Norman Dunfield

Als ich das Christkind traf

Als junger Mann ging ich in der Vorweihnachtszeit durch die Altstadt von Amsterdam.
Es hatte etwas geschneit und die Straßen glichen einem zarten Teppich aus Puderzucker.
Es war bereits dunkel geworden und die frische klare Luft wurde allmählich ein wenig kühler.
Plötzlich stand ich vor einem Schaufenster mit roter Beleuchtung. Hinter der Glasscheibe lag
ein freundlich lächelndes junges Mädchen mit wallenden blonden Locken in einem gemütlich
anmutenden Bett. Die dick aufgeplusterte Bettwäsche erinnerte an Wolken. Sie trug lediglich
weiße Unterwäsche, sonst nichts. An der Wand hingen eine Harfe und eine Posaune, und
über ihrem Bett hing ein Schild mit der Aufschrift:
"Ich zupfe und blase Dich zu himmlischen Gefühlen."
Mir war sofort klar: Das musste das Christkind sein.

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