Horst Fleitmann

Eine tierische Besprechung

Eine tierische Besprechung

Was viele von Euch nicht wissen ist, dass Emanuel-Babtist Koslowski (den Namen habe ich aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert), bei einer seiner Grabungen im Wattenmeer ein nicht amtliches Besprechungs-Protokoll einer tierischen Gemeinschaft fand, ohne Datumsangabe und bisher unveröffentlicht. Mir wurde es heute Morgen zugespielt. Ich möchte es Euch zu Gehör bringen:

Das Protokoll stammt wahrscheinlich aus grauer Vorzeit, kann aber auch sein, da wir wie ich vermute in einer Endlosschleife leben, dass das Szenario sich in der Zukunft noch abspielen wird.

Einmal jährlich lädt lt. diesem Protokoll die Sonne alle Lebewesen zu einer Jahres-End-Besprechung ein. Als Thema wies das Protokoll aus:

Gab es den Menschen wirklich und wenn ja, warum?

Teilnehmer: 9 Gattungen aus 5 Himmelsrichtungen und drei Elementen.

Neben dem Gastgeber Sonne waren anwesend: Der Mond, ein Bonsai, eine nichtssagende Wasserschildkröte und ebenso stille Schwertlilie, ein Weißkopfseeadler, Zitronengras, eine Schwarze Witwe, eine und ein Koikarpfen.

Der Mond war zu Beginn der Sippung mal wieder voll.

In Teil 1 der Besprechung werden alle nicht anwesenden Arten entschuldigt, alle Wetterberichte des letzten Jahres werden verlesen und nach einem Blitz und Donnerschlag beginnt unverzüglich Teil 2

Der Bonsai meinte zu Beginn wer sage, die Gattung Mensch hätte es nie gegeben, der lügt. In der Geschichte der Bonsais wäre es fest verwurzelt dass der Mensch der Schöpfer aller Bonsais sei.

Der Weißkopfseeadler widersprach dem zunächst heftig, bis dass der Bosai ihm vorhielt, dass er nur deshalb anderer Meinung sei, weil er nicht bei ihm landen könne.

Das Zitronengras entgegnete sichtlich sauer, dass es nach seinem Wissensstand die Gattung Mensch vielleicht gab, wahrscheinlich aber wegen Unfähigkeit ausgestorben sei.

Verärgert meinte die Schwarze Witwe sie sei als Spinne sehr gut vernetzt. Im Netz selbst würde von vielen Spinnern die Ansicht vertreten, dass es sich bei demn Menschen, sollte es sie gegeben haben, ebenfalls um Spinner gehandelt haben müsse, da sie sich offensichtlich fast nur im Netz aufgehalten hätten.

Anschließend erteilte die Sonne dem Koikarpfendas Wort, bevor dieser wie üblich abtauchte. ….

Der Koikarpfen (kein Freund der Sonne) meinte, die Sonne sei ein Blender und zudem Scheinheilig. Er gab dann trotzdem zu bedenken, dass man sich in seinen Kreisen bereits nach der letzten Erderwärmung mit der möglichen Existenz des Menschen beschäftigt habe. Er müsse dem Bonsai zustimmen, es habe die Gattung Mensch gegeben.

Auf die Frage der Sonne, ob jemand eine logische Erklärung dafür hätte, meldete sich der Mond, immer noch total voll, zu Wort. Er wisse definitiv, dass diese Menschen ihn irgendwann besucht haben. Auf seiner Oberfläche hätten sie jede Menge Müll zurückgelassen der dort nicht verrotten könne

Der Koikarpfen meinte dass decke sich mit seinen Erkenntnissen. Auch bei ihnen gäbe es reichlich Müll in Form kleiner Kunststoff-Kügelchen. Sicher ebenfalls die Hinterlassenschaft dieser Menschen. Kein Wunder, dass die ausgestorben wären Man könnte ja mal versuchen, meinte er weiter, diese Spezies nach zu züchten. Sie sollen einen affenähnlichen Körperbau und sogar mit den Affen und Schweinen eine hohe genetische Übereinstimmung besessen haben.

Die Schwarze Witwe fiel ihm ins Wort: Die Affen und Schweine werden sich sicherlich wehren, diesen Gedanken weiter zu spinnen, außerdem würden Affen und Schweine eine zu hohe Intelligenz aufweisen. Es erschiene äußerst schwierig, diese wegzüchten.

Das nicht amtliche Protokoll wies aus, dass die Besprechung urplötzlich mit Schlussblitz und Donnerschlag sein Ende fand.

Ob die Nachzucht des Menschen in Angriff genommen wurde oder bereits realisiert ist, konnte dem Protokoll nicht entnommen werden.

© Horst Fleitmann 2018

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