Wilhelm Westerkamp

Die drei Kandidaten

Als in den Medien das Gerücht die Runde machte Kanzlerin Merkel würde von ihrem Amt als Kanzlerin zurücktreten, sorgte diese Meldung für helle Aufregung bei Politikern und Journalisten sowie auch bei den Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb sollte eine solch brisante “Eilmeldung” erst einmal auf ihre Vollständigkeit geprüft werden, bevor diesbezüglich falsche Erwartungen geweckt werden, die dann – wie im Fall Merkel geschehen – Wut und Empörung hochkochen ließen, weil die Kanzlerin vorerst nun doch nicht zurücktreten wird, sondern lediglich das Amt des Parteivorsitzenden aufgeben wird, was eher einem Rückzug ähnlich ist, als eben einem echten Rücktritt.
Zu früh gefreut könnte man sich hierbei mit einem Schmunzeln behelfen, denn manchmal geht der Zug der Zeit zu schnell in diesen politischen Tagen in Berlin, weil die Kanzlerin wider Erwarten die deutsche Kanzlerin bleibt und zunächst einmal auch bleiben wird.
Das die drei Kandidaten um das Amt des CDU-Parteivorsitzenden nun wie der Blitz vom Himmel fielen, kann sich jeder denken. Denn die Gier nach diesem machtvollem Amt, wird wohl entsprechend groß sein.
Das der Kandidat und “verschollene” Ex-Unionsfraktionschef, Friedrich Merz, wie ein Geist auf der Bundespressekonferenz auftauchte (dort aber sichtlich gealtert aussah), hat einen tiefliegenden Grund, so hat er noch eine Rechnung mit der Kanzlerin offen, die ihn 2002 unter Zuhilfenahme des damaligen CSU-Chefs, Edmund Stoiber, von seinen Ämtern vertrieb und Merz somit seine Koffer packen musste. Der zweite Kandidat, der erst 38-Jährige Gesundheitsminister Jens Spahn, ist ein unangenehmer Konkurrent für Friedrich Merz, der vor Ehrgeiz nur so brennt und dem konservativen Zirkel der CDU angehört, zu der auch sein Antagonist zuzählen ist.
Der dritte Bewerber(in) ist Annegret Kramp-Karrenbauer, die Generalsekretärin der CDU, einer Merkelvertrauten, die das immanente Problem hat, das sie anscheinend niemand zu kennen scheint und mit ihrer stoischen Art, stets Langeweile bei der Zuhörerschaft verbreitet, die sie zur politischen Außenseiterin bezüglich der beiden anderen Kandidaten macht, auch wenn sie der Kanzlerin, wie oben bereits erwähnt, doch sehr nahestehen soll, welcher Umstand nicht unerheblich sein könnte, speziell deswegen in dieses Amt durch die Mitglieder der CDU mehrheitlich gewählt zu werden.

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