung, bewegte sich auf ihn zu und Berry löste sich im nächsten Augenblick Schicht um Schicht auf. Dann war er auf einmal schlagartig in der Scheibe – oder bildete er sich das nur ein? Er dachte sich, dass er nicht durch feste Materie gehen könne, aber wusste er auch, dass es feste Materie war, die er durchschritten hatte. Wie konnte das sein?

 

Die Zeit schien dahinter still zu stehen. War auch das nur ein Einbildung von ihm? Berry konnte sich darauf keine Antwort geben. Er wusste nur, dass er noch lebte.

 

Um ihn herum erschienen Dinge, die er zuvor noch nie gesehen hatte. Sie schälten sich wie aus einem unsichtbaren Nebel, der sich allein durch sein Erscheinen zu verflüchtigen schien.

 

Zögernd trat er noch einen Schritt nach vorn. Er ging weiter und streckte seine beiden Hände aus, doch er konnte nichts berühren oder anfassen. Ein getreues Abbild des Tempels erschien vor ihm, durch das er einfach so hindurch ging, als wäre es nur eine schlichte Projektion.

 

Es folgte eine Strecke der Finsternis, bis er schließlich auf der anderen Seite der Scheibe heraustrat. Plötzlich kamen ihm Menschen entgegen, sie gingen sehr schnell, wie in einem Zeitraffer-Film.

 

Die nächste Bildfolge erschien.

 

Galaxien, Planetensysteme, Raumschiffe, die Erde, ihre Landschaften, Dörfer und große Städte eilten vorbei. Alles beschleunigte sich um ihn herum immer mehr. Berry konnte bald nichts mehr erkennen. Nur schemenhafte Gebilde, die kurz auftauchten und wieder ebenso schnell verschwanden, rasten an ihm vorbei.

 

Dann verlangsamte sich der Film wieder und Berry stand draußen in der Sonne. War er auf der Erde? Jedenfalls hatte er den komischen Eindruck, auf ihr zu sein.


 

Er lief umher und wanderte durch parkähnliche Landschaften, die bald wieder zu verblassen begannen. Im Hintergrund waren moderne Städte zu sehen, die nach und nach zerfielen. Der Raumfahrer hatte das Gefühl, dass die Zeit verstrich, ungeheuer viel Zeit, wie der dachte. Wie ein Geist ging er umher. Die Landschaft veränderte sich abermals. Wieder hatte Berry das seltsame Gefühl, dass viel Zeit verstrichen war. Die Erde sah verlassen und öde aus. Feuchtheiße Winde trieben schwere Gewitterwolken über das weite Land. Die Polarkappen waren geschmolzen, die Erde bebte, Vulkanausbrüche und überflutete Kontinente wohin man sah. Das Gesicht der Erde hatte sich verändert. Dann erblickte er plötzlich undurchdringliche Regenwälder, die das restliche Land überzogen. Kleine Gruppen von Menschen schlugen Lichtungen in den Dschungel und kultivierten die Felder, die sie angelegt hatten. Sie bildeten kleine Dörfer die weit voneinander verstreut lagen. Plötzlich schwebten Raumschiffe über den Dörfern und vernichteten alles Leben in ihnen. Als die riesigen Explosionswolken verschwunden waren, waren offenbar die letzten Überlebenden des Homo sapiens sapiens tot.

 

An ihrer Stelle traten auf einmal andere intelligente Lebewesen, die sich aus dem noch vorhandenen Leben auf der Erde entwickelten.

 

Berry schwebte wie ein Geist über das Gesicht der Erde. Die Zeit verstrich, und die aufgetürmten Wolkenmassen lockerten sich auf. Das Klima veränderte sich unaufhaltsam und mit ihr die gesamte Flora und Fauna. Auch die Kontinente verschoben sich. Neue Landmassen entstanden, andere verschwanden wieder im Meer.

 

Schlagartig wurde dem Raumfahrer klar, dass diese seltsame Energiescheibe in Wirklichkeit eine Zeitmaschine war. Die Reise ging bis zu den Anfängen der Erde zurück und sie spiegelte Ereignisse wieder, die Jahrmillionen auseinander lagen.

Die Erbauer des Tempels waren offenbar Menschen gewesen, die ganz nach Belieben durch die Zeit reisen konnten. Vielleicht kamen sie manchmal wieder, um nachzusehen, wie sich das Leben auf diesem Planeten entwickelt hatte, dessen Schöpfer sie offenbar waren. Aber das waren nur reine Spekulationen, die in seinen Gedanken herumgeisterten.

 

Die Öffnung und Schließung des Tempels war offenbar nur Menschen vorbehalten und Berry war ein Mensch, wenngleich auch aus einer anderen Zeit, in der die Menschheit zur führenden Rasse im Universum aufgestiegen war.

 

Aus dieser Zeit seiner eigenen Welt kam er, und es gab ein großes Reich in ihr, das der Vereinigten Sternensysteme von Sol nämlich. Zwar war die Menschheit technisch sehr hoch entwickelt, flogen mit Raumschiffen regelmäßig andere Planeten an und hatten sogar den sog. Hyperraumantrieb erfunden, aber von der Fähigkeit, eine voll funktionstüchtige Zeitmaschine zu bauen, davon waren sie noch weit entfernt.

Demnach mussten ihre Erbauer erst viel später auf der Bühne der Weltgeschichte erschienen sein. Vielleicht waren sie dafür verantwortlich, dass sich die Erde einmal so gravierend verändern würde. Es konnte aber auch sein, dass sie von irgendwelchen anderen Raum fahrenden Mächten angegriffen worden sind. Diese unbekannten Mächte hatten wohl das Ziel, alle Homo sapiens sapiens zu vernichten. Jedoch überlebte die menschliche Rasse und zwar überall im Universum. Der Bau ihrer Zeitmaschinen half ihnen dabei.

 

Auf wie vielen Planeten im Universum mochten diese hochkomplexen Geräte schon von ihnen installiert worden sein? Außerdem war der Tempel in Wirklichkeit nichts weiter als eine vollautomatisch arbeitende Relaisstation, die sich sogar selbst durch einen Energieschirm schützen konnte, wie Berry später herausfand. Woher sie allerdings ihre Energie bezog, konnte er nur erahnen, denn einen Zugang zu ihren tief im Boden liegenden Generatoren gab es nicht. Sie waren offenbar mit einem sehr harten Baustoff versiegelt worden, der härter war als Diamant. Nur an den hin und wieder auftretenden Vibrationen konnte man erkennen, dass sich direkt unter der Tempelanlage ein und mehrere gewaltige Energieerzeuger unbekannter Bauweise befinden mussten. Betraten Menschen die Anlage, fuhren sie automatisch hoch und versorgten die Zeitmaschine mit gewaltigen Energiemengen.

 

Irgendwie war Berry von seiner Entdeckung enttäuscht, als er die Zeitmaschine wieder verließ. Auch der Pelzwesen-Soldat war mittlerweile wieder zurück. Nur im Unterschied zu ihm war er verrückt geworden. Sein einfacher Verstand hatte die Reise durch die Zeit nicht unbeschadet überstanden.

 

Berry hatte gesehen, dass die Menschheit nahe daran gewesen war, die Erde zu zerstören. Warum sollte er zu seiner verderblichen und destruktiven Rasse zurückkehren, deren Untergang auf der Erde möglicherweise sowieso bevorstand? Nein, auf diese Erde wollte er nicht mehr zurück. War es daher nicht besser, beim Volk der Ajonjax zu bleiben, um sie bei ihrer zivilisatorischen Entwicklung zu helfen, damit sie nicht die gleichen tödlichen Fehler begehen würden wie die Menschen?

 

Der Raumfahrer Berry Logan fasste daher einen Entschluss.

 

Als er wieder draußen vor dem Tempel war, betätigte er die Hebel auf der Rückseite der Skulpturen. Sie richteten sich wieder auf und verschlossen den Eingang hermetisch. Nur Berry hätte ihn wieder öffnen können, aber das wollte er vorerst nicht wieder tun.

 

Rina kam ihm entgegen und begrüßte ihn überschwenglich.

 

Ich dachte schon, du würdest überhaupt nicht mehr wiederkommen“, sagte sie zu ihm. „Ich habe mir große Sorgen um dich gemacht. Was ist mit dir geschehen? Du warst plötzlich nicht mehr da. Ich habe schließlich so schnell ich konnte den Raum mit der grün hellen Scheibe verlassen. Zum Glück fand ich das Licht deiner Strahlenwaffe, sonst hätte ich zusammen mit dem Soldaten nie den Ausgang wieder gefunden.“

 

Berry nahm Rina auf einmal in die Arme und küsste sie. Sie war darüber so erschrocken, dass sie sich nicht dagegen wehren konnte. Vielleicht wollte sie das auch gar nicht. Sie fand es einfach schön, wie er sie liebevoll und sanft festhielt, denn sie hegte schon lange tiefe Liebesgefühle für diesen Raumfahrer, der wie ein wohlwollendes Geschenk ihres Gottes Zaruntaru zu ihnen gekommen war.

 

Nach dem Kuss sah Berry der Pelzwesenfrau tief in ihre braunen, funkelnden Augen. Dann sagte er zu ihr mit leiser Stimme: „Ich bin der einzige, der das Volk der Ajonjax in eine bessere Zukunft führen kann. Meine Rasse hat Millionen Jahre des Blutvergießens, der Schmerzen und des Schreckens hinter sich. Und es sieht so aus, als ob es auch noch die nächsten Millionen Jahre so sein wird. Ich werde dies ändern, denn Zaruntaru hat mir mitgeteilt, euch auf einen anderen Weg zu führen. Ich werde aus euch eine große Zivilisation formen, die nicht die gleichen Fehler wie die Menschheit machen wird. Der Anfang ist wichtig, was am Ende daraus wird.“

 

Rina war es jetzt, die Berry küsste. Als sie von ihm abließ sagte sie mit einem Lächeln im Gesicht: „Ich bin froh, dass ich dich verstehen kann. Aber wenn uns eine gute Zukunft geboten wird, sollten wir die Vergangenheit nicht ganz vergessen. Auch wir töteten uns gegenseitig. Vielleicht haben wir das von unserem Schöpfer, den Menschen, geerbt. Aber wenn Zaruntaru durch dich spricht, müssen wir uns ändern. Ich werde dir dabei helfen eine neue Gesellschaft vorzubereiten, eine, in der alle Ajonjax gleich gestellt sind und wie in einer großen Familie liebend zusammenleben können. Ich werde dem Priester sagen, dass ich deine Frau werden möchte. Ich werde immer an deiner Seite sein, solange ich lebe. Er wird sicherlich darüber hoch erfreut sein, denn ich bin seine Tochter.“

 

Das glaubst du, Rina?“ fragte Berry erstaunt über ihre Worte.

 

Aber ja. Und Kinder können wir auch zusammen bekommen, denn wir stammen von euch Menschen ab. Wir tragen eure Gene in uns. Mein Vater kennt dieses Geheimnis, denn es ist das geheime Wissen, das an jedem Priester weitergegeben wird. Von Generation zu Generation, seit die Menschen diesen Planeten wieder verlassen haben. Und das ist schon sehr, sehr lange her.“

 

Nach diesen Worten nahm Berry Logan seine kleine Pelzwesenfrau Rina noch fester in die Arme und zusammen gingen sie beide zurück ins Lager wo die übrigen auf sie warteten, um endlich den Heimweg anzutreten.

 

Der Aufbruch in ein neues, hoffnungsvolles Zeitalter war für das Volk der Ajonjax angebrochen.

Ihre Zivilisation sollte auf jeden Fall eine bessere werden als die der Menschheit und der Raumfahrer Berry Logan wollte alles in seiner Macht stehende dafür tun.

 

 

ENDE

 

©Heinz-Walter Hoetter

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.09.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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