Heinz-Walter Hoetter

Die Ballade von Krieg und Frieden

Ich wollte der Menschheit ein Friedenslied singen.
Der ganzen Welt die Botschaft der Liebe bringen.
Ich wollte die grausamen Wölfe des Krieges zähmen.
Ja, um den Menschen ihre Ängste und Unruhe zu nehmen.

Ich wollte nie wieder, dass Kinder vor Elend und Hunger weinen.
Bei mir sollten sie froh lachen und spielen im lustigen Kinderreigen.
Mit den Mächten des Bösen wollte ich gnadenlos um das Gute ringen.
Der Menschheit schließlich danach für immer den Frieden bringen.

Doch der Kampf ging verloren. Das Böse wurde wieder geboren.

Mein suchender Blick geht von der Erde hinauf zu den Sternen.
Ich frage mich still: "Werden die Menschen es jemals lernen?"
Hat sich der Kampf gegen Krieg, Elend und Hunger gelohnt?
Wo doch lauernd das Böse tief im Menschen noch immer thront?

Ich sehe nach all den vielen Kriegen wieder Männer bespickt mit Orden.
Die schrecklichen Kriegstreiber befehlen immer noch das weltweite Morden.
Bomben und Terror, Gewalt, Krieg und Tod, auch religiöser Natur.
Mein Schrei in der Wüste verhallt ungehört: "Was soll all das Böse nur?"

Ich denke mir, wenn Gott schweigt in der Welt, wird es bald bitterlich kalt.
Dann flüstert das Böse der Menschheit ins Ohr: "Macht Krieg, aber bald!"
Und der Tod kommt dämonisch schon wieder zurück auf die Erde.
Die Massen jubeln und träumen von großen Siegen, aber es warten nur Särge.

Im trüben Licht der Sonne steh' ich irgendwo an einem weiten Meer.
Die Erde des Menschen, wie ich sie früher mal kannte, sie ist nicht mehr.
Mein Friedenslied an die Menschheit will ich nicht mehr singen.
Der ganzen Welt die Botschaft der Liebe jetzt nicht mehr bringen.

Es streicht der Wind auf seine leise Weise über das schäumende Meer.
Die einstmals schönen Strände sind verbrannt, wüst, karg und leer.
Doch der Wind weht einfach weiter, als wäre gar nichts gewesen.
Er bläst den Gestank der Toten fort, die hier herum liegen und verwesen.

Still steh' ich da und schweige noch vor soviel Elend, Krieg und Tod.
Am fernen Horizont geht die Sonne unter und leuchtet dabei dunkelrot.
Das Erbe, welches wir Menschen haben hinterlassen, es sind nur Ruinen,
zerstörte Straßen und Gassen. Wie viele Seelen haben wohl die Erde verlassen?

Eine Träne rinnt mir über das Gesicht und fällt in den Sand.
Ein kleines Kind, das Frieden heißt, gibt mir auf einmal die Hand.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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