Heinz-Walter Hoetter

Das Puzzle

 

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater, um mit ihm zu spielen.

Aber der Vater hatte gerade das Fernsehgerät eingeschaltet, weil er sich ein Fußballspiel ansehen wollte.

Doch sein kleiner Sohn ließ ihm partout keine Ruhe, was den Vater natürlich ziemlich nervte. Plötzlich fiel ihm ein, dass sein Junge gerne Puzzles zusammen setzte.

Er sah sich kurz um und entdeckte auf dem Wohnzimmertisch eine Zeitung mit dem farbigen Bild einer großen Weltkugel. Er trennte das Blatt ab, holte eine Schere aus der Küche, schnitt das Bild mit der Weltkugel in viele kleine Einzelteile und gab es seinem Jungen, der sich sogleich an die Arbeit machte, um die einzelnen Teile des Bildes wieder zusammen zu setzen.

Zufrieden zog sich der Vater zurück, machte es sich gemütlich vor dem Fernseher und schaute dem Fußballspiel zu.

Es dauerte aber nicht lange, da kam sein kleiner Junge mit sichtlichem Stolz wieder zurück und sprach mit freudiger Stimme: "Papa, ich habe das Puzzel fertig. Komm und schaue es dir an!"

Der Vater wollte seinen Sohn nicht enttäuschen, stand aber sichtlich genervt auf, um das Puzzle zu betrachten. Tatsächlich befand sich jedes Teil an der richtigen Stelle, obwohl er das Bild doch extra in viele Einzelteile aufgeschnitten hatte.

Der Vater war darüber ziemlich verblüfft und fragte schließlich seinen Sohn: "Wie hast du es so schnell geschafft, die einzelnen Bildteile richtig zu ordnen?"

"Ach Papa", antwortete sein Junge mit strahlendem Gesicht, "das war gar nicht so schwer. Auf der Rückseite des Bildes war ein Mensch abgebildet. Als der Mensch wieder in Ordnung war, war es die Welt auch."


 

ENDE


 

(c)Heinz-Walter Hoetter

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