Wilhelm Westerkamp

Frau Merkel: Wie schaffen sie das bloß?

Vor dem Kanzleramt in Berlin ist der Herbst eingezogen und die Blätter draußen verfärben sich allmählich in feinen Nuancen von bräunlicher Farbe, aber auch die Temperatur ist auf zirka 10 Grad gesunken.
Ähnlich wie die Wahl in Bayern, wo die CSU dort 10.5% der Stimmen verloren hat und nur noch 37 Prozent aufweist und nun mit den “freien Wählern” koalieren muss, die vorher niemand auf der Rechnung hatte, um die absolute Mehrheit wieder erreichen zu können. Dies schlechte Signal aus Bayern, hat natürlich auch Auswirkungen auf den Bund, so dass die grottenschlechte Wahl in Bayern für die CSU, die Situation auch in Berlin noch einen Jota schlimmer gemacht hat, so dass zu befürchten steht, das die schwarz-rote Regierungskoalition bald nicht mehr regierungsfähig sein wird. So ist die Kanzlerin jedoch schon viele Male abgeschrieben worden – von diversen Journalisten, aber auch von Politikern anderer Parteien, die sie stürzen und ihren Kopf wollten, ihn aber nicht zu fassen bekamen, weil die Revolte gegen sie viel zu schwach war und die Herrschaften nicht das politische Format haben, ihr politisch gesehen, ans Leder gehen zu können.
Aber so recht oft sieht man die Kanzlerin nicht und sollten die Kameras sie wieder einmal einfangen, mimt sie die freundliche, dabei stets zur Sachlichkeit neigend, was auch richtig ist, denn wenn die Kanzlerin zu emotional wäre, könnte jede Menge Porzellan in Berlin zerschlagen werden.
Weiterhin fällt auf, das der Kanzlerin die Pressekonferenz in Berlin nicht ganz so ihre Sache ist, welches ihr gutaussehender Regierungssprecher Steffen Seibert (den sie vom ZDF abgeworben hat) erledigen muss, der aber wie die Kanzlerin auch, wenn er zu den Journalisten spricht, in der Tonlage sachlich, aber auch bestimmt bleibt und dabei ein durchaus freundliches Gesicht schneidet. Es ist sicher ein gewisses “Versteckspiel”, was sie mit dem guten Steffen Seibert da vollzieht, ist diese umstrittene Personalentscheidung aus heutiger Sicht aber, nicht mehr wegzudenken.
Bis 2021 will Frau Merkel nach eigenen Bekunden weiterregieren (wenn, wie Sie selbst anmerkt, ihre Gesundheit keinen Streich spielt), denn auch mit 64 Jahren wirkt sie nicht so, als wäre sie gesundheitlich angeschlagen und im Gegenteil, strahlt sie doch eher eine unbändige Vitalität aus, als das sie vielleicht Amtsmüde wirken würde.
So ist es auch nicht mehr allzu weit hin, bis sie ihren “Ziehvater” Dr. Helmut Kohl bezogen auf die Länge seiner Amtszeit bald einholen könnte. Ich meine damit, sollte die Kanzlerin bis 2021 weiterregieren wollen, würde sie genauso lang regiert haben, wie es Helmut Kohl getan hat, nämlich 16 Jahre, welches Kunststück dann nur noch Konrad Adenauer (CDU) gelungen ist.
Zwar gilt die Kanzlerin politisch gesehen als nur „durchschnittlich“, was aber jedoch bezogen auf die Länge ihrer Amtszeit - und gehen wir davon aus sie würde die 16 Jahre noch packen - sie zumindest quantitativ gesehen, außerordentlich gut da stehen würde.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.10.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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