Marlene Remen

HALLO, ICH BIN MARCEL 10

Ja, jetzt bin ich ein Schulkind und was soll ich euch sagen, gefällt mir.
Schreiben und Lesen lernen mit Fu und Fa und Fanta, warum die so
heissen, weiß ich nicht, macht aber Spaß. Rechnen, na ja, klappt auch
ganz gut. Aber am Liebsten etwas basteln oder Malen, das ist schön.
Wenn nur nicht der lange Schulweg wäre, das sind fast 3 Kilometer hin
und auch fast 3 Kilometer zurück. Aber, eben nur fast, Mama hat gesagt,
wenn es genau 3KM wären, dann könnte ich mit einen Schulbus fahren,
aber so muß ich laufen. Es gehen aber auch viele andere Kinder immer mit.
Mama sagt immer, bevor ich gehe : "Augen auf, Öhrchen auf und aufgepaßt
wie ein Luchs!" Dann gibt sie mir noch ein Küßchen und ich gehe.
Meine große Schwester geht ja schon auf eine andere Schule und sie darf mit
dem Fahrrad fahren, ich darf das nicht, gemein.

Ich bin schon naß geschwitzt, wenn ich an der Schule ankomme, das ist nicht
schön. Immer diese Schwitzerei und Mama hat mich zu unserem Hausarzt geschickt,
einen Zuckertest machen. Soviel Süßes esse ich doch gar nicht, aber Mama hat sich
Sorgen gemacht. Der Arzt hat kurz in meinen Finger gepickt, kam ein bißchen Blut
raus und das hat er auf so ein Kärtchen gemacht, Ein bißchen gewartet und dann hat
er gesagt, nein, du hast keine Dia, keine Diabe, ach, ich weiß dieses dieses komische
Wort nicht mehr. Mama braucht sich keine Sorgen machen, alles O.K. bei mir.

Gestern hat meine Schwester eine kleine Katze mitgebracht und wir haben sie in ihrem
Zimmer versteckt. Warum ??  Papa mag keine Katzen, Mama aber wohl und meine
Schwester und ich auch. Es ist ein schwarz-weißer Kater und wir haben ihn "Peter"
genannt. Er ist lieb und ich mag ihn gerne, aber er wächst ja auch noch und will nicht
immer nur im Zimmer bleiben. Ja und dann war er in die Küche gelaufen und Papa
hat ihn gesehen. Oh, was hat er geschimpft, aber Mama hat gesagt, er bleibt hier bei uns.
"Wenn er etwas kaputt macht oder Schweinerei, dann schmeiß ich ihn aus dem Fenster,
sagte Papa und war sauer. Meine Schwester und ich haben geweint, aber Mama meinte,
das tut Papa bestimmt nicht. Aber später ist etwas Schlimmes passiert, Peter war auf
der Wohnzimmer-Fensterbank und das Fenster war auf. Ich habe mich angeschlichen
und hab ihn erschreckt, da ist er aus dem Fenster gesprungen. Mama kam und fragte,
wo er ist, da habe ich aus Spaß gesagt : " Ich habe ihn aus dem Fenster geschmeißt und
Mama hat ganz laut geschrien und war sehr böse mit mir. Unsere Wohnung ist sehr hoch,
bestimmt 6 Meter bis auf den Gehweg.. Wir haben Peter überall gesucht, neben dem Haus,
auf der anderen Strassenseite und nicht gefunden. Einen Nachmittag und eine Nacht war
er weg, dann kamen die Leute unter uns rauf, sie waren im Keller gewesen und hatten was
gehört. Wir sind alle runter gerannt und wo war er, im Kohlenkeller, war ganz schmutzig.
Ein paar Krallen hat er sich beim Festhalten an der Hauswand rausgerissen, ja, und ein
paar Schnurrihaare waren ab, aber sonst war glaube ich alles O.K. bei ihm.

Papa hat gesagt, er ist beim Runterfallen in den Schacht vor dem Kohlekellerfenster
gelandet und in den Keller gesprungen. Wer soviel Glück gehabt hat, der darf bei uns
bleiben, hat nicht mehr über Katzen geschimpft. Peter war mir nicht böse, hat sogar bei
mir im Bett geschlafen, neben mir auf dem Kopfkissen. Mucki, unser Wellensittich und
Peter haben sogar aus einem Napf gefressen. Nein, kein Vogelfutter, sondern Breckies,
ja, wirklich. Peter hat ihm nichts getan, er war lieb.


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.11.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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