Olaf Lüken

Wahre Worte wider Fakenews und Twitterspott


"Einen Erwachsenen nennt man
jenes Krüppelwesen, das in einer
entzauberten Welt sogenannter
Tatsachen existiert. (...)
Wenn wir ganz und gar aufgehört
haben Kinder zu sein, dann sind wir
schon tot."

Michael Ende

Ein Gebet aus frühen Kindertagen kommt mir in den Sinn. Es sollte mir helfen, abends sicherer und ruhiger einzuschlafen. Es begann mit den Worten: "Ich bin klein, mein Herz ist rein, du musst immer bei mir sein." Was für uns Kinder einst recht und billig war, liegt heute als Abendgebet für die Pänz irgendwo in der Bücherei oder im Kinderliederladen einer katholischen  Kirchengemeinde. Anderen Erwachsenen wird das Kindergebet weiter ein offenes Geheimnis bleiben, so aktuell es in unseren Tagen auch ist.

Ein Blick in das Neues Testament kann Wunder wirken. Jesus: "Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe als Erster einen Stein..." Die "Gerechten" ließen ihre zuvor aufgehobenen Steine fallen und zogen verschämt von dannen. Und heute ? Wer würde von sich behaupten, dass er seelisch fleckenfrei sei ? Evangelist Markus lässt uns in Kapitel 7 wissen, dass Pharisäer und Schriftgelehrte bei Jesus Wehklage führten, weil seine Jünger sich bei den Mahlzeiten nicht an die religiösen Essens- und Tischregeln halten würden. Jesus widerspricht: "Nicht das, was ein Mensch isst, macht ihn unrein, sondern was er denkt, redet und wie konkret er seinen Worten Taten folgen lässt. Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht und ihn unrein macht, sondern allein das, was aus seinem Herzen hervorkommt", betont Jesus. Anschließend nennt er die einzelnen Verfehlungen. Dazu gehören auch Hochmut, Bosheit, Missgunst und Lästerung.

In Zeiten von Fakenews, beleidigenden und herabsetzenden Twitterbotschaften, benötigen wir die mahnenden Worte Gottes mehr, denn je. Wir erleben ein landesweites Mobbing. Ob auf dem Schulhof, auf den Straßen, in den Betrieben oder anderswo. Mahnende Worte, angesichts menschenverachtender Parolen über Geflüchtete, Arme und andere Minderheiten.

Ich vergifte und verunreinige die Welt, wenn ich meine innere Haltung nicht überprüfe, wie ich über andere Menschen denke und spreche. Und ich tue mich dabei sehr schwer, wenn ich darüber nachdenke, was rein und was unrein ist. Was reinigt, was schützt und sichert auch mein Leben ? Ich wünsche mir, dass jeder Mensch - Mann, Frau, Politiker, Bürger, Freund oder Feind - Momente findet, seine Herzenshaltung zu hinterfragen, warum er etwas denkt, sagt und tut, vor allem dann, wenn er es öffentlich tut. Unsere Welt wackelt in diesen Tagen wegen der vielen aufgeheizten und schmutzigen Kampagnen, die auf den Straßen und im Internet verantwortungslos vollzogen werden. Wir brauchen selbstkritische und achtsame Menschen, die mit sich und ihren Mitmenschen im Reinen sind. Ich arbeite daran und habe noch viel zu tun.

(C) Olaf Lüken 2018

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.09.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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