Marlene Remen

HALLO, ICH BIN MARCEL 16

Dann flatterte mir die Einberufung zur Bundeswehr ins Haus, doch für
mich stand schon vorher fest, daß ich da nicht hin wollte. Ich habe
verweigert und Mama hat mir die Begründung geschrieben, die war wohl
so überzeugend, daß ich nicht hin mußte. Ich habe Zivildienst gemacht,
in dem kleinen Krankenhaus hier im Ort, in der Ambulanz. Der erste Tag
hat mir ganz schön zugesetzt, aber dann ging es und ich habe dort viel
gelernt. Dies ist mir auch zugute gekommen, als mein Vater im Januar 2003
seinen schweren Schlaganfall hatte.

Meine Mama war bei meiner Oma und ich hatte frei. Als es passierte,
habe ich meinen Vater sofort in mein Auto gesetzt und ins Krankenhaus
gebracht. Zum Glück, denn er meinte, es wäre nur eine Kreislaufschwäche
gewesen. Aber ich habe gesehen, was wirklich los war. Es war ein
Schlaganfall mit linksseitiger Lähmung, zum Glück aber konnte er reden
und auch teilweise selbständig essen. Nach sechs Wochen Krankenhaus
kam er dann für 4 Wochen in eine Reha, die ihm sehr geholfen hat.
Doch alle Arbeiten im Haus erledigen, ging nicht mehr, er saß überwiegend
im Rollstuhl.

Nach der Zivi - Zeit konnte ich in meinem Ausbildungsbetrieb weiter
arbeiten, darüber war ich sehr froh. Ja, die Arbeit dort, dann nach Haus und
hier weitermachen, das alles war schon sehr anstrengend für mich.
In einem alten Haus gibt es immer etwas zu reparieren, wie bei einem alten
Auto, welches gewartet werden muß. Habe Mama von meinem ersten Lohn
eine Spümaschine gekauft, sie sollte mehr Zeit für die Kinder, meine Nichten
haben und nicht ihre Zeit in die Arbeit stecken.

Ja, so ging es immer weiter, Arbeit im Betrieb und danach zu Hause, aber ich
hatte ja meinen Rückzugsort, der Garten und die Laube. In dieser habe ich
auch oft geschlafen, wenn ich müde von der Arbeit war und Mama hat sich
große Sorgen um mich gemacht, es wäre alles zuviel für mich, aber, mußte sein.



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