Heinz-Walter Hoetter

Leise erklingen unsere wehmütigen Lieder

Mit jeder Sekunde, die hinter uns liegt, versinkt die Gegenwart unabänderlich in die hinter uns liegende Vergangenheit.

Ja, die Gegenwart ist die Bühne des Lebens. Auch wir spielen mit, allerdings für eine sehr kurze Zeit, die nur einen winzig kleinen Augenblick gedauert hat im Angesicht der Ewigkeit.

Der Augenblick vergeht ebenso, wie alles Leben in dieser Welt. Diese Erkenntnis stellt eine tiefe Wahrheit dar.

Warum aber sehnen wir uns so sehr nach der Vergangenheit, was einmal war im Angesicht von Leben und Sterben?

Weil wir jung waren und (naiv) an die Zukunft glaubten? Oder weil wir noch in voller Blüte standen und all den Widrigkeiten des eigenen Seins aus Unerfahrenheit trotzten?

Die Zukunft, die wir uns erträumten, sie liegt irgendwo tief verborgen und schlafend in uns, denn im Menschen verbergen sich alle Geheimnisses des Universums, so auch unsere eigenen Träume, auch wenn sie nie wahr geworden sind in dieser Realität von Raum und Zeit, die vielleicht gar keine ist, sondern nur eine Illusion.

Nur leise mögen dann erklingen aus dem Reich der Ewigkeit unsere traurigen Lieder, die von Wehmut und Trauer künden über das, was einst für uns gewesen ist und wir erleben durften im Zeitfenster unseres eigenen Bewusstseins.


 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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