Robert Zabek

Davon kann ich dir ein LIDL singen

ich steh an der kasse. bin gleich dran. der typ vor mir bezahlt gerade. eine frau kommt rein und stellt sich zu uns...sie will dem kassetyp noch etwas sagen, bevor sie einkaufen geht. sie hat ihr handy in der hand. es läutet. "ich ruf zurück!", sagt sie und legt hastig auf. über dem kassierer hat eine art schild soeben die farbe gewechselt. von grün auf rot. halbwegs riesig das teil. eigentlich nicht zu übersehen.

"KASSE SCHLIESST!!!! BEI MIR BITTE NICHT MEHR AUFLEGEN !!!", brüllt der junge Kassierer. Gefolgt von einem gut hörbaren "Endlich Schluss für heute..."

Bevor ich dran komme, bringt die Lady ihr Anliegen vor. Sie kramt in ihrer Tasche rum, holt eine Flasche Mineralwasser hervor und sagt:
"Die habe ich schon mit!"
Er sagt 
"Okay" 
und sie geht...einkaufen.

..........

Meine Waren werden gescannt. 
Ich sehe ihn an und sage:
"Ist heute Vollmond oder so...?"
Er schaut verwundert und antwortet:

"Was meinen sie denn?"

"der dame ist offenbar entgangen, dass das schild rot leuchtet...sie hat aber gehört, wie sie 'kasse schliesst, bei mir bitte nicht mehr auflegen' geschrien haben. ich nehme an, nachdem nach mir keiner mehr bedient wird, gehen sie gleich weg von hier, richtig? Die Kasse hier ist also in etwa 1 Minute ausser Betrieb, oder?"

"Ja", sagt er und schmunzelt.

"wie kommt's, dass die frau das nicht gecheckt hat?".
"weiss nicht", sagt er.
"eigentlich hätten wir die frau auch drauf aufmerksam machen können bzw. sie, weil...naja...is nich mein Job hier.", füge ich hinzu.

"Meine Kolleginnen werden's schon checken."

Er greift sich die Kasse mit dem Geld und verschwindet im Mitarbeiterbereich.
 

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Robert Zabek).
Der Beitrag wurde von Robert Zabek auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.09.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Robert Zabek als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Ein Tiger schleicht durchs Puppenhaus von Florian Seidel



Rapunzel in Puppengesprächen, Adoptivkinder auf Zeitreisen, Fragebögen, Bekundungen am Bauch der Sonne. Rätsel und Anspielungen, die uns, an Hand scheinbar vertrauter Muster, in die Irre führen. Florian Seidel hält seine Gedichte in der Balance zwischen Verschweigen und Benennen, zwischen Bekanntem und Unbekanntem. Jeden Augenblick könnte alles aus dem Gleichgewicht geraten, uns mitreißen, uns enden lassen in einem Augenblick der Verwirrung. Die in dem Gedichtband „Ein Tiger schleicht durchs Puppenhaus“ versammelten Texte schildern Suchbewegungen. Glückspiraten, Tiger, Jäger und andere Unbehauste in jenen Momenten, da die Realität Schlupflöcher bekommt und wir uns selbst im Spiegel sehen. Ein ungewöhnlich großes Sprachgefühl und vor allem die Bildhaftigkeit machen die Qualität dieser Lyrik aus.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Wie das Leben so spielt" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Robert Zabek

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

ein leben auf der kippe (madness part I) von Robert Zabek (Wie das Leben so spielt)
FLORIBUNDA - ... genau so von Monika Hoesch (Wie das Leben so spielt)
Ach so ! von Heino Suess (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen