Elke Müller

Amerika....

Heika repetierte die Winchester und feuerte ab. Der Schuss traf genau vor die Füße von Jake, in den Dielenboden und riss dabei einige lange Späne heraus. Der sogleich die Hände hob. In seinen Gesichtszügen lag Brutalität, seine Blicke waren die eines Reptils, kalt ohne Tiefe und zeigten Härte und Unnachgiebigkeit. „ Bewege dich und du bist ein toter Mann.“ Dann surrte eine lange Peitschenschnur und wickelte sich um die Beine von Roger, der am offenen Kamin stand und riss ihn schmerzhaft zu Boden. „ Ich weiß, das eine Ratte wie du nie mit fairen Mitteln arbeitet.“ Der dicke Kim, starrte Heika immer noch überrascht und angstvoll an. Im nächsten Augenblick traf ihn schon der Gewehrkolben an der Schläfe und er sackte zusammen. „ Jetzt Tuscal, schnalle deinen Waffengürtel ab und binde deinen guten Freunden die Hände auf den Rücken, vergiss dabei nicht die Waffen in den Holstern, auch die versteckte kleine Derringer- Pistole, dann werfe sie her, … anschließend gehe zur Wand! Ich weiß, das Männern wie dir, der Tot wie ein Schatten folgt.“ Es war etwas im Klang seiner Stimme und in seinem Blick, welcher keinen Widerspruch duldete. Die Mündung der Winchester zielte dabei genau auf die Brust von Jake. Dieser tat wie ihm gesagt und lies den breiten Waffengurt fallen, band mit Lederriemen den beiden Kameraden die Hände, zog die Revolver heraus und warf diese Richtung Heika und machte dann fünf Schritte zur Wand. In seinen Augen war deutlich ein eigenartiges Glitzern zu sehen. Seine hagere Gestalt bebte und zitterte vor unterdrückten Zorn. „ Nun zu uns Roger! Ich habe jede Menge über dich gehört und weiß auch über deine Geheimnisse Bescheid. An deinen Händen klebt so viel Blut, das das Wasser des Missisippie nicht reichen würde, um diese wieder rein zu waschen. Was bringt das Holz- Projekt für dich ein. Sicher sehr weit über 1000 000 Dollar schätze ich. Hinzu kommt der Waffenhandel mit Maschinengewehre, an unsere Feinde, mit denen unsere Männer niedergemäht werden. Aber hier geht es nicht nur um Profit, richtig? Es ist die eigene Gier nach Ruhm und Ehre. Wir kämpften verzweifelt um den Rest unseres Landes, was uns noch gehört. Aber danach strecken die Weißen ihre habgierigen Finger nun schon ebenfalls aus. Es ist ein Vernichtungskrieg den nicht nur die Armee gegen uns führt, aber wir schlagen mit der gleichen Härte zurück. Wir kämpfen für unsere Rechte. Denn das Recht ist unveränderlich, was auch immer das Gesetz besagt. Wir müssen diesen Kampf gewinnen für all jene die zu Hunderten ermordet, gepeinigt und erniedrigt oder zu schwach sind in auszufechten.“… „ Weise Worte, die nur dir nichts nützen werden!“ zischte Roger. „ Wo sind die Beweise dafür.“ „ Die habe ich. Keine Sorge. Der Galgen wartet auf euch, auch dies ist sicher,“ sagte Heika ruhig, ohne seinen Blick von Jake zu lassen. „ Ich habe einen Fehler gemacht dich leben zu lassen, nun, ich mache keinen zweiten. Außerdem, habe ich gelernt, das man sich nehmen muss, was man haben will. Also bestimme ich, wie lange und wie hoch ich spiele und ich sage wenn damit Schluss ist,“ entgegnete Roger. „ Aber nur, weil meine Heimat ein geschlagenes, unterdrücktes Land ist, in dem die Gesetze des Bezwingers herrschen. Solange wie der Krieg dauert, kann man gute Geschäfte machen – sehr gute Geschäfte. Aber unterschätzt uns Sioux nicht! Hier kämpfen Menschen für ihre Freiheit!“ „ Du bist ziemlich schlau.“ „ Machen Sie ihre Teufels- Geschäfte wo anders Roger! Ihr habt schon lange eurer Leben verwirkt, dann schreit nicht herum, wenn es einen von euch erwischt.“ - Wie viel muss sein Volk noch ertragen, - dachte Heika. Eine unbändige Wut erfüllte ihn. Diese Weißen brachten nur Tot und Verderben. Sonst nichts anderes. Sie hielten sich nicht an die abgeschlossenen Verträge und immer mehr Schiffe kamen in ihr Land. Sie brachten Krankheiten mit, die viele von ihnen dahin rafften. Aber dieses Land ist wild und gefährlich, es gehört den Wind, den Tieren wie dem Büffel und dem wilden Mustangs. Sie müssen zusammen halten.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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