Gaby Schumacher

Die kleine Fliege

Es war einmal eine kleine Fliege. Sie lebte mit ihren Eltern in einem wunderschönen, roten Apfel. Der lag in einer hübschen Schale auf einer Küchenkommode. Von dort oben hatten Mama und Papa Fliege einen tollen Überblick über alles um sie herum und wussten auch immer, ob von irgendwoher Gefahr drohte. Ihre kleine Fruchti dagegen kannte sich noch überhaupt nicht aus und traute sich deshalb nicht, auch mal durch den Raum zu surren.

Na ja, das Leben war für die Winzlinge wirklich sehr gefährlich, denn alle Anderen waren viel größer als sie und man hätte meinen können, dass sie gar nicht die Möglichkeit gehabt hätten, sich gegen einem Angriff zu wehren.
„Doch, können wir!“, meinten Mama und Papa zu Fruchti.

„Die sind aber doch viel größer und stärker!“

Die Eltern lächelten nur:

„Warte ab. Bald wirst Du zu neugierig sein und selbst deine Umgebung erkunden!“

Noch mochte sich das Fliegenkind das nicht vorstellen.

„Ich bleib hier drinnen. Ich will nicht gefressen werden!“

Aber wenige Stunden später zappelte Fruchti immer unruhiger herum. Schließlich schielte sie aus ihrem gemütlichen Wohnloch nach draußen.

´Ist das alles riesig!`, murmelte sie.

Mama und Papa Fliege behielten recht: Ihr Töchterchen plagte die Neugierde. Was es da alles zu sehen gab!!

„Na, willst du nicht doch …?“

Klar wollte Fruchti, meinte aber:

„Und was kann ich machen, damit ich nicht gefangen werde?“

„Wir sind ganz winzig und auch sehr fix. Das ist unser Schutz!“

Irgendwie konnte Fruchti das nicht so richtig glauben.

„Aber, wenn Papa und Mama das sagen … Die sind doch so klug!`

„Fruchti, na los. Probiers mal!“

Nur zu gern sauste Fruchti los, kreuz und quer durch die Küche, schaute sich alles genau an und setzte sich auf ein Butterbrot, dann auf Marmeladenreste auf einem Teller und kostete auch Butter.

„Oooh! Lecker!!“

Sie futterte und futterte und konnte gar nicht genug von allem bekommen. Doch plötzlich sausten große Hände auf sie zu und es klatschte laut. Erschrocken flitzte die kleine Fliege zur Seite weg.

„Verflixt, diese Obstfliegen! Die sind aber auch so winzig. Die kriegt man einfach nicht!“, schimpfte jemand laut.

Fruchti war froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein.

„Mama und Papa haben die Wahrheit gesagt! Ich brauche keine Angst zu haben!“

 

Dennoch hatte sich Fruchti sehr erschrocken. Es reichte der kleinen Fliege für diesen Tag und sie surrte schnell zurück zum Apfelhaus. Vor dem Wohnloch saßen Mama und Papa Fliege und warteten bereits auf sie.

„Mama, Papa, Ihr hattet recht! Das war so schön und sooo lecker!! Und mich hat auch keiner gefangen, weil ich so doll schnell bin!“

Mama und Papa Fliege waren sehr stolz auf Fruchti. Von dann an flogen die Drei oft zusammen los und sie hatten viel Spaß dabei.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.11.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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