Johanes Weishäupl

Das Schwimmbad

Schon zehn Jahre stand das alte Schwimmbad am Waldrand leer, und rottete vor sich hin. Bernd und Markus wollten es sich einmal ansehen, da Markus das Gebäude kürzlich gekauft hatte. „Gehört das Schwimmbad nicht der Stadt?“ fragte Bernd, und ließ seinen Blick über die Verwitterte Fassade gleiten. „Ja, früher. Doch sie haben den Betrieb schon vor langem eingestellt, da sich der Betrieb angeblich nicht mehr lohnte. Da haben sie dass alles hier zum Verkauf angeboten, für einen Spottpreis!“ antwortete Markus stolz. Er schien gefallen an seiner neuen Investition zu haben. Das sah Bernd an seinen leuchtenden Augen, als Markus die halb zugewachsene Steintreppe emporstieg. „Und was hast du jetzt damit vor?“ sagte Bernd, „Das Schwimmbad war doch schon ein Schandfleck als es noch geöffnet war. Und jetzt?“ „ Ja, aber nur weil der damalige Bürgermeister das Schwimmbad total verkommen ließ, und das Geld lieber in ein neues Rathaus steckte. Aber in diesem Haus schlummert eine Goldgrube. Da bin ich mir sicher!“ „Na ja“ dachte Bernd, als Markus die Schwere Glastüre aufschloss, welche über und über mit Graffiti übersäht war. Der Innenbereich war in keinen besseren Zustand. Ein dicker modriger Geruch strömte ihnen entgegen. Bernd fuhr zusammen, als hinter ihnen die Türe zufiel. Markus ging schon in Richtung der Umkleiden, und Bernd folgte ihm mehr oder weniger Freiwillig. Ihm war nicht wirklich wohl bei der Sache, den er fand das ganze Gebäude unheimlich. Das Licht welches vom Eingang kam, wurde nun immer Schwächer, und  bald mussten beide das Licht ihrer Handys verwenden um sich zurechtzufinden. Die teils schon völlig verschimmelten Umkleidekabinen und rostigen Spinde wurden in fahles Licht getaucht. Von den türkiesen Fliesen an der Wand, waren einige in regelmäßigen Abständen Zerschlagen. Als hätte jemand aus purer Z! erst&oum l;rungswut mit einem Hammer losgeprügelt. Bald gelangten sie in die Große Schwimmhalle. Die Riesigen Dachfenster waren mit Schimmel und Grünalgen überwuchert. „Fast wie ein Teppich“ murmelte Bernd. „Da ist ja Wasser drin!“ sagte Bernd nun lauter, als er näher an den Beckenrand trat. Offenbar wurde das Wasser nie abgelassen. Es war kein klares Wasser mehr. Es war dunkelgrün fast schwarz. Am Rand des Beckens trieb ein halb verwester Rattenkadaver, und anderer unkenntlicher Müll. Ein Grausen überkahm ihn, als er sich vorstellte dort hinein zu fallen. „Markus“ rief Bernd als er bemerkte, dass dieser Weg war. Er drehte sich um, um nach ihm zu sehen. Sicher war er nur in einem der anderen Gänge. Gerade als er losging, fuhr eine Hand aus dem Wasser packte seinen Fuß, und begann Bernd in das Becken zu ziehen. Dieser Schrie aus Leibeskräften: „Markus Hilfe, Hilfe“ Er wurde immer weiter in die Dreckige Brühe gezogen, welche unangenehm warm war. Mit aller Kraft hielt er sich am Beckenrand fest, doch dieser brach ab, sodass Bernd in die tiefe gezogen wurde. Im selben Moment kam Markus aus einem der Gänge gerannt, welcher zu den Dampfbädern und Saunen führte. Das Wasser tanzte noch wild umher, und schwappte über den Rand. „Bernd! Bernd!“ Schrie er als er realisierte, was passiert sein musste. Er rannte in den Keller, und öffnete das Abflussventiel. Als das Becken nach einer gefühlten Ewigkeit leer war, sah er Bernd tot ab Boden des Beckens zwischen anderen Müll liegen. Am ganzen Körper trug er schwere Bisswunden. Markus wählte die Nummer der Polizei, weil er nicht mehr wusste wo er sonst anrufen sollte. Als das Freizeichen ertönte, hörte er hinter sich ein Geräusch. Als er sich umdrehte, sprang ihm ein grünes schleimiges Monster entgegen. Im nächsten Moment wachte Markus schweißgebadet in seinem Bett auf. Er brauchte ein w! enig, bi s er realisierte, dass er nur geträumt hatte. Er sah auf die Uhr. Vier Uhr morgens. Doch an schlafen war nicht mehr zu denken. Er zog sich an, und fuhr alleine zum Schwimmbad. Er bekam ein mulmiges Gefühl als er die Türe aufschloss. Seine Taschenlampe, welche er zum Glück mitgenommen hatte, durchstach die Dunkelheit. Mit einen alten Eisenrohr in der Hand, ging er vorsichtig zum Becken. Er sah hinein, und stellte fest, dass sich darin kein Wasser Befand, sondern nur ein paar Kisten mit Akten und sonstigen Kram. Dennoch ließ Ihm dieser Traum keine Ruhe. Nach einer Woche, wurde mit dem Renovierungsarbeiten Begonnen. Markus saß gerade vor dem Fernseher als ihn ein Anruf ereilte. Es war der Baupolier. Markus wurde mitgeteilt, dass das Ganze Gebäude mit gefärlichen Schwarzschimmel durchsetzt war. Die Beseitigung würde mehrere zehntausend Euro kosten. Doch der eigentliche Grund warum Markus so entsetzt war, waren nicht die neu entstandenen kosten, sondern die Tatsache, dass Bernd einen Besuch in dem Gebäude aufgrund seiner Lungenkrankheit wohl nicht überlebt hätte.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.10.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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