Heinz-Walter Hoetter

Der unbekannte Besucher

Er steht an einem zerbrochenen Fenster, sein trauriger Blick geht nach draußen.

Der Regen prasselt unaufhörlich herab. Der Unbekannte, er hört den Sturmwind brausen.

Brodelnde Wolken ziehen wie böse Dämonen am düsteren Himmel dahin.

Grelle Blitze erleuchten ihre finster grinsenden Fratzen, sie sind voller Hass und Grimm.

Überall Ruß geschwärzte Ruinen, bis hin zum fernen Horizont.

Es gibt jetzt keine Menschen mehr, überall war hier einmal die apokalyptische Atombombenfront.

Der große Krieg hat alles vernichtet, der Mensch ist nicht klug geworden.

Seine endlose Gier und das ewige Streben nach Macht haben alles Leben auf der Erde verdorben.

Eine Träne rinnt dem unbekannten Besucher über das zerfurchte Gesicht.

Sie tropft auf den verseuchten Boden, doch er beachtet sie nicht.

Er tritt vom Fenster zurück, geht schließlich die Treppe hinunter und verlässt das zerstörte Haus.

Es regnet noch immer, auch der Sturmwind noch braust.

Einsam geht der Fremde zwischen finsteren Ruinen zur menschenleeren Stadt hinaus.

Auf einem vom Feuer verbrannten Hügel dreht er sich noch ein letztes Mal herum.

Dann besteigt er sein wartendes Raumschiff und verlässt die tote Welt des Menschen nachdenklich und stumm.


 

(c)Heinz-Walter Hoetter

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