Marlene Remen

HALLO, ICH BIN MARCEL 13

Im nächsten Jahr habe ich mein Praktikum wieder da gemacht und der Chef
hat mir angeboten, meine Ausbildung nach dem Ende der Schulzeit bei ihm
zu machen,war das toll. Na ja, mein Anschlusszeugnis war nicht so toll, aber,
sie haben mich genommen. Bis es soweit war, durfte ich an einem alten Auto
herum schrauben, das auf dem Werksgelände stand, da, wo mein Vater
gearbeitet hat. Der Betriebsleiter hatte ein ganz altes Motorrad in einem Schuppen
stehen und ich hab gefragt, ob ich es nicht mal versuchen darf, es wieder hin
zu kriegen. Er meinte, wenn du das schaffst, kriegst du einen Fünfziger von mir.

Nach der Schule habe ich diese Kiste komplett auseinander genommen, Rost
abgeschliffen. Alles gereinigt und alles wieder zusammen gesetzt. Hab ein bißchen
Benzin geholt, was rein kam, gestartet und es ist gelaufen. Alle standen herum und
haben gestaunt und ich hab meinen Fünfziger bekommen. Papa hat mir noch ein
etwas Geld dazu gegeben und ich konnte mir mein Mofa kaufen, eine Ciau, war das prima.
In der Schule hatte ich die Mofaprüfung machen können und durfte dann mit dem
Mofa hinfahren. Oft habe ich sie morgens komplett auseinander genommen, weil sie
auch öfter nicht angesprungen ist. Das habe ich aber immer hingekriegt, in zwanzig Minuten
auseinander und wieder zusammen gesetzt. Hat immer prima geklappt.
Als wir das letzte Mal nach Südfrankreich in Urlaub gefahren sind, hab ich sie mit
genommen und bin dann dort auf dem ganzen Campingplatz herum gedüst. So war es
nicht ganz so langweilig dort, hatte immer was zu Schrauben, macht Spaß.

Nun bin ich schon im ersten Ausbildungsjahr, sie dauert drei Jahre. Meine Kollegen und
auch der Meister, ich komme mit allen gut klar. Die Arbeit macht mir Spaß und ich lerne
jeden Tag etwas Neues dazu. Darf auch schon mal kleinere Reparaturen selber ausführen,
die Arbeitszeit geht von Morgens um 7.45 Uhr bis 16.30 Uhr. Danach fahre ich mit meinem
Mofa nach Hause, esse etwas und treffe mich mit eine paar Freunden auf dem Werksgelände,
wo mein Vater arbeitet. Dort schrauben wir an dem alten Auto, einem Mazda, herum.
Wir haben ihn auch ans Laufen gekriegt und sind damit auf dem Werksgelände herum
gedüst. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hatte, denn an einem Samstagabend
bin ich damit auf die Strasse gefahren. Es hat auch nicht lange gedauert und die Polizei
war hinter uns her. Das Auto hatte ja kein Kennzeichen und war gar nicht zugelassen.

Das war eine richtige Verfolgungsjagd und der Tacho zeigt teilweise 150 KMH. Nach einer
halben Stunde war die Jagd zu Ende, kein Sprit mehr im Tank. Die Polizisten haben mich
nach Hause gebracht, aber meinen Eltern sollte ich es selber beichten. Das habe ich am
nächsten Morgen und habe meiner Mama alles erzählt. Sie war völlig von der Rolle und
hat sich sehr aufgeregt. Was uns hätte passieren können, solch eine Dummheit hätte sie
mir nie zugetraut. Ja, sie war schon sehr enttäuscht darüber und das hat mich traurig gemacht.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Marlene Remen).
Der Beitrag wurde von Marlene Remen auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

Gefährliches Wissen - Ein Krimi von Corinna Kosche



Dieser spannende Krimi ist voller Witz und Liebe, aber auch Psychoterror und andere menschliche Schwächen halten den Leser garantiert 365 Taschenbuchseiten in Atem.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Lebensgeschichten & Schicksale" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Marlene Remen

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

SONNTAGSGESCHICHTEN 3 von Marlene Remen (Gedanken)
Befreiungsschläge von Elke Lüder (Lebensgeschichten & Schicksale)
Meine Bergmannsjahre (dritter Teil) von Karl-Heinz Fricke (Autobiografisches)