Robert Nyffenegger

Glaube und Religion

Bekanntlich stecken wir im 21. Jahrhundert, stecken ist der beste Begriff für unsere Lage.
Vor rund 70`000 Jahren hat sich ein Lebewesen entwickelt, das wir heute als Homo sapiens bezeichnen. Unsere direkten Verwandten sind die Orang-Utans und die Gorillas, ob das Adam und Eva gefällt, tut überhaupt nichts zur Sache.
Die ersten Menschen waren Jäger und Sammler und hatten animistische Vorstellungen. Die Welt bestand aus beseelten Wesen, die miteinander kommunizierten. Der Mensch war nur eines dieser Wesen und alle - auch der Mensch- waren gleichwertig.
Vor etwa 11`500 Jahren begann für den Menschen die landwirtschaftliche Revolution und damit die Unfreiheit, nicht zuletzt war es der Beginn für das unheimliche, anhaltend progrediente Bevölkerungswachstum.
Der Mensch erlangte Gewalt über die Tiere, er konnte sie züchten und auswählen, war aber auch für sie verantwortlich, so wurde er mehr oder weniger sesshaft.
Die Menschen glaubten damals an sehr viele Götter, es entstand der Polytheismus. Über diesen Göttern aber regierte eine grössere Macht, die man selbst nicht beeinflussen konnte, weil sie sich für den Menschen nicht interessierte und völlig unabhängig wirkte. Bei Problemen, Wünschen usw. musste man sich an eine zuständige Untergottheit wenden und vielleicht Opfer darbringen. Die Idee des Missionierens gab es nicht, wozu auch, man liess den anderen ihre Götter.
Der Monotheismus war bei den Juden eine Randerscheinung, nicht missionierend und damit regional beschränkt.
Der Durchbruch des Monotheismus kam mit dem Christentum, das aus einer esoterischen jüdischen Sekte entstand. Der Sektenführer Paulus von Tarsus war der Ansicht, dass der Prophet Jesus von Nazareth, der Messias, ein Gottgesandter und Gottes Sohn sei. Zur Erlösung der Menschheit habe er sich an das Kreuz schlagen lassen. Das sei wahrhaftig Grund genug um die Welt zu missionieren.
Wieso sich damals in Rom ausgerechnet das Christentum durchsetzte, ist nicht bekannt. Es gab andere Kulte wie den Mitraskult, den Isiskult usw. Kaiser Konstantin entschloss sich vielleicht für das Christentum, weil seine Mutter zum christlichen Glauben übergetreten war.
Auf einen ähnlichen Gründer Gedanken kam im siebenten Jahrhundert, auf der arabischen Halbinsel, Mohammed mit seiner Idee von Allah. Monotheisten sind Fanatiker, wenn es nur einen mächtigen Gott gibt, ist jeder weitere zu viel und muss vernichtet werden.
Da dieser eine, bei uns der christliche Gott, so weit weg und vermutlich völlig überlastet ist, schuf man die Heiligen oder übernahm sie, wie die Heilige Brigida, die früher Brigid hiess und vom katholischen Irland übernommen wurde.
Wie aber kann ein allwissender, gütiger und allmächtige Gott so viel Leiden auf der Welt erlauben und nichts dagegen unternehmen.
Da man dem Menschen einen freien Willen zubilligt, kann er sich zwischen Gut und Böse entscheiden, wenn er sich für das Böse entscheidet, wird er von Gott bestraft, aber warum hat Gott denn solche Menschen erschaffen?
Um diesem Dilemma zu entgehen, erdachten sich die Christen den Teufel.
So kommt es, dass die meisten Christen neben Gott auch an einen Teufel glauben, wobei beides an sich völlig widersinnig ist.
Wir glauben seit rund 2000 Jahren diesen Unsinn. Den Homo sapiens als solchen gibt es seit gut 70`000 Jahren, folglich sind wir im Vergleich zur Existenz des Menschen, noch nicht lange Christen. Und es wäre höchste Zeit diesen Glauben zu überdenken.
Wer die Geschichte der Christenheit kennt, die grausame Abschlachtung tausender unschuldiger Menschen im Laufe der Missionierung, die Kriege unter Glaubensbrüdern zwischen Katholiken und Reformierten, die notabene an denselben Gott glauben. Die Machtausübung der Kirche und die Verbrechen an ihren Gläubigen. Das römische Patriarchat und der völlig unsinnige Hokuspokus mit Weihrauch, Beichten, Busse tun, Ablass usw.
Bis vor rund fünfhundert Jahren stand alles Wissenswerte in der Bibel. Man war sich in keiner Weise der Unwissenheit bewusst.
Wissenschaft als solche gab es nicht, die Kirche unterband mittels Strafandrohung jegliche Forschung, schliesslich war ja alles dank der Bibel bekannt.
Was ist uns von den Kirchenvätern geblieben:
Die lächerlich kostümierte patriarchalische Geistlichkeit der katholischen Kirche mit dem unfehlbaren Tattergreis an der Spitze. Der erst kürzlich mit seinen Äusserungen zur Abtreibung seine Weltfremdheit unter Beweis stellte. Die sexuellen Vergehen an den jungen Messdienern usw.
Die gesammelten Werke der Gebrüder Grimm sind ein fades Abbild im Vergleich zur christlichen Glaubens-Geschichtel.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben ist die Bibel eine einzige von Menschen erdachte und aufgezeichnete Fantasterei.
Es gibt keinen Gott, wozu denn auch, selbst wenn Milliarden es glauben. Wir sind allein ein Produkt der Evolution. Der Mensch des 21. Jahrhundert ist mittlerweile alt genug geworden, um sein Leben und das Miteinander allein mit Verstand und Vernunft zu gestalten.
 
Es gibt auch keine Seele, aber wenn der Mensch sich damit wohl fühlt, soll er sie ruhig behalten, denn sie hat als solche, im Gegensatz zu den Christen, noch nie ein Unheil verbrochen.
Setz dich doch einmal ruhig hin, nimm Deinen Kopf zwischen die Hände und frage dich, wenn es einen ausserirdischen Gott für die Menschen gäbe, wäre er doch von Anbeginn erschienen und nicht erst 68`000 Jahre später. Wenn Du aber an diesen nichtexistierenden Gott oder seinen Sohn glauben willst, tue es, aber erwarte nicht, dass er auch nur das Geringste, sei es Gutes oder Böses, für dich tut.
Jeder darf glauben was er will, aber mich macht es immer wütend, wenn ein Mensch denkt, seine Krankheit sei eine Strafe Gottes. Gott straft nicht und belohnt nicht, dafür sind einzig und allein wir selber und unser Schicksal verantwortlich.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.10.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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