Andreas Rüdig
Der Friseur
Der Friseur ist eine Fachkraft für die Pflege des Kopfhaares und die Gestaltung der Frisur. Aber auch die Herstellung von Perücken, das Augenbrauenzupfen und das Pflegen von Bärten gehört dazu.
Der Friseur ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. BerufeNet und KursNet, die berufskundlichen Datenbanken der Bundesagentur für Arbeit, liefern nähere Informationen dazu.
Herr Kulturdezernent, Jüchen ist ein langweiliger Ort.
Dann tun Sie etwas dagegen, Herr Wirtschaftsförderer.
Aber gerne. Ich habe auch schon eine Idee, brauche aber Ihre Hilfe dabei...
Na, dann schießen Sie mal los.
(Eingangsarie)
Der Friseur ist ein Beruf,
den Gott für mich schuf.
Die Arbeit als Friseur
ist leicht, ich schwör
Ich schnibbele mit der Schere
ohne alle Schwere
ich schere den Bart
mit sanfter Hand ganz zart
und ich zieh´ den Scheitel
mit dem Kamm, ganz eitel
und bei dichten Augenbrauen
tu` ich den Kerl verhauen
denn bei der Rasur
kommt es leicht zum Schwur
denn Augenbrauenhaare, hart und fest
sich nicht schneiden läßt.
(Szene im Ladenlokal)
(der Sprachgesang ist von Musik unterlegt)
Barbier: Die Frisur sitzt perfekt
Das habe ich bezweckt
die Locken schauen rund
die Farben sind nicht bunt
sie sind hübsch wie selten
es trennen Sie Welten
von der Konkurrenz
im Mercedes-Benz
Kunde: Sie Idiot
vorher war ich rot
jetzt bin ich Punk
das macht mich krankt
Barbier: Wieso? Wieso?
Seien Sie froh!
Jede Perücke
füllt die Lücke
in den Farben
niemand muß darben!
Kunde: Sie Idiot!
ohne Not
nicht handeln
und verschandeln
nie verschönern Sie
mich, nie
wieder
auf die Knie hernieder
leisten Sie Abbitte
in des Ladens Mitte
(in diesem Augenblick betritt ein Vertreter / Außendienstmitarbeiter für Haarpflegeprodukte den Friseursalon)
Vertreter: Jubilate! Jubilate!
Ich singe euch Kantate!
(in Flötenbegleitung) (deklamierend)
Vor langer Zeit
war es soweit
wir Männer traten auf den Plan
und folgten schnell dem Schönheitswahn
an Stiften der Lippen
wollten wir nippen
beim Mundeswasser
sind wir kein Hasser
den Lidschatten
wir schnell hatten
doch bei der Haarfrisur
kam es schnell zum Schwur.
(Vertreter, Kunde und Friseur tauschen bedeutungsvolle Blicke)
dem Ingenieur
ist nichts zu schwör
doch für den Barbier
ist es keine Zier
Kamm, Bürste, auch das Gel
schlugen bei ihm fehl
nur die Perücke
bei ihm entzücke!
(Kunde) hohoho
ich bin so froh
lassen Sie mich anprobieren
der Kopf soll nicht frieren
(unter den Klängen von Schlagermusik probiert der Kunde verschiende Perückenproben an und geht mit einem unpassenden Exemplar aus dem Laden)
(in der Straßenbahn schauen ihn mitfahrende Damen und Herren verwundert an und tuscheln)
(zuhause, die Ehefrau rappt)
(Frau) Karl-Eduard
das ist hart
die Perücke nicht entzückt
sie ist nicht geglückt
(Mann) Erzähl und sprich
(Frau) Sie erfreut nicht mich
Gib sie zurück
zu deinem Glück
(In der Schule ist lautes Gelächter zu hören, einige Mädchen zeigen mit dem Finger auf ihren Lehrer)
(Karl-Eduard, in Gedanken)
Der Einkauf ist mißglückt
die Perücke steht mir schlecht
ist das gerecht?
es ist verrück
Der Barbier ist keine Zierde seines Standes
der Verkäufer eine Pest
und in meiner Hast
griff ich einfach zu...
ich armer Wicht
was soll ich tun?
Die Rache ist mein
sie wird grausam sein.
(in dem Friseursalon)
Kunde: Unhold
Bösling
Frechdachs
Barbier: Vergib mir
du weißt nicht, was du tust
Kunde: Pardon wird nicht gegeben
Nimm das
und das
und das
(Kunde Karl-Eduard sticht auf den Barbier ein, der sinkt zu Boden)
Kunde: Und nun zum Vertreter!
(in der folgenden Szene fechten 2 Personen miteinander, am Ende sinkt eine Person mit einem Degen in der Brust zu Boden)
(Abschiedsarie)
Hinweg ist aller Frust
es siegt die Siegeslust
der Lehrer, dieser Spinner
ist kein Gewinner
seine Perücken
wollten nicht entzücken
nicht ihn, nicht seine Frau
die Rache lockte aus dem Bau
Vertreter und Barbier
lockten seine Bier
zu morden
die Horen
doch es gibt Zeugen, die sehen
was grad tat geschehen
Tat und Flucht
wird untersucht
das Gericht
sieht sein Gesicht
jetzt fällt der dem Knast
ganz schön lange zur Last
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.10.2018.
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