Marlene Remen

HALLO, ICH BIN MARCEL 12

Papa hat jetzt einen älteren VW - Bus und mit dem sind wir in diesem
Jahr in den Urlaub gefahren, nach Südfrankreich, auf einen Campingplatz.
Das sollten zwei schöne Wochen werden, aber kurz vor Paris ist der Motor
kaputt gegangen, das ganze Oel hat er rausgeschmissen. Es hat fast eine Woche
gedauert, bis der neue Motor kam und eingebaut worden ist. Solange waren wir
im Bahnhofshotel in Compiegne, hat mir gut gefallen. Ich habe mir mit Papa den
ganzen Ort angesehen, Mama wäre am liebsten den ganzen Urlaub da geblieben,
aber wir wollten ja an den Atlantik, auf einem Campingplatz. Wir sind weiter
gefahren und haben uns in Paris so verfahren, daß es drei Stunden gedauert hat,
bis wir die richtige Ausfahrt gefunden hatten, nach Bordeaux. Es ist dann aber noch
eine schöne Woche geworden, es war richtig heiß da und der Atlantik ist riesig,
mit Ebbe und Flut. Habe viele Muscheln gesammelt und mit nach Hause genommen.
Meine Schwester war froh, als wir wieder da waren, sie hat ja auf unseren Peter
aufgepaßt und wollte auch nicht mit. Mama und ich wissen jetzt auch, warum sie nicht
mitkommen wollte. Sie hat einen Freund und ist das erste Mal verliebt, dann sind
Mädchen ein bißchen komisch.


Die Grundschulzeit ist zu Ende und ich bin jetzt auf der Realschule. Meine Lehrerin
in der Grundschule hat meinen Eltern das empfohlen. Aber ich wurde nicht gefragt,
mir gefiel es da nicht, war mir viel zu langweilig. So viel Entschuldigungen wie in diesem
Jahr hat meine Mama noch nie für mich schreiben müssen. Mir fiel immer wieder was
Neues ein, um nicht hingehen zu müssen. Ja, und so kam, was kommen mußte,
ich wurde auf die Hauptschule versetzt und ich war froh. Endlich hatte ich meine alten
Freunde wieder und auch der Unterricht gefiel mir viel besser. Trotzdem mußte ich eine
Ehrenrunde drehen, na ja, ich mußte ein Jahr wiederholen, war mir aber egal. Die Noten
hätten besser sein können, aber Mama hat gesagt : "Du bist doch nicht dumm, was wollen
die denn ?"  Ja, ich mußte mir mehr Mühe geben und ab der 8. Klasse hab ich das auch.
Im neunten Schuljahr konnten wir ein Praktikum in einer Firma oder wo wir eins
bekamen, machen.

Alles, was mit Autos zu tun hatte, nur das kam für mich in Frage. In einem Nachbarort,
wo wir wohnten, gab es ein Autohaus mit Werkstatt und da hab ich gefragt. Und, was soll
ich euch sagen, die haben mich genommen. Das Praktikum ging über drei Wochen und es
hat mir richtig Spaß gemacht. Durfte auch schon mal helfen, Reifen zu wechseln, mir alles
ansehen, wie ein Motor zusammen gesetzt wird, welches Werkzeug dafür gebraucht wird.
Natürlich auch die Werkstatt sauber machen und Autos waschen, gehört ja alles dazu,
hat Spaß gemacht.
Einmal hat mich der Seniorchef mit zu sich nach Hause genommen und mich gefragt,
ob ich Lust hätte, seinen Rasen zu mähen. Natürlich hatte ich, war mal was Anderes.
Er hat einen Asbach-Uralten Rasenmäher aus seiner Garage geholt und meinte :
"Hoffentlich klappt es auch, denn diese Kiste hat manchmal Macken." Ja, er hatte Recht,
der Mäher wollte nicht, ich habe nach Werkzeug gefragt, hab alles auseinander genommen,
sauber gemacht, wieder zusammen gebaut, angeschmissen und das Ding ist gelaufen.
Da war der Chef aber baff und er hat mir einen Fünfer in die Hand gedrückt und gesagt :
"Wenn du im nächsten Jahr nochmal ein Praktikum machen willst, dann komm zu uns!"
Als ich das zu Hause erzählt habe, war Mama richtig stolz auf mich, Papa auch,
das war schön.



Copyright by Marlene Remen

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Marlene Remen).
Der Beitrag wurde von Marlene Remen auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Gedichte der Liebe. Drum laß mich weinen von Barbara Priolo



Von Liebe und Verletzlichkeit sprechen die Gedichte Barbara Priolos in immer neuen,überraschenden Variationen. Sie benennen die Süße erwachender Zuneigung, die Inbrunst fraulichen Verlangens nach Zärtlichkeit, und sie wissen zugleich von herber Enttäuschung, von Trennung und Leid des Abgewiesenwerdens. Deswegen aufhören zu lieben wäre wie aufhören zu leben. ** Das Schönste ist,was man liebt **, bekennt die griechische Lyrikerin Sappho auf Lesbos. Diese Einsicht-aus beselingender und schmerzlicher Erfahrung wachsend-ist Ausgangspunkt der sapphischen Dichtungen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Lebensgeschichten & Schicksale" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Marlene Remen

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Leise rieselt der Schnee 1. Teil von Marlene Remen (Fantasy)
BURKA von Christiane Mielck-Retzdorff (Lebensgeschichten & Schicksale)
Der Brief von Gott von Klaus-D. Heid (Weihnachten)