Sabine Brauer

Vom Schätze sammeln

Georg hatte einen Schatz. Einen dicken Strumpf mit Glasmurmeln, sie waren sein ganzer Stolz. Dicke Gulpen und kleine bunte herrliche Knicker. Ich hatte einen kleinen Beutel mit Tonknicker. Diese Kleinen in rot, gelb und grün. Könnt ihr euch noch daran erinnern? Nun, es passte mir mir nicht, das Georg so etwas Schönes besaß und ich mich mit den ordinären Kügelchen begnügen musste. Der Nachbarsjunge mochte mich und so konnte ich ihn überreden, mit mir Murmeln zu spielen und seinen Schatz als Preis einzusetzen. Gewann er, bekam er meine Tonknicker, gewann ich, bekam ich seinen dicken Strumpf mit den Glasmurmeln. Nach anfänglichem Zögern willigte er ein und ... verlor!

 

 

Ich erinnere mich noch, wie ich hämisch grinsend meinen Preis in Empfang nahm und ihm meinen kleinen Beutel in die Hand drückte. Eine Revanche wollte ich nicht, da dann die Möglichkeit bestand, meinen errungenen Schatz wieder hergeben zu müssen. Ich ließ einen tottraurigen kleinen weinenden Jungen zurück. Obwohl auch ich noch recht klein war, erinnere ich mich doch, dass ich bei der Sache ein schlechtes Gewissen hatte. An diese Begebenheit musste ich denken, als ich einen Bibelvers aus Matthäus 6,19-21 las. Dort heißt es, dass wir uns keine Schätze auf Erden sammeln sollen, wo sie von Motten und Rost gefressen werden oder wo Diebe sie stehlen. Sich Schätze im Himmel zu sammeln ist besser, da sie dort von niemandem geraubt werden können. Wenn wir unser Herz an irdische Dinge hängen, verpassen wir den größten Schatz. Denn wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz.

© Sabine Brauer

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.10.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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